Ich bin eine Einzelperson, keine Organisation. "Welt retten" spielt bei mir z. T. eine Rolle, weil ich glaube, dass die Folgen der Blähpolitik langfristig schwerwiegender sind als die (kurzfristig lästigen) Folgen sinnvollen Sparens. Mich interessieren neben Wirtschaft und Politik auch Geschichte, Wissenschaft, Philosophie, Literatur und Musik. In einigen dieser Fächer hab ich einen adademischen Abschluss.
Es stimmt, dass bei Ariva und auch hier zuweilen zu viel gepostet wird, das geht dann zwangsläufig zu Lasten der Qualität. Ariva-Poster sind ähnlich schnell wie die Online-Presse - und daher teils auch ähnlich oberflächlich. Auch im Bärenthread unterlaufen uns gelegentlich Fehler. Wir sind aber, wie schon lehna sagte, niemandem rechenschaftspflichtig. Man kann bei Ariva auch kompletten Mist posten (siehe Talk-Thread, Wortketten).
Du solltest trotz solcher kleinen Fehler die Hauptleistung des Bärenthreads im Auge behalten, nämlich bereits 2007 den US-Banken-Kolllaps aufgrund fauler Subprime-Hypotheken vorausgesagt zu haben. Und dass die Bankenrettungen zu seriellen Staatspleiten führen würden, wurde hier bereits lange vor der ersten Griechenlandpleite prognostiziert - zu einem Zeitpunkt, als in der Wirtschaftspresse noch nirgendwo was von drohenden Staatspleiten zu lesen war.
Die Krugman-Ente hatte sudfl hier gepostet. Ich hatte dann gegoogelt, weil er keine Quelle nannte, und war auf daily currant gestoßen. Später hab ich mich gewundert, dass die Meldung nicht anderswo (Zerohedge) aufgegriffen wurde. Daraufhin hatte ich die Quelle nochmal untersucht - und siehe da, es ist eine brit. Satireseite. Die Krugman-Ente war einfach "zu schön, um wahr zu sein" ;-)
<B>Jede Satire baut aber auf einem wahren Kern.</B> Der Irrsinn an Krugmans (und Bernankes) Thesen ist, dass beide glauben, man könne durch Verschuldung und Konsum zu nationalem Reichtum gelangen. (Ähnlichen Quatsch hatte auch Reagan in den 1980ern gepredigt und damit den Grundstein zur heute überbordenen US-Staatsverschuldung gelegt). Diesen Verschuldungs-Irrsinn hat der Satiriker dann geschickt auf die persönliche Ebene Krugmans übertragen und dort fiktiv - in Form eines persönlichen Konkurses - ad absurdum geführt.
Die Satire ist deshalb so treffend bzw. "ätzend", weil im persönlichen Leben einer Einzelperson völlig klar ist, dass obiges Rezept, sich durch Verschuldung zu Reichtum zu konsumieren, kompletter Blödsinn ist. Damit nährt der Autor zugleich Zweifel an Krugmans "großen Würfen" in punkto Zentralbank-finanzierter Überschuldungswirtschaft.
Der eigentliche Irrsinn ist, dass Ökonomen aller Herren Länder dieses Vorgehen inzwischen als zukunftsträchtig, tragfähig und geldpolitisch vernünftig einstufen. Group-Think und blanke (Erklärungs-)Not haben die Hirne kollektiv weichgekocht.
Dazu fällt mir ein Zitat von <B>Voltaire<B> ein: <B>"In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen ist schon wieder ein Irrsinn für sich."</B>
Dies ist zurzeit auch das Grundproblem des Bären-Threads. Einziger Vorteil ist, dass er dadurch - im Gegensatz zur Welt "draußen im Lande" - satirefähig bleibt.