Sinn sagt in # 331 (Auszug unten), dass die Sparauflagen, die zum Wiederherstellen der griech. Wettbewerbsfähigkeit erforderlich sind, zuvor die griechische Gesellschaft zerbrechen würden. Es würde eine ganze Generation junger Leute geopfert, die keine Arbeit findet - und alles im Namen des Euro. Das sei unverantwortlich. Ein Euro-Ausstieg würde zumindest Hoffnung geben.
Entspricht auch meiner Auffassung.
Merkels "Dauerrettung" der Griechen wird am Ende kostspieliger als ein sofortiges "Ende mit Schrecken". Zurzeit ist es für sie reine (Wieder)Wahlpropaganda und Klientelpolitik im Dienste der (Finanz-)Industrie. Es gehört auch Stärke und Rückgrat dazu zu bekennen, dass Griechenland unter den gegegebenen Konditionen nicht reif für den Euro war/ist und die Griechenaufnahme in die EMU ein schwerer Fehler. Sie war zumindest voreilig.
Griechenland hätte bereits VOR der EMU-Aufnahme (wie z. B. Lettland) durch innere Reformen in Richtung auf einen tragfähigen EMU-Staat (der u. a. hinreichend Steuern eintreibt) getrimmt werden müssen. Man kann nicht, wie die Griechen offenbar erhofften, schwere innere Stukturprobleme "von außen" durch Einführung einer zu starken Währung und fortlaufenden Überkonsum auf EU-Pump kompensieren. Und an diesem Prinzip, auf Kosten anderer zu leben, halten die griech. Eliten nach wie vor unbeirrt fest. Es ist halt schwer, auf sicher geglaubte Privilegien zu verzichten.
Die "Euro-Reife" kann (und darf) man - wie Sinn richtig ausführt - auch nicht nachträglich mit Brachialmaßnahmen auf Kosten der Bevölkerung, insbesondere der Jugend, von außen erzwingen. Zurzeit ist die Lage in GR die, dass die Eliten, die die Schieflagen zur eigenen Bereicherung herbeigeführt hatten, Sparmaßnahmen nur auf Kosten der Armen umsetzen und ansonsten Reformen verschleppen. Sobald es ans Eingemachte geht (eigene Privilegien), schalten sie auf stur.
Das erkennt man schon an der Nichtbeachtung der Lagarde-Steuer-CD mit der Liste der 2000 reichsten griech. Steuerhinterzieher-Millionäre. Dass der Journalist, der jetzt - 2 J. nach Übergabe der CD - die Liste in einer Zeitung veröffentlicht hat, in den Knast musste - und nicht die Steuerhinterzieher selbst - spricht Bände. In dieses Schwarze Loch pumpt Merkel für ihre Wiederwahl weiterhin Geld, und nun fallen sogar erstmals reale Verluste an. Deutsche Steuerzahler müssen die Lücken schließen, die steuerpflichtige griech. Millionäre hinterlassen hatten. Das ist bodenlos.
Wenn die SPD die Fortsetzung dieses Alimentations-Fiaskos - die Hilfsgelder fließen eindeutig den "Falschen" zu - als "Völkersolidarität" fehlinterpretiert oder in den industriefreundlichen Merkel-Sermon "Wenn der Euro stirbt, dann stirbt auch Europa" einstimmt, dann ist sie gelinde gesagt schief gewickelt. Die Hilfsgelder stützen zurzeit nur den griech. "Klassenkampf von oben". Wie kann so etwas unter SPD-Prämissen "förderungswürdig" sein?
Es macht auch rein ökonomisch keinen Sinn, ein Land, das für eine Hartwährung wie den Euro zu schwach ist, mittels fortlaufender Verknechtung der Ärmsten durch die dortigen Eliten vergeblich auf Euro-Kurs zu trimmen.
Hans-Werner Sinn, head of Germany’s IFO Institute, said it is becoming cruel to keep Greece in EMU. "The austerity needed to restore wage and price competitiveness will break society first. We are sacrificing a generation of young people who cannot find work, and all in the name of the euro. It is irresponsible. A euro exit would offer hope at last," he said.
Dr Sinn said Europe should craft a controlled return to the drachma with help to shore up the Greek banking system and to provide trade credits. "There is no need for catastrophe scenarios," he said.