Frankreich zähle ich allerdings nicht mehr zu den Kernstaaten.
Es stimmt aber, die franzözischen Banken haben sich in größeren Umfang an CDS-Geschäften beteiligt.
Die Zahlen habe ich gerade nicht parat - hatte mir diese aber mal Anfang des Jahres herausgesucht.
Der Markt von Kreditderivaten wird in erster Linie von den amerikanischen Banken dominiert.
An zweiter Stelle kommen dann allerdings die französischen Geschäftsbanken.
Es geht da nicht nur um Kreditderivate, die Griechische Staatsanleihen betreffen.
Auch bei Staatsanleihen der anderen Giips-Staaten sind die Französischen Banken in Europa insgesamt am stärksten involviert.
Hollande wird schon wissen, warum er die Eurobond so gerne möchte.
Mit den bisherigen Rettungspaketen haben wir letztlich in erster Linie unsere Banken gerettet - Den entsprechenden Ländern und der Bevölkerung haben sie am Ende nur wenig genutzt.
Warum retten wir die Banken dann nicht lieber direkt, anstatt den Umweg über die vermeintliche Hilfe an Staaten zu gehen.
Was da betrieben wird ist im Grunde reine Insolvenzverschleppung. Ich glaube nicht, dass wir diesen Ländern damit einen gefallen tun.
Kurzfristig mag es das jeweilige System erstmal weiter am laufen halten - die Verbindlichkeiten werden jedoch indessen größer und größer und der Zinseszinseffekt greift gnadenlos durch.
Alle Schulden die heute aufgenommen werden schmälern morgen den Handlungspielraum.
Mittlerweile müssen bereits Schulden aufgenommen werden, um die Zinsverpflichtungen alter Verbindlichkeiten zu bedienen.
Da die neuen Schulden ebenfalls verzinst werden müssen, entsteht auf diese Weise ein Zinsezinseffekt.
Es handelt sich um harte Solvenz- und nicht um bloße Liquiditätsprobleme.
Um weitere Schuldenschnitte und ein Deleveraging insgesamt wird man kaum umhin können.
Wobei im übrigen nicht nicht nur die öffentliche sondern auch die private Verschuldung in den Industrienationen ein Problem darstellt.
Ohne eine schmerzhafte längere Rezession wird dies natürlich kaum möglich sein.
Diese Rezession wäre allerdings unvermeidbarer Teil eines wichtigen Gesundungsprozesses.
Gehen müssen werden wir diesen Weg ohnehin - ob wir ihn nun länger vor uns herschieben und immer teurer machen, oder nicht.
Erst wenn alle notwendigen Schuldenschnitte erfolgt sind und die wirtschaftlich schwachen Staaten zu einer eigenen Währung zurückgefunden haben sehe ich aus langfristiger (!) Sicht den nötigen Grundstein für eine nachhaltige Stabilisierung und Gesundung gelegt.