"da Zentralbankgeld das Einzige ist, was noch "Wachstumsimpulse" liefert..." (Zitat AL
#106091)
Nun gut, unterschlagen wollen wir an dieser Stelle nicht, dass die US-Firmen in den vergangenen Jahren recht ordentlich verdient haben. Allerdings stellt sich da schon die Frage, woher nun der Treibstoff für weiterhin beständig steigende Kurse herkommen soll. Investoren, welche bereit wären, nun zu All Time High-Kursen einzusteigen, die werden sicherlich und definitiv eindeutige Zeichen von stärkerem Wachstum sehen wollen.
Die Margen sind jedoch bereits auf Rekordniveau und für 2014 rechnen die Wall Street-Hanseln mit einem weiteren Gewinnwachstum der US-Firmen in Höhe von 11%. Aber wo sollen bitteschön die Impulse für ein derartiges Gewinnwachstum herrühren? Wohl kaum von den europäischen Märkten, deren Situation lässt sich wohl eher mit desolat umschreiben. Oder etwa von China? Über das künftige Rebalancing Chinas, welches die wirtschaftlichen Wachstumsraten der Vergangenheit wahrscheinlich in keinster Weise mehr erreichen lässt, haben wir hier ausführlich berichtet. Auch sind von den anderen BRIC-Staaten wie Brasilien oder Indien keine Wunderdinge zu erwarten. Brasilien z.B. als großer Rohstoffexporteur leidet seit geraumer Zeit an der weltweit geringeren Rohstoff-Nachfrage und den damit einhergehend sinkenden Preisen. Gut abzulesen auch an dem brasilianische BOVESPA-Index, welcher sich seit Monaten im Sinkflug befindet.
Auch gestaltet sich die wirtschaftliche Entwicklung der USA recht zäh, große Sprünge sind hier künftig ebenfalls nicht zu erwarten. Anhaltende zweistellige Gewinnzuwächse, wie man sie in den USA oftmals in der Vergangenheit nach dem Ende von Rezessionen sah, dürften sich zukunftsbesehen daher als illusionär erweisen.
Gegen optimistische Sichtweisen gibt es generell keine Einwände, nur sollten diese dann auch fundamental untermauert sein. Simple Strichverlängerungen bei den künftigen Gewinnzuwächsen erscheinen an dieser Stelle nur allzu untauglich, als Argument für einen Einstieg zu Höchstkursen erst recht.
Was in den USA allerdings momentan wirklich boomt, das ist die Sparte der Billig-Jobs. Vor kurzem wurde hier im Thread darüber berichtet, dass die aktuelle Stellenbilanz "hinter den Kulissen" düster ausschaut. Allein nur im Juni diesen Jahres gingen 240.000 Vollzeit-Arbeitsplätze verloren, es kamen jedoch 360.000 Teilzeit-Jobs hinzu. Viele der neuen Stellen sind gering bezahlte Burgerbrater/Tütenpacker-Arbeiten (auf diesen Sektor entfielen im Juni ca. 51.000 Jobs). Erschreckend ist jedoch zudem, wie die US-Konzerne ohne Skrupel, aber selbstredend "gewinnmaximierend", eben diese Niedrigstlöhner noch weiter ausnehmen wie Weihnachtsgänse. Dass es nahezu unmöglich ist, von solchen Minilöhnen vernünftig zu leben, das dürfte auf der Hand liegen. Auch dürfte das Heer der Geringverdiener unter der Inflationierungspolitik der Fed leiden, weil dadurch in Konsequenz die Kosten für Nahrung und Energie ansteigen.
So berichtet Lars Halter aktuell bei n-tv über die "Ausbeutung an der Fritteuse":
"…..Doch die alten Versprechen der McDonald's-Kette zählen nichts mehr. Längst hat man es aufgegeben, mit gesünderen Produkten gegen den schlechten Ruf des Fastfood anzukämpfen. Fette Burger bringen mehr Geld, und um Geld geht es. Um Geld allein, um Gewinnmargen – und die erhöht man notfalls auf dem Rücken der Angestellten. Die verdienen in US-amerikanischen Filialen meist nur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn, schlappe 7,25 Dollar pro Stunde. Und jetzt hat McDonald's einen Weg gefunden, auch beim Mindestlohn zu knausern – Angestellte werden in immer mehr Filialen nicht mehr mit dem traditionellen Scheck oder per Überweisung bezahlt, sondern mit Geldkarten großer Banken. Die sind mit dem jeweiligen Betrag geladen – doch fallen bei jeder Transaktion mit der Plastikkohle Gebühren an.
Für eine Barabhebung ab Geldautomaten sind 1,75 Dollar fällig, für eine mündliche Auskunft zum Kontostand 50 Cent, für einen schriftlichen Kontoauszug 2,95 Dollar. Satte 25 Dollar sind fällig, wenn die Karte überzogen wird und 10 Dollar kostet es, ein Kartenkonto zu schließen. Wer seine Karte sechs Wochen nicht benutzt, zahlt eine "Inaktivitäts-Gebühr" von 7 Dollar. Experten haben ermittelt, dass Kunden bei normaler Kartenbenutzung im Monat zwischen 40 und 50 Dollar an Gebühren zahlen – wer den Mindestlohn verdient, der spürt so etwas sehr schmerzlich.
McDonald's ist nicht die einzige Kette, die ihre Mitarbeiter in Plastik ausbezahlt….."
Komplett hier
www.n-tv.de/wirtschaft/kolumnen/...tteuse-article11003816.html
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!