Die Lage in der wir uns und auch die USA befinden ist nicht ansatzweise mit den Erlebnissen in einigen Entwicklungsländer zu vergleichen. Bei uns und in den USA steigen die Schulden bei sinkenden Zinsen. Die Schulden können sich also schleichend in sehr gefährliche Zonen bewegen. Verweigern jetzt die Gläubiger die weitere Finanzierung (die Ursache kann einfach daran liegen, dass der Markt ausgetrocknet ist) steigen die Zinsen und der Staat wird sehr schnell seine Schulden nicht mehr bedienen können und das Ganze endet in einem Deflationschock. QE wird diesen Prozess nur etwas verzögern können. Unbegrenzt wird es in keinem demokratischen Staat eingesetzt werden. In der Praxis drehen die Staaten schon vor der Gefahr von Zinserhöhungen um und leiten den Deflationsprozess selber ein um den Schock zu verhindern. Damit sind für sehr lange Zeit (Jahrzehnte) sehr niedrige Zinsen garantiert.
Befürchtet man allerdings den Deflationsschock, muss man alles tun sein Geld über diesen Schock zu retten. Wenn man nun mal von Minibeträgen absieht (Lösung: Kopfkissen), muss man versuchen sich flexibel durch liquide Anlagen zu bewegen und immer rechtzeitig vor dem jeweiligen "Crash" umzuschichten. Gelingt einem das und man hat nach den Deflationsschock noch weitgehend sein Geld, steht man relativ besser als die Mehrheit da. Das schlechteste was man machen kann ist die Flucht in einen sogenannten Inflationsschutz. Wenn man eine Versicherung gegen Einbruch abschließt, das Haus aber abbrennt, schaut man in die Röhre. Denn eine Deflation führt zur Abwertung aller Sachwerte. Das Geld ist weg und die Sachwerte gibt es ja noch massenweise. Das ist der große Unterschied zu den Geldentwertungen bei uns. Das Geld war massenweise vorhanden und die Sachwerte weg, zerstört oder mit fremden Schulden belastet. Die Erfahrungen der letzten 100 Jahre bei uns sind absolut inkompatibel mit unserer heutigen Situation. Deshalb kann man die Menschen auch so einfach über den Tisch ziehen und ihnen die Unterhose ausziehen.

