Die Fukushima-Parallele offenbart sich immer deutlicher: Je tiefer der Nikkei stürzt - heute Nacht gab es erneut intraday einen 1000 Punkte-Rutsch - desto emsiger mühen die japanischen Politiker zu beschwichtigen.
In Fukushima hieß es vor drei Jahren laufend, die Lage sei unter Kontrolle, während die TV-Bilder zeigten, wie ein AKW nach dem nächsten explodierte.
In der aktuell laufenden Nikkei-Kernschmelze beschwört Japans Regierungschef Kuroda, die Regierung werde weiterhin alles Erforderliche tun und "flexibel" in den Markt eingreifen (= versuchen, mit der Staatsschleuder alle gefallenen Engel wieder zurück in den Orbit zu katapultieren). Besonders wichtig ist Kuroda die Stabilität des japanischen Bondmarkts, der bereits gefährliche Risse zeigt (siehe mein gestriges # 244).
Doch Kernschmelzen lassen sich nicht wegreden - egal ob in explodierenden Reaktoren oder in implodierenden Märkten. Und sie lassen sich auch nicht mit (faktisch nicht vorhandener) Staatsknete wegmanipulieren, so emsig Kuroda sich auch in diesem Kunststück übt.
Es ist eine Schnapsidee, die Yen-Menge in zwei Jahren verdoppeln zu wollen und gleichzeitig die japanischen Staatsanleihenkurse stabil halten zu können. Japan interveniert zwar an allen Fronten - Währungen, Bonds, Aktien. Doch planwirtschaftlich lassen sich wild gewordene Märkte nicht domestizieren - zumal wenn sie zuvor von hedonistisch-kurzsichtigen Polit-Blödmännern (Kuroda: schätzungsweise -5 Dioptrien) vorsätzlich mit hanebüchenen Inflationierungs-Kampagnen aus der Bahn gestoßen wurden.
Denn an der anderen Seite des Pokertisches sitzen milliardenschwere Hedgefonds, die Blut gerochen haben. Es wäre nicht das erste Mal, dass die vereinigten Goldmänner mehr Power haben als Staatsmanipulateure (siehe Soros' Sturz des britischen Pfunds). Die Europa-Krise wäre ohne die US-Krisengewinnler ebenfalls weitaus glimpflicher verlaufen.
www.marketwatch.com/story/...ity-extremely-desirablekuroda-2013-05-24
Japan bonds stability ‘extremely desirable’:Kuroda
By Takashi Nakamichi
TOKYO (MarketWatch) — Bank of Japan Gov. Haruhiko Kuroda said Friday it is “extremely desirable” for the nation’s debt market to be stable, adding that the central bank will run market operations flexibly and strengthen communication with the market to head off volatility in bond yields.
“As far as the markets for long-term government securities are concerned, in which the Bank of Japan is directly involved through its market operations, it is extremely desirable for them to move stably,” Mr. Kuroda said during a seminar on Asia’s economic future. “We are going to conduct our market operations in a flexible manner to head off, as much as possible, volatility in long-term interest rates, which were rising temporarily recently.”
Mr. Kuroda also said the BOJ will continue to strength its communication with bond market participants.