Die EZB beklagt angeblich zu hohe Zinsen für Unternehmen in den Pleiteländern.
Und um das zu kurieren will sie nicht etwa Unternehmensanleihen (siehe oben im Thread ) kaufen (ginge ja auch mittelbar über Staatsfonds) sondern Staatsanleihen auf dem Sekundärmarkt.
Auch hier stellt sich die Frage : cui bono.
Brauchen die Unternehmen in den rezessionsgeplagten Pleiteländern überhaupt soviel Geld? Hier gilt dasselbe wie bei den Amis.
Und wie soll der Kauf von Staatsanleihen bei Unternehmensfinanzierung helfen?
Die Banken können so Schrottpapiere aus der Bilanz and ei EZB verschieben, aber das bedeutet keineswegs, das sie geld in die Realwirtschaft fließen lassen.
Das hat die Vergangenheit hinreichend gezeigt.
Mit dem billigen Geld wird gezockt auf allen Assetmärkten , notfalls bdei der EZB gehortet, aber unternehmerische Risiken werden nur zurückhaltend finanziert.
Das sieht man hierzulande doch lange. Die Banken schwimmen in Geld, Zinsen auf Einlagen sind auf Rekordtief, Bundesanleihen werfen keine nennenswerten Renditen ab, aber die "riskanten" Mittelstandsanleihen müssen teiils 7% und mehr bieten, um gekauft zu werden.
Und auf der Nachfrageseite gilt dasselbe: Sollen sich die Italiener, Spanier und Griechen noch mehr teure Karossen aus Stuttgart, München und Ingolstadt auf Pump bestellen?
Oder wäre es nicht sinnvoller, in diesen Ländern den mühsamen und langen Weg einer besseren Wettbewerbsfähigkeit zu gehen - niedrigere Löhne, bessere berufliche
und schulische Bildung, zuverlässigere Rahmenbedingungen für Investoren (weniger korrupte und effizientere Verwaltungen etc. ) als die ersten Ansätze dazu schon wieder mit Geldbündeln für die Finanzmafia zuzuschütten.
Auch hier wird ein Scheinargument von der EZB vorgeschoben für ihre Gelddruckerei.
Das Geld wird nicht diejenigen erreichen, die es bräuchten.
Letztlich mag das Ganze - so wirds ja auch verkauft - auch in bisschen eine Drohgebärde gegen die "bösen" (aus EZB udn Politikersicht) Spekulanten sein - das sind ja die, die angeblich gegen die Länder und ihre Bonität spekulieren, indem sie Anleihen (und ggf. Währungen) leerverkaufen.
Ich habe aber bisher noch keine Polemik gegen die "guten" Spekulanten gehört.
Diejenigen sie in der Vergangenheit ud auch jetzt zu viele Staatsanleihen gekauft haben
und damit die Blase und ihr Platzen - und somit das Wirken der "bösen " erst ermöglichten.
Diejenigen, die die Rohstoffpreise treiben und damit die Armen in den Pleiteländern überproportional schinden. Für einen durchschnittlichen verdienenden Spanier, Griechen oder Rumänen wirkt sich der hohe Benzinpreis schlimmer aus als für uns ..
Und den "guten" wie jetzt zuviel Spielgeld zu geben soll gut sein?
Kurzum, diese ganzen Scheinargumente (schon die idiotische Aufteilung in "gute" und "böse" Spekulanten, die von unseren finanzanalphabetischen Politikern und den EZB-Bankern so gerne verbreitet wird!) kann man in die Tonne treten.
Sie sollen nur die eigentlichen Profituere der Gelddruckerei und ihre Methoden verbergen.