trifft es in erster Linie die Aktionäre und Bondhalter der Banken. Diese würden bei PIIGS-Pleiten (ohne EZB- oder Hilfsfonds-Rettung) mehr oder minder Totalverlust erleiden. Das wäre in Anbetracht des unverhältnismäßig hohen Risikos, das sich die Banken in den PIIGS aufgeladen haben (Gier der 25%-EK-Rendite), auch richtig so.
Früher - in Vor-Staatsbailout-Zeiten - nannte man das "unternehmerisches Risiko". Es war selbstverständlich, dass man für die eingegangenen Risiken persönlich haftet. Man wollte im Erfolgsfall ja auch privat den Nutzen daraus ziehen.
Wer in eine Firma investiert bzw. sich an ihr beteiligt, die wegen Fehlleistung oder schlechter Konzeption zugrundegeht, kann nicht erwarten, von der Allgemeinheit die Kosten erstattet zu bekommen. Wer eine Pommesbude oder Videothek aufmacht, die nicht läuft (oder ohne Versicherung abbrennt), kann auch nicht zum Finanzamt gehen und sich die Kosten für die Einrichtung/Investitionen erstatten lassen.
Genau das aber wird seit 2008 von den Banken/Politikern in USA und Europa praktiziert - erst als Notgeburt, inzwischen aber schon als dreiste Routine.Das ganze Herumgeeier um die PIIGS-Rettung hat den Hintergrund, dass Merkel und Co. sehr genau wissen, dass ein zweiter Banken-Bailout wie in 2008 vom "Steuerzahler" nicht mehr hingenommen würde. Das wäre weder politisch vermittelbar noch durchsetzbar. Die Aktionäre und Bondhalter zählen aber zu Merkels engster Klientel (sie sind, wie Wall Street, Teil der "Finanzmafia", die in USA längst die Macht übernommen hat).
Im Interesse der deutschen Finanzmafia versucht Merkel deshalb - ganz im Paulson-Stil - einen verkappten Banken-Bailout, der pro forma von europäischen Hilfsfonds finanziert wird, faktisch aber größtenteils vom dt. Steuerzahler, weil der hinterher die meisten Mittel für den Hilfsfonds nachschießen muss. Das Ganze ist ein riesiges Versteckspiel, mit dem verborgen werden soll, dass der dt. Steuerzahler nun schon ein zweites Mal im großen Stil für die Verzockerschäden "seiner" Finanzmafia aufkommen soll.
Motto: Durch Eingehen von Irrsinns-Risiken jährlich 25 % EK-Rendite abgreifen und privatisieren (Boni-Zahlungen), solange "die Musik noch spielt" - um dann beim unausweichlichen Totalverlust ("Reise nach Jerusalem") die Hand beim Steuerzahler aufzuhalten - d.h. die Verzockerverluste zu sozialisieren.
Das ist keine "freie Marktwirtschaft" mehr, sondern finsterstes Stamokap. USA macht es vor, Merkel äfft es nach.
Folglich die zig politischen Spielarten der "Euro-Rettung", für die es aber keine schmerzfreie Lösung geben KANN. Irgendwer MUSS am Ende zahlen. Ich finde eine Lösung, bei der die Verantwortlichen (Aktionäre, Bondhalter) persönlich haften bzw. bluten, sehr viel angemessener als eine erneute Ausbail-Aktion durch die Allgemeinheit. Dass das "zur Katastrophe" führen würde, glaube ich nicht. Solche Behauptungen sind pure Propaganda. War das nicht schon 2008 das von Paulson vorgetragener "Erpresser-Argument"?
Wie lange NOCH wollen Politiker uns diese "too big to fail" Spielchen zum Ausbailen ihrer Klientel zumuten?