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Der USA Bären-Thread


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S&P 500 6.914,75 +0,04% Perf. seit Threadbeginn:   +373,94%
 
learner:

Öl kommt so langsam in die kritische Zone

4
01.08.13 21:53
und dann steht auch noch die saisonal schwache Zeit für Öl an. Zudem hängt der Bullenhimmel voller Geigen, Ben und Dragi als Garanten für den ewigen Anstieg. Muuuuuuhhhh!

Aber muss der Ölpreis nicht weitersteifen, wenn die Amis wieder wie die Jecken Pick-Ups kaufen?
Das ist der Aufschwung!
http://www.ariva.de/news/...obauer-knuepfen-an-Glanzzeiten-an-4736178

Ich werde jetzt nicht den Chart der durchschnittlichen Lohnhöhe von Marktdaten einstellen. Kann sich jeder im Netz ansehen und zu den Auto-Suprimekrediten hat AL auch schon des Öfteren was gepostet.


(Verkleinert auf 39%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 629271
Glücksbehindernde Überzeugung: "Ich verlange Gerechtigkeit und Fairness!"
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learner:

Sorry für die vielen Tippfehler, bin einfach müde!

2
01.08.13 21:54
Glücksbehindernde Überzeugung: "Ich verlange Gerechtigkeit und Fairness!"
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Anti Lemming:

kreative Tippfehler

 
02.08.13 08:55
Deine Wortschöpfung "weitersteifen" ist gar nicht schlecht. Passt zu "Morgenlatte", die sich bei den (over-fucked) US-Futures heute morgen allerdings etwas flau anfühlt.
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Anti Lemming:

Ami-Börsenseiten "feiern" den hohen Ölpreis

3
02.08.13 09:14
so, als wären die Hauspreise gestiegen (WSJ unten).

Mir persönlich erschließt sich nicht, was an einem Preissprung um 5 Dollar in 24 Std. bei US-Öl (entsprechend 5 % Teuerung, siehe Chart unten) so toll sein soll. Mag ja sein, dass Öl-Aktien dann weiter steigen (trotz Exxon-Enttäuschung), aber für den US-Verbraucher sind die Anstiege ein spaß- und konsumbremsendes Ärgernis.

Hauspreisanstiege nützen den US-Verbrauchern faktisch, weil dann weniger (verspekulierte) Hausbesitzer von Zwangsversteigerungen bedroht sind. Auch den mit Immo-Schrott verzockten Banken nützen sie. Ölpreisanstiege hingegen schaden dem Konsum, weil das an der Tanksäule gelassene Geld für anderweitigen Konsum fehlt. Das wiegt insbesondere in Zeiten von Reallohnabbau schwer. Ölpreisanstiege nützen nur den US-Ölmultis (z. B. George Bush und seinem Ex-Vize Cheney) und Zockerbanken wie Goldman und JPM, die Öl in Tankern vor der Küste bunkern und auf Anstiege spekulieren.



www.wsj.de/article/SB10001424127887324136204578641950324907008.html

Öl trotzt dem Abschwung auf dem Rohstoffmarkt

Das Wachstum der US-Wirtschaft und Verbesserungen an der amerikanischen Infrastruktur für Energietransport haben den Abschwung am Rohstoffmarkt unbemerkt am Öl vorbeiziehen lassen.

An der New York Mercantile Exchange hat sich Rohöl dieses Jahr bereits um 14 Prozent verteuert, und das trotz des langsameren Wachstums in China und der steigenden Produktion in den USA. Der Dow Jones-Commodity Index für Rohstoffpreise ist zum Vergleich seit Jahresanfang um neun Prozent gefallen.

Manche Investoren sehen Potenzial für weiter Preisanstiege. Noch nie haben Vermögensverwalter so viel Geld darauf gewettet, dass Ölpreise weiter steigen werden, berichtet die Commodity Futures Trading Commission, die seit 2006 Daten dazu sammelt. Die Anzahl der Verträge, die auf steigende Preise setzen, haben sich seit Jahresanfang mehr als verdoppelt, auf 334.094 Stück, berichtet die CFTC. Diese Positionen sind zudem noch größer als die Verträge aus den Monaten, bevor der Ölpreis im Juli 2008 ein Niveau von 147 US-Dollar erreichte. ...
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Der USA Bären-Thread 629337
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Anti Lemming:

Ex-GS-Händler Tourre wegen Mrd.-Betrug verurteilt

5
02.08.13 09:57
So begrüßenswert es ist, dass Leute, die andere (meist Ausländer) mit US-Subprime-Schrott um zig Milliarden betrogen haben, nun endlich bestraft werden, so bedauerlich bleibt, dass sich Goldman selbst - wie bei US-Großbanken üblich - durch Zahlung einer Bagatellstrafe an die SEC und ohne Anerkennung einer Schuld aus der Affäre stehlen konnte.

Im WSJ-Titel wird der Verweis auf Goldman übrigens weggelassen (s.u.). Dabei dürfte außer Frage stehen, dass Trader Tourre nur das tat, was seine Vorgesetzten bis hinauf zu Blankfein von ihm verlangt hatten. Im Endeffekt wird, nachdem sich Goldman bei der SEC freigekauft hatte, lediglich einem "Mann aus der dritten Reihe" pro forma der Prozess gemacht.

(weiterer-  bitterer - Kommentar zum folgenden Artikel am Ende des Postings)

.

www.wsj.de/article/SB10001424127887324635904578642970887153466.html

Ex-Händler Tourre wegen Milliardenbetrugs verurteilt.
(A.L.: kein Hinweis auf Goldman im Titel!)


