Wobei die "Laborleiter" sprich die wichtigsten Notenbänker dieser Welt hier jedoch während des Experiments zumindest aber auch sehr gut untereinander vernetzt sind (s.u.).
Eine ideale Welt zu erschaffen, in welcher es nur noch diesen einen Mega-Wirtschaftszyklus geben darf, weil mit der Druckerpressen-Planierraupe der Notenbanken letztendlich in planwirtschaftlicher Manier jedes sich klaffend auftuende finanzielle Loch zugeschüttet wird, das ist eigentlich schwerlich vorstellbar. Bei schwereren Krankheiten z.B. kann Morphium die Schmerzen eines Menschen sicherlich lindern, den Patienten heilen kann es allerdings nicht.
Rezessionen sind klarerweise schmerzhaft, aber diese müssen nicht zwangsläufig sehr lange dauern und wie stets mit dem von den Zentralbankern verabreichten Morphium der monetären Geldflutungen angegangen werden. Marc Faber hat sicherlich aus diesen Beweggründen just aktuell Paul Krugman den Umzug nach Nord-Korea empfohlen. Das Trauma der "Großen Depression" scheint manchem Protagonisten in seiner Denke nach wie vor wie ein Mühlstein um die Hirnwindungen zu hängen, ungeachtet der hier durch die in den vergangenen Jahrzehnten hervorgebrachten Veränderungen. Dürfte der Markt frei funktionieren, so würde auch die Wirtschaft ihre Talsohle möglicherweise wesentlich rascher durchschreiten, als es die "Money Masters of the Universe" es z.Z. wahrhaben möchten. Die Politik in ihrer unseligen Gemeinschaft mit dem in der jüngeren Vergangenheit über alle Maßen aufgeblasenen Finanzsektor will dieses aber jedoch nach wie vor nicht zulassen. "Nicht in meiner Amtszeit" scheint das alles überragende Leitprinzip der Politik, das überragende Auftürmen noch höherer Schuldenberge jedoch wie allseits bekannt ebenfalls stets zurücklassend.
In Zeiten der Rezession, in denen die Wirtschaft normalerweise von den Ungleichgewichten des vorhergehenden Billiggeld-Booms gereinigt wird, werden mittlerweile seit geraumer Zeit weiterhin die bereits in der Vergangenheit "erprobten" Methodiken versucht: Die Zentralbanken senken die Zinssätze mittlerweile gen Null und führen dem System zusätzliche Bankenreserven zu, damit sich die Rezessionen immer mehr verkürzen und der Kredit-Boom weiterhin andauern kann. Dadurch gerät die Wirtschaft allerdings immer stärker ins Ungleichgewicht und wird schlussendlich aus den Angeln gehoben.
Mehr als 40 Jahre dieser Politik bedeuten auch, dass wir in der vor uns liegenden Zeit der "Mutter aller Korrekturen“ entgegensehen - exzessive Schuldenstände, überstrapazierte Banken und aufgeblähte Märkte für Vermögensanlagen, Wohlfahrtsdemokratie, überdimensionierte Staatsausgaben und unrealistische Erwartungen bilden in dieser Gemengelage dafür den Mix sprich die dementsprechende Grundlagen. Aber selbstverständlich ist es diesmal, wie eigentlich auch immer, alles ganz, gaaaanz anders. LOOL.
Was die kurz- bzw. mittelfristigen Aussichten anbelangt, so erhöht die erneute, aktuell durch die Fed verkündete Ausweitung der Zentralbankgeldmenge (pro Jahr 540 Mrd. US-Dolleros oder circa 40%–50% der US-Neuverschuldung) längerfristig die Inflationsgefahren weiterhin in nicht unerheblichem Maße.
