In USA ist Feiertag. So also ein Blick auf die hohen Gefahren in der Euro-Währungsunion.
-- Lüge Nr. 1 findet sich im zu Unrecht neu erteilten Investmentstatus einiger PIIGS, zuletzt Irland, dessen Rating leicht erhöht wurde.
Jedoch: Weder die Schuldentragfähigkeit ist gegeben noch das Vertrauen zurück gekehrt.
Bei den Anleiheauktionen erwarben weisungsgemäß vornehmlich nationale Banken über 80% und einige auswärtige den Rest, was
-- Lüge Nr. 2 erklärt. Die EZB sagt wahrheitswidrig, sie finanziere keine Staaten der Währungsunion, was ihr auch verboten wäre.
Dafür nutzt sie per "Umgehungsgeschäft" das Bankensystem und LTRO: zwei Bio. Euro Kredite um 1% gingen an die Banken, die damit (s.o.) die PIIGS finanzieren und sich aus der Zinsdifferenz um 4-6% sanieren. Todsicher und am Ende zu Lasten der Steuerzahler (s.u.), was zu
-- Lüge Nr. 3 führt, wonach der vertrauensbildende Markt im Eurosystem in Kraft sei.
Er ist es nicht soweit die EZB die Rücknahme der (unter Marktgesichtspunkten überteuert eingekauften) Anleihen zu 100% garantiert. So erklärt sich auch, daß vereinzelt ausländische Investoren bei den Auktionen kaufen, allerdings mit abnehmender Tendenz sowie Vertrauen.
-- Lüge Nr. 4 nennt die Euro-Krise weitgehend bewältigt.
Eine bewährte Methode des Werbens um Glaubwürdigkeit liegt (immer schon) in der Diminuierung, ja sogar Verniedlichung, einer in Wahrheit Riesenkatastrophe, die der Euro durch seine Existenz stets bleibt - bis zu seinem logischen Ende, welches sich ankündigt in
-- Lüge Nr. 5, wonach kein Mensch befürchten muß, für andere in der Währungsunion zahlen zu müssen - was bereits aktuell widerlegt wäre, aber nicht verifiziert wird -, jedenfalls nicht unbegrenzt, was ebenso unwahr wäre.
Weil die EZB mit ihren Einlagen - eigentlich sind es bisher nur Garantien der Gewährsträger, also aller Mitglieder, jedoch Deutschland als (noch) solventestes, welche sich bei Bedarf in Zahlungspflichten umsetzen - grenzenlos haftet, so auch für die Anleihen der PIIGS, welche sie drastisch überteuert hereinzunehmen sich verpflichtete, droht dem vornehmlich deutschen Steuerzahler teures Ungemach.
Auch wegen
-- Lüge Nr. 6, wonach der ESM nur in Grenzen Haftung für den Steuerzahler generierte.
Ganz im Gegenteil ist der ESM per Hintertüre grenzenlos - wie sachverständig belegt - und dient künftig auch der Haftung für Bankinsolvenzen EU- und wie man hört sogar weltweit. Die angeblich engen Voraussetzungen wurden bereits jetzt so gefasst, daß sie nicht stören werden.
-- Lüge Nr. 7 befasst sich ebenfalls beispielhaft mit dem ESM, wenn behauptet wird, die Haftung etwa Deutschlands für andere ausfallende Euro-Länder gäbe es nicht.
Es gibt sie. Das könnten schlimmstenfalls, was stets am wahrscheinlichsten ist, alle anderen sein, ausnahmslos - sofern Deutschland weiter derart naiv mit sich umspringen läßt.
Dann haftete Deutschland als einziges Land gegenüber dem Rest der Welt für alle Verbindlichkeiten der Währungsunion unbegrenzt und auf alle Zeit.
Das erinnert nicht zu Unrecht an die Reparationszahlungen aus WK I und II.
-- Lüge Nr. 8 liegt in der Unterschlagung der Tatsache, daß eine Währungsunion (beim Euro ginge selbst das wohl nicht) allenfalls in einem Gemeinschaftsstaat, nicht jedoch einer Staatengemeinschaft praktizierbar wäre, was historisch belegt ist. Das führt zu
-- Lüge Nr. 9, die ängstlich, weil hoffnungslos, verschweigt: Die für einen Gemeinschaftsstaat nötige Souveränitätsabgabe an Brüssel muß zweidrittelmehrheitlich per Volksabstimmung in allen Nationen entschieden werden - parlamentarische Mehrheiten reichen nicht.
Dazu addiert sich
-- Lüge Nr. 10, mit der verschwiegen wird, daß Verfassungsrecht in allen beteiligten, also gegenwärtig 18 Staaten vorschreibt, daß unter gewissen weitgehend ähnlichen Voraussetzungen Volksbefragungen mit Zweidrittelmehrheitserfordernis bereits dann durchzuführen wären, wenn auch nur der Kern ihrer Verfassungen - gut bekannt: das Haushaltsrecht des Parlamentes rsp. Volkes - angetastet sein könnte.
Da gibt es - gottseidank - überall Kläger, die sich nicht verschaukeln lassen wollen.
Verfahren dieser Art dauern regelmäßig mehrere Jahre - in jedem Land.
Der Euro wird deren Ende ohnehin nie erleben können.
Den Regierungen und Brüssel - auch den Banken nebst EZB - ist dies vermutlich geläufig. Dennoch verheimlichen sie es den Menschen in der Hoffnung, zwischenzeitlich einem der PIIGS oder gar Frankreich die Schuld am festgestellten Verrecken des Euro zuschieben zu können.
Fazit dieser kurzen Tour d´Horizon zum Euro: Lieber das schnelle Ende mit Schrecken als den Schrecken ohne Ende. Letzterer wäre in jedem Falle teurer - garantiert.