Ein Gericht in New York hat den ehemaligen Investmentbanker von Goldman Sachs, Fabrice Tourre, des Betrug für schuldig befunden. Ihm wird vorgeworfen, wissentlich Anleger in die Irre geführt zu haben. Die Geschworenen-Jury in New York befand den 34-jährigen Franzosen am Donnerstag in sechs von sieben Anklagepunkten für schuldig.

Für die US-Regierung und die Börsenaufsicht SEC ist das Urteil ein wichtiger Sieg, gilt Tourres Fall doch als Symbol für die Exzesse der Wall Street vor der Finanzkrise. [So, so - und warum kommt Goldman selbst ungeschoren davon? Die SEC hätte in dem gravierenden Fall ja auch ein pauschales Von-Schuld-Freikaufen ABLEHNEN können... A.L.] Tourre war ein Jungstar der Finanzbranche, sein Spitzname lautete "fabelhafter Fab". Der damals 28-jährige Franzose schuf Anfang 2007 das Investmentpapier "Abacus 2007-AC1", das auf einem Bündel fauler US-Immobilienkredite basierte. Sogenannte forderungsbesicherte Wertpapiere (CDOs) wie das Abacus-Produkt werden für den Beginn der Finanzkrise verantwortlich gemacht....




A.L: Das Faulwerden dieser Papier trieb - nach zig notwendig werdenden Bankenrettungen - die deutsche Staatsverschuldung um schätzungsweise 20 % in die Höhe. Manche sprechen von einem Billionen-Schaden, wenn man die in den zig Bad Banks deutscher Banken abgelagerten (und noch nicht abgeschriebenen) Subprime-Schrott mit einrechnet.

Der aktuell gefeierte "Aufschwung" in USA bzw. bei US-Banken kommt nicht zuletzt daher, dass diese deutsche Billion vor 2008 faktisch in die USA geflossen ist. Aus anderen EU-Ländern kam noch mindestens 1 Billion hinzu . All dieses Geld "verschwand nicht" (wie Wall Street behauptet), sondern kam zunächst den Erdbeerpfückern, Pennern und Tagelöhnern zugute, die sich von den Subprime-Krediten ohne Eigengeld Villen kaufen und eine Weile drin leben konnten. Zwar verloren sie diese Häuser später durch Zwangsversteigerung. Doch die Substanz blieb ja in USA stehen. Diese Villen haben seit 2012 Ami-Banken und Hedgefonds im großen Stil - und teils mit Fed-Hilfen - zum Vermieten aufgekauft. D.h. diese Häuser - ursprünglich von Europäern finanziert (ohne Rückzahlung!) - sorgen aktuell bei den Wall-Street-Aufkäufern für jede Menge freien Cash-Flow. = (Money for nothing)
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lady luck:

Top Fed economist slams 'incoherent' ECB

4
02.08.13 11:44
The US Federal Reserve has launched a blistering attack on the European Central Bank, calling for quantitative easing across the board to lift the eurozone fully out of its slump.

In a rare breach of central bank etiquette, a paper by the Richmond Fed said the ECB is hamstrung by institutional problems and acts on the mistaken premise that excess debt is the cause of the eurozone crisis when the real cause is the collapse of growth, which has, in turn, spawned a debt crisis that could have been avoided.

“The ECB lacks a coherent strategy for creating the monetary base required to sustain the money creation necessary for a growing economy,” said the paper, written in July by Robert Hetzel, the bank’s senior economist.

It called for direct action to buy “bundles” of small business loans, as well as “packages of government debt” across EMU states, including German Bunds. “The ECB will have to be clear that surplus countries will experience inflation above 2pc for extended periods of time,” and must be prepared to “explain to the German public” that this is desirable.

“Most important, the ECB needs to start by recognising that Europe’s problems are more than structural. It needs to stop using monetary policy as a lever for achieving structural changes and to end its contractionary policy.”

While the paper reflects the views of the author, there is no doubt that many Fed officials feel the same way.

The ECB brushed aside the advice on Thursday, leaving the main policy rate at 0.5pc. The decision to sit tight comes despite shrinking liquidity in the eurozone and a credit shock imported from the US, and amounts to “passive” tightening.

Mario Draghi, the ECB president, said there were signs of returning confidence after six quarters of recession, pointing to “gradual recovery in economic activity in the remaining part of the year and in 2014”.

The ECB has so far resisted calls from the International Monetary Fund and the OECD for more stimulus to ensure that recovery reaches “escape velocity”.

Long-term borrowing costs have jumped by more than 60 basis points across the eurozone since the Fed shifted gears in May and began to signal an early end to QE, aggravating the credit crunch across southern Europe.

The IMF warned last week that the tapering of bond purchases by the Fed risks reigniting the EMU debt crisis. “Recovery remains elusive,” it said.

The ECB has so far tried to counter the Fed shock by adopting a new policy of “forward guidance” and promising to keep rates low for a long time, but words alone have had little effect. Mr Draghi said the rise in yields is “unwarranted” and will be watched closely, a hint of future rate cuts if trouble persists, but it is unclear whether the German-led bloc of hawks in the ECB’s Governing Council is willing to go that far.

He may have undercut the dovish message by playing down any danger of deflation, describing the negative inflation rates in Spain, Greece and Cyprus (stripping out tax rises) as “one-off effects” or welcome adjustments in prices. “We don’t see self-fulfilling expectations of broad-based price decreases in any euro area country,” he said.

