Kursfiasko an den internationalen bösen Börsen…
„Signifikante Abwärtsrisiken“
Herabstufungen von Banken, schlechte Konjunkturdaten und die US-Notenbank Fed, die vor „signifikanten Abwärtsrisiken“ warnt, haben die internationalen Börsen wieder in heftige Turbulenzen gebracht. Der New Yorker Dow-Jones-Index startete Donnerstag mit einem Minus von über drei Prozent in den Handel. International gerieten vor allem die Bankenwerte unter Druck. Auch an der Wiener Börse machte sich Pessimismus breit. Der ATX schloss bei einem Minus von 6,09 Prozent.
Sorge um Bankenstabilität
An den Börsen kehrt keine Ruhe ein. Negative Konjunkturdaten in den USA, ein pessimistischer Ausblick der US-Notenbank Fed und die Sorge vor einer Instabilität des internationalen Bankensystems sorgten international am Donnerstag erneut für herbe Kursverluste. Der Wiener Leitindex ATX schloss am Donnerstag sogar mit einem Minus von 6,09 Prozent.
Die Finanzmärkte reagierten auf die Senkung der Kreditwürdigkeit von US-Banken durch die Ratingagentur Moody’s und die Herabstufung einiger italienischer Banken durch Standard & Poor’s. Auch die jüngsten Aussagen der Fed wirkten sich negativ aus. Die Notenbank hatte am Mittwoch zusätzliche Stützungsmaßnahmen angekündigt und diese mit „signifikanten Abwärtsrisiken“ für die US-Wirtschaft begründet.
Bis Mitte kommenden Jahres sollen für 400 Mrd. Dollar lang laufende Anleihen zu kaufen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die langfristigen Zinsen zu senken und die Kredite tendenziell billiger zu machen. Analysten zeigten sich aber skeptisch, dass diese Maßnahme ausreicht. Zudem bleibt der Arbeitsmarkt extrem schwach. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind in den USA in der vergangenen Woche nicht so stark gesunken wie erhofft.
Dow Jones startet mit Minus
Diese pessimistische Stimmung wirkte sich nicht nur in den USA aus. Auch die Wiener Börse begab sich auf rasante Talfahrt. Am Nachmittag lag der ATX bereits bei 1.892,05 Punkten, ein Minus von 5,34 Prozent. Bis Börsenschluss rutschte er weiter auf 1.877,20 Punkte mit einem Minus von 6,09 Prozent. Damit fiel er auf ein 25-Monatstief.
In den USA brach der Dow-Jones-Index der Standardwerte schon in den ersten Minuten um mehr als drei Prozent auf 10.782 Punkte ein. Der breiter gefasste S&P-500 fiel um 2,9 Prozent auf 1.132 Zähler. Der Index der Technologiebörse NASDAQ verlor ebenfalls rund drei Prozent auf 2.462 Punkte. Der Aktienindex für die 50 führenden Unternehmen in der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion, Euro-Stoxx-50, schloss mit minus 4,9 Prozent tief in der Verlustzone.
Auch an anderen wichtigen Handelsplätzen in Europa schlossen die Börsen am Donnerstag im Minus. Der FTSE-Index in London lag zum Handelsschluss um 4,67 Prozent im Minus. Die Mailänder Börse schloss mit minus 4,52 Prozent, die Börse in Madrid mit minus 4,62 Prozent. In Paris lag der Leitindex CAC-40 am Ende sogar um 5,25 Prozent unter dem Schlusskurs vom Mittwoch.
Über zehn Prozent Minus bei Erste Group
Der deutsche Leitindex DAX erreichte mit einem Minus von 4,96 Prozent auf 5.164,21 Punkte den größten Tagesverlust seit rund zweieinhalb Wochen. Er war schon am Vortag um fast 2,5 Prozent gesunken. Auch die Papiere der Deutschen Bank wurden mit einem Minus von 5,9 Prozent auf 22,49 Euro stark in Mitleidenschaft gezogen. In Wien fielen die Titel der Erste Group und der Raiffeisen Bank International auf Zweijahrestiefs. Die Bankenwerte der Erste Group verloren 10,03 Prozent. Die Raiffeisen-Papiere rutschten um 8,37 Prozent ab.
Bankenwerte unter Druck
Bankenwerte gerieten international unter Druck. Schon im vorbörslichen US-Handel waren die Aktien von JPMorgan, der Bank of America und der Citigroup um 2,9 bis 4,2 Prozent gesunken. Die Aktien der ohnedies geschwächten französischen Societe Generale brachen um 9,2 Prozent ein, BNP Paribas verbuchte ein Minus von 5,3 Prozent. Zudem berichtete die französische Zeitung „Les Echos“ ohne Nennung von Quellen, dass die SocGen den Verkauf von Tochterunternehmen plane, um damit vier Milliarden Euro einzunehmen.
„Vertrauen verliert an Boden“
Auch Weltbank-Präsident Robert Zoellick gibt sich weniger zuversichtlich. Er hält ein erneutes Abgleiten in die Rezession zwar nach wie vor für unwahrscheinlich: „Aber mein Vertrauen verliert täglich an Boden angesichts des stetigen Flusses an schlechten Nachrichten.“
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Publiziert am 22.09.2011
http://orf.at/stories/2080606/2080609/