Das hat Zerohedge gut auf den Punkt gebracht. Hier noch mal eine (erweiterte) Fassung von mir:
Wenn Zentralbanken mittels Niedrig- bzw. Nulllzins Vermögenspreisblasen aufpumpen, die einen illusorischen Reichtumseffekt vorgaukeln, entsteht dadurch "Phantom-Gegenwert" - z. B. bei den Hauspreisen. Es bleibt aber nicht bei Buchgewinnen, sondern der Gegenwert wird von den Hausbesitzern laufend durch Hypothekenbeleihungen (HELOCs) herausgezogen und in der Regel komplett verkonsumiert (= Haus als Geldautomat). Wenn die Preisblasen dann - unvermeidlicherweise - irgendwann platzen, sitzen die Hausbesitzer auf negativem Eigenkapital, weil ihre Hyposchulden höher sind als der dann (stark) gefallene Hauswert. Das Problem: Sie hatten ihre Verschuldung parallel zu den Phantom-Wertanstiegen "pyramidisiert".
Die entspricht der US-Entwicklung bis 2008. Sie führte zum Platzen der "Credit Bubble".
Die Pseudo-Heilung der Amis besteht seit 2009 darin, dem Hauspreisrückgang und dem Preisverfall in anderen Assets durch Gelddrucken entgegenzuwirken (= "Stimulus-Bubble"). Dies ist "Planwirtschaft", weil die Assets (inkl. Hauspreise) wegen der Pumpeffekte zuvor stark über ihren realen Marktwert gestiegen waren. Ein Rewind nach solchen Exzessen ist das natürlichste von der Welt.
Ein solcher Rewind wird von Bernanke und den US-Politikern aber nicht zugelassen, weil die Banken immer noch auf einem horrenden Berg an faulen Hypotheken aus der Hausblase sitzen. Im Grunde sind US-Banken pleite, wenn man den Housing-Schrott in ihren Bilanzen zum Marktwert bilanzieren würde. Das wird seit 2009 durch Änderung der FASB-Bilanzregeln unterbunden: Housing-Schrottanleihen werden seitdem in den Büchern mit 100 % angesetzt, obwohl sie teils nur noch 5 % wert sind.
Dahinter steht die Weigerung der Finanz- und Politikmafia, zuzugeben, dass sie sich in der Hauspreisblase bis zum Ruin verzockt hat. Realistische Konsequenz daraus wären weitere Großbankpleiten nach Lehman gewesen - eine umfassende Marktbereinigung.
Stattdessen wurden die Löcher in den Bankbilanzen weiter mit aus dünner Luft geschöpftem Cybergeld der Zentralbanken gestopft. Zudem schiebt Nullzinspolitik die Zinsen der Sparer den Banken zu. Die Banken werden also gleichsam mit Geldgeschenken der Öffentlichkeit "geheilt" (= Sozialisierung von Verlusten nach vorheriger Boni-Privatisierung der Gewinne).
Die gleichen Negativfolgen der o.g. Vermögenspreisblasen ergeben sich, wenn private Anleger oder Hedgefonds prozyklisch in Haussen hinein gehebelte Positionen (long) aufbauen. Fallen dann die Märkte, hagelt es Margin Calls. Margin Calls bei Aktien (long) sind das Äquivalent zu "negative equity" bei HELOCs.
Das große Finale dieser Entwicklung ist das Platzen der "Stimulus Bubble". DASS die Stimulus-Blase platzen wird, ist ebenso sicher wie das absehbare Platzen der Haus/HELOC-Blase. Doch WANN sie platzen wird, lässt sich kaum timen. Sicher ist nur: Je höher die Vermögenswerte gepumpt werden und je weiter sie sich von ihren realem Wert entfernen, desto größer wird der Schwerkraftsog. Mr. Market lässt sich mit Planwirtschaft nur begrenzt beschwichtigen.