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Der USA Bären-Thread

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Passende Knock-Outs auf Bayer AG

Strategie Hebel
Steigender Bayer AG-Kurs 5,00 6,83
Fallender Bayer AG-Kurs 9,47 11,33 14,70
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VJ1NT37 , DE000VJ2DA54 , DE000VJ11886 , DE000VJ13YB3 , DE000VJ1Z2F6 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

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Schweizer Fra.:

US BIP

11
30.01.13 17:58

 Wohin die Reise mit dem US BIP geht, wenn die Staatsaugaben gekürzt werden, sieht man an den heutigen Zahlen sehr schön. Kaum werden die Rüstungsausgaben zurück gefahren, stagniert die Wirtschaft. Ein selbst tragender Aufschwung ist ohne die enorme staatliche Intervention aus meiner Sicht nicht möglich. Im Hinblick auf den Schuldenstand stellt sich hiermit nur die Frage, wie lange die Stimuli noch bezahlbar bleiben. Letztlich ist es eine mathematische Gewissheit, dass exponentielles Schuldenwachstum zwangsläufig in den Bankrott führt. Und Sparen führt eine Wirtschaft, die von staatlichen Interventionen lebt, in die Rezession.

Antworten
A.L.:

Heute: Aktien-Einbruch in Italien

8
30.01.13 20:09
Einige Aktien mussten mehrmals vom Handel ausgesetzt werden. Die Energie-Firma Saipem verlor -35 %. Banca Monte dei Paschi verlor fast -10 %.

www.zerohedge.com/news/2013-01-30/...x-months-despite-eurusd-strength

Ob das mit Draghis Machenschaften (oder besser seinen Unterlassungen als italienischer Notenbankchef) bei der italienischen Großbank Monte dei Paschi zusammenhängt, die in schwere Schieflage geraten ist und einen EU-Banken-Bailout benötigt? Bei Monti de Paschi ging eine Derivatebombe hoch - mit Verlusten in Höhe von  500 Mio. Euro.

www.zerohedge.com/news/2013-01-30/...vative-emerges-investigation-ban

Auszug:

Monte Paschi risks further losses of as much as 500 million euros on a 2010 securitization of about 1.5 billion euros of real estate loans, dubbed "Chianti Classico," weekly Panorama said today, citing documents that include minutes of board meetings from November and December of last year.
Der USA Bären-Thread 574132
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Stöffen:

Wo wir stehen

10
30.01.13 20:49
- Die Stimmung an den Börsen ist fast euphorisch zu nennen, die extrem niedrige Vola lässt auf starke Selbstzufriedenheit schließen

- Fear & Greed-Index lt. CNN auf Rekord-Hoch

- analog dazu verhalten sich auch die Kurse an vielen Märkten, ATHs sind vielfach in greifbarer Nähe oder sogar bereits überschritten, z.B. MDAX

- Banken beginnen ihre Kredite an die Notenbanken zurückzuzahlen

- Margin Debt (Trading-Kredite) wieder auf Vor-Krisen-Niveau (s.a. #102722), im Verhältnis zur Marktkapitalisierung sogar auf dem höchsten Stand seit 1929

- die Funds verfügen aktuell über rekord-niedrige liquide Mittel, weil sie voll investiert sind

- die Fund-Outflows sind aber auf Höchststand, weil das Publikum Mittel in Höchst-Volumina abzieht (siehe auch beigefügter Chart)

- Insider grosser Unternehmen verkaufen im grossen Stil Aktien ihrer eigenen Firmen; auf die 10 Top US-Companies kommen mehr als 1500 Verkäufe auf 1 Kauf; Microsoft, Google und Oracle sind bei weitem an der Spitze der Insider-Sales (gemäß Maliks Blog)

- die Analysten hingegen geben jedoch Kaufsignale auf "Teufel komm raus …".

- Die Mainstream-Medien verbreiten Optimismus, die Krise erscheint abgehakt.
          §
- Man kann spätestens dann die Signale als "superbullisch" deuten, wenn der aktuelle Comment von John Hussmann mit "Capitulation Everywhere" betitelt ist und mit dem Satz "The bears are gone" beginnt.

Eigentlich wäre es an der Zeit für die nächste Talfahrt, doch wie meinte Pete Stolcers heute in seinem Daily: " The market can stay overbought for long periods before it rolls over. Option implied volatilities are at historic lows and confidence is running high."

Tscha, Märkte können sich durchaus länger irrational verhalten als man selber Kleingeld hat, oder…?
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Der USA Bären-Thread 574137
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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A.L.:

Beim Russell 2000 bahnt sich was an

7
30.01.13 22:00
(vergleiche den Italien-Chart in # 727).

Die letzte längere rote Kerze am 25. Sept. leitete eine scharfe Korrektur bis Mitte November ein.

Interessant ist, was die Fed machen würde, wenn es einen Erdrutsch am Aktien- und Rohstoffmarkt gibt. Früher senkte sie die Zinsen (geht nicht mehr). Seit 2008 verstärkt oder erneuert sie QEx (läuft bereits am Anschlag mit 85 Mrd. pro Monat).

Die Fed ist nun bereits am Top "all in" (Nullzins und starkes QE3). Es bliebe daher zum Abfangen eine größeren Downmoves kaum mehr Munition, außer sie beginnt auch Aktien zu kaufen. Damit würde sie vollends ihr Gesicht verlieren.
(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 574177
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Contrade 121:

hoppla....

