(Staatsverschuldung) ist die Fed natürlich immer noch gut. Das gedruckte Geld kann aber nur 1 x wirken. Die Cyber-Dollars der Fed fließen fast ausschießlich zu Geithner, der damit seine Päppel- und Almosenprogramme (zig Steuersenkungen, Zahlungsverlängerungen von AL-Geld, Food stamps, Transferzahlungen aller Art) finanziert. Das bewahrt den US-Konsum trotz des immer noch sehr schwachen Arbeitsmarktes vor Einbrüchen. Die US-Wirtschaft, die stark vom Konsum abhängt, wächst damit
pro forma weiter, doch dieses Wachstum ist nicht organisch, weil es indirekt aus der Notenpresse stammt.
Bernanke hatte sich von dieser Mega-Stimulation Multiplikatoreffekte erhofft, die jedoch nur unzureichend eingetreten sind. Im US-Hausmarkt war die Wirkung von QE nicht nur Null, sondern sogar negativ, weil die Langfristzinsen hochschossen und Hauskäufer verprellten. Die Details habe ich in # 250 erläutert.
Die Assetpreisanstiege werden im Wesentlichen privat von den Zockerbanken und ihren ausgelagerten Hedgefonds finanziert - wie üblich stark gehebelt. Sie kommen zustande, weil das pro forma-Päppelwachstum (teils böswillig bzw. betrügerisch) als organisch fehlinterpretiert wird, d.h. die Mega-Staatsverschuldung, ohne die es den Aufschwung überhaupt nicht gäbe, wird ebenso großzügig missachtet wie die faulen Bankbilanzen, in denen reihenweise auf 100 % gesetzte faktisch wertlose Assets ihrer Abschreibung harren.
Die Zockerbanken und Hedgefonds setzen dabei psychologisch - ähnlich bluffenden Pokerspielern - das "Inflationierungs-Ansinnen" der Fed um. Die Inflationierung wird erst durch deren breite Marktstützung zur Sich-selbst-erfüllenden Prophezeihung. Die Inflationierung gelingt aber nur im relativ handelsengen und von Derivaten wie Futures pushbaren Aktien- und Rohstoffmarkt. Beim Dollar gelingt es schon schlechter (nur indirekt via Dollar-Carrytrade).
Zum Stützen von US-Anleihen und zum Stützen des US-Hausmarktes reichen die aufgewandten Mittel (staatlich und privat) hingegen definitiv nicht aus. Beide sind "too big to push".
Und in Märkten, die "too big to push" sind, fordert Mr. Market seinen Unwind-Tribut.
FAZIT: QE ist hinsichtlich der Refinanzierung der Staatsverschuldung und zur Aufrechterhaltung der Wachstumsillusion sehr wohl geeignet. QE kann jedoch nicht den Unwind der vorherigen Kreditexzesse verhindern. Die Hoffnung der Freie-Markt-Strategen, ein auf wundersame Weise infolge des Gepumpes kommender "selbsttragender Aufschwung" würde den Amis den Unwind (im japanischen Stil) ersparen, wird sich mMn NICHT erfüllen. Man sieht es trefflich am immer noch deflationären US-Hausmarkt.
Auch einem möglichen Abverkauf bei US-Staatsanleihen, die sich infolge der Fed-Inflationierungspolitik als unerwünschter Sekundäreffekt einstellen kann (und vermutlich wird), hat Bernankes Gelddruckmaschine NICHTS entgegenzusetzen. Im Gegenteil. Wenn Bernanke als Reaktion auf Bonds- und Dollarschwäche noch stärker druckt, manövriert er sich immer stärker an den Rand des Abgrunds. Dann droht eine dynamische, sich selbst verstärkende Abwärtswelle (C).