Bei Windturbinenbauer Nordex droht Stellenabbau
Düsseldorf, 03. Aug (Reuters) - Beim Windturbinenbauer
Nordex müssen Mitarbeiter in Deutschland um ihre
Arbeitsplätze bangen. Der seit Februar amtierende Firmenchef
Jose Luis Blanco will nach dem Gewinneinbruch im ersten Halbjahr
Kosten senken. "Das Geschäftsvolumen in Europa schrumpft und dem
müssen wir uns anpassen", kündigte er am Donnerstag an. "Wir
sind mit den Arbeitnehmervertretern bereits in Verhandlungen."
Details nannte er nicht. Weltweit beschäftigt Nordex 5200
Mitarbeiter, rund 3500 davon in Deutschland.
Die Geschäfte in den USA und Südamerika wie auch der
Auftragsbestand von 3,6 Milliarden Euro stimmen den Vorstand
indes zuversichtlich, seine Jahresziele dennoch zu erreichen.
Zudem hofft er auf ein starkes zweites Halbjahr. Demnach peilt
Blanco 2017 einen Umsatz zwischen 3,1 und 3,3 (Vorjahr: 3,39)
Milliarden Euro an und eine operative Umsatzrendite
(Ebitda-Marge) zwischen 7,8 und 8,2 (8,4) Prozent.
Nach einem schwachen Start zogen die Geschäfte im zweiten
Quartal an. Der Konzern erzielte so im ersten Halbjahr ein
Umsatzplus von 1,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Die
Ebitda-Marge sank indes auf 7,8 (9,2) Prozent. Der Nettogewinn
brach um mehr als die Hälfte auf 22,6 Millionen Euro ein.
Bei den Anlegern kamen die Nachrichten gut an. Die Aktie zog
um über fünf Prozent an auf 12,26 Euro und führte damit mit
Abstand die Gewinnerliste im TecDax<.TECDAX> an.
Wegen verschobener Groß-Projekte in Südafrika und Brasilien
und zunehmendem Preisdruck musste Ex-Chef Lars Bondo Krogsgaard
im Februar seine Ziele für 2017 und 2018 zum Teil drastisch
eindampfen. Die Aktie brach daraufhin innerhalb von zwei
Handelstagen um fast 30 Prozent ein. Der Manager nahm wenige
Wochen später seinen Hut.
(Reporterin: Anneli Palmen, redigiert von Myria Mildenberger.
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