Jacques Cailloux from Nomura said the biggest worry is repayment of €1 trillion in bank loans under the ECB’s long-term lending programme. The banks have handed back roughly 60pc of the money, effectively draining liquidity from the financial system. While this is a healthy sign in one sense, it has automatically forced up borrowing costs such as EONIA rates.

“The ECB should be cutting rates to zero to offset this. We have had some improvement in confidence, and localised credit easing in some countries has helped, but it is a very open question whether this is a sustainable recovery,” he said.

The eurozone’s broad M3 money has been flat since October, far short of the ECB’s 4.5pc growth target. Business credit contracted at an accelerating rate of 1.6pc in June. Retail sales fell in both Germany and France in June, while the latest WDMA reading for Germany machinery orders showed a 7.6pc fall in foreign orders.

Optimists have homed in on the spate of good news from PMI confidence surveys, including the latest rise in the eurozone manufacturing PMI to a two-year high of 50.3. Even Italy has jumped above the “boom-bust” line of 50 as Rome pays off €40bn in arrears to contractors, a back-door form of stimulus.

Neil Mellor from BNY Mellon said the jump in PMI indices can be misleading after a long slump. “You have to take these with a pinch of salt. Europe is bumping along the bottom and there is nothing in sight to kick-start growth momentum. At the end of the day, yields in Italy are 4.4pc and nominal GDP is contracting, and that means debt dynamics are still unsustainable,” he said.

www.telegraph.co.uk/finance/economics/...s-incoherent-ECB.html
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Anti Lemming:

Bundesnachrichtendienst verwendet NSA-Software

 
02.08.13 11:45
deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/...oftware-xkeyscore/

Internet-Überwachung: BND nutzt NSA-Software XKeyscore

Der riesige Daten-Staubsauger XKeyscore wird auch von deutschen Geheimdiensten genutzt. Angeblich nutzen der BND und der Verfassungsschutz diese im Gegensatz zur NSA und dem britischen Geheimdienst aber in einem viel kleineren Umfang. Der britische Geheimdienst erhielt für seine außerordentlich enge Zusammenarbeit mit der NSA sogar Geld....

A.L.: Kein Wunder, dass die Merkel zu NSA schweigt.
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Anti Lemming:

# 456 - Fed übt Druck aus EZB aus

 
02.08.13 11:50
Sieht so aus, als wären die "Entscheidungsträger" in USA über sämtliche Details, Aussagen, Winkelzüge, Rivalitäten, Protokolle usw. aus der verwanzten EZB-Zentrale bestens unterrichtet - dank NSA-Sypware.
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zaphod42:

AL

2
02.08.13 11:51
haben sie schon bei dir wegen Bildung einer terr. Vereinigung namens BT geklingelt? Du machst zuviel Destruktive Bomben Stimmung für deren Geschmack....

BOMBE BOMBE BOMBE (Hoffe das hilft, PISM einzuloggen)  
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Anti Lemming:

"Spyware"

 
02.08.13 11:54
muss es am Ende von # 458 heißen. SPY SPY SPEIH!
(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 629374
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Gelöschter Beitrag. Einblenden »
#106461

Anti Lemming:

US-BIP-Werte und Neue-Stellen-Zahlen passen seit

5
02.08.13 14:20
2009 nicht mehr zusammen (Chart unten).

Das Job-Wachstum wird entsprechend der roten Linie gemeldet.

Die blaue Linie ergäbe sich rechnerisch, wenn man das gemeldete BIP-Wachstum nähme und daraus - ausgehend von historischen Relationen - das äquivalente Job-Wachstum ermittelte.

Relativ zum mickrigen BIP-Wachstum erscheinen die gemeldeten Jobzahlen somit zu hoch. Vermutlich liegt dies daran, dass 80 % der neuen Jobs Teilzeitstellen sind, die in der Statistik aber wie Vollzeitstellen gezählt werden.

Nicht wenige Amis haben zwei und mehr Teilzeitjobs, weil sie sonst gar nicht mehr über die Runden kämen.

Mich würde mal interessieren, wie viele US-Jobber mindestens zwei Teilzeitstellen haben.

Ginge man - im Extremfall - davon aus, dass ALLE Teilzeitjobber zwei Teilzeitjobs ausüben, dann hätte es im letzten Monat statt 200.000 neuen Jobs nur 120.000 "Vollzeitjob-Äquivalente" gegeben. Und siehe da: Die rote Kurve unten würde auf das Niveau der blauen runterkommen.
(Verkleinert auf 81%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 629426
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Anti Lemming:

Nur 162.000 neue Stellen + schwache Einkünfte

2
02.08.13 14:35
U.S. creates 162,000 jobs in July
(unter Goldman-Erwartung von 200.000)

U.S. unemployment rate falls to 7.4% from 7.6%
(= Tapering droht)




June consumer spending up 0.5% as expected
U.S. June personal income up 0.3% below forecast

(= Die Amis geben ständig mehr Geld aus, als sie einnehmen. Dauerhaft "auf Pump" leben können aber nur Zentralbanken, nicht Joe Sixpack. Dem fänden sie dann nämlich das Haus weg.)
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Anti Lemming:

Warum der Euro nach schwachen US-Zahlen steigt

5
02.08.13 14:51
Die die schwachen US-Zahlen (# 463) bringen "risk off", was nach bisheriger "Lehrmeinung" EUR/USD gen Süden (= stärkerer Dollar) befördern sollte.

