DJ: DEVISEN/Carry Trades lasten auf dem US-Dollar
FRANKFURT (Dow Jones)--Eine überraschend frühzeitige Zinssenkung der Reserve
Bank of Australia (RBA) belastet am Dienstag den US-Dollar gegen die meisten
anderen Währungen. Die australische Notenbank hat den Leitzins um 25
Basispunkte auf 3,25% angehoben. Das ist die erste Zinserhöhung seit März 2008.
Gleichzeitig hat sich mit der RBA die erste Notenbank eines G-20-Staates von
der expansiven Geldpolitik seit Beginn der Finanzkrise verabschiedet.
Der australische Dollar ("Aussi") hat zum Dollar auf 0,8877 USD aufgewertet
von 0,8760 USD kurz vor der Zinserhöhung der RBA. Der Euro ist im Tageshoch zum
Dollar auf 1,4750 USD und somit auf den höchsten Stand seit fast zwei Wochen
gestiegen. Auch Yen und Schweizer Franken profitieren von der Schwäche des
Dollar. "Der Schritt der RBA ist dem Marktkonsens weit voraus, der eine
Zinserhöhung erst im November erwartet hatte", merkt der schweizerische
Online-Broker AC Markets an.
"Die US-Währung leidet nach der Zinserhöhung in Australien nun verstärkt
unter ihrem Status als Finanzierungswährung für Carry Trades", sagt ein
Händler. Bei diesen Zinsdifferenzgeschäften verschulden sich Investoren in
niedrig verzinsten Währungen wie dem Dollar und legen diese Mittel in höher
verzinsten Währungen wie dem australischen oder neuseeländischen Dollar oder
auch dem Euro an. Europas Aktienmärkte legen kräftig zu, während die
Euro-Rentenmärkte kaum nachgeben.
Viel beachtet wird an den Währungsmärkten auch eine Meldung der britischen
Tageszeitung "The Independent", der zufolge die arabischen Golfstaaten den
US-Dollar als Devise im Ölhandel ersetzen wollen. Es habe bereits geheime
Gespräche mit China, Russland, Japan und Frankreich gegeben, berichtete die
Zeitung. "Weiteres Öl ins Feuer" nennt die Metzler Bank diese Meldung mit Blick
auf die Stellung der US-Währung.
Das Pfund Sterling hat nach der Zinserhöhung in Australien zum Dollar anfangs
ebenfalls kräftig zugelegt von 1,5970 auf 1,6048 USD. Das Pfund hat diese
Kursgewinne im weiteren Verlauf aber wieder komplett abgegeben. Das "Cable"
genannte Währungspaar handelt bei 1,5950 USD. Überraschend schwache Zahlen zur
britischen Industrieproduktion im August haben das Pfund gegen 10.30 Uhr zum
Dollar stark nachgeben lassen.
Die Schwäche des US-Dollar stützt unterdessen den Goldpreis. Die Feinunze
Gold wurde in London am Vormittag mit 1.020,25 USD gefixt. Am Montagnachmittag
wurde sie mit 1.005,50 USD festgestellt. Laut dem "Independent" könnte dem
Währungskorb, der künftig den Dollar als Handelswährung für Ölgeschäfte
ersetzen soll, auch das Edelmetall Gold beigemischt werden.
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Europa Europa New York
(11.50) (7.54) (Mo Späthandel)
EUR/USD 1,4739 1,4722 1,4651
USD/JPY 89,02 89,02 89,54
EUR/JPY 131,22 131,06 131,19
EUR/GBP 0,9232 0,9206 --
EUR/CHF 1,5111 1,5116 --
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-Von Benjamin Krieger, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 219,
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October 06, 2009 05:50 ET (09:50 GMT)
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