Frankreich droht mit schnellen Luftangriffen auf Libyen
Nach dem Votum der UN bereiten Paris und London Angriffe auf Muammar al-Gaddafis Regime vor. Der scheint beeindruckt – und bietet plötzlich eine Waffenruhe an. mehr...
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Frankreich droht mit schnellen Luftangriffen auf Libyen
Nach dem Votum der UN bereiten Paris und London Angriffe auf Muammar al-Gaddafis Regime vor. Der scheint beeindruckt – und bietet plötzlich eine Waffenruhe an. mehr...
#339966">Neben den ständigen Negativnachrichten ist es wichtig einmal etwas positives aus Japan zu hören und dieses auch entsprechend zu verbreiten.
Erdbebenhilfe läuft wie ein Uhrwerk
Während die japanische Reaktion auf den atomaren GAU Kritik eher hilflos wirkt, geht das Land mit den Folgen von Erdbeben und Tsunami hochprofessionell und effizient um.
OkayamaIn Japan kommt der Aufbau einer Notversorgung für die Erdbebenregion im des Landes Nordosten eine Woche nach dem Megabeben verblüffend gut voran. Alle Elektrizitätsgesellschaften haben Personal ins Krisengebiet entsandt, das beim Aufspannen neuer Stromleitungen hilft. Die Ölgesellschaften arbeiten mit Hochdruck daran, wieder Tanklaster in die Region vordringen zu lassen. Hilfskräfte verteilen Nahrung und Wasser, und sogar erste Verkehrsmittel fahren wieder.
Auch die Selbstorganisation der Betroffenen in der Region läuft derweil vorbildlich ab und hilft, weitere Todesfälle zu verhindern. In der teilweise zerstörten Stadt Sendai funktionieren erste Wasserleitungen und U-Bahnlinien wieder. Baufirmen kooperieren mit Armee und Gemeinden, um Straßen von Geröll zu räumen.
Die größte Aufgabe steht jedoch den Ölkonzernen des Landes bevor. Ihr Einsatz ist besonders dringlich, weil die Temperaturen in der Erdbebenregion unter Null gefallen ist - in dem Ort Shiokama sogar fast auf minus vier Grad. Einige Baumärkte haben zwar zehn Liter Brennöl kostenlos an jeden Anwohner - doch auch ihre Vorräte sind in den vergangenen Tage zuneige gegangen.
Die Internationale Wirtschaftspresse ist frustriert über das Versagen des Westens in Libyen. Der Economist fragt sich, ob die japanische Nation gerade wiedergeboren wird. Die Neue Zürcher Zeitung findet die Harmonisierungsvorschläge der EU-Kommission zur Unternehmensbesteuerung ganz gut. Fundstück: Erst die Dividende abwarten.
Die verspätete Entscheidung der USA, den anglo-französischen Vorschlag einer Flugverbotszone zu unterstützen scheine nicht mehr zu sein, als eine zynische Geste, findet die Financial Times. Es stimme, Gaddafis Streitkräfte seien so schwach, dass eine kleine westliche Armee sie zerschlagen könnte. „Aber das ist nicht der Punkt. Die wichtigeren Schwierigkeiten sind politisch, moralisch und diplomatisch.“ Die westlichen Führer hätten dumm ausgesehen. Um eine zukünftige westliche Strategie und Außenpolitik zu formen, scheine es essenziell, sich aus dem Irak und Afghanistan zurückzuziehen, bevor man über weitere Militäraktionen nachdenke. „Der Westen sollte eine rigorose Offensive führen, um Col. Gaddafi ökonomisch und finanziell zu besiegen“, findet das Blatt.
