Neuester, zuletzt geles. Beitrag
Antworten | Börsen-Forum
Übersicht ZurückZurück WeiterWeiter
... 3258  3259  3261  3262  ...

Der USA Bären-Thread


Thema
abonnieren
Beiträge: 156.480
Zugriffe: 27.054.068 / Heute: 3.927
S&P 500 7.550,72 +1,64% Perf. seit Threadbeginn:   +417,53%
 
wawidu:

Die "Mutter" desaströser Charts

5
22.05.11 22:47
Der USA Bären-Thread 405445
Antworten
Platschquatsc.:

@wawidu AAII u.OEX

5
22.05.11 22:57
Es spielt überhaupt keine Rolle wer befragt wird sondern es interessiert lediglich ob das Sentiment mit dem Markt korreliert.

Das OEX PCR in #81462 istkein gleitender Durchschnitt sondern auf SK Basis.
Wenn es ein gleitender Durchschnitt wäre hätte ich es dazu geschrieben oder es steht im Chart.

Die gleitenden MAs vom OEX-PCR (oben SPX statt OEX) siehst du im Anhang und die Superspikes die du 2008 gesehen haben willst gabs weder da noch auf SK-Basis.
(Verkleinert auf 77%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 405449
Antworten
Marlboromann:

USA werden ihre Schulden bezahlen

8
22.05.11 23:12

http://www.ftd.de/politik/international/:top-oekonomen-simon-johnson-die-usa-werden-ihre-schulden-abzahlen/60054112.html

Die Republikaner drohen damit, dass sie die Schuldengrenze der USA nicht anheben. Doch das ist eine leere Drohung, die am Anleihemarkt stets ein Gähnen auslöst. Denn Amerika wird kein Eigentor schießen. von Simon Johnson 

 

Wären die Drohungen der Republikaner glaubwürdig, würde jede Nachricht, die die Wahrscheinlichkeit eines Problems bei der Schuldengrenze erhöhte, die Kurse für Schatzanleihen nach unten und die Verzinsung in die Höhe treiben. Dies passiert nicht, weil sich die Anleihehändler nicht vorstellen können, dass die Republikaner dazu in der Lage - oder auch nur bereit - wären, ihre Drohungen wahr zu machen.
Schließlich wären die Konsequenzen einer Nichterhöhung der Schuldengrenze katastrophal. Das gesamte Kreditsystem in den USA - und in großen Teilen der übrigen Welt - basiert auf der Vorstellung, dass es "risikolose Kapitalanlagen" gibt: nämlich US-Staatsanleihen. AL aus diesem Grund gelaube ich ins besondere nicht an den Untergang des US-Dollar, vor allem in der Art und Weise wie er bei so manchen gerne mal übers Ziel hinausschießenden Untergangspropheten. Da kommt bei mir eher ein Schmunzel auf.
 
 Es gibt in der amerikanischen Verfassung keine Bestimmung, die vorsieht, dass die USA immer ihre Schulden bezahlen werden. Doch die amerikanische Republik hat sich in über 200 Jahren als ein so gutes Kreditrisiko erwiesen, wie es das überhaupt jemals gab.
 
Die fiskalpolitische Entschlossenheit der USA wurde mindestens fünfmal auf die Probe gestellt: bei der Unabhängigkeit, im Krieg von 1812, während und nach dem Bürgerkrieg sowie im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Man kann in jedem Fall über den fiskalpolitischen Druck streiten und darüber, wie genau die verschiedenen Arten von Anleiheinhabern behandelt wurden, doch die simple Tatsache ist, das die USA, wenn es schwierig wird, ihre Schulden eben bezahlen. So liebe FTD eine kleine Kritik von mir zu euren schlechten Arbeitsleistung.

Der Kontinental-Dollar war die erste eigene Währung der USA, die der Kontinentalkongress 1776 zur Finanzierung des Kriegs zur Unabhängigkeit vom britischen Reich einführte.

Es gab jedoch kein Vertrauen in das Papiergeld. Zwar versuchte der Kongress der Kolonisten, die Papier-Dollars durch Drohungen durchzusetzen, so sollte jeder, der die Akzeptanz der Noten verweigerte, als Landesfeind behandelt werden. Die wachsende Geldmenge untergrub aber schnell das ohnehin schwache Vertrauen in die neue Währung. Und so war bereits im Jahre 1780 die Durchführung einer Währungsreform nötig, die praktisch zur Enteignung aller Inhaber des ersten Dollar-Papiergelds führte. de.wikipedia.org/wiki/Kontinental-Dollar

 

Es ist nicht schwer zu erkennen, wer die Kosten tragen würden, wenn die USA nicht bezahlen oder die Märkte durcheinanderbringen würden, indem sie ihre Schuldengrenze nicht erhöhen. Jeder, der Kredite aufnimmt oder in irgendeiner Weise mit dem Kreditsystem interagiert, würde einen Schock erleiden, der die Krise von 2008 klein erscheinen lassen würde.
 
