Tscha , life goes in circles und wie ein Member in meinem BHP Billiton-Thread schrieb, wiederholt sich die Geschichte. Die enorm gestiegenen Rohstoffpreise hatten viele Firmen unvorsichtig bzgl. ihrer Investitionen werden lassen. In der trügerischen Hoffnung auf stetig weiter steigende Preise sind gigantische Projekte angeschoben worden, die sich mittlerweile aufgrund stark gefallener Preise als nicht mehr haltbar erweisen. So wie Barrick hier erhebliche Probleme mit dem Pascua Lama-Projekt hat, so gilt dies ebenfalls auch für eine Vielzahl anderer Player im Rohstoffsektor. BHP Billiton hat z.B. sein Mega-Projekt "Jansen", welches einmal die größte Kali-Mine der Welt werden sollte, auf Eis gelegt, die Kosten hierfür könnten sich auf rund 15 Milliarden US-Dollar aufsummieren.
Schlussendlich wird es so sein, dass nun künftig weniger Rohstoffe abgebaut werden, der Markt sich bereinigt und nach erfolgter Konsolidierung einige Companies gestärkt aus dieser Situation hervorgehen werden.
Dieser Konsolidierungsprozess wird seine Zeit in Anspruch nehmen und es ist schwierig zu bestimmen, wie lange so etwas dauern kann. Der Abverkauf bei den Rohstoffen läuft seit Jahresbeginn recht massiv und es ist nicht ausgeschlossen, dass dieser noch ein gutes Stück weiter geht. Von daher hatte ich schon vor einigen Monaten davor gewarnt, hier vorschnell die Buy-Taste zu betätigen und sich ans Einsammeln zu begeben.
Denn die enormen Gewinne der Branche von vor einigen Jahren werden so schnell nicht wiederkehren, vor allem, wenn die Weltwirtschaft nicht einiges an Schwung gewinnt. Nur dann können die Rohstoff-Produzenten wieder höhere Preise durchsetzen und die Bedenken um Überkapazitäten würden zersteut werden.
Die in den letzteren Jahren so fulminant angezogenen Rohstoffpreise waren auch auf den immensen Hunger Chinas zurückzuführen. Dieser Hunger nach Rohstoffen wird künftig erheblich gedämpfter sein, wenn man Michael Pettis, Ökonom und Professor an der Pekinger Guanghua School of Management, glauben schenken darf.
Pettis hatte vor gut zwei Monaten in einem interessanten Comment erläutert, warum Chinas Wirtschaft in Zukunft erheblich langsamer expandieren wird und das von China betriebene Rebalancing dann eben auch zwangsläufig erhebliche Auswirkungen für den Rohstoffsektor mit sich bringt. In den letzten zwanzig Jahren ist China zum weltgrössten Exporteur von Fertigerzeugnissen aufgestiegen, auch bei kapitalintensiven Produkten wie Stahl und Schiffen.
"Sobald sich China nicht mehr übermässig auf Investitionen verlässt, wird sein Bedarf an Rohstoffen wie Kupfer und Eisenerz sinken. Derzeit steht Chinas Bruttoinlandprodukt für gerade mal 12% der Weltwirtschaft, verbraucht aber zwischen 35 und 60% des globalen Rohstoffangebots. Eine Folge des neuen Wachstumsmodells wird ein Einbruch, vielleicht gar ein Kollaps der Rohstoffpreise sein. Schlecht für die Rohstoffproduzenten, keine Frage….."
Der interessante Comment von Michael Pettis komplett hier
"Chinas Verlangsamung: Gut so!"
www.fuw.ch/article/chinas-verlangsamung-gut-so/
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!