8
30.01.13 22:34

... da ist es ja doch... selbst bei den getürkten Zahlen kann man doch nicht "wachsen"... wie bereits vor Wochen vermutet, befand sich die US-Wirtschaft in Q4/12 in der Rezession. Doch selbst das ist nicht problematisch - GDP ist eh "misleading" - solange er nicht wächst, versteht sich ;-)

www.marketwatch.com/story/...-2013-01-30?link=MW_story_popular

ADP Zahlen: die Vormontaszahlen wurden erneut nach unten korrigiert - dies ist nun das dritte Mal in Folge - hauptsächlich ist, dass die ohnehin niedrigen Erwartungen übererfüllt wurden.

www.marketwatch.com/story/...january-2013-01-30?dist=afterbell

 

Pervers ist auch die Aufnahme von den Unternehmenszahlen: Amazon - der stets gutgelaunte Verbraucher kauft ... ja, aber die Gesamtmarge sinkt - weiss nicht, wann Amazon anfangen will richtig Geld zu verdienen... Und natürlich ist der KGV von 132 Nebensache - besser als Apple mit KGV 13... 

www.marketwatch.com/story/...s-sense-2013-01-30?dist=afterbell

 

Auch Facebook - sinkende User-Zahlen, sinkender Profit, aber die Erwartungen wiedermal übererfüllt...

Und, wohin das Auge reicht, gesenkte Prognosen, übererfüllte Erwartungen, Arbeitsmarkt verbessert sich, Zinsen gleich Null... und die Stimmung ist bestens... sieht man übrigens auch an der Postinghäufigkeit im US-Bärenthread.

Die historisch niedrige Vola könnte in der Tat ein Zeichen für eine kurz bevorstehende Wende stehen - ich frage mich aber, was soll der Schock sein, dass der die aktuelle Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten zu einer mindestens geringen Korrektur bewegen könnte... Daher bleibe ich meiner STrategie treu und gehe keine Positionen aktuell ein. Chancen werden sich ergeben, da bin ich mir sicher - derzeit aber ist es definitiv zu gefährlich auf sinkenden Kurse zu setzen. Auf steigende übrigens auch...

I.d.S., gute Zeit noch allen 2.000 Besuchern des Threads, von den geraden 3, 4 fähig/willig sind zu diskutieren oder zumindest mal die Meinung über die Bewertung mitzuteilen.

Antworten
springtide:

Der Einzelhandel enttaeuscht - wieder mal

4
31.01.13 09:18

 www.ariva.de/news/...e-im-Einzelhandel-brechen-unerwartet-ein-4420833

 

Der wohl wichtigste Handelsmonat, Dezember, war eine herbe Enttäuschung für den Einzelhandel. Hier zeigt sich wieder mal wie abhängig die deutsche Wirtschaft ist von ihrem Export. Ihr einzig solides Standbein. Das Ironische dabei ist, dass der Export unter anderem deshalb so stark ist, weil  Löhne gering sind und der Deutsche im allgemeinen eher zum Sparmeister tendiert (das sage ich als Ösi), und daher eine Inflationierung es in Deutschland eher schwieriger hat als woanders. Höchstens die städtischen Immobilienpreise mutieren zur Blasenbildung, dank €-Fluchtkapital, negativen Realzins und fehlenden Anlagealternativen, sowie Preissteigerungen in Nahrung, Energie und Rohstoffe, da deren Preisbildung auf der globalen Bühne zustande kommen und diese den weltweiten QE zu spueren bekommen..

 

Doch gerade das wollen die anderen Eurozonen Politiker von Deutschland: Loenhe müssen steigen, Inflation muss her, damit die eklatanten Unterschiede in der Zone ausgebügelt werden können, doch dabei wird das Wesentlichste übersehen: nicht Deutschland setzt den Wettbewerbsmaßstab, sondern der globale Markt. Es hilft niemanden wenn Deutschland sich den  wettbewerbs-unfaehigen Eurozonenmitglieder anpasst, denn darauf nimmt die restliche Welt nicht Rücksicht.

 

Antworten
springtide:

Hier exzellent aufgearbeitet von Querschuesse

4
31.01.13 10:29
A.L.:

Sentiment-Analyse - Variante "Bären-Thread"

17
31.01.13 10:47
Blickt man in Permanents Ökonomen-Thread der ehemaligen Stammbären, fällt auf, dass eigentlich intelligente Leute - neuerdings erstaunlich kritiklos - dem "Aufschwung" huldigen. Dies geschieht vor allem vor dem Hintergrund, dass die Börsen seit nunmehr fünf Jahren ohne schwere Rücksetzer gestiegen sind und "der Markt ja immer Recht hat" - egal wie stark er manipuliert wurde.

Dass umgekehrt die wenigen hier verbliebenen Stammbären die grassierende Marktmanipulation (nach wie vor) als stark verzerrend und nicht nachhaltig kritisieren, wird als "Verschwörungstheorie" abgetan. Wir seien halt "Verzocker", die von den Anstiegen frustriert sind, und suchen nun einen "Schuldigen", etwa in Gestalt Bernankes, Draghis oder "der Goldmänner".

