Jetzt wieder mal eine "gewagte" These von "mir" zum Thema Gold:
Papierwährung hat gegenüber einer goldgedeckten Währung einen massiven Vorteil - Papier kann man schneller vermehren als Gold.
Warum ist die langsamen Goldvermehrung mMn ein Nachteil - Sehen wir uns dazu eine Goldgedeckte Währung an:
Die Wirtschaft wächst, die Produktion steigt und die Güter werden mehr - Problem: das Gold wird nicht mehr. Was ist die Folge wenn es mehr Waren gibt, aber im Verhältnis weniger Gold (= weniger Geld). Die Waren werden (müssen) billiger werden,.Diejenigen die Gold haben, werden dieses horten und die die keines haben können ohnehin nichts mehr konsumieren - gemeinhin wird diese Situation als Deflation bezeichnet - wuhaha.
Wächst eine Wirtschaft, hätte man also nur die Möglichkeit, irgend woher mehr Gold zu beschaffen (Ausland, Import - oder über Export der Waren gg Gold) um das Überangebot an Waren zu handeln. Die goldgedeckte Währung verhindert Wachstum, wenn es möglich wäre - was sagten nochmal Kostolany dazu ý bitte googeln.
Und jetzt zum Wert des Goldes vs Papiergeld:
Gold wird immer als Währung bezeichnet. Nehmen wir an, das Weltwährungssystem Dollar crasht. Gold erhält seinen Wert aufgrund von Angebot und Nachfrage. Nachfrage entsteht durch Geld + Psychologie (dh es muss Geld vorhanden sein = niedrige Zinsen und die Leute müssen Gold kaufen wollen). Jedenfalls crasht der Dollar, kein Mensch weiß mehr, was wieviel Wert ist, doch Gold kann man noch immer gegen andere Sachwerte eintauschen. So kann es durchaus sein, dass man für die Unze ein halbes Haus bekommt. Nur warum bekommt man das halbe Haus? Weil irgendwer in Not (den täglichen Lebensbedarf nicht mehr decken kann) ist und dieses Haus deswegen veräußern muss (schon wieder diese Deflation). Mit Gold kann man sich dann viel kaufen, aber was kann man sich dann erst mit Konserven, Äpfeln, Küchen oder dgl kaufen? Der Optimist kauft Gold, der Pessimist kauft Konserven... alt bekannt der Spruch. Wenn der große Crash nicht eintritt, sitzt man auf seinen viel zu teuern eingekauften Goldhaufen und wartet auf die nächsten goldenen Zeiten (siehe 1980 - "aber heute ist alles anders").
Jedenfalls erhält Gold seinen Wert beim Währungscrash auch nur aufgrund des Glaubens an das Gold selbst - dem Vertrauen auf dessen Wert. Dem Vertrauen darauf, dass ich das Gold noch weiter tauschen kann und dafür equivalent Waren am Markt bekomme. Ziemlich ähnlich dem Papiergeldsystem - alles baut auf Vertrauen auf. Der Bauer in der tiefsten afrikanischen Steppe ("Stereotypen müssen herhalten") wird mir weder für Gold noch für Papiergeld dringend benötigtes Wasser geben - er kann damit (Geld, Gold) ja auch nichts anfangen, außer es rumliegen zu lassen.
Worauf will ich hinaus: Man kann argumentieren - in beide Richtungen - (das ist das Wesen der Spekulation):
Setzt man das vorhandene Gold ins Verhältnis zu der ausgegebenen Geldmenge und geht man weiter von einer zukünftigen goldgedeckten Währung aus, muss man Gold kaufen und nochmals Gold kaufen - wenns nicht so kommt, hat man sich verspekuliert, wenns so kommt ist man ein gemachter Mann (allerdings in einer vermutlich tristen und neidischen Umwelt). Und da sind wir auch schon bei der Quintessenz des Goldes und dem was es wirklich ist: reine Spekulation - daran liebe Goldliebenden denkt bitte immer, wenn eure Augen wieder mal glänzen. Gold hat keinen "inneren" Wert - der Wert entsteht nur durch den Glauben an das Gold und wehe den letzten gläubigen Käufern.
Kostolany bringt's wieder zum Abschluss:
"Eine letzte Frage noch, Kosto: Was immer die Zukunft bringt, Gold ist sicher - oder?
Mit Abschaffung des Goldstandards wurde Gold zu einem banalen Rohstoff. Oft widersprechen mir die Anbieter des Edelmetalls mit dem Argument, Gold habe einen bleibenden Wert. Das stimmt, doch ob der Wert bei 800 oder 80 Dollar pro Feinunze liegt, hängt von Angebot und Nachfrage ab. Ich habe nie groß in Gold spekuliert und werde es auch zukünftig nicht tun. Hosianna! "
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