Vereinfacht gesagt: Amerika wird in der Frage der Schuldengrenze kein Eigentor schießen - und Boehner muss das wissen. Symbolische Gesten sind zu erwarten, wie bei der angedrohten Stilllegung der Regierung Anfang dieses Jahres, die lediglich Futter für die politische Werbung beider Parteien schuf. Doch jede selbst fabrizierte Schuldenkrise zum jetzigen Zeitpunkt würde den Unternehmenssektor - und den größten Teil der Wählerschaft - zutiefst verärgern. Im Gefolge eines wirtschaftlichen Desasters würde die Partei, der man dafür in Amerika die Verantwortung gibt, vermutlich für eine Generation von der Macht verbannt werden (die Große Depression versperrte den Republikanern 20 Jahre den Zugang zur Präsidentschaft).
Die republikanische Führung stößt Drohungen aus, die nicht glaubwürdig sind. Sofern Barack Obamas Regierung ihr Blatt gut nutzt, wird das Ergebnis eine Ausweitung der Schuldengrenze in letzter Minute ohne wesentliche Konzessionen sein. Es ist unklar, wie Boehner oder irgendwer sonst dies als politischen Sieg würde darstellen können.
 
Den ganzen Artikel könnt ihr unter den o.g. Link nachlesen.
 
Gruß Marlboromann

John Boehner, der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, führt derzeit den Angriff der republikanischen Partei auf die US-Fiskalpolitik an. Er argumentiert dabei, seine Partei wolle "Billionen von Dollars" an Ausgabesenkungen sehen, um im Kongress einer Erhöhung der Schuldengrenze zuzustimmen.
Den Sachverhalt auf diese Weise zu formulieren, schafft freilich ein großes Problem für Boehner: Es wird unmittelbar, vollständig und schnell eine der wichtigsten Anhängergruppen der Republikaner verärgern - den US-Unternehmenssektor.
Die Fokussierung auf eine Schuldengrenze schafft für Boehner und die Republikaner eine poltische Falle. Es stimmt, dass die Fähigkeit des US-Finanzministeriums, Kredite aufzunehmen, Anfang August ihr gesetzlich zugelassenes Limit erreicht. Es stimmt außerdem, dass, wann immer die Republikaner bezüglich der Schuldengrenze mit dem Säbel rasseln und drohen, diese nicht zu erhöhen, der Rentenmarkt darauf mit einem Gähnen reagiert, ohne dass es zu wesentlichen Auswirkungen auf die Zinsen kommt.
 
 
Antworten
Marlboromann:

Griechen ordern unerschrocken Aktien

5
22.05.11 23:28

www.ftd.de/finanzen/maerkte/...rschrocken-aktien/60055630.html

Griechen ordern unerschrocken Aktien

Hellas Leitindex notiert auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Bei griechischen Insidern sorgt das für Kauflaune: Sie rechnen offenbar fest damit, das die Papiere ihrer Konzerne unterbewertet sind. von Bernd Mikosch 

Artikel ist unter Link nach zu lesen. Ich will keinen Hehl daraus machen, dass Bernd verschweigt das der Kauf von Aktien eine Kapitalflucht darstellt, denn die man kann es auch mit dem fehlenden Vertrauen in den Euro begründen. Die niedrigen Kurse spielen dabei nicht die ausschlaggebende Rolle, obwohl der Punkt auch wichtig ist., wenn er stimmig wäre.

Antworten
permanent:

Republikaner deuten Entgegenkommen bei Schuldengre

2
23.05.11 08:00

WashingtonIm Streit über die Anhebung der Schuldengrenze der USA haben führende Vertreter der Republikaner ein Entgegenkommen bei den beiden wichtigsten Themen angedeutet. Der Abgeordnete Paul Ryan aus dem Repräsentantenhaus sagte am Sonntag, er sei bereit, mit den Demokraten über seinen Plan für Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen zu verhandeln. Senatsmitglied Mitch McConnell schloss unterdessen eine Steuererhöhung nicht aus und stellte sich damit gegen andere führende Republikaner.

Gesundheitswesen und Steuern gelten als die größten Knackpunkte in den Verhandlungen. Die USA haben bereits ihre Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar erreicht. Mit Hilfe von Sondermaßnahmen kann das Finanzministerium nach eigenen Angaben noch bis Anfang August Verpflichtungen des Staates begleichen. Danach müssen neue Schulden aufgenommen werden.