Doch die Tatsache, dass die Märkte in der Tat stark manipuliert sind, lässt sich leicht belegen: Beim Staatsanleihen- und MBS-Kauf der großen Zentralbanken ist das längst kein Geheimnis mehr. Die Aufkäufe werden sogar offiziell in den Rang eines (Keynes-)Programm erhoben. Ziel ist, die Zinsen am langen Ende "herunter zu manipulieren" - d.h. gegen den Markt zu beeinflussen. Hinzu kommen betrügerische Aktivitäten wie die gezielten Manipulationen des Euribors (Zins-Manipulationen) durch europäische Banken. Wohl dem, der das Alles für rechtens, "normal" und für "freie Marktwirtschaft" hält.

Wenn ich diese offenkundigen Manipulationen seitens der  Zentral- und Zockerbanken als nicht nachhaltig und "radikal" abkanzle, kommen die Belehrer [Permanent, Musicus] aus dem Ökonomen-Thread, um mich hier endlich "zur Vernunft" zu bringen. Andere machen es sich noch einfacher und stellen mich in die Radikalenecke - je nach Tageslust in die rechts- oder linksextreme oder gar antisemitische [Fillorkill].

Es fällt auf, dass dieselben Leute, die mich nun in geradezu religiösem Eifer belehren wollen, zur Begründung ihres eigenen Standpunkts im Ökonomen-Thread relativ kritiklos das Geschwätz von Handelsblatt, Wall Street Journal und Marketwatch/CNBC wiedergeben, wo Redakteure das "Lied" ihrer Anzeigenkunden (Fondsindustrie) und ihrer Klientel (Politiker) singen. Contrade hat diesen Sell-Side-Irrsinn in # 730 treffend auf den Punkt gebracht.

Zur "Alles-ist-gut-Gebetsmühle" zählt auch, die autokratischen (= keiner demokratischen Kontrolle unterworfenen) Zentralbank-Manipulationen als "ganz normale Geldpolitik" hinzustellen - gern ergänzt mit dem Merkel'schen Dauerbrennerargument, dass diese Politik "alternativlos" sei, weil sonst Niedergang und Vandalismus drohten. Dementsprechend werden auch Draghi und Bernanke in Schutz genommen. Weidmann hingegen wird, ähnlich wie ich, in die "Radikalenecke" gestellt, obwohl er erzkonservative Geldpolitik anstrebt.

So kommt es zum Kuriosum, dass Leute, die sich selber als eher konservativ ("Geschäftsleute") verstehen, einer äußerst unsoliden - weil letztlich gemäß Mises zwangsläufig im Währungskollaps endenden - Geld- und Fiskalpolitik das Wort reden.

In USA stammt seit 2009 ein Großteil des berichteten BIP-Wachstums aus Staatsausgaben, die aus der Notenpresse finanziert werden. Man sieht es an den aktuellen Zahlen: Sobald die Ausgaben im Militärbereich reduziert werden (vor Obamas Wiederwahl wurden die Militärausgaben stark gesteigert, um 3,1 % BIP-Wachstum "vorzeigen" zu können), kommt in USA das erste Schrumpfquartal seit 2009 (# 723).

Faktisch haben Geithner, Bernanke und Co. im 4. Quartal über 300 Mrd. Neuverschuldung ergebnislos verballert. Und das soll - gemäß Konsens (inkl. Ariva-Nachbeter) - noch konstruktive Geldpolitik sein? LOL.

Wir lernen daraus: Die laufende Gehirnwäsche auf allen Kanälen (# 730) geht (zumindest vorerst noch) auf. Sie reicht von den fragwürdigen staatlichen "Zahlen"-Friesieren über schön-redend-verlogene Hedonisten-Politiker bis zur selbst verordneten Sell-Side-"Euphorie" der Finanzindustrie. Mich erstaunt, dass dieses ideologische Konglomerat selbst ehemals kritische Geister aus dem Bären-Thread "umkrempelt", die offenbar aus ihrem konservativen Selbstverständnis heraus nicht wagen (= Merkel-Syndrom), ernsthaft hinter die Kulissen des globalen Potemkin'schen Aufschwungsdorfes (= überall Zentralbank-Schulden-finanziert) zu schauen. Es ist ja auch so wonnig, im großen Ganzen aufzugehen. Wer ausschert wie Weidman, wird platt gemacht...

Für mich ist der "konservative Exodus" der ehemaligen Stammbären ein Kontraindikator und ein Top-Signal erster Güte. Deren Abwanderung wird zwar formal u. a. mit meinem "zunehmenden Radikalismus" und/oder mit der Aussperrung Malkos begründet. Man muss sich jedoch - im Sinne meiner Kontraindikator-Hypothese - fragen: Ist es wirklich Zufall, dass Malkos (zuvor eher verkappte) Provokationen mit steigenden Börsenkursen immer stärker wurden und immer mehr unter die Gürtellinie zielten? Haben die prozyklischen Markt- und Politikversteher nicht gerade durch die - alle Fundmental-Kritik scheinbar vom Tisch wischenden - Börsen-Hochs Oberwasser gewonnen? (Man blicke dazu nur mal in die Historie des BT nahe dem 2007-Hoch, als mit steigenden Börsenständen ebenfalls die Bullen-Häme wuchs). Die Bullen-Häme kommt übrigens von denselben Leuten, die am Tief in 2009 äußerst pessimistisch waren und u. a. die Pleite großer deutscher Autokonzerne prophezeiten (= typische Kleinanleger?).