Dass die Diktatoren die Gunst der Stunde nützten, weil der Westen gerade von der Katastrophe in Japan abgelenkt sei, diese Meinung „– die leider keine Einzelmeinung widerspiegelt – ist entweder unglaublich zynisch oder unglaublich unbedarft“, urteilt das Wirtschaftsblatt. „Erinnern wir uns: Gaddafis Bomber sind bereits lange vor Fukushima gestartet.“ Lange vor Fukushima hätten die Sicherheitsbehörden Bahrains ein Blutbad unter demonstrierenden Familien angerichtet. Europa habe nichts getan? „Wobei, das stimmt nicht. Weniger als nichts“, hält das Blatt fest. „Man hat aller Menschen Zeit und Geduld mit unnötigen Pressekonferenzen und Notfallsitzungen verschwendet. Nichts zu tun, wäre ehrlicher gewesen – und hätte den Rebellen auch keine falschen Hoffnungen gemacht.“ Nicht einmal auf eine Flugverbotszone habe sich Europa einigen können. Die Niederschlagung der Aufstände werde ohne faktische Interventionen Europa – vermutlich bis zu einem erfolgreichen Abschluss – weitergehen. Was wir dieser Tage erleben, sei der moralische Ausverkauf Europas. „Die Atomkatastrophe in Japan ändert daran genau gar nichts.“
Nicht die 28 Mitglieder der NATO, nicht der 15 Mitglieder zählende UN-Sicherheitsrat, nicht die 22 Nationen der Arabischen Liga konnten Libyens Rebellen davor bewahren, vom verrückten und mörderischen Muammar Al-Gaddhafi ausgelöscht zu werden, bedauert das Wall Street Journal und stellt fest: „Die Welt hat dem Kollaps des Internationalismus einfach zugesehen.“ Die selbsternannten Hüter der internationalen Ordnung von Brüssel bis nach Turtle Bay hätten sich geärgert und geschimpft, geredet und gedroht. „Und sie versagten. Aufs äußerste.“ Für Barack Obama und sein außenpolitisches Team seien die Aufstände in zehn verschiedenen mittelöstlichen Ländern – „eine von niemandem geerbte Krise“, hält das Blatt fest – der erste Praxistest der realen Welt. „In Ägypten haben sie herumgefummelt, in Libyen versagt“, bilanziert das Blatt und lästert über den „Poster-Junge der neuen internationalistischen Sicht“, Obamas Redenschreiber Ben Rodes. Der habe vergangene Woche einem Reporter erzählt: „Obamas Vorstellung von der US-Rolle in der Welt – durch multilaterale Organisationen und bilaterale Beziehungen zu arbeiten, um sicherzustellen, dass die Schritte, die wir unternehmen, sich vergrößern.“ Tage später habe Rebellensprecher Essam Gheriani in Bengasi angemerkt: „Jeder hier ist verwirrt darüber, wie viele Opfer die Internationale Staatengemeinschaft für genug hält, um ihnen zu helfen. Vielleicht sollten wir anfangen, Selbstmord zu begehen, um die erforderliche Zahl zu erreichen“, zitiert das Blatt.
Es bestehe kein Zweifel mehr: Die Truppen Muammar al-Gaddafis würden auch die letzen befreiten libyschen Städte in Kürze zurückerobern und blutige Rache an den Aufständischen nehmen, stellt Die Welt fest. „Der Diktator nannte sie bereits „Ratten“ und „Banditen“, die mit keiner Gnade rechnen könnten.“ Doch selbst dieses unmittelbar bevorstehende Horrorszenario habe die internationale Staatengemeinschaft nicht aus ihrer beschämenden Wartehaltung aufschrecken können. Spätestens mit der Einwilligung der Arabischen Liga der Einrichtung einer Flugverbotszone hätte sich die Ausrede erledigt haben müssen, der Westen könne durch Eingreifen den „frisch gewonnenen arabischen Stolz auf die Demokratiefähigkeit aus eigener Kraft“ verletzen. Angesichts der flehentlichen Rufe der libyschen Freiheitskämpfer klinge das nur zynisch. Als Bremser habe sich in schändlicher Weise Deutschland hervorgetan, klagt das Blatt an. Ein Rückfall auf den Bewusstseinsstand von 1992, als man einen frühzeitigen Eingriff auf dem Balkan scheute wie der Teufel das Weihwasser“ und das Versäumte durch zwei massive militärische Interventionen nachholen musste. Und der Taliban-Herrschaft in Afghanistan habe der Westen so lange desinteressiert zugesehen, bis sie für ihn zur direkten tödlichen Bedrohung wurde. „Nicht frühes Handeln, sondern zu langes Abwarten hat uns in unübersehbare Konflikte gezogen. Das droht sich nun im Falle Libyens zu wiederholen“, fürchtet die Tageszeitung.
