"Kleider machen Leute" ist eine bekannte Novelle von Gottfried Keller und "Des Kaisers neue Kleider" ein bekanntes Andersen-Märchen.
Was haben die insbesondere mit den Amis zu tun? Nun, alle die schon mal in den USA waren oder gar dort leben (wie CaptainAmerica), wissen, dass Understatement nicht Sache der Amis ist. Geltungsbedürfnis ist dort in erheblich stärkerem Maße als in Europa ausgeprägt. Man zeigt den Nachbarn, Freunden, Bekannten und Kollegen gern, was man hat, auch wenn man dazu seine finanziellen Grenzen überschreiten muss. Arriviert sein, d.h. sich in gehobenem Milieu bewegen, ist ein weit verbreitetes "Lebensziel", zu dessen Ausformung u.a. die in meinem Posting # 13463 aufgeführten Konsumkomponenten gehören.
Was haben San Diego, Orange County, Phoenix, Miami Beach, Las Vegas, Colorado Springs und Atlantic City miteinander zu tun? Nun, dies sind die Regionen, die in den vergangenen Jahren die höchsten Preissteigerungsraten bei Wohngebäuden aufzuweisen hatten - und nun die stärksten Einbrüche erleben. Die diesbezüglichen offiziellen Daten der National Association of Realtors geben jedoch die Realität nur unvollkommen wieder. Sie reflektieren nämlich nur die Preise tatsächlich verkaufter Häuser und nicht die permanent sinkenden Angebotspreise, bei denen es noch keine Nachfrage gibt. Der durchschnittliche Zeitraum zwischen Verkaufsangebot und Verkauf liegt für alle Hausofferten landesweit aktuell bei etwa zwölf Monaten, in den o.g. Regionen jedoch im Schnitt mittlerweile bei etwa 16 Monaten.
Die "neuen Kleider", die sich die "Könige und Kaiser des Konsumbooms" in den letzten Jahren umgehängt hatten, werden immer fadenscheiniger, und immer mehr von jenen stehen nun auf einmal "nackt" da.
Ach ja, bei dem Kürzel $DJUSAP könnte man vermuten, es handele sich um den Apparel- (Bekleidungs-)Index. Mitnichten! Dies ist der Automobiles & Parts Index, dessen Preiskurve jedoch auch ins Muster passt. Der Chart des Apparel Index ist angehängt.
Hosen runter!
@michi - # 13479
Hut ab und verbeug! Ich hoffe, noch mehr von dir lesen zu können.
(Verkleinert auf 90%)