A.L.
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Fillorkill:

Wenn die letzten 4 Jahre eins beweisen, lieber Al,

5
31.01.13 11:17
dann doch, dass eine fundamental kritsche Makroanalyse definitiv keine Indikation fürs Trading darstellen kann - ganz unabhängig von ihrer Stichhaltigkeit. Anders Deine Analyse zum Stammbären-Sentiment, die vom albernen links-rechts mal abgesehen ganz richtig auf die Endphase des Bullmarkts verweist. ..

Wenn die laufende Blase, die wie jede zuvor auf Sand gebaut ist, von QE getrieben wird und nicht von nachhaltig überzeugenden Kennziffern, ist es nur logisch, dass diese erst dann platzen wird, wenn am QE gerüttelt wird. Doch dafür braucht es makro positiven Newsflow, wie die Fed ja auch letztens nochmal bestätigt hat...

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contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
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lehna:

AL....

2
31.01.13 11:29
ok, du bist chronischer Bär und ich schon laaange chronischer Bulle.
Ich zumindest hab mittlerweile gecheckt, dass so ein Verhalten eigentlich nicht förderlich ist.
2008 und 2011 hab ich als Langfristler die Randale ausgesessen.
Immer unter dem Vorwand, dass Milliarden Menschen aufm Globus nach unserem Standard gieren und die Börsen treiben werden.
Lernfaktor: Man sollte auch mal die Reißleine ziehen und sein Kleinhirn anpassen.
Das werd ich bei der aktuellen Hausse versuchen. Aber ich werds natürlich nicht schaffen, am Gipfel auszusteigen- soviel Selbsteinschätzung muss sein.
Der Hype seit 2009 hat mich voll entschädigt- ich schwimm längst wieder oben Richtung Sonne.
PS: Riskante Termingeschäfte sind in meinen Augen was für Schlaumeier und selbsternannte Marktbeherrscher, die der Markt dann doch früher oder später ausmerzt....
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Stöffen:

AL, die Augen zu verschließen

8
31.01.13 11:32
das bringt auf die Dauer nicht allzu viel. Selbst eine NZZ, mit Sicherheit unverdächtig, eine Doom & Gloom-Gazette zu sein, hatte in der jüngeren Vergangenheit mehrfach Artikel und Kolumnen beinhaltet, welche sich mit den als eindeutig klassifizierten manipulativen Eingriffen seitens der Politik und seitens der Zentralbanker in das Marktgeschehen auseinandergesetzt hatten. Wobei die Banken wohl mittlerweile so etwas wie die "Heiligen Kühe" des Systems darstellen. Das Gefährliche an der ganzen Geschichte ist, dass uns die Protagonisten fortlaufend versichernd erklären, dass die Aktionen der Notenbanken allesamt in der Absicht (oder unter dem Deckmantel) geschehen, die Wirtschaft zu stützen und wieder auf Wachstumspfade zu bringen, wogegen doch die eigentliche Crux, welche dahinter mehr oder weniger offensichtlich lauert, eigentlich die ist, dass hier quasi ein fliessender Übergang zur Staatsfinanzierung via der Druckerpressen stattfindet.

Anbei ein Zitat aus dem NZZ-Artikel " Neue Gesetze in der Zeit der Manipulation" vom September vergangenen Jahres

"Die Finanzkrise greift immer mehr einen Kern des Kapitalismus an: die freie Preisbildung an freien Märkten. Dass Politiker aller Couleur versuchen, das freie Spiel der Marktkräfte nach ihren Interessen zu beeinflussen, ist nicht neu. Neu ist hingegen die Vehemenz, mit der die angeblich von der Regierung unabhängigen Notenbanken die freie Preisbildung an den Märkten manipulieren und zum Teil sogar Preissignale fast völlig ausschalten.

Denn der Preismechanismus funktioniert nur noch am Rande. Grund für die neue Hausordnung ist der offenbar unaufhaltsame Drang der Zentralbanken, mit geldpolitischen Massnahmen den natürlichen Verlauf der Wirtschaft zu manipulieren. Unter dem neuen Regime gelten neue Gesetze. Schlechte Nachrichten zum Beispiel werden an den Märkten zu guten Nachrichten. Der Grund für die Euphorie ist die Erwartung von weiterem Geld-Drucken……

….. Die Weigerung der Zentralbanken, der Wirtschaft einen natürlichen Verlauf zu geben, wird von Kritikern zu Recht als Umverteilungspolitik bezeichnet. Wenn EZB-Präsident Mario Draghi die Schulden der Euro-Staaten garantiert, verhindert er damit zuallererst einen Kollaps der Bankaktien. Insofern sind die Boni der Investmentbanker in Frankfurt und London für dieses Jahr gesichert. Zahlen dafür darf die Mittelklasse in Deutschland und anderen Kernländern Europas. Diese Umverteilung ist absurd. Verwirrend ist auch die Tatsache, dass die Linke in den USA und Europa hinter dieser Politik steht. Wie kann es sein, dass die Interessen von Barack Obama, einem ehemaligen Sozialarbeiter aus Chicago, und diejenigen von Goldman Sachs dieselben sind? Oder dass das, was die SPD in Deutschland will, auch gut ist für die millionenschweren Banker der Deutschen Bank? Einer Partei wird hier Sand in die Augen gestreut."

www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/...-der-manipulation-1.17590425
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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A.L.:

Fillorkill

8
31.01.13 11:54
Der Bärenthread ist kein Trading-Thread (obwohl hier einige Poster auch traden), sondern im Wesentlichen ein auf Fundamentalanalyse basierender Makro-Thread, der langfristige Tendenzen und Probleme herauszuarbeiten versucht.

