Bei den europäischen Banken läuten wieder die Alarmglocken. Ohne Sicherheiten leihen sich die Institute untereinander kaum noch Geld, und auch am öffentlichen Kapitalmarkt fanden sich zuletzt kaum noch Käufer für Bankanleihen. Experten schlagen Alarm.
Aus dem Nachbarthread entliehen!


Zum einen spekuliert er gegen Staaten mit angeblich zu hoher Verschuldung, zum anderen behauptet er, es würde mit den Sparprogrammen der gleiche Fehler wie in der ersten Weltwirtschaftskrise gemacht. Auch in der ersten Weltwirtschaftskrise hatten die massiven Ausgabeprogramme von Franklin D. Roosevelt kaum etwas bewirkt. Die Wirtschaft brauchte eben ihre Zeit bis die strukturellen Fehlentwicklungen behoben waren. Manch anderes Land hatte den staatlichen Ausgabenwahnsinn nicht betrieben und war schon Mitte der 30-ziger aus dem Gröbsten heraus.
Auch heute ist es so, dass die massiven Geldflutungen und staatlichen Hilfsprogramme die Behebung der strukturellen Fehlentwicklungen nur verhindern bei einem immer größeren Staatsanteil an der Gesamtwirtschaft. Die sich dabei auftürmenden Schuldenberge werden mittelfristig viele native staatliche Aufgaben in Infrastruktur und Ausbildung schädigen und zu massiven Steuer- und Abgabenerhöhungen führen. Oder glaubt jemand ernsthaft, man könnte die Überkapazitäten in der Automobilindustrie durch die Rettung von Chrysler, GM und jetzt Opel beheben? Derartige Aktionen schädigen nur die "gesunden" Autobauer. Vergleichbares gibt es in vielen anderen Bereichen.
Keiner der bisher gestarteten Sparprogramme führt zum Sparen oder zum Schuldenabbau. Wenn sie gelingen erreichen sie eine Verringerung der Neuverschuldung in den nächsten Jahren und diese Staaten erreichen in 4 bis 5 Jahren eine Neuverschuldung von unter 3%. D.h. der Staatsanteil und die Schuldenlast steigen weiter. MMn ist es aber notwendig zu einer wirklichen Reduzierung der Schulden zu kommen. Die Schuldenlast sollte schon wirklich nur Spitzensätze von 60 bis 100% des BIP je nach Altersicherungmethode erreichen.
Ohne wesentliche Fortschritte in der Technologie (niedrigere Energiepreise, effektivere Fertigungsmethoden, ...) ist ein nachhaltiges weiteres Wachstum nicht möglich. Es geht dann nur noch über Blasenspielereien mit sinnlosen Überproduktionen (Autos gleich am Werksausgang wieder verschrotten). Wachstum kann also kein Ziel an sich sein sondern kann nur eine Folge von intelligentem Wirtschaften sein. Die Datenverarbeitung ist inzwischen so leistungsfähig, dass wir sie zum Spielen benutzen müssen (aber jährlich das US-BIP virtuell vergrößern), die Fertigungstechniken sind zum Teil schon übertrieben rationalisiert worden und müssen zum Teil zurück gefahren werden. Die Energie wird auch ohne Spekulation laufend teurer. Die "Fortschritte" des vergangenen Jahrzehnts beruhen im wesentlich in der Ausnützung der niedrigeren Lohnkosten in Asien. Sklaventum ist allerdings nicht zukunftsfähig. Schauen wir mit unserem heutigen Wissen in die Zukunft, so könnte uns die Sonnenenergie in eventuell 20 Jahren wieder preiswertere Energie liefern und das war es schon.
Wie lange sollen sich die Staaten also weiter expansiv verschulden? Das "alte" Wachstum war schon zum großen Teil "künstlich" erzeugt und wird so nicht wiederkommen. Deshalb ist jeder der weiter dafür plädiert, dass sich die Staaten weiter verschulden sollen und kein Ausstiegsszenario anbietet, ein Depp oder er hat ganz bestimmte kurz- und mittelfristige Eigeninteressen. Dazu zähle ich auch Soros.