Ob der anvisierte massive Preisauftrieb in den Vermögensklassen trotz allen Getrommels der Vermögensverwalter ausgerechnet im Jahr 2013 auch die Aktienmärkte in dem erhofften Maße erfasst, wie dies bereits in 2012 geschah, das gilt als nicht unbedingt gesichert anzunehmen. Der Euro-Raum verharrt aller Wahrscheinlichkeit nach auch im kommenden Jahr in der Rezession, auch das US-Wachstum dürfte in 2013 aller Voraussicht nach schwach bleiben. Von daher müssen sich auch künftig genügend Indizien dafür finden lassen, ob sich die langfristigen Gewinnaussichten der Unternehmen deutlich verbessern und ob sich auch das Umfeld dahingehend entsprechend deutlich "pro Aktie" wandelt.
Wir hatten diese Thematik hier im Thread auch diesbezüglich kürzlich bereits intensiver abgehändelt, die After-Tax-Profits der im S&P500 gelisteten Companies notieren aktuell auf Rekordhöhe (#101953), ob der Verlauf sich hier im kommenden Jahr als weiterhin rekordträchtig erweist, darf zumindest mit Zweifeln versehen werden. Auch die Dividendenrendite einiger DAX-Konzerne für 2013 wurden aktuell bereits bekanntermaßen vielfach zusammengestrichen bzw. sogar ausgesetzt.
Übrigens: Laut einer aktuell in Barry Ritholtz' Blog veröffentlichten Studie greifen Aktien als Inflations-Hedge nur bedingt, ab einer Rate von ca. 4% heißt es auch hier: "Kablosh!!"
Das Jahrhundert-Experiment der Notenbank-Connection
Alle zwei Monate treffen sich mehr als ein Dutzend Banker in Basel. An Sonntagsabenden finden sie sich im 18. Stock eines zylinderförmigen Turms mit Blick auf den Rhein ein. Sie sind zu Gast bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Dort essen sie gemeinsam zu Abend und beratschlagen im Geheimen über ihr geplantes Vorgehen.
Die Tischgespräche über Geld und Wirtschaft sind mehr als rein akademisch. Denn an der Tafel sitzen die Chefs der größten Zentralbanken der Welt. Sie vertreten Länder, die im Jahr ein Bruttoinlandsprodukt von über 51 Billionen Dollar hervorbringen. Das sind immerhin drei Viertel der globalen Wirtschaftsleistung…..
…..Ein Ende der Stützungsmaßnahmen ist nicht abzusehen, im Gegenteil: Angesichts schwacher Erholungstendenzen und der gravierenden wirtschaftlichen Probleme in Europa wurden sie noch einmal verstärkt. Die größten Notenbanken planen, weitere Milliarden in Staatsanleihen, Hypotheken und Unternehmenskredite zu pumpen.
In den akademischen Standardwerken findet sich nichts zu ihrer geldpolitischen Strategie. Denn die Banker, die da in Basel am Tisch sitzen, führen gerade ein Experiment durch, einen globalen Feldversuch mit hohen Einsätzen. Dabei greifen sie zum Teil auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse einiger der Männer zurück, die in den 1970er und 1980er Jahren am Massachusetts Institute of Technology (MIT) gelehrt und studiert haben…..
…..Doch bei allen Zweifeln und Differenzen über die Wiederbelebung der Weltwirtschaft stehen sich die Notenbanker in festem Bund zur Seite, wenn es darum geht, in gemeinsamer Bemühung das Wachstum zu steuern und sich gegen Instabilitäten des Finanzsystems zu wappnen. Ihre engen und loyalen Beziehungen zueinander manifestieren sich in ihren Gesprächen, ob sie nun über das Telefon oder von Angesicht zu Angesicht geführt werden. Wenn es zu einer Krise komme, verrät King, „dann liegt ein großes Geheimnis der Zentralbankkooperation darin, dass du einfach zum Hörer greifen und sehr schnell zu einer Einigung gelangen kannst."…….
www.wallstreetjournal.de/article/....html?mod=googlenews_wsjde
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!