Faktisch sieht man das Gegenteil: EUR/USD (oben) dreht nach oben.

Dafür hab ich folgende Erklärung:

Das Gros der großen Hedgefonds spielt zurzeit den neuen (Abe'schen) Yen-Carrytrade. "Risk off" bedeutet hier: Stärkerer Yen, d.h. USD/JPY fällt (mittlerer Chart).

Demgegenüber spielt der EUR/USD-Carrytrade (der 2008 in der Öl/Rohstoffen mit Kursen bis 1,60 in höchster Blüte stand) nur noch eine untergeordnete Rolle.

Wenn Geld aus dem Dollar in den Yen zurückströmt (Chart oben), ändert das wenig am Verhältnis von EUR/JPY (Chart unten ist fast "flat", denn in diesem Paar ist der Dollar nicht enthalten).

Wohl aber ändert sich - indirekt - EUR/USD: Wenn Dollars gegen Yen verkauft werden, schwächst dies den Dollar, was auch EUR/USD hochtreibt (sozusagen als Zweitrundeneffekt zu den USD/JPY-Verkäufen im Chart oben).



.
FAZIT:  EUR/USD halt als Gradmesser für die Börsenstimmung bzw. Risikoneigung ausgedient. Der neue "Proxy" für Risk on/risk off ist USD/JPY.
(Verkleinert auf 94%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 629439
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Anti Lemming:

Korrektur

 
02.08.13 14:57
3. Absatz von unten:

Wenn Geld aus dem Dollar in den Yen zurückströmt (Chart Mitte)...
Antworten
Anti Lemming:

(Fehl-)Trittin offen für 2.griech. Schuldenschnitt

6
02.08.13 15:21
www.wsj.de/article/SB10001424127887323681904578643641189143814.html

Trittin sagt: "Man muss das Wachstum stärken, und mehr Wachstum zu haben, bedeutet stärkere Investitionen in diese Länder."

Das ist der übliche Murks, Pump-Wachstum als organisches Wachstum hinzustellen. Hört man auch vom IWF und von Bernanke.

Wenn Fehlstrukturen (Vetternwirtschaft, Steuervermeidung, viel zu hohe Löhne, zig Sondervergütungen) nicht beseitigt werden, kann Griechenland nur als Dauer-Schnorrer der EU-Geberländer überleben. Darauf läuft Trittins Vorschlag hinaus.

Politisch ist die Umsetzung obiger Strukturreformen aber offenbar nicht machbar. Deutschland würde dabei als "faschistischer Kontrolleur" hingestellt. Die Wut der Griechen würe sich nach AUSSEN richten, obwohl es sehr viel angezeigter wäre, wenn sie sich nach INNEN (Parasiten in der griech. Regierung, dortige Systemprofiteure und Steuerflüchtlinge) richten würde.

Folglich bleibt nur, die Drachme wieder einzuführen. Anschließend würde deren Kurs - marktgetrieben - stark fallen, was ebenfalls (in Euro gerechnet) die nötigen Gehaltskürzungen bringen würde - aber eben ohne Massendemonstrationen und ohne obige Fascho-Feinbilder. Bei einer billigen Drachme würde auch der Tourismus auferstehen, Griechenlands wichtigste Einnahmequelle.

Daher mein Gegenvorschlag: Einen zweiten Schuldenschnitt gibt es nur, wenn gleichzeitig die Drachme wieder eingeführt und damit ein Schlussstrich unter das vergangene, wenig glorreiche griechische Jahrzehnt gezogen wird.
Antworten
Anti Lemming:

Merkel sitzt in der "Euro-Falle"

3
02.08.13 15:54
Merkel muss "alternativlos" am Euro festhalten, weil sonst Banken und große Firmen, die in Griechenland investiert bzw. an den griech. Staat Geld verliehen haben, große Abschreibungsverluste machen würden. Ihre Pro-Euro-Politik ist in dem Sinne Klientelpolitik. Die hiesigen Banken und Firmen sollen auf Kosten der europäischen Steuerzahler (Rettungsfonds-"Solidargemeinschaft") vor Schaden bewahrt werden. Das ähnelt der altbewährten TBTF-Nummer, mit der 2008 auch Finanzminister Paulson in USA den alternativen Staatsbailout dortiger Banken erpresste.

Bei den Grünen und der SPD hingegen ist die Pro-Europolitik eher missverstandene Sozial-Romantik. Da wird von Solidarität mit Griechenland geschwafelt, obwohl die Griechen mit Deutschland (ihrer Melkkuh) ein keinster Weise Solidarität aufbringen, sondern D. - trotz zig Finanzhilfen - sogar als faschistoiden Kontrolleur brandmarken.
Hier sehe ich ein klares Werte-Missverhältnis.

Meine Lösung mit der Wiedereinführung der Drachme (# 466) würde eigentlich auch in das Konzept der "Freie-Markt"-Strategen von CDU/CSU und FDP passen, kollidiert aber aus den im 1. Absatz genannten Gründen mit deren TBTF-Klientelpolitik.