Zeit der Wiedergeburt
Die unmittelbare Tragödie möge die Japans sein, aber sie wirft längerfristige Fragen auf, die Menschen überall auf der Welt betreffen. Selbst wenn der Nuklearunfall unter Kontrolle gebracht wird und die freigesetzte Radioaktivität sich als nicht groß genug erweist, um die öffentliche Gesundheit zu schädigen, werde der Unfall einen gewaltigen Effekt auf die Kernenergie haben, inner- und außerhalb Japans, so der Economist. Deutschland habe bereits seine politisch heikle Entscheidung ausgesetzt, die Laufzeit ihrer Kernkraftwerke zu verlängern. Amerikas halbherzige Schritte zu neuen Reaktoren dürften zurückgesetzt werden, nicht zuletzt weil neue Bedenken höhere Kosten bedeuteten. China habe eine Pause seiner ambitionierten Pläne für Atomwachstum bekanntgegeben. Das große Dilemma: Für die größte Sicherheit brauche man die Sorte Gesellschaft, die Berechenbarkeit und Transparenz herstellen kann, eine die Institutionen aufbauen kann, die Vertrauen verdienen und bekommen. Demokratien seien besser darin, solche Institutionen aufzubauen. Der Atomkraft den Rücken zu kehren, hält das Blatt für einen Fehler. Die Katastrophe werde einen ähnlich großen Effekt auch auf die nationale Psyche haben. „Japan – ein niedergeschlagenes Land mit einem dysfunktionalen politischen System – braucht dringend einen Wandel“, ist das Blatt überzeugt. Gut möglich, dass aus sicherer Distanz Japans Menschen rückblickend diesen grauenvollen Moment nicht nur als Zeit von Tod, Leid und Klagen betrachteten, sondern auch als die Zeit ihrer Wiedergeburt.
Konzernchefs denken um in Sachen Atom
Nachdem die Bundesregierung ihre Meinung zur Kernenergie radikal geändert hat, schwenkten auch deutsche Konzernschefs um, berichtet die Financial Times Deutschland. Bosch-Vorstand Franz Fehrenbach habe die Atomenergie bei einer Veranstaltung am Mittwochabend als unvertretbar bezeichnet. „Bestimmte Risiken dürfen wir einfach nicht mehr eingehen. Auch das muss künftig zum technischen Fortschritt gehören“, zitiert ihn das Blatt. Mit den Ereignissen in Japan scheine die Stimmung langsam zu kippen, interpretiert die FTD die Ergebnisse ihrer Umfrage. Bahn-Chef Rüdiger Grube, „dessen Konzern am Strom aus dem AKW Neckarwestheim hängt“, gebe sich geläutert. Wenn es wirtschaftlich möglich sei, werde er die AKW sofort abschalten. Eine ausgiebige Sicherheitsprüfung halte BASF-Vorstand Jürgen Hambrecht für notwendig. Daher halte er auch für richtig, „dass die Ereignisse, die in Japan zur Katastrophe geführt haben, genau analysiert werden, damit die dafür zuständigen Experten und Behörden Rückschlüsse auf die Sicherheit von Kernkraftwerken ziehen können“, zitiert das Blatt Hambrecht. „Wenn am Ende einer Überprüfung herauskommt, dass Risiken nicht korrekt bewertet wurden, müssten für die Atomkraft Konsequenzen gezogen werden“, ließ Infineon-Vorstandschef Peter Bauer das Blatt wissen. Auch ein Ausstieg aus der Kernenergie dürfe dann mittelfristig kein Tabu sein.
Ökonomen wollen nukleares Risiko nicht wahrhaben
Les Echos aus Frankreich begrüßt die weltweiten Bestrebungen von Politikern, sich intensiv mit den möglichen Auswirkungen des Erdbebens in Japan zu beschäftigen: „Die Zeit drängt, die Weltgemeinschaft muss eine globale, gemeinsame Reaktion für den Fall der nuklearen Katastrophe definieren.“ Die aktuellen Vorstöße - die G7-Sondersitzung, die Telefonkonferenz der Finanzminister der G20-Staaten und die Entscheidung, Japan auf die Tagesordnung der Europaratsitzung am 24. und 25. März zu setzen – gingen deshalb in die richtige Richtung. „Die verantwortlichen Politiker reagieren ungewöhnlich schnell“, lobt das Blatt. Nicht so die Ökonomen, die die Möglichkeit der nuklearen Katastrophe noch nicht wahrhaben wollten. „Für Prognosen zu den makroökonomischen Auswirkungen ist es aus ihrer Sicht noch zu früh.“ Einige gingen sogar so weit, positive Auswirkungen in Aussicht zu stellen. So meine die Bank BNP Paribas, dass die japanische Wirtschaft aufgrund der Aufbauarbeiten und der steigernden Nachfrage in 2012 um drei Prozent wachsen werde. Experten meinten außerdem, dass zum Beispiel die USA und Europa keine gewaltigen Nachwirkungen der Katastrophe befürchten müssten, und Japans wichtige Partnernationen wie China oder Australien sogar profitieren könnten.
