Seit 2001 lebte man in Deutschland scheinbar nach dem Motto "Wir tauschten unsere "alte nationale Währung" gegen eine neue "nationale Währung".
Was die anderen, die ja dieselbe Währung nutzten damit machen ? Uninteressant, was geht´s uns an ?
Ein ungeheurer Trugschluss.
Meines Erachtens befinden wir uns in der Übergangsphase zu einem neuen Zeitabschnitt. Die Nationalstaaten verlieren immer mehr an Bedeutung zugunsten einer Europäischen Föderation.
Und die Finanzmärkte wollen nuneinmal eine gesamteuropäische Lösung dieses gesamteuropäischen Problems.
Ist die hiesige Bevölkerung reif dafür ? Sind überhaupt die Politiker -mit einigen wenigen Ausnahmen- reif dafür ?
Verstehen Politiker und Bevölkerung, dass mit Einführung des Euro im Jahre 1999 das Europäische Währungssystem (EWS) abgelöst wurde und seitdem die Stützungskäufe bzw -verkäufe der einzelnen Zentralbanken entfielen ?
Was bedeutete das aber logischerweise für den Euro ? Das er genauso "hart" sein würde wie die Deutsche Mark ? Wieso eigentlich ?
Fakt ist, wenn man die "Härte der DM konservieren hätte wollen", so hätte Deutschland dem Euro niemals beitreten dürfen.
Da aber Deutschland einmal einem Club der weicheren Staaten beigetreten ist, liegt es auf der Hand, dass die Bandbreite zwischen Auf-und Abwertungsraten von +/- 15 % der früheren Euro-Nationalwährungen nicht verschwunden ist.
Gesetz den Fall, das wir eine gleitende Abwertungsrate bei den meisten früheren Währungen von -vorsichtig geschätzt- 4 - 5 % pro Jahr hatten, so müssen doch nun nach zehn Jahren diese kumulierten 40 - 50 % irgendwo herauskommen.
Und wir sehen es, sie wollen herauskommen und hierzulande wachen die Herrschaften auf den oberen Etagen scheinbar erst jetzt auf. Der Bevölkerung war es allerdings schon frühzeitig bei Euro-Einführung nicht geheuer und sie bewies in Masse einen gesunden Menschenverstand.
Ja der Euro wurde zum "T"Euro.
Bei allem ist es wichtig zu hinterfragen. Immer hinterfragen.
Ich bin kein Psychologe und trotzdem fasziniert mich dieses Fachgebiet. Wie verhalten sich Menschen in unterschiedlichen Situationen ?
Wie verhält sich die Masse der Menschen in unterschiedlichen Situationen ?
Massenpsychologie ist ein erstaunlich breites Forschungsgebiet.
Der Fall der Mauer beispielsweise mit den bewegenden Bildern der in der Nacht vom 9.11.1989 und den folgenden Tagen und Wochen zu Tausenden von Ost nach West strömenden Menschen war ein bewegendes Ereignis.
Ja, das war es in der Tat und die Wiedervereinigung Deutschlands war ein Glücksfall.
Bilder zeigten Tausende von Menschen - Massen von Menschen die alle von Ost nach West kommen wollten. Endlich nach so vielen Jahren der Isolation die Freiheit geniessen.
Wären es am 9.11.1989 und später auch genausoviele Menschenmassen gewesen ohne das Begrüssungsgeld von 100 DM, dass zum damaligen in West-Deutschland gängigen Umrechnungskurs 1000 Mark der DDR (und somit einem vollen Monatslohn Ost) entsprachen ?
In vielen speziellen Ostalgie-Foren kann man lesen, dass die 100 DM direkt in Westbanken bzw. Sparkassen in 1000 Mark der DDR umgetauscht wurden und damit liess sich damals auch in der DDR etwas anfangen.
Wer würde sich einen quasi geschenkten Monatslohn engehen lassen ? Richtig. Niemand.
Sagte sich also Abends am 9.11.1989 nicht der eine und andere, der in Grenznähe wohnte, Mensch lass uns rüberfahren, den Monatslohn nehmen wir mit. Nimm die ganze Familie mit und die Freunde, sag es allen Verwandten und Bekannten.
Und das Tausendfach multipliziert ergab dann für die Fernseh- und Fotokameras beeindruckende Bilder an den Grenzübergängen.
Also kein Gerede um den heissen Brei - ob man es nun will oder nicht, es "wird" alles auf eine Inflationierung der Wirtschaft hinauslaufen. Die einzige Lösung für das Euro-Problem ist eine mittelfristige Anhebung des Lohn- / Rentenniveaus hierzulande um 50 - 60 % und ein Verzicht auf Lohn- bzw. Rentenkürzungen in den Problemstaaten.
Weitere Lohn-/ Rentensteigerungen müssen dort dann erst wieder erarbeitet werden.