So kommt es bei Merkel in einer Art Kompromiss zur "Sparlösung": Sie behält den Euro bei, besteht aber auf Sparen und Strukturreformen. Mit letzteren klappt es jedoch  - logischerweise - nicht, weil es sich die Griechen im Euro recht bequem gemacht haben. Wozu auf die zahlreichen, selbst geschaffenen Privilegien (Mercedes-fahrendes Hochlohnland mit Dritte-Welt-BIP) verzichten, wenn man statt dessen auch über zig neue Kredite, gefolgt von immer neuen Schuldenschnitten, auf Kosten der EU-Geberländer leben kann? Hinzu kommt, dass die Griechen bei der "Merkel-Lösung" ausnutzen können, dass Merkel steht wegen ihrer Klientel unter Druck steht, den Euro zu halten. Wozu also groß Reformen veranstalten und freiwillig das Euro-Paradies verlassen?
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Anti Lemming:

2013 - in USA "das Jahr Teilzeitjobs" (77 %)

4
02.08.13 16:51
Nach heutigem Stand waren 77 % aller seit Jahresbeginn in USA neu geschaffenen Stellen Teilzeitjobs.

www.zerohedge.com/news/2013-08-02/...-2013-77-or-731000-are-part-time

...What really shows what is going on in America at least in 2013, is the following summary: of the 953K jobs "created" so far in 2013, only 23%, or 222K, were full-time. Part-time jobs? 731K or 953K of total.

(Verkleinert auf 71%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 629456
Antworten
zaphod42:

Dazu

2
02.08.13 18:33
"According to Alpert’s analysis, 69% of the jobs created in the second quarter – and 57% in the first half of 2013 – were in the three lowest-paying sectors of the economy: retail trade, administrative and waste services, and leisure and hospitality. These jobs, which account for 33% of all private sector jobs, pay an average of $15.80 per hour.

“What you’re seeing is now the spreading of low wage growth,” he says, noting those trends continued in Friday's July jobs report. “Really we have become a nation of hamburger flippers, Wal-Mart sales associates, barmaids, checkout people and other people working at very low wages.”

The growth of low-wage jobs helps explain why the majority of Americans continue to believe the economy is in recession, despite a falling unemployment rate – now down to a four-year low of 7.4% – a record-setting stock market rally and a rebound in the housing market."

finance.yahoo.com/blogs/daily-ticker/...21lBHB0A3BtaA--;_ylv=3
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Anti Lemming:

Die einträglichen Jobs,

7
02.08.13 20:11
z. B. Facharbeiter- und Ingenieursstellen, haben die Ami-Konzerne nach China und in andere Billiglohnländer ausgelagert. Dort sind die Stundenlöhne teils mehr als zehn Mal niedriger. Diese Jobs kommen wegen des Kostenvorteils auch nicht zurück, egal wie viele Dollars Bernanke druckt.

Die in USA verbliebenen Jobs sind überwiegend im Niedriglohnsektor. Bulettenbrater, Health Care, Bars, Zimmermädchen braucht man schließlich vor Ort. Früher waren diese Jobs eine Domäne der Immigranten, vor allem aus Lateinamerika. Heute müssen die arbeitslosen US-Facharbeiter diese Billigjobs annehmen, um überhaupt von was leben zu können.

Im US-Ausland haben die US-Exportfirmen inzwischen ein Art Parallel-Universum errichtet. Gewinne, die Firmen wie Caterpillar oder Apple in China machen, müssen erst versteuert werden, wenn das Geld nach USA zurück gebracht wird. Das findet deshalb gar nicht erst statt. Die Ami-Firmen nutzen das steuerfreie "Auslands"-Geld vielmehr, um in Ausland noch mehr Produktionsstätten zu bauen. Das bringt gleich auf mehreren Ebenen Vorteile:

1. Sie können zusätzlich die Steuergelder investieren, die sie sonst - bei Rückführung des Kapitals in die USA - an den Staat zahlen müssten.

2. Auch die neuen Gewinne der neuen Produktionsstätten sind steuerfrei, da diese ebenfalls im Ausland anfallen. Dabei können z. B. auch in China angefallene Gewinn in Vietnam reinvestiert werden.

3. Die Lohnkosten für die Mitarbeiter in den Schwellenländern liegen um Größenordnungen unter denen in USA. Dennoch werden die Fertigprodukte oft in USA (zu US-Preisen) verkauft. Apple stellt iPhones für 40 Dollar her und verkauft sie für das 20-fache in USA.

Diese Faktoren zusammen - ein typisches Globalisierungs-Phänomen - sind die wahren Ursachen für die US-Jobmisere. Diese Jobmisere geht aber nicht (bzw. noch nicht) mit einer Börsenmisere einher, weil die Firmen mit diesen Konstruktionen hohe Gewinne erwirtschaften - egal wie dreckig es den Arbeitlosen in USA geht.

Der Trick ist, dass für die Ermittlung der Quartalszahlen die Auslandsgewinne sehr wohl mit rangezogen werden - obwohl sie nie nach USA (Inland) gelagen. Die "Bilanz- und Börsenwelt" ("tolle Zahlen", hohe Kurse) der internationalen Multis ist USA. Ihre "Geldwelt" (wo die reale Kohle liegt) ist das gesamte Ausland außerhalb der USA.

Kein Wunder, dass die Staatsverschuldung in USA immer höher wird. Statt mit QE neue Luftschlösser zu bauen, könnte Obama einfach die Steuerregeln ändern und Konzerne dazu zwingen, auch ihre Auslandsgewinne - oder zumindest einen Teil davon - in USA zu versteuern.
Antworten
Stöffen:

Anleger werden auf jeden Fall Vermögen verlieren

4
02.08.13 20:33
Anbei die recht interessanten Denkansätze des wohl ehemaligen BCG-Member Daniel Stelter, welche auf jeden Fall durchaus bedenkens- und diskussionswürdig sind.

