In den stark verschuldeten Ländern sei die Versuchung groß, den hohen Schuldenstand durch Inflation zu senken, erklärte Brüderle. Seitdem die USA über die Fiskalklippe gesprungen seien, sei diese Versuchung noch größer. Umso wichtiger sei Stabilität in Deutschland und Europa. "Das künstliche Zulassen von Inflation führt nur zu Muskeln an der falschen Stelle."
Dauerhaft helfe nur die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit *, sagte Brüderle. Deshalb dürften die Staatsanleihenkäufe der EZB nur eine Ausnahme sein. "Die Anleihenkäufe waren grenzwertig, weil sie unsolide Haushaltspolitik belohnt haben." Der Dammbruch wäre, wenn jetzt italienische Staatsanleihen wegen der Wahlen dort aufgekauft würden. "Das höhlt die Währung aus, das höhlt die Wirtschaft aus, das höhlt die Demokratie aus." Die Europäische Zentralbank dürfe nicht "Reparaturbetrieb für unerwünschte Wahlausgänge" werden.
Brüderle warnte außerdem vor einer Aufweichung des Fiskalpaktes. Die Ankündigung des französischen Präsidenten, die Schuldenkriterien zu reißen, dürfe nicht zum Bruch des Paktes führen. "Die Fiskalpaktbrecher sind wieder unterwegs"...
www.wallstreetjournal.de/article/...7323826704578351942110569884.html
Kommentar A.L.:
* Wettbewerbsfähigkeit gab es in Frankreich und den PIIGS auch in der Vor-Euro-Zeit nicht. Diese Länder mussten laufend ihre Währungen abwerten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Das geht nun wegen des Euros nicht mehr. Die Antwort der EU-Politiker lautet, die PIIGS müssten deshalb durch "Strukturanpassungen" ihren Weg aus der Dauerkrise finden. Dieser Appell ist jedoch müßig, weil man auf die Schnelle aus Seat keine BMW, aus TAP keine Lufthansa und aus ENEL keine Siemens machen kann. Der Appell kommt auch zu spät, weil die PIIGS seit EMU-Beitritt bereits erhebliche Euro-Schuldenlasten aufgebaut haben. Wenn die faul werden, leiden vor allem hiesige Banken. Nur aufgrund dessen wird der Euro auf Gedeih und Verderb weiter durchgepaukt. Für die PIIGS selbst wäre die Wiedereinführung ihrer alten Währungen der schmerzfreiere Weg der Genesung.
de.toonpool.com/cartoons/Italien_135654
Dauerhaft helfe nur die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit *, sagte Brüderle. Deshalb dürften die Staatsanleihenkäufe der EZB nur eine Ausnahme sein. "Die Anleihenkäufe waren grenzwertig, weil sie unsolide Haushaltspolitik belohnt haben." Der Dammbruch wäre, wenn jetzt italienische Staatsanleihen wegen der Wahlen dort aufgekauft würden. "Das höhlt die Währung aus, das höhlt die Wirtschaft aus, das höhlt die Demokratie aus." Die Europäische Zentralbank dürfe nicht "Reparaturbetrieb für unerwünschte Wahlausgänge" werden.
Brüderle warnte außerdem vor einer Aufweichung des Fiskalpaktes. Die Ankündigung des französischen Präsidenten, die Schuldenkriterien zu reißen, dürfe nicht zum Bruch des Paktes führen. "Die Fiskalpaktbrecher sind wieder unterwegs"...
www.wallstreetjournal.de/article/...7323826704578351942110569884.html
Kommentar A.L.:
* Wettbewerbsfähigkeit gab es in Frankreich und den PIIGS auch in der Vor-Euro-Zeit nicht. Diese Länder mussten laufend ihre Währungen abwerten, um konkurrenzfähig zu bleiben. Das geht nun wegen des Euros nicht mehr. Die Antwort der EU-Politiker lautet, die PIIGS müssten deshalb durch "Strukturanpassungen" ihren Weg aus der Dauerkrise finden. Dieser Appell ist jedoch müßig, weil man auf die Schnelle aus Seat keine BMW, aus TAP keine Lufthansa und aus ENEL keine Siemens machen kann. Der Appell kommt auch zu spät, weil die PIIGS seit EMU-Beitritt bereits erhebliche Euro-Schuldenlasten aufgebaut haben. Wenn die faul werden, leiden vor allem hiesige Banken. Nur aufgrund dessen wird der Euro auf Gedeih und Verderb weiter durchgepaukt. Für die PIIGS selbst wäre die Wiedereinführung ihrer alten Währungen der schmerzfreiere Weg der Genesung.
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