Jetzt lass doch die Börse erstmal diese Brexit-Unsicherheit verarbeiten. Obwohl wer weiß schon ob es wirklich zu einem Brexit kommen wird.
Das Problem könnte morgen früh aus Japan kommen, denn der mittlerweile sehr starke Yen, der dazu noch am Freitag weiter kräftig gestiegen ist, dürfte für den Nikkei alles andere als gut sein. Auch die Wahlen in Spanien dürften die Börse nicht ganz ignorieren und da könnte es tatsächlich zu einer Regierungsbildung der Sozilaisten um Podemos kommen und ich denke mal, dass das zumindest die europäsichen Börsen überhaupt nicht gefällt.
Bin aber ganz bei dir Dr. Faust von einer Aktienhausse wie das immer mal wieder behauptet wird sehe ich auch nichts. Der DAX, MDAX oder TecDAX liegen mehr oder weniger deutlich unter ihren Hochs und der Dow wie der S&P 500 treten nun schon seit über 12 Monate quasi auf der Stelle. Einzig der SDAX läuft noch einigermaßen gut, aber wir haben auch in Deutschland einige top Nebenwerte.
Bin aber bei dir mit dem S&P 500 bzw. dem Dow Jones, beide sind wirklich auf einem sehr hohen Niveau und beide sind auch noch hoch bewertet mit KGVs von um die 20. Ganz im Gegensatz zum DAX, denn dessen KGV-Bewertung liegt nach dem Freitagabsturz gerade mal noch bei 11 (niedrigste mit 9er KGVs Lufthansa und VW) und damit deutlich unter dem Durchschnitt der letzten 20 Jahren. Dazu gibt es beim DAX noch eine Dividendenrendtie von 3%. Von der Seite her besteht beim DAX normalerweise keine allzu große Gefahr nach unten, aber die Börse untertreibt bzw. übertreibt sehr gerne. Zumindest temporär. Mit der ganzen Brexit-Diskussion gibt es jetzt natürlich verdammt viele Unsicherheiten. Ich persönlich glaube nicht an einen Brexit, denn so wie es mittlerweile aussieht haben nun viele Briten begriffen was sie da am Donnerstag überhaupt angestellt haben mit Leave und von den Brexit-Politiker hört man nun schon seit 2 Tagen rein gar nichts mehr. Es könnte aber sicher auf die 8.800 beim DAX gehen, muss aber nicht, denn eines ist doch auch klar es gibt doch in dieser Niedrigzinsfase so gut wie keine Alternativen zu Aktien.
Meine Priorität liegt nun bei Gold, denn da sieht es nun wirklich so aus als ob das unnützeste Asset einer der ganz großen Profiteuere dieser Brexit-Unsicherheit ist. Zumal ja nun in den USA eine weitere kleinere Zinserhöhung wohl nict so bald kommen wird. Außerdem kann man sich bei Gold super nach dem Chart richten. Gold darf halt nicht mehr unter die 1.300 fallen. Auch ein Short auf den Pfund scheint ein gutes Invest zu sein.
Das alles kann aber morgen Mittag schon wieder anders aussehen. Denn morgen findet eine Sitzung im britischen Unterhaus statt und wer weiß schon wie die ausgeht. Über 70% des britischen Unterhauses sind gegen den Brexit, aber nur das britische Unterhaus kann den Brexit einleiten. Mal sehen, aber das riecht förmlich nach baldige Neuwahlen in Großbritannien und diese Neuwahlen dürften dann bestimmt der Lakmustest für einen Brexit sein. Ob das für die Börsen gut wären keine Ahnung, denn das würde ja die Unsicherheiten deutlich verlängern.
Sei wie es sei momentan ist alles recht müssig, denn aktuell ist die Börse mal wieder komplett unberechenbar.