Durch QE wird Fundamentalanalyse zweifellos beeinträchtigt, da damit u. a. die Zinsniveaus verzerrt werden. Die Märkte steigen teils sogar wegen schlechter Zahlen. Daher kann mittels Fundi-Analyse keine kurzfristige Markttendenz mehr vorhergesagt werden. Dennoch gibt es Leute wie Doug Kass, die immer noch herkömmliche Kriterien wie KGV, SP-500-Gewinnen als Timing-Instrument heranziehen.

Im Bären-Thread geht es nicht darum, den "neuen Trend" - der sich im Moral Hazard der Zentralbanker manifestiert - zu ignorieren, indem zwanghaft im Kass-Stil an scheinbar obsoleten Fundi-Kriterien festgehalten wird. Es geht darum, die langfristigen Perspektiven, die gemäß Ludwig von Mises zwingend aus der aktuell laufenden Geld- und Fiskal-Politik resultieren, herauszuarbeiten.

Nach aktuellen Stand dieser Analyse ist der finale Zusammenbruch des QE-Schneeballsystems keine Frage des OB, sondern eine Frage des WANN. Wobei zugegeben gerade das Timing ausschlaggebend aus, WENN man selber (wie Du) Mittelfrist-Trader ist und von vorausgeahnten Bewegungen profitieren will (Kass lag in letzter Zeit öfter falsch).

Wir leisten uns im Bären-Thread den Luxus, den Timing-Aspekt weitgehend auszuklammern (bis auf sehr kurzfristige Moves, zurzeit z. B. abwärts im Russell 2000). Es ist daher müßig, wenn man uns - wie Du - an Maßstäben messen will, die hier gar nicht zur Diskussion stehen. (Bitte daher in Zukunft von Dir nicht die 47. Belehrung, dass wir "keine Indikation fürs Trading" liefern, denn dies ist nicht unser Ziel).

Wenn ein "Mises-Kollaps" bevorsteht, ist es für Langfristanleger entscheidend, sich so zu positionieren, dass sie persönlich ihre finanziellen Schäden möglichst klein halten. Es geht daher ganz konservativ um Schadensminimierung. Trader hingegen sind auf kurzfristige Gewinnmaximierung aus und leisten sich ihrerseits den Luxus, die fragilen Makrobedingungen fast komplett zu ignorieren (obwohl sie dies schlimmstenfalls mit "zentralbanklicher Enteignung" oder einem überraschend Mega-Crash, der so schnell kommt, dass sie nicht mehr reagieren können, bezahlen werden).
Antworten
springtide:

Dumb Money & Late Comers

7
31.01.13 12:18

Zerohedge hat da einen interessanten Artikel veröffentlicht, wie das Versagen der Politik und das resultierende Misstrauen zu einer Spaltung der Gesellschaft führt und das Teile des zuvor unkritischen Mainstreams in das radikal titulierte und als Randgruppe kategorisierte Lager der „conspirationalists“ treibt. Da werden „9.11 denier“ in den selben Topf geworfen wie jene die auf eine mögliche LIBOR Manipulation vor deren Aufdeckung hinwiesen. Dass der Markt manipuliert wird, steht außer Frage. Lediglich das Ausmaß steht zur Debatte. Es kann z.B. wohl keiner glaubwürdig dem widersprechen, dass JP Morgan und HSBC den Silber Derivate Markt monopolisiert haben (besonders JP Morgan, die einen Batzen short Kontrakte von Bear Stearns  übernommen hatte)  und mittels gehebelten Papierkontrakten den Silberpreis unterdrücken.

 

Seis wies sei, das hilft uns alle nicht weiter. Für uns Investoren geht es darum aus diesem Wissen zu profitieren. Da nutzen Fundamentalanalysen und Daten leider nichts mehr, auch wenn Leute wie ich ihre bisherigen Investitionen auf solche basiert haben. Die Liquiditätsschwämme ist Fakt und wir müssen lernen mit ihr zu leben. Short Positionen sind gefährlich, weil der Markt als Masse nicht mehr im selben Ausmaß das Sagen hat. Einige wenige bestimmen zZ immer noch wie es weiter geht und da hat man halt keinen Einblick. Ich versuche daher eine insgesamt abwartende Position einzunehmen und eventuell gegen weitere Assetklassen Inflationierung absichern mit z.B. Gold.

 

Nun wird mittels „main stream media“versucht auch die letzten des „dumb moneys“ anzulocken, doch da ist nicht mehr viel rauszukitzeln, denn zu viele haben sich davor die Finger verbrannt – beginnend mit der DotCom Blase und man sieht weiterhin wie die Hedgefunds immer noch Abflüsse verzeichnen. Selbst HFT stoesst bei minimalen Handelsvolumen an seine Grenzen, wenn ein großer Teil der retail investor instinktiv die Lage und den manipulierten Markt richtig erkennt. Aktien bleiben unattraktiv für viele.

