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Der USA Bären-Thread


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Malko07:

Ernst gemeint?

7
24.08.12 17:49
"Die Subprime-Krise wurde durch die Leitzinserhöhung von 1 auf 5 % innerhalb zweier Jahre überhaupt erst ausgelöst. ."

Nicht die Zinserhöhungen waren der Baustein für die Blase sondern die zu niedrigen Zinsen mit den gleichzeitig fehlenden Kreditregulierungen. Und keine Blase hält sich ewig. Irgendwann platzt sie. Je früher sie platzt umso kleiner sind die Kollateralschäden. Ergo: Man hätte die Zinsen gar nicht senken dürfen.
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Eidgenosse:

Man hätte die Zinsen gar nicht senken dürfen?

6
24.08.12 18:33
Dann wären wir immer noch bei 15%. Ob das besser wäre? Vielleicht, vielleicht auch nicht, auf jeden Fall anders. Ich denke ein langfristiger 0% Zins ist besser als dauerhaft hohe Zinsen.
Man kommt so weniger in Versuchung zu denken das Geld eine Altersvorsorge ist.

Die Demographie ist eh der Hauptgrund für diese Krise, wobei das eigentlich keine Krise ist, sondern eine Konsolidierung des menschlichen Wachstums. Die Babyboomer eben, oder anders: Wenn alle mal ein Haus haben gibts ne Zeitlang keine neuen mehr.
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Gegenpol:

Subprime-Hypotheken

11
24.08.12 18:38
Der Auslöser bzw. Wegbereiter der Subprime-Krise war die mangelnde Regulierung, die in einer massiven Unterkapitalisierung der Investmentbanken mündete. Ebenso nutzten die Finanzinstitute die Rückwärtsrolle beim Glass-Steagall-Act gnadenlos aus,  sie waren sich ihrer systemrelevanz sehr wohl bewusst. Die Zinssenkungen begünstigten diese Entwicklung nur. Die Notenbanken verfügen über genügend Instrumente um einer Immobilienblase entgegenzuwirken, ohne die Zinsen erhöhen zu müssen. Sie hätten einfach die Eigenkapitalanforderungen der Kreditnehmer erhöhen müssen. Naja.....es haben einfach zu viele am Aufschwung und am Niedergang des Immobilienmarktes verdient.......

Griechen plündern in der Not die Bauernhöfe

www.welt.de/politik/ausland/...in-der-Not-die-Bauernhoefe.html
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Malko07:

#98652: Mein Einwand bezog sich

7
24.08.12 18:53
auf die letzte Absenkung auf 1% und die anschließende Erhöhung auf 6%. Vorher standen sie im Bereich von 5 - 6 % und diesen Satz hätte man nicht so stark senken dürfen.

Ein guter Zins in ruhigen Zeiten sind 4% bei einer durchschnittlichen Inflation von 2% und einem Steuersatz von 50%. Ob man dabei reich wird und das Alter absichern kann?

Die jetzige Krise haben wir mMn nicht den Babyboomer zu verdanken sondern der Aufblähung der Verschuldung und einem Versprechen von Wachstum das nicht eingehalten wurde. Die Probleme, welche durch Vermögensauflösungen entstehen, weil die Babyboomer sich aufs Altenteil zurückziehen, stehen erst bevor.

Ansonsten ist Demographie für überhaupt nichts schuld. Ewiges Wachstum der Bevölkerung für eine funktionierende Wirtschaft voraus zu setzen ist kindisch und zeugt, dass derjenige nicht der einfachsten Mathematik fähig ist. Und es liegt auch überhaupt nichts verwerfliches darin, wenn weniger Häuser und weniger Straßen benötigt werden. Es ist dann nur weniger Arbeit notwendig und man verbraucht weniger Rohstoffe. Sollte zu organisieren sein.
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Fillorkill:

Malko: 'ausgelöst'...

3
24.08.12 18:55
ist etwas anderes als 'verursacht'. Mit der raschen Anhebung der Fed Funds Rate auf 5.25 Juni 06 wurde die Kettenreaktion AUSGELÖST, weil die Subprimer ihre variabel verzinsten Kredite nun nicht mehr bedienen konnten. Die signifikante Anhebung der Leitzinsen löste damit das Platzen der Blase aus und führte genau zu dem Deleveraging, welches hier immer wieder bestritten wird....

