was auch den SP-500 beflügelt. Doch das extrem niedrige Volumen (Chart unten) deutet eher auf einen "False Break" bzw. auf ein Doppeltop mit dem Hoch Anfang Nov. hin, als die Fed zuletzt tagte.
Es kursieren Spinstories, dass die Banken an der steileren Zinskurve nun besser verdienen: Sie bezahlen für Spareinlagen bzw. "am kurzen Ende" immer noch fast keine Zinsen und profitieren nun von den höhere Renditen "am langen Ende" bzw. auf langlaufende Staatsanleihen. Können sie wegen der steileren Zinskurve nun höhere Kreditzinsen verlangen? Und falls ja, wie wirkt sich dies auf den Konsum auf, wenn in USA eh Deleveraging-Tendenzen vorherrschen?
Dass sie von den höheren Zinsen auf Staatsanleihen (im eigenen Bestand) profitieren, halte ich für falsch. Die meisten US-Banken halten ihre US-Staatsanleihen ja schon länger. Dies bedeutet, dass ihnen eher noch die jüngsten Kursverluste (# 740) zu schaffen machen, weil die das EK senken. Für Bestandsanleihen ändern sich die Zinserträge nicht, da der Coupon fix ist. Nur beim Kauf
neuer UST würden sie profitieren, weil die Kurse tiefer stehen (bei gleichem Coupon).
Die große Frage lautet auch hier, ob die Zinsanstiege am langen Ende auf verbesserte Wachstumsaussichten in USA zurückgehen (Bullen-Spinstory) oder darauf, dass Ausländer ihre US-Staatsanleihen auf den Markt werfen, weil ihnen die Dauerpäppelspiele, die letzte Woche in einer abermaligen 900-Mrd.-Dollar Zinssenkungen "für alle" (Verlängerung der Bush tax cuts) plus Lohnsteuersenkungen gipfelten, ein Dorn im Auge sind. In Irland und Griechenland sind Staatsanleihen ebenfalls wegen Risikoaversion im Kurs gefallen. Bullen freilich betrachten die Steuersenkungen als bullisch, weil sie die US-Wirtschaft ankurbeln. Fragt sich eben nur, "zu welchem Preis", wenn demnächst die Schulden/BIP-Quote auf Irland-Level hochkriecht.
Für steigende Risikoaversion spricht, dass die Chinesen ihre Bestände an US-Staatsanleihen in diesem Jahr abgebaut haben: Sie halten netto für 50 Mrd. Dollar weniger als noch vor einem Jahr. Womöglich nutzen sie - schlau wie sie sind - die QE-Aktivitäten der Fed dazu, ihre eigenen Bestände an US-Staatsanleihen schonend abzubauen. Außerdem fallen sie damit den Inflationierungs-Spielen der Fed in den Rücken, was sie ja auch auf anderen Kanälen (Zinserhöhungen, Erhöhung von Mindestreserven, Preiskontrollen) laufend durchspielen.
Die Verkäufe der Chinesen könnten mit ein Grund dafür sein, dass QE2 offenbar verpufft. Die Zins-Charts der 10-jährigen schießen jedenfalls von einem Hoch zum nächsten (Chart im nächsten Posting) und gingen heute förmlich durch die Decke.
Falls der Aktienmarkt - wie es aussieht - dies als Zeichen ökonomischer Stärke interpretiert, könnte er mMn ziemlich daneben liegen. Man denke nur auf die Auswirkungen auf den US-Housing-Markt, der trotz historisch niedriger Hypotheken (in den Sommermonaten) am Boden liegt. Die Festzins-Hypotheken werden mit den Langlaufzinsen am Bondmarkt steigen. So mag es kurzfristig noch einen letzten Run von Leuten geben, die sich die immer noch niedrigen Zinsen sichern wollen - doch danach könnte der US-Hausmarkt noch tiefer im Schwarzen Loch versinken.
Für US-Banken ist auch das Problem von "Mortgage-Gate" ebenfalls noch nicht gelöst. Es spricht nur keiner mehr drüber. Die Amis wollen sich offenbar die Adventszeit nicht mit "übertriebenen Pessimismus" vermiesen. Naja, dafür haben sie ja Alfred, das A.L.-Ekel.
(Verkleinert auf 80%)