"Anleger werden auf jeden Fall Vermögen verlieren"

Top-Berater Daniel Stelter fordert ein sofortiges Ende des Wirtschaftens auf Pump, einen Schuldenschnitt und mehr Investitionen in Zukunftsprojekte wie Bildung, Ressourcen-Schonung und Zuwanderung.

„Seit über 30 Jahren wachsen die Schulden in der gesamten westlichen Welt, also Nordamerika, Europa, Japan und Australien, schneller als die Wirtschaft. Seit den 1980ern haben wir unseren Wohlstand mit immer mehr neuen Schulden erkauft, weil das reine Wirtschaftswachstum dafür nicht mehr ausreichte. Begonnen hat das unter Ronald Reagan, beschleunigt hat den Prozess der frühere US-Notenbankpräsident Alan Greenspan, für mich einer der Hauptschuldigen an der Misere.“

Komplett hier

www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/...egen-verlieren/8569946.html
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Anti Lemming:

Weitere Highlights aus Stelter-Interview

 
02.08.13 21:41
(Quelle: Link im letzten Posting)

Was heißt das für die Anleger?

Sie werden vermutlich einen Teil ihres Vermögens verlieren, egal, wie sie sich aufstellen. Eine individuelle Lösung, mit der sich Einzelne vor dem Schicksal der Masse retten können, gibt es nicht.

Viele kaufen Gold oder Immobilien.

Auch das wird nichts nutzen. Gold ist zwar wahrscheinlich eine gute Versicherung gegen manche Extremszenarien, es wirkt aber auch nicht in jedem Fall. ...

Aber... Sachwerte wie Immobilien [müssten] doch eine gute Idee sein, vor allem, wenn sie an Schuldenschnitt oder Inflation glauben?

Das ist leider nicht konsequent zu Ende gedacht. Sachwerte verlieren zwar nicht durch Schuldenschnitt oder Inflation, aber danach würde es politisch mit hoher Wahrscheinlichkeit eine große Koalition der Verarmten geben; und die wird die Wenigen,
die ihr Vermögen gerettet haben nicht unbehelligt lassen. Reiche werden in irgendeiner Form ihren Obolus bringen müssen. Wer Immobilien besitzt, kann davor nicht weglaufen.

In einer Art Lastenausgleich, wie 1952?

Ja, wir haben da eine Tradition in Deutschland.

Was raten Sie Anlegern?

Wenn sie jung sind: Investieren Sie vor allem in ihre Bildung und in die ihrer Kinder. Wegen der weltweiten Überalterung werden gut ausgebildete Fachleute in der Welt gesucht sein und wieder gut verdienen können.

Und wenn sie älter sind?

Ich will nicht zynisch sein, aber dann können Sie wirklich nur Schadensbegrenzung betreiben. Man sollte sein Geld streuen. Gegen eine selbst bewohnte Immobilie – in bescheidenem Rahmen – ist nicht viel einzuwenden. Die wird wahrscheinlich nicht besteuert. Wenn Sie viel Geld besitzen, sollten Sie es verteilen, auf mehrere Banken im In- und Ausland, aber auch auf mehrere Assetklassen wie solide Anleihen, Edelmetalle, Bargeld,...
Antworten
Dreiklang:

Die Dialektik der Krise (Bezug auf #382)

4
03.08.13 09:03
Wir sind in einer Übergangszeit ( = Zeit der Anomalien), in der gegenläufige Prozesse auftreten, die sich zu widersprechen scheinen - weswegen man zu einer "These" (aus klass. Ansätzen folgend) eine "Antithese" braucht (um gegenläufige Prozesse zu beschreiben) , welche dann zu einer  Synthese führt, welche die Prozesse zusammenbringt . Die Geschichte löst die Dialektik naturgemäß immer in einer Synthese auf, allerdings meistens nicht so, wie sich das Politiker vorstellen.

Eine solche Anomalie ist z.B. "Dutch Disease" - ein Beispiel aus den 60er Jahren. Für die heutige Zeit verwende ich den Begriff "Leistungskrise", welche scheinbar durch "Hortung" gelöst wird.

Fakt ist: QE päppelt über damit querfinanzierte Staatsaufträge (Rüstung usw.) das BIP und schafft auf diesem Umweg reale Arbeitsplätze. Diese Staatsaufträge werden aus Neuverschuldung finanziert, die seit Anfang 2013 zu 100 % aus QE refinanziert wird.

Rüstung war für die  USA z.Zt. des kalten Krieges eine gigantische Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, welche die Wirtschaft stark beanspruchte ( = überlastete) und damit einen Teil der Inflation verursachte. Doch die Wirtschaft war seinerzeit wesentlich leistungsfähiger als heute. Deshalb ist für die USA die heutige (geringere) Rüstung "teurer" als sagen wir ca. 1966.

Tapering bzw. das QE-Ende würde sich negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken, weil das BIP dann (mangels Staatsaufträgen und Staatsbeihilfen) sogar in den roten Bereich fallen könnte. Die Stimmung, auch bei den Unternehmen, würde sich eintrüben. Über psychologische Kaskadisierungen - Vertrauensschwund bei Firmen und Verbrauchern - , Auftragsstornierungen usw. würde Bernankes mühsam in die US-Wirtschaft gepumpte heiße Luft langsam (und dann immer schneller) entweichen.
Wir hätten dann, um Dreiklangs Terminologie zu benutzen, nach wie vor die mit (und trotz) QE vorhandene Leistungskrise, die wegen zunehmener Arbeitslosigkeit noch durch eine Nachfragekrise verschärft würde. Das ohnehin vorhandene Überangebot bliebe wie Blei in den Läden liegen.
In der Folge würden mMn die Preise (inkl. Assetpreise) fallen, ohne dass diese Preisreduzierungen zu Nachfrageerhöhungen führen.