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Malko07:

Fillorkill, die Auslösung war schon viel zu spät.

7
24.08.12 19:08
Hätte dieses Spielchen noch 2 Jahre länger gedauert, wäre der Gesamtschaden noch wesentlich größer geworden wie er eh schon ist.

In diesem Sinne ist auch die Lehman-Pleite ein notwendiges Ereignis. Aber offensichtlich reicht es nicht und wir brauchen weitere bevor die Hirne eingeschaltet werden und die Finanzbranche geordnet eingedampft wird.
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Fillorkill:

Malko, da sind wir uns doch einig !

2
24.08.12 19:12
Nur Deine Hoffnung muss ich enttäuschen, denn Blasen wird es immer geben. Aufgeräumt wird immer erst retro...

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Malko07:

Blasen und Blasen

6
24.08.12 19:32
Selbstverständlich gibt es immer wieder Fehlentwicklungen und diese erzeugen auch Schaden. Die Frage ist ja nur wie lange will man dem Wachsen dieser Blasen zuschauen? Solange bis sie systemisch geworden sind und man sie pflegen muss? Z.B. die Derivateblase und die Kreditblase sind mMn schon ausreichend lange bekannt, die wirtschaftlichen Ungleichgewichte ebenso, also die heutige Form der Globalisierung funktioniert so nicht.

Fehlentwicklungen entstehen und müssen behoben werden. So funktioniert nun mal die Evolution. Aber man kann man Fehlentwicklungen weiter laufen lassen nur weil sie nun mal passieren?
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Malko07:

#98653: Muss ich jetzt

5
24.08.12 19:34
weinen?
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A.L.:

Die Evolution

6
24.08.12 20:51
lässt Fehlentwicklungen aber auch Aussterben. Bernanke und Draghi hingegen halten die Zockerbanken-Fossile künstlich am Leben.
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A.L.:

# 655

8
24.08.12 20:58
Ohne die tiefen Leitzzinsen von 2002 bis 2004 in USA (1 %) wäre die Subprime-Blase gar nicht erst angeschoben worden. Es ist daher unlogisch (Zirkelschluss) zu behaupten, die Hauskrise wäre durch die Zinserhöhungen zurück auf 5 % "ausgelöst" (# 655) worden.
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A.L.:

Friicke (FTD) bleibt bei der Schnapsidee

8
24.08.12 21:14
dass die Eurokrise eine "Panik-Reaktion der Märkte" sie, die mit Geldflutungen kurieren ließe. Wenn nur der böse Weidmann nicht wäre, der mit rechtlichen Bedenken nervt.

www.ftd.de/politik/deutschland/...as-dem-euro-recht-ist/70080591.html

Ich empfehle Frìcke eine Woche "Abenteuerurlaub" auf einem griechischen Bauernhof:

www.welt.de/politik/ausland/article108768350/...-die-Bauernhoefe.html
Antworten
Fillorkill:

Friicke gefällt mir,

11
24.08.12 21:45

weil er was freches hat und nicht nur AL regelmässig verärgert.. Seine Diagnose teile ich jedoch insofern nicht, als die Panik-Krise nicht in den Märkten, sondern weitestgehend nur im Sentiment vorliegt. Denn der Euro ist nach wie vor robust, Aktien sind up, selbst spanische Bonds haben schon wahrlich schlechtere Zeiten (bei deutlich geringerer Verschuldung) gesehen. Sowas nenne ich nicht Panik. Diese ist vielmehr in den Köpfen, wo sie auch nach Kräften von allen Seiten geschürt wird - natürlich mit dem glasklaren Motiv, das je eigene politische Programm als alternativlos durchzudrücken angesichts der vorgeblich drohenden bitteren Konsequenzen. Ich würde jedoch soweit mitgehen, dass die Glaubwürdigkeit eines politischen Gestaltungswillens mit dem dafür bereit gestellten Volumen steht und fällt...

 

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Eidgenosse:

#694, aber sicher...

10
24.08.12 22:52
"Und es liegt auch überhaupt nichts verwerfliches darin, wenn weniger Häuser und weniger Straßen benötigt werden. Es ist dann nur weniger Arbeit notwendig und man verbraucht weniger Rohstoffe. Sollte zu organisieren sein."