 

Kleine persönliche Anekdote diesbezueglich. Ein ex-Vorstandsmitglied der zweitgrößten Investment Bank Russlands, ist Kanadier und ein alter Bekannter. Erst hatte er damals bei abendlichen Gesprächen leidenschaftlich für QE plädiert, dann aggressiv investiert und nun als Nutznießer lacht er sich ins Fäustchen über die latercomers und dumb money die ihm den geeigneten Ausstieg ermöglichen. „That's why I love this market“ sagte er und grinste von Ohr zu Ohr. Ich musste innerlich kotzen.

Antworten
Fillorkill:

'Mises-Kollaps',

2
31.01.13 12:23
finaler Zusammenbruch des Geldsystems usw enthält tatsächlich ein Timingproblem. Immerhin bezog Mises seine berühmte düstere Prognose auf die antizyklische Konjunkturpolitik Roosevelts. Seitdem sahen wir zwar global eine Reihe hstorischer Zusammenbrüche, allerdings keinen des Geldsystems. ...
contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
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A.L.:

# 734 - mein Gegenargument

9
31.01.13 12:36
ist es nur logisch, dass diese erst dann platzen wird, wenn am QE gerüttelt wird. Doch dafür braucht es makro positiven Newsflow...

Das ist mMn viel zu schematisch gedacht: Die Börsen steigen "wegen" QE, also müssen sie fallen, wenn QE ("wegen" guter Daten) endet.

Probleme:

1. "Gute Daten" wie z. B. 3,1 % BIP-Wachstum in USA im 3. Q. 2012 sind das ERGEBNIS von QE, da die QE-Gelder von Geithner massiv im Militärsektor investiert wurden.

2. Es kann daher im Umkehrschluss - zumindest in der aktuellen Makrolage, die seit 2008 durch fehlendes organisches Wachstum gekennzeichnet ist (d. h. nur Pseudo-Wachstum aus massiver Neuverschuldung) - keine Rückkehr zu organischem Wachstum OHNE QE geben, sofern nicht überraschend eine neue Killer-Technologie (wie in den 1990ern Computer/Internet) für neuen Schub sorgt. Käme ein solcher organischer Schub, der QE überflüssig macht, würden die Börsen aber sicherlich weiter steigen. Daher wäre ein durch positive Makro-Daten bedingtes QE-Ende KEIN bärisches Signal. Deine Argumentation ist in der Hinsicht unlogisch.



Mein Alternativ-Szenario:

Die Inflationierungspolitik wird mittelfristig zu einem Anstieg der Langlauf-Renditen führen, so dass QE eingestellt werden müsste, um eine starke Inflation zu verhindern (alternativ geht Bernanke "in die Vollen" und wirft sämtliche ehemaligen Notenbankprinzipien über den Haufen).

A. Der Anstieg der Langlaufzinsen könnte theoretisch durch einen moderaten organischen Aufschwung erfolgen (zurzeit nicht in Sicht, siehe US-BIP-Schrumpfung und Europa-/Japan-Misere). Das wäre das klassische Szenario. QE-Reduzierung wäre dann gleichbedeutend mit den früher in Marktstärke hinein vollzogenen Leitzinserhöhungen.

B. Der Anstieg der Langlaufzinsen kann aber auch durch Sorge vor inflationären Verlusten bei der Bondfälligkeit erfolgen. Was nützt es, wenn die Fed zwar durch Gelddrucken in 10 Jahren die 10-jährigen zurückkaufen kann und bis dahin auch 2 % Zinsen zahlt, wenn der Dollar dann nur noch halb so viel Kaufkraft hat wie heute? Auch darauf läuft die finanzielle Repression hinaus.

B. ist das von mir präferierte Szenario. Der Anstieg der Langlaufzinsen erfolgt demnach wegen Angst vor forcierter Geldentwertung (durch die Fed, EZB, BoJ), und NICHT weil sich global oder lokal ein tragender Aufschwung abzeichnet.

Die Fed steht dann vor der Alternative, trotzdem weiter zu drucken und eine Hyperinflation zu riskieren. Oder sie fährt QE zurück und riskiert eine schwere Deflation. Sie würde sich wohl für das Erstere entscheiden. In dem Fall gäbe es an den Börsen womöglich einen letzten Crack-Up-Boom (Flucht in Sachwerte), der die Kurse noch einmal deutlich steigen lässt. Doch danach käme es zu einem deflationären Kollaps, weil nominale Inflationsgewinne - inflationsbereinigt - in reale Verluste umschlagen.

Aktienkäufe sind in der Regel kein wirksamer Schutz vor starker Inflation (siehe 1970er in USA).
Antworten
Stöffen:

Ist Dope in Cali bereits legalisiert?

7
31.01.13 12:54
LOL.

«Wir brauchen mehr Inflation»

Der Berkeley-Ökonom Barry Eichengreen fordert im Interview mit «Finanz und Wirtschaft» eine noch expansivere Geldpolitik und mehr Stimulusmassnahmen von Deutschland.

.....Deshalb muss die Geldpolitik so expansiv wie möglich bleiben. Sonst misslingt die Reflationierung der Wirtschaft.