Das ist klassische (deflationäre) Abwärtsspirale nach Keynes.  Einem radikalen Preisverfall steht aber (schein-paradox) die Leistungskrise entgegen - welche diese befürchtete Deflationsspirale verhindern wird. Denn wenn tatsächlich eine Leistungskrise vorliegt (und nicht nur eine geplatzte Finanzblase), dann ist ursächlich für diese Krise ein zu schwaches Angebot (in den USA selbst), verbunden mit zu hohen Preisen, welche die Nachfrage ausbremst. Welche zusätzliche Produktionslücke soll da jetzt noch entstehen bzw. wie erheblich fiele sie aus?

Käme es tatsächlich zu einer zusätzlichen Produktionslücke durch QE-Einstellung, wäre dann klassisches Deficit-Spending die adäquate Antwort - und
fundamental gerechtfertigt. Der Markt würde bei einer real deflationären Entwicklung eine solche Ausgabenpolitik (Infrastruktur, Rüstung) positiv aufnehmen, ohne dass es dazu der MSM-Propaganda bzw. eines "Spins" bedarf. In einer echten Produktionslücke ist Deficit-Spending viel billiger zu haben als in der aktuellen Situation, da das jetzige Deficit-Spending die Tendenz zur Hortung nur verschärft (und damit die Leistungskrise).  

Wenn ich all dies zusammennehme, macht - zumindest für mich - Deine Aussage am Anfang des Postings (und in # 379 ingesamt) wenig Sinn.  

Deine Aussage träfe nur zu, wenn die QE-Reduzierung zu einem Zeitpunkt erfolgte, an dem die US-Wirtschaft wieder ihre "escape velocity" erreicht hätte, also intern hinreichend erstarkt wäre, so dass QE NICHT MEHR NÖTIG wäre. Davon sind wir aber mMn weit entfernt (Wir haben lediglich eine Aktienblase, die aufgrund der Propaganda von US-Medien von hiesigen Medien wie Handelsblatt und Co. hedonistisch als Wirtschaftserholung fehlinterpretiert wird.)  


Eine "escape velocity" wird sich aber mit QE nie und nimmer erreichen lassen!

Ich habe sogar den Eindruck, dass QE "immer nötiger" wird und USA inzwischen auf Gedeih und Verderb auf weiteres QE angewiesen ist. Die große Frage - und Bernies größtes Problem - ist, ob das Ausland (USA ist der weltgrößte Schuldner) dabei noch lange mitspielt. Denn die Tabelle in # 347 zeigt, dass USA bereits Netto-Monetarisierung betreibt. Das ist für ausländische Gläubiger der "Vertrauenskiller" schlechthin.


Ein "Vertrauenskiller" würde zu einem Absturz des $-Index führen (vgl. Währungsabstürze siehe Argentinien, Mexiko etc) - die wiederum würde die Leistungskrise beenden - allerdings unter wesentlich verschärften sozialen Folgen.


Verschwindet bei QE-Ende die "Hortung"? QE-Reduzierung ist, wie ja auch Bernanke immer wieder betont, "noch längst" nicht gleichzusetzen mit Leitzinserhöhungen. Daher gäbe es auch bei QE-Reduzierung noch keine Zinsen auf's Konto (= weitere Hortungstendenz).

Die Hortung verschwindet bei Einstellung von QE sofort. Sie ergibt perspektivisch dann keinen Sinn mehr.

Vor dem Jahr 2000 gab es keine Hortung - egal wie der aktuelle Zins war. Die Globalisierung führte zu einer Ausweitung des Angebots, welche wiederum überhaupt erst die extreme Anhäufung von Schulden (zu historisch niedrigen Zinsen) möglich machte. Das gipfelte ja in dem Satz: " Die amerikanische Wirtschaft wächst zu 70% über den Konsum) - welches in der Reflektion ergibt, dass hier "Wachstum" tatsächlich als Schuldenwachstum aufzufassen ist und es sich hier real nicht um "Wachstum", sondern um schuldenverdeckte Schrumpfung handelt. Woraus die Leistungskrise zwangsläufig folgt.






 
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Stöffen:

Vermögensentwertung

3
03.08.13 12:04
Wie die "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) unter Berufung auf Berechnungen der Postbank berichtet, verlieren die Sparvermögen bei Banken in diesem Jahr real rund 14 Milliarden Euro an Wert. Im nächsten Jahr liegt der Vermögensverlust demnach unterm Strich sogar bei 21 Milliarden Euro.

"Durch den Anstieg der Inflation bei anhaltend niedrigen Zinsen wird sich die reale Vermögensentwertung beschleunigen", sagte Postbank-Chefstratege Marco Bargel der Zeitung. EZB-Präsident Mario Draghi hatte am Donnerstag angedeutet, den Leitzins bis weit in das Jahr 2014 hinein auf dem aktuellen Rekordtief von 0,5 Prozent halten zu wollen.

Graphik entnommen aus Thorsten Polleits Comment

Das EZB-Anleihekaufprogramm "OMT"

www.rottmeyer.de/das-ezb-anleihekaufprogramm-omt/
(Verkleinert auf 97%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 629612
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Anti Lemming:

Dreiklang - # 473

4
03.08.13 14:03
Vielleicht sollten wir den Begriff "Hortung" noch einmal klären.