...ist das zu organisieren. Ist nur reichlich kompliziert. Und weniger Arbeit ist auch dank Produktivitätssteigerungen notwendig. (weniger Arbeitsstunden pro Podukt). Die zusätzlichen Produkte müssen wir aber auch kaufen sonst gehts nicht auf. Ist also der Zweit oder Drittwagen Bedingung in der Zukunft?
Die Politik will ja das Rentenalter raufsetzen. (warum?) Damit sollen die Pensionskassen entlastet werden. Also ich würde eher die Bezüge kürzen. Das Rentensystem ist sowieso viel zu träge um sich auf Marktveränderungen anzupassen. Gekürzte Bezüge lassen aber den Konsum schwinden was noch weniger Arbeit verursacht.

Arbeit hätte es aber eigentlich genug. Wie erklärt man sich eine vielerorts verlotterte Infrastruktur und eine gleichzeitig hohe Arbeitslosigkeit? Als Massname dagegen werden jetzt aber Menschen entlassen und Ausgaben gekürzt. Müsste man nicht das Gegenteil machen?

Die beschriebenen Probleme sind viel kleiner wenn ein starkes demographisches Wachstum vorhanden ist. Die neuen Leute nehmen auch neue Kredite auf was zusätzlich wirtschaftliches Wachstum erzeugt.
Nun ebbt das ganze ab und die Politik hat keinen Plan. Jedenfalls keinen den sie der Bevölkerung als Lösung verkaufen kann.

Ein Zinsloses Geldsystem wäre eventuell ne Lösung. Wir sind ja auf dem Weg dorthin.
Dauert halt noch ne Weile.

Fehlende mathematische Kentnisse lass ich mir nicht unterstellen.
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daiphong:

#63 dadurch, dass die Eurokrise nur in den Köpfen

7
25.08.12 00:04
ist, so eine Art Kopfschmerzen, kannst du sie natürlich besonders leicht und locker mit Entspannungsübungen lösen. Und richtig viel Volumen ist auch immer gut, was soll der Geiz.
Nur eine Frage: Wozu brauchts denn Volumen von Geld, wenn die Krise doch nur in den Köpfen ist? Geld heißt bekanntlich Zahlung, wer zahlt an wen, wann und warum?  Haben die Kopfschmerzen evtl doch mit Geld und Zukunft zu tun, und sind gar nicht psychosomatisch?
Auch wenn man von Kompromissen ausgeht wie ich, Kompromisse hier sind sehr hart für beide Seiten. Von bitteren Konsequenzen willst du aber nie etwas hören, ich weiß, heile Welt und so, die nervende Prinzipienreiterei von Weidmann wird daher auch nicht als Verhandlungsposition erkannt. Du meinst also, die EZB zahlt, und keiner merkt was, außer dass die Aktien steigen und alle dann viel reicher sind - eigentlich lustig, ganz ohne Arbeit und so. Bisher hattets du doch immer die interessante Meinung vertreten, Deutschland muss alles Fehlende zahlen in ganz Europa, und da fehlt ja so einiges, damit es weiter exportieren darf? Wie wärs mit Nachdenken? Macht Kopfschmerzen? Sorry.
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Fillorkill:

Eidgenosse,

18
25.08.12 00:37

dies sind Träume, die in der offensichtlichen Anarchie des Kapitalismus ihren rationalen Ausgangspunkt haben: Blasen werden aufgepumpt, bis sie platzen, neu gebaute Häuser verrotten, während nebenan die früheren Bewohner sich in Zelten durch die Nacht frieren, gigantische Vermögen werden zusammen erschwindelt und gleich wieder verzocktt, während die working poor mit ein paar Cent rechnen müssen und auf all das wird auch noch 'gehebelt' spekuliert usw usw. Sinnvoll sieht das alles nicht aus und gerecht schon gar nicht-  und so träumen die einen von einem Kapitalismus, der ganz ohne Schattenseiten und Fehlentwicklungen auskommt, einem Markt, der irgendwie ''wieder' normal sein soll und andere werden darüber sogar radikal und stellen die Systemfrage...