Wer sagt, dass nach 4% die Teuerungsrate ausser Kontrolle gerät und die nächste Station 40 oder 400% Inflation heisst? Die Notenbanken haben sich über die Jahre in harter Arbeit Glaubwürdigkeit aufgebaut: Die Märkte vertrauen ihnen, dass sie die Preisstabilität wahren werden. Dieses Glaubwürdigkeitsguthaben müssen sie jetzt anzapfen. Sobald die Wirtschaft wieder Tritt gefasst hat und die Schulden in Relation zum BIP auf ein verträgliches Mass gesunken sind, können die Notenbanken wieder bremsen.....

www.fuw.ch/article/wir-brauchen-mehr-inflation/
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Fillorkill:

Favorisiertes Szenario B: 'Hyperinflation'

 
31.01.13 13:41
Und wie erklärst Du dir Japan ? Jahrzehnte Gelddrucken ohne Ende erzeugte insgesamt  moderates Wachstum, aber nicht ansatzweise Inflation...

Befass Dich doch mal gelegentlich mit dem historischen makroökonomischen und monetären Umfeld, aus dem grosse Bärenmärkten / Rezessionen hervorgegangen sind. Dein Szenario kommt da nirgends vor (Weimar ist ein Sonderfall, s Kriegsanleihen / Reparationen)..

Fill
contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
Antworten
A.L.:

Eichengreen

7
31.01.13 13:43
ist von der Idee besessen, dass Zentralbanken die Wirtschaft effektiv steuern könnten.

Da Politiker und Zentralbanker jedoch nicht nach Markt-, sondern nach Opportunitätskriterien vorgehen, bestehen berechtigte Zweifel, dass diese tendenzielle planwirtschaftliche Steuerung funktionieren wird.

So sehen wir etwa in USA seit QE-Einführung in 2008/2009, dass die Staatsverschuldung viel schneller gestiegen ist als das BIP: Die Schulden/BIP-Quote kletterte von noch moderaten 67 % in 2007 auf jetzt über 103 %.

Diese nackten Zahlen sind der beste Beweis, wie es um die "Effizienz" (zentralbanklicher und staatlicher) Planwirtschaft bestellt ist. Berichten zufolge benötigt Geithner 7 Dollar Stimulus, um für 1 Dollar "Wachstum" zu erzeugen.

Das viele QE-Geld, dass z. B. in den (unproduktiven) Militärsektor gesteckt wurde, hat zwar das BIP künstlich aufgeblasen und dafür gesorgt, dass sich die dortigen meist gut bezahlten Staatsbediensteten neue iPods, iPads, iPuts u ä. Gimmicks sowie den neuesten GM-Geländewagen kaufen konnten und so den Konsum in Schwung hielten. Doch selber produziert haben sie in der Zeit so gut wie nichts. Jedenfalls nichts, was nachhaltigen Cash-Flow erzeugt.

Der Ruf nach zentralbanklicher Wirtschaftssteuerung, den Leute von Eichengreen bis Krugman äußern, ist zwar verständlich, weil die US-Wirtschaft auf sich allein gestellt offenbar nicht mehr zu organischem Wachstum befähigt ist. Doch mit QE + starker Neuverschuldung wird lediglich Zeit gekauft. In dieser Zeit muss etwas Produktives geschehen. Bloßes "Hoffen", dass die Selbstheilungskräfte des Marktes die Wirtschaft "mit der Zeit" schon wieder ins Lot bringen werden, reicht nicht.

Die Pseudo-Problemlösung "weitere Geldflutungen" ist sogar objektiv schädlich, weil eine Staatsverschuldung von 103 % viel drückender und vie schwieriger rückführbar ist als eine von 67 % in 2007. In der Zwischenzeit ist lediglich Wartezeit verflossen, aber es sind keine grundlegenden Veränderungen vorgenommen worden. Reformversuche des Finanzsektors wurden von diesem sogar aggressiv torpediert.

Das macht den Knall am dicken Ende nur noch lauter.
Antworten
springtide:

@102742

6
31.01.13 14:05

Ich hab mich im großen und ganzen von der Hyperinflations Idee losgelöst. QE hat Einfluss auf Preise, das ist ja auch beabsichtigt, doch dem wirken stagnierende Reallöhne entgegen. Die Masse kann nur soviel ausgeben. Schulden macht man in Zentraleuropa ungern für zusätzlichen Konsum, somit wird der Konsum umgelagert hin zu Lebensmitteln, Energie und Miete da diese dem QE u. ZIRP ausgesetzt sind. Das bedeutet für „private discretionary spending“ bleibt weniger über. Ein plötzlicher Konsumschub aus der Inflationsangst heraus ist für mich zZ eher undenkbar.

 

Ich meine aber nicht, dass die Inflationsgefahr vom Tisch ist, denn das ist für die Politik immer noch die einfachste Art reale Schuldenlast zu tilgen und damit begehrenswert. Man schreckt auch offenbar immer weniger vor der Inflationsgefahr zurück – siehe Abe der sich konsequent Inflationsziele setzt. Ich traue es der Politik auch zu, sich für nichts zu schade zu sein - besonders in Europa wo eine Merkel lieber Peripherpolitikern und Zentralbaenkern sich widmet als auf das Volk zu hören.

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Fillorkill:

Ohne Hyperinflation...

