"Super-Nanny" soll die SPD retten
In Berlin werden die ersten Ministerposten verteilt - Schäuble und Schavan könnten dem nächsten Kabinett nicht mehr angehören
Zweieinhalb Monate sind es noch bis zur Bundestagswahl. Doch das beliebte präelektorale „Bäumchen-wechsle-dich-Spiel" ist bereits voll im Gange. Vor allem die Union plant schon eifrig die Besetzung von Ministerposten für den Fall, dass diesmal eine Koalition aus CDU/CSU und FDP gelingt.
Zwei Schwergewichte will Bundeskanzlerin Angela Merkel in diesem Fall offenbar nicht mehr an ihrem Kabinettstisch haben: Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) und Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU). Erstere gilt zwar als hochkompetent, aber auch als farblos. Sie könnte Chefin der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung werden. Schäuble hingegen will Merkel als EU-Kommissar nach Brüssel schicken. Seinen Platz könnte dann Merkels rechte Hand einnehmen: Kanzleramtschef Thomas de Maizière.
Auch bei den Ressorts soll es neue Zuschnitte geben. So wird spekuliert, dass das Entwicklungshilfeministerium dem Wirtschaftsressort zugeordnet wird. Dafür ist eine neues Energieministerium geplant. Als Chefin wird die Umweltministerin von Baden-Württemberg, Tanja Gönner, gehandelt, sie ist eine Vertraute von Merkel.
Zurzeit stehen die Chancen, dass sich Merkel endlich ihren schwarz-gelben Traum erfüllen kann, gut. Laut einer Forsa-Umfrage kommen Union und FDP gemeinsam auf 52 Prozent. Die SPD hingegen verharrt auf ihrem Jahrestief von 21 Prozent.
Um dies zu ändern, rüstet SPD-Kanzlerkandidat und Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier jetzt auf. Die entscheidende Phase seines Wahlkampfes wird Vize-Regierungssprecher Thomas Steg betreuen. Er ist einer der profiliertesten Strategen in Berlin.
A propos: Auch der beliebten Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die SPD zusetzen. Sie konnte die Pädagogin Katharina Saalfrank dafür gewinnen, für die SPD Familien-Wahlkampf zu machen. Die 37-Jährige ist als jene „Super-Nanny" bekannt, die im Privatsender RTL Erziehungstipps für Problemfamilien gibt - was sie nach Meinung vieler ja geradezu als SPD-Unterstützerin prädestiniert. Das Engagement der Super-Nanny gilt als Angriff auf „Super-Uschi"