EU-Kommission mal mit sinnvoller Harmonisierungsidee
„Wenn die EU-Kommission Steuervorschläge vorlegt, liegt aus Schweizer Sicht der Verdacht einer wettbewerbsfeindlichen Harmonisierungs-Orgie nahe“, räumt die Neue Zürcher Zeitung ein. Doch bei der nun anvisierten gemeinsamen konsolidierten Bemessungsgrundlage für die Unternehmensbesteuerung hält das Blatt einen solchen Vorwurf zumindest für voreilig. Richtig umgesetzt könne sie nicht nur die Verwaltungskosten der Unternehmen reduzieren, sondern den Steuerwettbewerb sogar beleben. Einheitliche Regeln zur Berechnung des steuerbaren Gewinns erhöhten die Transparenz. „Die EU-Staaten müssten künftig mit attraktiven Steuersätzen um die Unternehmen buhlen statt mit undurchsichtigen Abschreibungsregeln und Steuerabzügen“, lobt das Blatt.
Fundstück: Erst die Dividende abwarten
Die derzeit kursierende Studie darüber, dass Millionäre sich erst mit 7,5 Millionen Dollar Vermögen reich fühlen, nahm das Satiremagazin The Onion zum Anlass für eine kleine Umfrage. Und zitiert CEO Cynthia Stewart: „Haben Sie eine Ahnung, wie es ist, Ihrem Kind in die Augen zu sehen und ihm zu sagen, wir müssten seinen Zahnarzttermin verschieben, bis Exxon Mobil seine Quartalsdividende ausschüttet?“ Sehen Sie? Der erwerbslose Douglas Graham erklärt: „Jetzt verstehe ich: Wenn ich 24 Dollar habe, ist es nichts, aber in der Minute, in der ich 27 Dollar erreiche, liegt mir die Welt zu Füßen.
Die Ankunft des Schwarzen Schwans
Das Finanzbeben und die Kernschmelze in Japan haben nicht nur die Welt verändert, sondern auch unsere Wahrnehmung von ihr. Ein Kommentar von Handelsblatt-Chefredakteur Gabor Steingart.
DüsseldorfIm Grunde muss man nur zwei Dinge über den Schwarzen Schwan wissen. Erstens: Er kommt in der Natur extrem selten vor. Noch wichtiger aber ist: Es gibt ihn. Er ist das verkörperte Restrisiko, die lebende Wahrscheinlichkeit, dass alles anders kommt, als wir es bisher angenommen haben.
Seit der Philosoph Karl Popper ihn als Kunstfigur einführte, steht der Schwarze Schwan für den Widerspruch zur eben noch herrschenden Wirklichkeit. Er verkörpert das Undenkbare, das wir dennoch denken müssen. Er symbolisiert das große Unheil, das die bisherige Normalität beendet, alle Prognosen widerlegt und Politiker wie Marionetten zu Handlungen führt, die ihnen eben noch wesensfremd schienen: Der rechtskonservative Präsident George W. Bush verstaatlicht die Investmentbanken, der Hoffnungsverkäufer Barack Obama wird zum Befürworter von Guantanamo, Merkel steigt aus der Atomenergie aus. Wenn der Schwarze Schwan landet, unterbricht er unsere Gewissheiten nicht nur. Er zerstört sie.
Gaddafi droht, dass künftige Aufträge nur noch an China, Russland und Indien gingen. Nur Deutschland nimmt er aus. "Die Deutschen haben eine verantwortliche Position eingenommen und die Deutschen sollten einen permanenten Sitz im UN-Sicherheitsrat haben, nicht Frankreich", sagte Gaddafi.
die haben sich auch gestern alle schön enthalten
(Auszug Interview mit Rados von vorgestern)
Nebenbei: Gaddafi unterstützt deutsche Universitäten mit hohen Summen
Frage: Warum geht Frankreich so aggressiv vor?
Ich habe mich entschieden die Gewinne zu realisieren.
http://www.ariva.de/...mmer_klueger_t283343?pnr=10080234#jump10080234
Mittelfristig glaube ich an eine stärkere Abwertung des YEN, kurzfristig erschien es mir sinnvoller die Gewinne mitzunehmen. Da es sich um einen normalen OS handelte ist ein großteil der Gewinne der gestiegenen Vola geschuldet die sicher nicht immer so hoch bleiben wird.
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