 

Bloss: Kapitalismus ist eine Produktionsweise, deren Motiv nicht in der rationalen Produktion von Bedarfsgütern inklusive deren sozial angepasster Verteilung besteht, sondern darin, ein vorgeschossenes Kapital (via Ware) um einen Zinsertrag anzureichern. Diese Grundform der Spekulation, die sich in allen Abteilungen des Kapitalismus wiederfindet, erzeugt (und korrigiert!) in der Konsequenz all die hier monierten Fehlentwicklungen und Ekzesse. Denn Spekulation ist ihrer Natur nach eine Wette auf einen Ertrag, der nicht sicher ist. Und die Bedingung dafür, dass nicht nur spekuliert werden kann, sondern auch muss ist logischerweise ,dass der Ertrag stets unsicher bleibt. Die Rationalität dieses scheinbar sinnlosen Konzeptes, bei dem notwendig wenige gewinnen und die meisten verlieren, findet sich darin, dass es  - quasi als Abfallprodukt  - für hinreichend viele ein Angebot an Lebensbedingungen und Lebensperspektive formuliert, welches diese nicht ausschlagen wollen (nicht zuletzt im Wissen darum, dass alle historischen Alternativen in der Barbarei ihren Endpunkt fanden)....

 

Es gibt keinen Kapitalismus ohne 'Zins' (= all den hier angeprangerten Fehlentwicklungen), Fill

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Fillorkill:

Daiphong, es geht um jene Argumentation,

9
25.08.12 05:50

die politische Entscheidungen bzw jene der Notenbanken mit einer (drohenden) Panik an den Märkten begründen will (' Die EZB sollte massenhaft Staatsanleihen aus den Krisenländern  aufkaufen, sagt Ökonom Paul de Grauwe im Interview. Nur so könne die  Panik am Markt beruhigt werden' zeit online von heute').  Eine solche Argumentation ist sachlich falsch, weil es keine Panik an den Märkten gibt. Damit stelle ich aber nicht die 08 begonnene makroökonomische Krise in Frage, deren einzelne Segmente sich teils überlappen, teils ungleichzeitig verlaufen. Dass das Festhalten am Euro permanente Transfers in die Defizit-Staaten auch nach erfolgreicher Restrukturierung erforderlich machen wird und diese Transfers in einer 'Schuldenunion' am billigsten kommen werden - davon gehe ich aus. Und ebenso davon, dass alle Alternaven dazu ungleich kostspieliger ausfallen würden...

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WielandSchmi.:

Am billigsen für wen

2
25.08.12 06:50
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Malko07:

#98664: Wieviel Einwohner braucht

15
25.08.12 07:56
Deutschland? 3 Milliarden, oder wann ist Schluss mit Lustig? Hat sehr wohl etwas mit Mathematik zu tun. Wenn etwas immer weiter wächst wird es immer größer.

Oder geht es etwa nur darum, selbst möglichst ungeschoren davon zu kommen und die Probleme auf nachfolgende Generationen zu schieben? Purer Egoismus also? Eine andere Art der Verschuldung?

Frankreich hat seit einigen Jahrzehnten eine etwa bessere demografische Entwicklung als wir und hat sich wirtschaftlich in der gleichen Zeit deutlich schlechter entwickelt. Besonders hoch ist dort die Arbeitslosigkeit bei den vielen jungen Menschen. Es reicht also nicht zu Kinder in die Welt zu setzen, man muss auch ordentliche Strukturen entwickeln.

Vereinfacht kann man sagen, man verteilt symbolisch mal alles was vorhanden ist an alle die gerade leben. Und wenn das ausreicht, sollte auch eine Gesellschaft so zu organisieren sein, dass sie menschlich funktioniert. Wenn es nicht reicht, wird es schwierig bis unlösbar. Und das liegt meistens in zu vielen Menschen begründet. Einfache Mathematik!

Unser Planet ist endlich, unsere Rohstoffe sind endlich und besonders unsere Ackerfläche ist endlich und schrumpft mit zunehmender Bevölkerung. Aber unsere Probleme wollen wir über höhere Geburten lösen. Dabei sind diese nicht mal mehr, beim heutigen technologischen stand, als Soldaten zu gebrauchen.
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Malko07:

#98666: Den Kapitalismus

9
25.08.12 08:14
gibt es nicht. Es gibt viele Ausprägungen und es sind noch viel mehr vorstellbar. Der Markt allein ist auch alles andere als ein effektiver Regelmechanismus. Aus gutem Grunde wird von sehr vielen angenommen, dass ungezähmte Märkte in der Katastrophe enden. Ideale Märkte sind nun mal eine Träumerei und der Weg dahin ist unerreichbar. Sind das linke Einsichten? Nein es sind Einsichten der Neoliberalen aus den Dreizigern des letzten Jahrhunderts.