Ich hab ihn so verstanden, dass US-Marktakteure (Firmen, Banken, Hedgefonds) Sachwerte (Immobilien, Rohstoffe, Gold, Aktien usw.) kaufen, deren Wert anschließend durch die Geldentwertung infolge von QE steigt. Dazu müssen die Kredite natürlich in US-Dollar aufgenommen werden. Das Ganze ist somit ein Dollar-Carrytrade.

Auch Leveraged Buyouts (= PE-Übernahmen), wie Buffett sie u. a. mit Heinz betrieben hat, oder Buffetts kreditfinanzierter Kauf der Eisenbahnlinie Burlington (zu Höchstkursen!) zählen dazu.

Hortung erfolgt, wenn Investitionen in Firmenexpansion wegen mangelnder Wachstumsperspektiven (Leistungskrise) nicht mehr lohnt. Beispiel: Wenn jetzt schon die Kapazität eines Werks nicht voll ausgelastet ist, würde nach Erweiterung noch mehr brachliegen. Gut, man kann dann evtl. höhere Stückzahlen produzieren und damit die Stückgutkosten senken (economy of scale). Wahrscheinlich lässt sich das Mehrproduzierte dann aber nur mit Preisabschlägen in den (übersättigten) Markt drücken, so dass unterm Strich nichts dabei rauskommt. Folglich wird es unterlassen. Es hat schon seinen guten Grund, warum die US-Firmen auf Bergen von Cash sitzen.

Ein Großteil dieses Geld stammt aus Junkbond-Emissionen, mit denen sich die Firmen unabhängig von Bankkrediten gemacht haben. Wozu einer Bank 12 % Zinsen zahlen, wenn man wegen des grassierenden Anlagenotstands infolge ZIRP (Nullzinspolitik) auch einfach an den Bondmarkt gehen und das Geld für unter 5 % erhalten kann. Die Firmen haben in den letzten Jahren weit mehr (Junk-)Bonds emittiert, als sie eigentlich brauchten, was ihre Cash-Quote stark in die Höhe trieb. Gleichzeitig stiegen freilich auch die Verbindlichkeiten.

Viele Firmenchefs in USA haben das Geld aus den Junkbond-Emissionen zum Rückkauf eigener Aktien verwendet. Das geschah nur am Rande im Interesse der Aktionäre (free float sinkt). Hauptsächlich sollen die Aktienkurse damit hochgetrieben werden, damit die Vorstände der Firma, die einen Großteil ihres Gehalts in Form von Aktienoptionen erhalten, zu Höchstkursen rauskommen. Egal bei welcher US-Firma man die Insiderverkäufe ansieht, überall wimmelt es von "Optionen ausgeübt", kombiniert mit taggleichem "automatischen Verkauf".

Zwar freuen sich im Prinzip auch die Normalo-Aktionäre über steigende Kurse. Diese sind jedoch teuer erkauft, weil die Rückkäufe zu Höchstkursen erfolgten ("Geldverschwendung") und weil die Refinanzierung via Junkbonds die Fremdkapitalquote der Firma erhöht, was dem Kreditrating schaden kann - vor allem wenn in der nächsten Krise wieder die Gewinne einbrechen. Wenn bei sinkendem Rating Junkbonds "gerollt" werden müssen, kann die Firma unter der dann stark steigenden Zinslast in die Kniee gehen.

Die klassische Hortung (nach meinem Verständnis) ist der Kauf von Rohstoffen. Endliche, knappe Ware wird mit Geld gekauft, dass anschließend beliebig vermehrt werden kann. Wer diesen Deal über Verschuldung finanziert, macht am Ende Inflationierungsgewinne. Sie stammen letztlich von Amerikas Schuldnern, die nicht in Sachwerten, sondern in Dollaranleihen sind. Der Dollar-Carrytrade ist in dem Sinne letztlich eine Art strategischer Short auf die Dollaranleihen der US-Ausländer. Sprich: letztlich ein Beschiss wie damals beim Subprime-Debakel.

Wenn QE reduziert wird, die Fed aber bei Nullzinsen bleibt, steilt sich die Zinskurve auf. Dann werden auch länger laufende Kredite (inkl. Junkbonds) teurer. Der Dollar-Carrytrade funktioniert dann nur noch, wenn die kollektive Preistreiberei (wie jetzt beim Öl) pro Zeiteinheit höhere prozentuale Gewinne bringt, als auf der Refinanzierungsseite an Kosten anfallen. QE-Reduzierung hemmt andererseits aber auch die Wirtschaft und lässt somit auch die Rohstoffpreise einbrechen (siehe Entwicklung seit Tapering-Ankündigung im Mai).

Wenn man sich blöd anstellt, kann der Dollar-Carrytrade auch hohe Verluste bescheren, z. B. wenn der Dollar erstarkt und gleichzeitig das CT-Underlying (Öl o. ä.) sein Aufwärtsmomentum verliert. Schlimm wird es wenn gleichzeitig die Refinanzierungskosten immer höher werden.

Daher - da wirst Du mir vermutlich zustimmen - wirkt QE-Reduzierung dem Dollar-Carrytrade entgegen (weil der Dollar dadurch stärker wird).

Wenn man Hortung so definiert wie ich oben, dann werden bei QE-Reduzierung  spekalutive Inflationierungszocks insgesamt weniger interessant. Das hieße, auch die Hortung (die ich dazu zähle) ginge zurück, sie würde unattraktiv.

Ich vermute daher, dass Du Hortung anders definierst.
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