 
31.01.13 14:13
ist der 'von Mises Kollaps' logischerweise vom Tisch. ..

Sag mal, springtide - warst Du hier schon mal 09 / 10 unter anderer ID ?

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contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
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springtide:

nein,

2
31.01.13 14:19

aber ab und an seit Jahren stiller Mitleser. zZ mehr Zeit als sonst und kann mich auch eher aktiv einbringen.

Antworten
A.L.:

Hyperinflation

7
31.01.13 14:35
ist eine Willensentscheidung der Zentralbank, die nicht (zwingend) vom Markt bzw. Arbeitsmarkt beeinflusst wird.

Es trifft zu, dass in Zeiten des Reallohnabbaus (seit ca. 20 J.) keine echte Inflation aufkommen kann, zumal neuerdings (gut versteckte) Massenarbeitslosigkeit herrscht, die auf die Lohnabschlüsse drückt. Reallohnabbau in Verbindung mit steigenden Energie- und Lebensmittelkosten (= QE-Folge) wirkt sogar deflationär.

Deshalb haben die Zentralbanker neuerdings ja auch die Schnapsidee, künstlich Inflation erzeugen zu wollen. Ein Mittel dazu ist die finanzielle Repression (Nullzinsen + 2 oder mehr % Geldentwertung durch zentralbankliches Gelddrucken). Es ist ein Unding, dass Ökonomen wie Eichengreen ohne ernsthafte Kritik aus den eigenen Reihen damit durchkommen, "Inflationsziele" zu postulieren. Denn Zentralbanken haben eigentlich die hoheitliche Aufgabe, Inflation zu VERHINDERN.

Inflation aus der Notenpresse ist im Prinzip völlig unabhängig von den Makrobedingungen. Selbst wenn der Reallohnabbau weiter ginge, könnte die Fed beschließen, ihre Bilanz auszuweiten und auf diese Weise weiter künstlich Inflation zu schüren. Dies führt effektiv zu einer Verarmung der Mittelklasse, da diese trotz sinkender Reallöhne immer mehr Geld für Nahrung und Energie aufwenden muss.

Wenn Not am Mann ist und US-Langläufer aus Risikoaversion (fearing "return of capital") fallen, könnte die Fed daher auch beschließen, QE so stark zu steigern, dass sämtliche US-Staatsanleihen in ihrem Soma-Account landen. Wer wollte der Fed das verbieten, unterliegt sie doch - wie die EZB - keinerlei demokratischer Kontrolle.

WARUM sollte sie das machen? Die Alternative wäre, den Bondcrash zuzulassen. Dann stiegen die Zinsen noch weiter, und US-Staatsanleihen wären auf dem freien Markt nur noch zu ruinös hohen Zinsen absetzbar. Es droht mit anderen Worten der "Griechen-Effekt". Inflationierung ist ja bereits jetzt die Abhilfe der Wahl. Daher gehe ich davon aus, dass Bernanke - wenn es hart auf hart kommt - die gesamte US-Staatsschuld in sein Soma-Account übernimmt - das damit einen höheren Minus-Saldo als das US-BIP aufweisen könnte. Dann wäre der freie Bondmarkt de facto abgeschafft - ebenso die Bewertung der Staatsanleihen durch Marktpreise. Sie könnten dann wieder bei 100 % stehen, so als wäre die Welt in Ordnung.

Die Fed könnte ihre Bilanz sogar darüber hinaus beliebig ausweiten, indem sie Geithner bzw. Lew auch weiterhin indirekt sämtliche neuen US-Staatsanleihen abkauft.

Wer glaubt, aus realwirtschaftlichen Gründen könne Hyperinflation nicht aufkommen, unterschätzt zum einen die neue Perfidie der Zentralbanker. Zum anderen liegt er nur dann richtig, wenn es bei einer halbwegs freien Marktwirtschaft bliebe. Diese würde jedoch aggressiv verlassen, wenn die Fed sämtliche US-Staatsanleihen und MBS aufkauft. Dies würde das Vertrauen in die Fed höchstwahrscheinlich stark untergraben und in der Folge den US-Aktienmarkt abstürzen lassen. Spin-Doktoren würde den Vorgang mit einer Flucht aus Bonds in Aktien begründen, obwohl in Wahrheit der Markt für Bonds dann gar nicht mehr existiert und Aktien aus Risikoaversion fallen.

QE wirkt nur am Anfang genesend - so wie aktuell scheinbar in Japan - , doch der resultierende Niedergang der Landeswährung ist der Anfang vom Ende.
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A.L.:

Korrektur (vorletzter Absatz in # 747)

 
31.01.13 14:39
Spin-Doktoren würde den Vorgang mit einer Flucht aus Aktien in Bonds begründen
Antworten
Fillorkill:

'Bondscrash'

3
31.01.13 15:44

Den gab es in den letzten 80Jahren nur einmal. Und zwar aufgrund der prozyklischen Kreditkontraktion der Fed unter Volcker und damit genau aus Deiner Argumentation entgegengesetzten Gründen:

 

(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 574412
contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
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Fillorkill:

beachte auch die 'finanzielle Repression'

 
31.01.13 15:47

in den 40'ern mit einem Realzins bei ca  0 !

contrarian investors are buying / selling the divergence between fundamentals and expectations
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