Im Text in # 481 steht, dass Japaner neuerdings im großen Stil Euro denominierte (Staats-)Anleihen aufkaufen und dass Europa nicht mehr so "rikant" aussehe.
In dem Artikel wird das Ganze so dargestellt, als hätte sich die Eurokrise gelegt, und die gestiegene Nachfrage nach Europäischen Bonds sei der Beweis dafür.
In Wahrheit ist das jedoch nur ein neuer Yen-Carrytrade, mit dem die Japaner den Amis beim Dollar-Carrytrade Konkurrenz machen wollen.Die "Gewinn-Maschine" ist in beiden Fällen die gleiche: Die jeweilige Zentralbank (Fed, BoJ) druckt massivst die eigene Währung, so dass sie stark abwertet (der Yen sackte zum Euro innerhalb weniger Tage um 10 % ab, siehe Chart unten).
Gleichzeitig kaufen (Zocker-)Banker, Hedgefonds u. a. Geldsäcke aus Japan und USA im großen Stil europäische (Staats-)Anleihen und andere Hard-Assets. Derer Wert steigt -
in Yen bzw. Dollar gemessen - in annähernd dem gleichen Tempo, wie Yen und Dollar zum Euro abwerten.
Mit dem Risiko der erworbenen Assets hat das nicht das Geringste zu tun. Er geht vielmehr darum, aus dem Ponzi-Risiko der Yen- und Dollar-Assets möglichst schnell herauszukommen (daher auch der Abverkauf bei Japan-Bonds, siehe # 468).
Riskant ist somit nicht das Carrytrade-Objekt (relativ stabile und liquide Euro-Anleihen). Riskant ist vielmehr der Besitz einer im freien Fall befindlichen Währung (Yen, Dollar), deren Notenbank gerade auf Teufel komm heraus den Geldhahn aufgedreht hat.
Dies als Beleg zu werten, dass Europa nicht mehr "riskant" aussehe (unten), ist eine unverschämte Verdrehung der Tatsachen. Euroland-Anleihen sind lediglich die "Einäugigen unter den Blinden". Ihr relatives Risiko ist geringer als das von (Staats-)Anleihen aus Ländern, deren Zentralbanken bereits voll den Ponzi-Abwertungs-Turbo eingeschaltet haben.
Diese "Geldpolitik" der Amis und Japaner schiebt Europa im Abwertungsweltkrieg die Arschkarte zu. Daraus werden - zum eigenen Vorteil - Inflationierungsgewinne gezogen: Die Japaner und Amis drucken mit bislang unbekannter Dreistigkeit und Schnelligkeit Geld - und tauschen ihre kollabierenden Yens und Dollars so schnell wie möglich in "Hard-Assets" aller Art um. Dazu zählen übrigens auch Firmenübernahmen, inbesondere Dollar-denominierte LBOs (wie sie Goldman-Buffett gerade in großem Stil betreibt...)
Das Ganze riecht für mich nach einem Masterplan, den USA/Japan womöglich hinter verschlossenen Türen ausgehandelt haben, um die EZB ebenfalls zum massiven Gelddrucken zu zwingen. Irgendwie muss man ja rankommen an die europäischen Ersparnisse....
Bonds
Flood of Japanese Cash Boosts EU Bonds
By Kyle Stock
April 08, 2013
The tidal wave of bond buying announced by Japan late last week is washing up on European shores this morning.
Investors poured into European sovereign debt today, in part because the Japanese stimulus sent yields on that country"s debt diving to a record low (LOL, es geht um Inflationierungsgewinne im Yen-Carrytrade). The Bank of Japan announced a plan Thursday to double its current bond buying, pumping $746 billion into its economy every month in an effort to tick inflation up to its 2 percent target and put an end to deades of deflation (eben eben...)
Quelle: # 481
EUR/JPY - 10 % Pumpgewinn, seit Abe die grenzenlose Yen-Flutung angekündigt hat. (Verkleinert auf 93%)

