Der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hat die Außen- und Europapolitik seiner Nachfolger mit scharfen Worten kritisiert. Kohl sagte, Deutschland sei "keine berechenbare Größe mehr - weder nach innen noch nach außen". Während er Fehler der rot-grünen Koalition für die Euro-Krise verantwortlich machte, bemängelte er an der jetzigen Regierung eine unzureichende Bündnispolitik.
Kohl nannte seine Parteifreundin, Regierungschefin Angela Merkel, nicht namentlich, ließ aber erkennen, dass die Kritik auch ihr gelte: Der Altbundeskanzler rügte, dass ein außenpolitischer "Kompass" fehle. Jahrelang sei ein verlässlicher Kurs der Westbindung ein Grundsatz der deutschen Außenpolitik gewesen. Wenn er dagegen die Entwicklung der vergangenen Jahre betrachte, "dann frage ich mich schon, wo Deutschland heute eigentlich steht und wo es hin will".
Dies habe auch im Ausland zu Verunsicherung geführt. In seine Kritik schloss Kohl die deutsche Enthaltung bei der Abstimmung über eine Libyen-Resolution im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein. Auch die Abschaffung der Wehrpflicht bezeichnete er als Fehler. Das Interview gewährte er der Fachzeitschrift Internationale Politik.
Merkel reagierte vorsichtig auf die Kritik ihres Vorgängers. "Die Verdienste Helmut Kohls als Kanzler der deutschen Einheit und der europäischen Einigung sind nicht hoch genug einzuschätzen", sagte sie am Mittwoch der Süddeutschen Zeitung. Sie fügte hinzu: "Jede Zeit hat ihre spezifischen Herausforderungen. Die christlich-liberale Bundesregierung arbeitet daran, die Herausforderungen unserer Zeit zusammen mit unseren Partnern in Europa und der Welt entschlossen zu meistern."....
www.sueddeutsche.de/politik/...itik-ist-ohne-kompass-1.1134682
da muss ja wohl inzwischen jeder seien Senf zugeben,ich dachte Kohl ist schon lange abgetreten