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...an-/4206342.html

Antworten
daiphong:

#81478 "die USA werden ihre Schulden sehr extrem

 
23.05.11 08:08
ausdehnen", so müsste dieser Artikel überschrieben werden.
Wenn sie sie anno dunnemals wieder in den Griff bekamen, sagt nichts zur gegenwärtigen Lage, jetzt geht es auf japanische Maßstäbe in amerikanischen Dimensionen zu.  

Wer kauft denn diese Emissionen, mit welchem Geld, zu welchem Kurs? Die Amis selbst  im Gegensatz zu früher sicher nicht, vielleicht die Banken samt Fed, im Ausland liefern nur das reduzierte Handelsbilanzdefizit und ein laufender Carry-Trade genügend Dollars dafür.
Aber wer kauft zu diesen Kursen? Und warum?
Falls es eine längere deflationäre Phase in den USA geben sollte (schließe ich aus), sind sie sowieso ruiniert, der Schuldenstand stiege effektiv nochmals ganz gewaltig auf völlig untragbare, weit übergriechische Dimensionen an.
Falls es mit schwachem Dollar eher in die Stagflation geht, sind die Bondkurse ein Witz. Und müssen deutlich fallen.
Antworten
relaxed:

Heute Crash ?!

 
23.05.11 08:17
Dieses Posting enthält keine Zitate aus der NZZ.
Dr. Relaxed Strangelove
Antworten
Anti Lemming:

Aaaaaah-sien

2
23.05.11 08:42
Das ganze bullische Geblöke am WE hinsichtlich "zu bärischer Stimmung" konnte nicht verhindern, dass u. a. wegen Euro-Schwäche (Dollar-CT-Rückabwicklung) in Asien heute der Stecker rausgezogen wurde.

Was tröstet es einen verzockten chinesischen Immobilien-Entwickler oder eine in Griechenland verzockte französische Bank, wenn es in USA zu viele Puts gibt?

Wir haben es hier nicht mit Sentiment-Fragen zu tun, sondern mit Sorgen, dass fundamental "der Boden rausfällt".

Shanghai aktuell -3 %.
(Verkleinert auf 68%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 405487
Antworten
Anti Lemming:

EUR/USD vor wichtiger Unterstützung

9
23.05.11 08:48
bei 1,4065. Fällt diese (grün), droht die nächste Stop-Loss-Welle. Unter 1,40 kommen Trader-Tränen auf.

Mein Internetzugang "klemmt" heute. Liegt es vielleicht daran, dass die halbe Welt inzwischen per Internet zockt und alle gleichzeitig ihre Posis auflösen wollen? Wäre ein bärisches Zeichen.
(Verkleinert auf 77%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 405490
Antworten
permanent:

Der Verlauf an den Börsen ist

5
23.05.11 09:01

für die Bären sehr erfreulich.
Eine bullische Tendenz hier im Thread kann ich im Gegensatz zu AL nicht ausmachen.
Es ist ja noch nicht so sehr viel passiert. Wir sind einige Punkte gefallen, noch kein Grund um die große Bärensuppe anzurühren.
Auch aus der heutigen Perspektive erachte ich es unter Risikogesichtspunkten noch als richtige Entscheidung meine Shortposition vor dem WE reduziert zu haben:
http://www.ariva.de/...ion_verkauft_t283343?pnr=10580118#jump10580118

Mich freut der Punktgewinn für die Bären. Einen Grund für Bäreneuphorie sehe ich noch nicht.

Gruß

Permanent

Antworten
daiphong:

wenn das Depot jauchzend euphorisch ist,

 
23.05.11 09:44
sollte das einem missmutigen Bären vollkommen reichen :-)
Antworten
permanent:

Shorts getauscht

3
23.05.11 09:53

Die Shorts auf den DAX habe ich nun aus dem Depot genommen. Ein schöner Gewinn in so kurzer Zeit.
Shorts auf Amazon -sicher riskant- ins Depot genommen. Hier hatte ich in der letzten Woche bereits eine kleine Position gekauft, der Kurs von Amazon hat sich noch nicht bewegt.
Da das Risiko bei Einzeltiteln deutlich größer ist  habe ich nur wenig mehr als den Gewinn aus den DAXshorts eingesetzt.

