ist ja schon bereits u.a. hier im Thread so einiges an Infos veröffentlicht worden, hier nochmals eine kleine Zusammenfassung:
a) Die HFT-Computer sind so programmiert, dass sie ungeachtet realer Entwicklungen auf Trends aufspringen. Die Programme neigen dazu, diese durch weitere Handelsaktivitäten noch zu verstärken. Dieses gilt sowohl für die Long- wie auch für die Short-Seite.
b) Entsprechend hochgerüstete und regional aufgestellte Computer nutzen die Preisdifferenz eines Wertpapiers an zwei Börsen aus, der für Sekundenbruchteile bei einem zehntel Cent oder niedriger liegen kann. Kauf an der einen und Verkauf an der anderen Börse haben eine nur noch elektronisch messbare Zeitdifferenz. Das, mit Millionen Umsätzen und millionenfach gemacht, sorgt für hohe und nahezu risikolose Gewinne.
c) Die Distanz zu den Servern spielt daher eine wesentliche Rolle, da die Zeit, die benötigt wird, um Informationen von einem Ort zum anderen zu übertragen unter anderem auch von der geografischen Distanz abhängt. Dementsprechend sind diejenigen Teilnehmer gut positioniert, welche ihre Infrastruktur direkt in der Nähe der Server der Börse betreiben können. Solch eine Möglichkeit steht selbstverständlich nicht allen Teilnehmern offen.
d) Ein wesentliches Problem liegt auch offenbar darin, dass viele dieser automatisierten Handelsprogramme, die ohne jede menschliche Kontrolle an den Märkten aktiv werden, sehr ähnliche Inputs verwenden, wozu beispielsweise das Durchbrechen wichtiger gleitender Durchschnitte zählt. Sobald also bestimmte, weithin beobachtete technische Kursmarken gebrochen werden, reagieren eine große Menge an Systemen auf dieselbe Weise. Die Schnäppchenjäger, die bei fallenden Kursen mutig zuschlagen und die Kurse stabilisieren könnten, werden dann von einer Flut an maschinellen Verkaufsordern weggeschwemmt, so dass der Handel aus dem Gleichgewicht kippen kann und es im Extremfall zu Marktreaktionen wie eben dem "Flash Crash" vom Mai 2010 kommt.
e) Obwohl es sich hier offenbar um Marktmanipulation handelt, ist derlei bislang ebenso legal wie die meisten anderen der Raubzüge, mit denen die HFTs ihre Gewinne erzielen. So werden "slow quotes" gesammelt (wenn ein Market-Maker bei einer Kursänderung seine Quotierungen bei korrelierten Titeln zu langsam anpasst, was ein Hochfrequenz-Trader ausnutzen kann), Maschinen tricksen mit "quote stuffing" (eine Unzahl an Orders wird an die Börse geschickt und fast augenblicklich wieder gelöscht) oder sie betreiben direkte Marktmanipulation, etwa indem sie den Markt plötzlich leerfegen, dann alle Angebote streichen und Sekunden später, wenn alle Maschinen in Deckung gehen, mit Profit verkaufen. Menschliche Interaktionen werden in diesem Zeitrahmen also völlig unmöglich, so dass nun Maschinen mit Maschinen handeln und immer mehr Umsätze in immer kürzere Zeiträume gestopft werden. Dabei kann kein Mensch diese Interaktionen verstehen und überwachen, was unter anderem dazu führt, dass Extremereignisse gehäuft auftreten.
f) Darüber hinaus werden von den HFT die "langsamen" Investoren abgezockt, die systematisch zu schlechteren Preisen exekutiert werden. Gleichzeitig ist auch in belegbarer Weise die Volatilität und die Korrelation der Kurse an den Finanzmärkten erheblich angestiegen. Darüber hinaus erscheint auch die von den HFTs stets behauptete positive Wirkung auf die Marktliquidität mehr als fraglich. Denn dies gilt nur für "normale" Zeiten, wogegen diese Liquidität in der Krise sofort austrocknet und etwaige Crashes potenzieren kann – so wie eben auch im Mai 2010 geschehen.
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!