Bayer: welche Folgen hat die Monsanto-Übernahme für die Anleger?

Mittwoch, 21.09.2016 03:44

Kommentar von Ethan Kauder

Robert Sasse: Herr Kauder, die Bayer-Aktie hat nach Bekanntgabe der Monsanto-Übernahme zunächst einen Sprung nach oben gemacht, ist mittlerweile aber wieder auf das Ausgangsniveau zurückgefallen. Denken Sie, dass genügend Rückendeckung der Aktionäre für diesen Deal vorhanden ist?

Ethan Kauder: Das Kursplus der ersten Tage lässt sich denke ich dadurch erklären, dass die Anleger erleichtert waren, dass der Preis für Monsanto nicht noch höher ausgefallen ist. Analysten wie beispielsweise Peter Spengler von der DZ Bank hatten die kritische Zone bei 135 Dollar gesehen, jetzt hat Bayer sich mit dem Saatguthersteller auf einen Preis von 128 Dollar geeinigt. Es ist klar, dass der Bayer-Chef Werner Baumann versucht, die Aktionäre vom Sinn des Deals zu überzeugen. Seine Argumentation geht dahin, dass die Renditen des Leverkusener Chemiekonzerns mittelfristig steigen werden. Einige Aktionäre dürften aber immer noch skeptisch sein, insbesondere weil der Ruf von Monsanto nicht gerade der beste ist.

Robert Sasse: Aber dieser Optimismus beschränkt sich nicht nur auf die Sparte CropScience, die das Geschäft mit Agrarchemie behandelt?

Ethan Kauder: Nein, nicht nur. Hier soll die operative Marge im dritten Jahr nach der Übernahme über 30 Prozent liegen. Der proforma-Wert im vergangenen Jahr betrug noch 27 Prozent. Am deutlichsten soll es laut Baumann im Geschäft mit den rezeptpflichtigen Arzneimitteln aufwärts gehen. Wurden für die neuen Produkte in diesem Bereich bis jetzt ein Umsatzziel von 7,5 Milliarden Euro genannt, hat Baumann auf einer Investorenkonferenz diese Zahl jetzt auf 10 Milliarden Euro erhöht.

Robert Sasse: Meinen Sie, dass Baumann mit derartigen Prognosen Einschätzungen entgegentreten will, wonach das Pharmageschäft bei Bayer künftig eher ins Hintertreffen geraten soll?

Ethan Kauder: Einerseits dürfte Bayer mit der Monsanto-Übernahme das Ziel verfolgen, sich unabhängiger vom Pharmageschäft aufzustellen. Wenn die Produkte dort aber für gute Umsatzzahlen sorgen, besteht natürlich überhaupt kein Anlass, die Sparte zu vernachlässigen. Baumann möchte wohl eher ein Signal in die Richtung aussenden, dass Bayer in allen Geschäftszweigen wachsen möchte.

Robert Sasse: Herr Kauder, vielen Dank für das Gespräch.

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