Permanent

Antworten
ivan73:

#Permanent

4
23.05.11 10:10
Man ist als Bär ganz schön vorsichtig geworden, zu oft hat man sich die Pfoten fies verbrannt. Für mich riecht es auch schon wieder nach Bärengrillen.
Antworten
Eidgenosse:

@Anti, das dein Zugang klemmt

14
23.05.11 10:15
liegt daran das sich die CIA bei dir eingenistet haben. Es geht nähmlich nicht das hier irgendjemand ständig bärisch über die USA daherredet.

Auch haben sie eine Software installiert die automatisch deinen Text ändert. Für dich ist das natürlich nicht sichtbar.

Im Posting #484 steht es dann für uns so:

EUR/USD vor wichtiger Unterstützung

bei 1,4065. Fällt diese wäre das sehr bullisch für die USA. Unter 1,40 kommen Freuden-Tränen auf.

Mein Internetzugang "klemmt" heute. Liegt es vielleicht daran, dass die halbe Welt inzwischen per Internet zockt und alle gleichzeitig Aktien kaufen wollen? Wäre ein bullisches Zeichen.

Und überhaupt, tiefer kanns eigentlich im Ami-Land nicht mehr gehen also sollte man zugreifen. Ohhh sind die Wolken heute flockig...
Antworten
schlauerfuchs:

Die 10jährigen spanischen Staatsanleihen

9
23.05.11 10:26
stehe ganz am oberen Ende der Range, in der sie sich seit Ende 2010 (mit Hilfe der EZB?) aufgehalten haben. Geht's drüber = Streß für den Euro, hält die Begrenzung = Entspannung.
(Verkleinert auf 87%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 405544
Ihr ARIVA.DE Team aus München
Antworten
zaphod42:

Sentiment funktioniert!

2
23.05.11 10:34
Denn es gilt die These: Der Markt bekommt immer recht. Ahnen also - wie in den letzten Wochen - dass der Markt "Stinkt", dann handeln sie entsprechend und der Markt fällt auch.

Wie ich bereits schrieb:
FALLENDES Sentiment = Bärisch
STEIGENDES Sentiment = Bullisch

Folglich haben wir das Markttief am tiefsten Sentiment-Punkt (=Maximaler Pessimismus) und das Hoch umgekehrt. Dieser Aspekt wird oft von Laien nicht gesehen, die sehen nur den absoluten Stand des Sentiments. Doch tiefes Stentiment kann z.b. noch weiter fallen.

Dabei hat jede Umfrage ihre Eigenarten. AAII fragt die 3-Monats-Erwartungen ab, Sentix die 1- und 6- Monatserwartungen getrennt. Sentix ist daher genauer, wie man an der Historie dort ablesen kann. Sentix läuft aber auch AAII ein paar Wochen voraus.

Näheres dazu in Bälde im AZ, wenn ich versuchen werde, das Tief auszuloten (um dort Long zu gehen). Heute geht es ja absolut in die richtige Richtung nach unten ;-)
Antworten
zaphod42:

Bullischness im BT

7
23.05.11 10:51
sehe ich auch nicht, aber eine große Müdigkeit und ein großes Mißtrauen, dass es diemals wirklich abstürzt. Dies ist verständlich, impliziert aber, dass beim aktuellen Rücksetzter mal wieder kaum einer "dabei ist", die reale Shortquote also relativ gering ist.

Untern Strich ist das sehr bärisch ;-)

Bullisch wird es erst, wenn der ganze QV incl. oe massiv short ist.
Antworten
Boxenbauer:

permanent,

2
23.05.11 11:03
ich bin auch Amazon short und denke, dass die aktuell noch hochgehalten werden. Nur irgendwann wird das nicht mehr funktionieren und Amazon bricht deutlich stärker als der Gesamtmarkt ein.
wawidu sucht immer Blasen, die einen auf den Deckel bekommen und kauft sich in diesem Move Short ein. Das ist wunderbar, klappt aber nur, wenn man den ganzen Tag am Rechner sitzt. Ich kann das nicht machen, weil ich dann immer zu spät kommen würde. Ich suche blasenhafte Schätzchen, die noch am Hochlaufen sind, bzw. gerade oben ankommen.
MfG

Boxenbauer
Antworten
permanent:

Wellenreiter

12
23.05.11 11:22

Wellenreiter-Kolumne vom 21. Mai 2011
3-6-3 ist vorbei

Die „3-6-3-Regel“ ist ein geflügelter Spruch aus der Vergangenheit des US-Bank-Geschäfts: Zahle auf Konten 3 Prozent Zinsen, verleihe das Geld zu 6 Prozent und gehe nach getaner Arbeit um 3 Uhr nachmittags Golf spielen.

