Auf dem Höhepunkt der Schifffahrtskrise drohte eine mögliche Insolvenz der chilenischen Reederei CSAV einen Dominoeffekt auszulösen, der viele deutsche Schiffseigner gleichfalls in schwere Finanznöte gestürzt hätte. Eine groß angelegte Rettungsaktion unter Federführung der HSH Nordbank, in der unter anderem die Reeder auf Chartereinnahmen verzichten, verhinderte die Krise. Mehr als ein Jahr später steht fest: Die Chilenen sind aus dem Schneider - und die Verluste auf deutscher Seite gehen gegen null.
(Das betrifft die Containerschiffahrt, während sich die Capesize-Bulker-Raten weiterhin auf niedrigem Niveau befinden - und - WOW - die Reeder zahlen sogar wieder ein kleines Urlaubsgeld *g*)
Stabilisierung in maritimer Wirtschaft
Dienstag, 06. Juli 2010
Der Welthandel zieht wieder an und die maritime Wirtschaft hat sich stabilisiert. Dennoch bleiben ungeklärte Finanzierungsfragen in der Schifffahrt eine Herausforderung, stellte der Hamburger Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) anlässlich des «maritimen Gipfels« in Berlin fest. Dort sind am Montag Vertreter von Bund, Küstenländern und maritimer Wirtschaft beim Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, zu Beratungen zusammengekommen.
Gedaschko berief sich auf Fachinformationen, nach denen die Kapazität der Welt-Containerflotte in den ersten sechs Monaten um 1,78 Millionen Standardcontainer (TEU) gestiegen sei. Von den 600 Schiffen, die noch im März aus dem Verkehr genommen waren, fahren nun 400 wieder. Der Welthandel werde nach Einschätzung der WTO um 9,5 Prozent wachsen, und auch in den Häfen bessere sich die Situation. So wurden im Mai im Hamburger Hafen 653 000 TEU umgeschlagen, das sind 16 Prozent mehr als im gleichen Vorjahresmonat. Dramatische Verwerfungen bei den Unternehmen seien ausgeblieben; Banken, Reedern, Emissionshäusern und Anlegern sei es gelungen, die Branche zu stabilisieren.
Der maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, kündigte auf dem Maritimen Gipfel in Berlin an, alle deutschen Reeder bei der Umrüstung ihrer Schiffe auf „Slow Steaming“ zu unterstützen. Die Eigner erhalten für jedes installierte Slow Steaming-Kit zwei Millionen Euro aus Bundesmitteln. Die Umbau-Maßnahmen sind nötig, damit beim Schiffsbetrieb keine Maschinen-Probleme durch die verlangsame Fahrt entstehen. In Ausnahmefällen könnten auch höhere Förderungen gewährt werden, sagte Otto.
Der Hamburger Wirtschaftssenator Gedaschko wies weiter darauf hin, dass allein für die fahrende Flotte der deutschen Reeder Finanzierungsfragen von rund 170 Millionen Euro zu lösen seien. Hinzu kämen 1,5 bis 2,0 Milliarden Euro für Neubauten. Bund und Länder würden im Rahmen der bestehenden Bürgschafts- und KfW-Programme helfen; mittelfristig müsse die maritime Wirtschaft wieder für Anlegerkapital interessant werden und die Schiffsbanken Fremdkapital bedarfsgerecht zur Verfügung stellen.
Sonst würden Schiffe ins Ausland verkauft und Arbeitsplätze gingen verloren. Wegen der langen Flaute sind die Kassen der Reedereien leer und bei vielen sind Tilgungsrückstände aufgelaufen.
www.thb.info/search/news/article/205/...-in-maritimer-wirtschaft.html
André Kostolany
MfG
Palaimon
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