Ein dickes Options-Paket gab Goldman-Sachs u. a. dem Chef der New Yorker Fed. Kein Wunder, dass die Fed "Politik" macht, die Goldman nützt.
Kurse spielen Teilhabern in die HändeManager des US-Investmenbank Goldman Sachs haben jahrelang als die am besten bezahlten Führungskräfte an der Wall Street gegolten. Dem Managment und den anderen Teilhabern der Firma könnte nun ein weiteres Geschenk in den Schoß fallen, das in den Tagen der Wirtschaftskrise gesät wurde, wie die „New York Times“ („NYT“) schreibt.
Rund 36 Millionen Aktienoptionen wurden den Angestellten im Dezember 2008 gewährt, zehnmal mehr als im Jahr zuvor, als der Aktienkurs bei 78,78 Dollar lag, wie die Zeitung schreibt. Seit diesen unsicheren Zeiten verbesserte sich jedoch das Geschäft von Goldman Sachs, und der Aktienkurs verdoppelte sich inzwischen.
Doch wer sind die geheimnisvollen Teilhaber, deren Namen von Goldman Sachs wie ein Staatsgeheimnis gehütet werden, und wie hoch sind ihre Boni? Die „New York Times“ hat nun gemeinsam mit der Website Footnoted.com bisher geheime Unterlagen - rund 5.000 Seiten - aus der Chefetage von Goldman Sachs bezüglich der „Partner“ ausgewertet, um etwas Licht in die geheimnisumwitterte Chefetage zu bringen.
Im Zentrum der lukrativen Vergütungen steht das Teilhaberprogramm. Im Gegensatz zu anderen Wall-Street-Firmen hat Goldman Sachs an dem System auch nach dem eigenen Börsengang festgehalten.
Die Unterlagen bieten ein umfassenderes Bild der Vergütungszahlungen und der elitären Gruppe von rund 475 aktuellen Teilhabern, die die Firma leiten und deren Kurs bestimmen. Die Gruppe der Teilhaber, der innere Zirkel der Macht des Unternehmens, umfasst die höchste Managementebene und die Spitzenverkäufer. Während das Unternehmen durch den Börsengang gezwungen wurde, die Vergütungszahlungen für ihre Angestellten zu veröffentlichen, gibt sich Goldman Sachs zugeknöpft, was den inneren Machtkreis betrifft.
Liste mit illustren Namen
Nur die Namen der neuen Partner werden veröffentlicht. Zu der Gruppe gehören allerdings das Spitzenmanagement um Goldman-Chef Lloyd C. Blankfein und seine rechte Hand Gary D. Cohn. Unter den Teilhabern finden sich illustre Namen aus Politik und Finanz. Darunter sind etwa die beiden ehemaligen US-Finanzminister Henry M. Paulson, der vor seinem Ruf nach Washington Chef von Goldman Sachs war, und Robert Rubin sowie der ehemalige Gouverneur von New Jersey, Jon Corzine, und der Chef der Federal Reserve Bank von New York, William Dudley.
Die nun ausgewerteten Dokumente zeigen laut „NYT“, wie lukrativ eine Teilhaberschaft an der Firma tatsächlich ist. Goldman hat insgesamt rund 860 aktuelle und ehemalige Teilhaber. In den letzten zwölf Jahren haben sie rund 20 Milliarden Dollar an Anteilen an Goldman Sachs erhalten und halten aktuell mehr als zehn Milliarden Dollar in Aktien.
Innerer Zirkel hält über elf Prozent
Jede Wall-Street-Firma belohnt ihr Management mit Aktien. Die Informationen, wer wie viel bekommt, erhält allerdings nur das Topmanagement. Die Goldman-Unterlagen zeigen nun auf, wie lukrativ Aktien als Vergütung sein können. 2008 erhielten die Manager keine Boni, allerdings wurden ihnen Aktien zuerkannt. Durchschnittlich liegt der Verkauftswert der Aktien pro Teilhaber bei rund 24 Mio. Dollar. Die Anteile dürfen allerdings nicht vor Jänner 2014 verkauft oder übertragen werden.
Goldman-Chef Blankfein und seine Familie halten derzeit über zwei Millionen Aktien an Goldman Sachs mit einem Wert von rund 355 Mio. Dollar, falls sie 2014 verkauft werden. Der Anteil der Teilhaber an Goldman Sachs stieg von zuvor 8,7 auf 11,2 Prozent.
Erheblichen Einfluss gesichert
Und das wird auch für die Stärkung der Macht genutzt. Der Einfluss beschränkt sich nicht nur auf das Tagesgeschäft. Die Teilhaber treten bei den Aktionärsversammlungen und den dazugehörigen Wahlen geschlossen auf. Mit ihrer Geschlossenheit sichern sie sich auch einen erheblichen Einfluss auf richtungs- und zukunftsweisende Entscheidungen. Um eine einheitliche Linie zu gewähren, wird in der Gruppe zuvor immer geheim abgestimmt, wie aus den Unterlagen laut „NYT“ hervorgeht.
Die Unterlagen zeigen auch auf, dass die Chefetage von Goldman Sachs von Männern mehr als dominiert wird - 87 Prozent der Teilhaber sind männlichen Geschlechts.
www.orf.at/stories/2037237/2037238/
Originalartikel in der New York Times:
dealbook.nytimes.com/2011/01/18/...ll-for-goldman-partners/?hp