Diese Zeiten sind längst vorbei. Absolut betrachtet befindet sich der US-Banken-Index in der Bewertung auf dem nominalen Niveau des Jahres 1996.

Der USA Bären-Thread 10594802

Die Banken hatten – nicht zuletzt dank der weiter steigenden US-Häuserpreise – die Krise der Jahre 2000 bis 2003 in robuster Manier überstanden. Das Ende des Hausbau-booms in den Jahren 2005/06 leitete zunächst eine Phase der relativen Schwäche, ab Mitte 2007 eine Phase der absoluten Schwäche ein. Nach dem vorläufigen Ende der Finanzkrise im Frühjahr 2009 zeigten die US-Banken nur kurzzeitig relative Stärke zum breiten Markt.

Betrachtet man heute die „Reste“ des US-Hausbau-Geschäfts, so stellt man fest, dass Kredite zwar weiterhin von Banken vergeben werden, diese aber rasch an die staatlichen Institutionen Fannie Mae und Freddie Mac weitergegeben werden. 90 Prozent aller neuen Hypotheken werden durch Fannie Mae und Freddie Mac – und damit durch den amerikanischen Steuerzahler - garantiert. Dies liegt deutlich über der historischen Norm. Der US-Hypothekenmarkt ist faktisch verstaatlicht. Private Banken fungieren in diesem Geschäft mehr oder weniger als Makler.

Hinüber nach Europa. Auf dem Taunus-Finanztreff in der vergangenen Woche hatten wir das Thema Griechenland intensiv diskutiert, genauso wie aktuell eine Fokussierung auf Griechenland in den Medien erfolgt. Man hat das natürliche Bedürfnis, eine Krise, die seit dem Herbst 2009 schwelt, jetzt endlich abzuschließen. Der Geduldsfaden steht auf allen Seiten – auch auf der Seite der griechischen Bürger – kurz vor dem Zerreißen. Auch der Markt drängt mit einem Zinssatz von 25% für zweijährige griechische Anleihen auf eine Lösung.

Es ist ein vollkommen menschliches Bedürfnis, eine Lösung herbeiführen zu wollen. Nur: Es gibt in diesem Fall keine Lösung ohne Schwund. Es ist keine Kunst vorherzusagen, was eine Umschuldung Griechenlands als Präzedenzfall für die übrigen „schwierigen Fälle“ Irland und Portugal bedeuten würde: Eine Kettenreaktion. Aber nicht mit ungewissem Ausgang, sondern mit dem Effekt, dass die Bankenlandschaft automatisch tief in den Sumpf hineingezogen werden würde. Zudem „gieren“ die Marktteilnehmer nach dem nächsten Kandidat Spanien, kurz dahinter würde Italien folgen. Dann droht das Finanz-system, das in 2008 noch einmal davon gekommen ist, zu kippen. Merkel, Sarkozy und Konsorten werden dies verhindern wollen, indem sie deutschen, französischen, spanischen, britischen, holländischen und anderen EU-Banken massive Finanzspritzen gewähren. Aber: Sie fürchten sich vor solchem Tun, denn sie fürchten ihr Volk.

In Griechenland und Spanien werden die Politiker schon jetzt zum Teufel gewünscht, gerade die jungen Leute wollen den ganzen Senf nicht mehr ertragen. Sie wollen einen Neuanfang. Ist auch verständlich, da die Jugend die Chance hat, sich in ihrer Lebensarbeitszeit noch etwas aufzubauen (im Gegensatz zu den Alten, die um ihre Besitzstände fürchten, weil sie keine Chance zum Wiederaufbau haben). Es ist bemerkenswert, dass zentrale Elemente des arabischen Frühlings auf den europäischen Boden (Spanien) übergegriffen haben: Versammlung auf einem zentralen Platz; Organisation der Demos via Internet; junge Leute gehen auf die Straße, die dies noch nie zuvor getan haben; das Gefühl in der Masse, recht zu haben; das Gefühl, dass die Polizei es nicht wagen wird, gegen die Demonstranten anzugehen; das Gefühl der Macht, tatsächlich mit Protesten eine große Aufmerksamkeit erregen zu können.

Und Deutschland und Frankreich? Werden die Deutschen und die Franzosen ruhig bleiben, wenn – wie 2008 - erneut Milliarden an Unterstützungszahlungen aus öffentlichen Mitteln an die Finanzinstitute fließen? Oder wird sich die Protestwelle, die in den arabischen Staaten ihren Ausgang nahm, über Spanien nach Frankreich und schließlich nach Deutschland ergießen? Wenn ein erneuter wirtschaftlicher Abschwung, eine wieder steigende Arbeitslosenzahl, eine schwierigere persönliche Situation der Menschen auf der einen Seite gekoppelt mit erneuten Milliardenzahlungen an Finanzinstitute oder an andere Staaten zusammentreffen, dann entstünde daraus ein explosives Gemisch, das wohl nur mit dem Ausbruch der französischen Revolution bzw. der Revolution von 1848 zu vergleichen wäre. Je unfähiger die Politik ist, die Schulden-problematik als das große Problem unserer Zeit zu lösen, desto mehr wird das Volk – bzw. einzelne, sich aus Protesten herauskristallisierende Gruppierungen – versuchen, die Dinge in eigene Hände zu nehmen.

Es ist vorstellbar, dass Schlagbäume bald wieder geschlossen werden (Schengen ade). Die deutsche Bewegung, die den Rausschmiss Griechenlands, Portugals oder Irlands aus Euroland fordert, bildet die „Anti-Schengen-Speerspitze“. Diese Bewegung wird – sollten sich die Ereignisse so wie von uns skizziert entwickeln - Zulauf bekommen.

Wenn wir es nicht schaffen, Europa zusammenzuhalten, wird Europa weltweit nur noch eine geringe Rolle spielen. Wir würden dauerhaft kleinteilige Konfliktfelder mit unseren Nachbarstaaten eröffnen. Dies würde eine Menge Kraft – auch politische und wirtschaft-liche Kraft - binden. Ich erinnere daran, dass Deutschland noch vor acht Jahren der kranke Mann Europas war. Kämen wir nochmals in eine solche Situation (bei unserer Demographie sehr wahrscheinlich), dann würde uns Deutschen – wenn die „Anti-Schengen-Bewegung“ an die Macht käme - niemand mehr helfen wollen. Ein isoliertes, nur den eigenen Zielen verpflichtetes Deutschland kann sich heute keiner mehr vorstellen, war aber lange Zeit ein Normalfall. Ergo: Zum vereinten Europa gibt es für Deutschland keine Alternative.

So, wie sich die Dinge entfalten, steuern die Märkte auf einen sich beschleunigenden Kulminationspunkt zu. Der Markt wird uns führen. Achten wir auf die Proteste, die Entwicklung des Euro, die Zinsstrukturkurven und die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung. In Spanien beginnt das Fass überzulaufen, in Deutschland fehlen noch einige Ingredienzien.

Nochmals: Am Ende des Tages brauchen wir eine tragfähige politische Lösung. Diese wird für alle Staaten und deren Bürger Härten auslösen. Sie wird nicht unterhalb einer grundsätzlichen Neuordnung des Finanzsystems unter Einbeziehung der Finanzinstitute zu haben sein. Ängste vor einer solchen Neuordnung sind berechtigt, die Älteren unter uns haben einiges zu verlieren. Aber die Jugend braucht den Neuanfang und damit eine neue, solide Finanzordnung.

Sie braucht Rahmenbedingungen, auf deren Grundlage – möglichst in einem noch enger verzahnten Europa – Lebensläufe planbar sind und sich entwickeln können. Die Jugend hat keine Angst, sie will eine Lösung.

Niemand  kann sagen, was genau am Ende des Tages der entwickelte Lösungsstand sein wird. Ob es demnächst einen neuen Goldstandard geben wird? Das ist nicht sehr wahrscheinlich. Was will die Jugend mit Gold, dem Angstmetall der mittelalten und älteren Männer? Was will sie mit Silber?

Stattdessen erhofft sich der aktive Teil der Jugend eine gute Karriere und ist in der Regel bereit, dafür hart zu arbeiten. Man träumt von freier Energie für alle, von Elektroautos, von neuen Robotern oder von Dingen, die Bill Gates und Steve Jobs auf ihre Art erträumt, entwickelt und verwirklicht haben. Da sprechen wir über die Realwirtschaft, nicht über die Finanzwirtschaft. Wer will heute schon Banker werden? (Es gibt sie noch, aber der Ruf der Branche hat gelitten).

Wir brauchen eine Finanzwirtschaft, die – wie früher – der Realwirtschaft unterstützend zuarbeitet, aber kein Selbstzweck an sich darstellt. Eine durchaus nicht kleine Anzahl an Vermögensberatern drückt den Leuten nicht notwendige Produkte auf. 90 Prozent der von Banken ausgegebenen Zertifikate oder Optionsscheine werden kaum oder gar nicht gehandelt, sie füllen nur Computerlisten. Wir brauchen eine Finanzwirtschaft, die auf ein vernünftiges Maß zurückschrumpft. Der relative Bedeutungsverlust der Bankenlandschaft im Vergleich zum amerikanischen Leitindex S&P 500 (nächster Chart) wird durch den folgenden Chart dargestellt.

Der USA Bären-Thread 10594802

Die Abwärtsfahrt scheint noch lange nicht beendet.

Fazit: Das 3-6-3-Modell hat schon längere Zeit ausgedient. Die Bankenlandschaft erleidet seit dem Beginn der Finanzkrise einen Bedeutungsverlust, der nicht zyklisch, sondern strukturell bedingt ist. Risiken – wie dasjenige des US-Hypothekengeschäfts – sind von den Banken auf den Staat übergegangen und verbleiben auch dort. Wenn Banken keine finanziellen Risiken mehr tragen müssen, ist das ursprüngliche Geschäftsmodell in Frage gestellt. Der relative Bedeutungsverlust zum breiten Markt ist nur folgerichtig.

Es ist wichtig, dass die Jugend sich zu äußern beginnt. Sie haben jedes Recht, dies zu tun. Je länger die „Alten“ mit einer Lösung zögern (die wie eine Wahl zwischen Pest und Cholera ist, keine Frage), desto stärker und lauter werden die Forderungen der Jugend durchdringen. Junge Leute können mit einem grundsätzlichen Neuanfang gut leben (die Protagonisten der französischen Revolution waren jung, Robespierre war bei Ausbruch der Revolution 32 Jahre alt). Eine tragfähige politische Lösung für Verschuldungskrise die wird nicht unterhalb einer grundsätzlichen Neuordnung des Finanzsystems unter Einbeziehung der Finanzinstitute zu haben sein. Die Einführung eines Goldstandards erscheint unwahrscheinlich. Verfolgen Sie die Entwicklung der Finanzmärkte in unserer handelstäglichen Frühausgabe.

Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest

Antworten
Kicky:

Spaniens Wähler strafen Regierung ab

5
23.05.11 12:13
Historisches Debakel für die spanischen Sozialisten: Die Regierungspartei PSOE von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero hat am Sonntag bei Regional- und Kommunalwahlen das schlechteste Ergebnis der jüngeren Geschichte eingefahren. Nach vorläufigen Ergebnissen kommt sie nur auf 27,8 Prozent der Wählerstimmen, während die konservative Volkspartei (PP) 37,6 Prozent holte und die Sozialisten sogar in traditionellen PSOE-Hochburgen von der Macht verdrängte.

.....
Wahl fällt mitten in die "spanische Revolution"

Seit einer Woche demonstrieren vor allem junge Spanier gegen die hohe Arbeitslosigkeit, die Sparpolitik der Regierung und die Macht der Banken. Trotz eines Demonstrationsverbots protestierten am Wochenende Zehntausende in vielen Städten ihres Landes gegen die Politik der großen Parteien. Die Demonstranten wollen ihre Massenproteste auch nach den Wahlen vom Sonntag fortsetzen.

Auslöser der Protestaktionen und der "spanischen Revolution" war die Krise in Spanien. Jeder fünfte Erwerbsfähige ist ohne Job, die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei fast 45 Prozent. Wegen der hohen Verschuldung setzte die Regierung einen strengen Sparplan durch: Beamtengehälter wurden gekürzt, Renten eingefroren, Kündigungen erleichtert.

Metropolen bald konservativ regiert

Insgesamt waren am Sonntag rund 35 Millionen Wähler aufgerufen, ihre Bürgermeister, Gemeinderäte und 13 der 17 Regionalparlamente neu zu bestimmen. Nach Angaben der Wahlkommission werden die Sozialisten künftig zum Beispiel nicht mehr im Rathaus von Barcelona regieren, das sie mehr als 30 Jahre lang beherrschten. Auch die Metropole Sevilla verlor Zapateros Partei. In den Regionen Madrid und Valencia behauptete die PP ihre absolute Mehrheit. Im Baskenland stieg das neue separatistische Bündnis Bildu (Versammlung), dem die Konservativen eine Nähe zur Terror-Organisation ETA nachsagen, zur zweitstärksten politischen Kraft hinter den baskischen Nationalisten (PNV) auf.
Antworten
Kicky:

Link

 
23.05.11 12:14
www.stern.de/politik/ausland/...afen-regierung-ab-1687948.html
Antworten
Kicky:

Versteckte Schulden der Kommunen in Spanien

11
23.05.11 12:35
Während in Spanien die Jugend auf die Straße geht, kommt ein nächstes Problem auf das Land zu: Die Kommunen und Regionen haben womöglich Schulden in Milliardenhöhe versteckt. Nach den Wahlen am Sonntag könnte es manch böse Überraschung geben.
Als die neue Regierung in Katalonien die Büros ihrer Vorgänger bezog, fand sie Rechnungen. Viele Rechnungen. Millionen Forderungen waren einfach nicht bezahlt worden. So hatte die regionale Regierung die Staatsfinanzen geschönt, bis sie abgewählt wurde.
Das Wallstreet Journal berichtet:
online.wsj.com/article/...tml?mod=WSJEurope_hpp_LEFTTopStories  .......Such bills could add tens of billions of euros to the official debt figures reported by local and regional governments. If such skeletons come out of the closet in coming weeks, Spain's cost of funding could continue to rise—throwing the country back into the limelight after it has struggled to demonstrate it doesn't need to be bailed out like Greece, Ireland and Portugal. ....

Allein im Gesundheitssektor rechnet der Londoner Professor Luis Garicano mit fast zehn Milliarden Euro, die nicht in den offiziellen Büchern auftauchen. Die kommunalen Ämter bezahlen die Rechnungen sehr spät und vermerken sie erst mal nicht in den Büchern. "Oft lassen sie sich bis zu 600 Tagen Zeit", sagte Garicano dem WSJ. Dazu kommt, dass die Schulden von öffentlichen Unternehmen wie der Müllabfuhr nicht in den offiziellen Statistiken auftauchen.

Vor ein paar Wochen wurde bekannt, dass das Gesundheitsministerium der Region Valencia in den vergangenen zwei Jahren Rechnungen in Milliardenhöhe nicht bezahlte. "1,3 Milliarden Euro in der Schublade", lautete die Schlagzeile in El País.

Katalonien reagierte auf die plötzlich aufgetauchten Schulden mit einem scharfen Sparprogramm. Die Ausgaben sollen um zehn Prozent sinken. Auch gegen solche Sparprorgamme richten sich die Proteste, die gerade in ganz Spanien stattfinden. Tausende, vor allem junge Menschen gehen auf die Straße und campen auf den Plätzen vor den Rathäusern. Sie demonstrieren gegen die Einsparungen, gegen die hohe Arbeitslosigkeit, gegen ihre Ohnmacht. "Politiker, jetzt sparen wir mal an euren Jobs", steht an einer Wand in der Madrider Innenstadt. Wie in Ägypten organisieren sich die Demonstranten dezentral, beispielsweise mit dem Kurznachrichtendienst Twitter, unter dem Stichwort #SpanishRevolution......

www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...ahltag-ist-zahltag-1.1099719
Der USA Bären-Thread 405569
Antworten
Anti Lemming:

Spanien

5
23.05.11 12:41
Da läuft ein Obama-Effekt. Unter den Linken wurde gespart, das tat war. Deshalb werden jetzt aus Protest die Rechten gewählt, die aber erst recht sparen werden (wie die Reps in USA). Ist das Volk dann von beiden Seiten hinreichend enttäuscht, beginnen "ägyptische Verhältnisse" - mit Facebook koordinierte Steinschleuder-Aufstände "gegen die Macht".

Solange faktisch die Banken noch das Sagen haben (gilt auch für die EZB und die Fed), wird es keine (Er-)Lösung für das Volk geben.
Antworten
Anti Lemming:

...

3
23.05.11 12:50
(Verkleinert auf 74%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 405572
Antworten
Kicky:

Oli Rehn hält Reformpläne in GR f.irreal

3
23.05.11 12:57
May 23 (Reuters) - The EU's top economic official cast doubt on whether Greece was on track with its privatisation programme, saying on Monday Athens could not privatise 50 billion euros of assets in the coming years."We estimate that meaningfully Greece cannot privatise 50 billion euros worth of its assets in the course of the coming years, which represents more than 20 percent of its GDP," Olli Rehn, the economic and monetary affairs commissioner in the European Union's executive Commission, told a conference in Vienna.

www.reuters.com/article/2011/05/23/...ions-idUSWEA267820110523
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht ... 3258  3259  3261  3262  ... ZurückZurück WeiterWeiter

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen

Neueste Beiträge aus dem S&P 500 Forum

Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
29 3.861 Banken & Finanzen in unserer Weltzone lars_3 youmake222 10.06.26 14:08
469 156.479 Der USA Bären-Thread Anti Lemming ARIVA.DE 12.05.26 18:00
  56 PROLOGIS SBI (WKN: 892900) / NYSE 0815ax Lesanto 06.01.26 14:14
    Daytrading 15.05.2024 ARIVA.DE   15.05.24 00:02
    Daytrading 14.05.2024 ARIVA.DE   14.05.24 00:02

--button_text--