Wir haben nicht grundlos Gesetze und praktisch jeder Lebensbereich ist reguliert. Und es wird ein immerwährender Kampf sein, die der jeweiligen Entwicklung angepassten Regulierungen zu finden und das notwendige Gleichgewicht zwischen Freiheit und Gesetz zu finden. In diesem Prozess spielen selbstverständlich auch immer Interessen.  

Der im obigen Post vertreten Kapitalismus gibt es nirgends auf dem Globus, sogar in den USA nicht. Die vergangenen Jahrzehnte sind nur viele Erfahrungen ausgestorben und man wollte unbedingt den Markt stärken. Und als dann auch noch der Kommunismus unterging gab es zu viele in der westlichen Welt, die glaubten alle Fesseln abstreifen zu können, die ihnen der linke Druck auferlegt hatte. Und prompt sind sie auf die Nase geflogen wie nur selten in der Geschichte. Auch nichts Besonderes. Echternacherspringprozession eben: 2 Schritt vorwärts, einen zurück.
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learner:

Der Kapitalismus wird sich ändern,

13
25.08.12 08:40
aber nur weil sich das Verhalten der Menschen ändert. Was dabei unerträglich erscheint, dass dies nicht aus Einsicht geschiet, sondern vielmehr aus simplen Notwendigkeiten.

Der Rohstoffmangel führt bereits zu Veränderungen im Verbraucherverhalten. Viele Menschen fahren heute einen Kleinwagen mit einem Verbrauch von 4 Litern, weil sie sich mehr nicht leisten können.

Jüngere Generationen legen nicht mehr so viel Wert auf den Besitz eines Autos, wie es noch vor 30 Jahren der Fall war.

Es gibt im Internet Tauschbörsen, die es ermöglichen Dinge nicht kaufen zu müssen. Das ist Anpassung pur an neue ökonomische Gegebenheiten. Rationalisierung auf der privaten Ebene!

Denkt man diesen Gedanken weiter wird die Vision des Club of Rome zur Realität!
Der Mensch wird vom Verbraucher zum Gebraucher. Die spannende Frage wird sein, wie man dann Gesellschaft so organisiert, dass die heutige Entsolidalisierung überwunden wird.

Man kann nicht Millionen von Menschen den Zugang zum gesellschaftlichen Leben verwähren und glauben, dass dies ohne Konsequenzen bleibt. Die Antwort auf diese Frage muss politisch gelöst werden und der Kapitalismus wir sich anpassen (müssen).

Nur sind wir anscheinend noch nicht so weit diese Fragen ernsthaft in der Gesellschaft zuzulassen, weil der Druck noch nicht groß genug ist. Gesellschaftliche Prozesse sind quälend langsam!
Wo isi checkerlarsen?
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Kicky:

Diebstahl von Obst und lebendem Fleisch

15
25.08.12 09:26
gibts auch in Deutschland mehr als genug.Da klauen Sie Pflaumen von den Bäumen,da werden Schafe und Kühe geklaut und die Diebstahlsquote von Obst in Kleingärten in Berlin hat ergeblich zugenommen.Ich bin ja selber ein Opfer.Nachdem nicht nur meine Erdbeeren sondern sogar die Blaubeeren unter dem Netz verschwunden waren sowie eine 20m Elektroschnur,habe ich LED-Bewegungsmelder und einen Dummy einer Videoanlage angebracht ,der rot funkelt.Da hat er mir vorne ein Hortensie und eine Strauchrose mit Ballen ausgegraben.Ich habe dann die geklauten Pflanzen abgebildet und 50 Euro Belohnung versprochen für sachdienliche Hinweise und das an den Telegraphenmästen angeschlagen,war mir ja klar,dass der nur aus der Nähe sein konnte.Jetzt habe ich eine Selbstschussanlage installiert mit Schreckschusspatrone.
Erstaunlich was es alles gibt.Als Bewegungsmelder getarnte Videoanlagen mit 32GB Speicher...
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fkuebler:

Kicky 672: Das raubt mir ja den Atem... :-o

11
25.08.12 10:05

Jetzt glaube ich auch zu verstehen, warum manche Berliner hier im BT so (bisher) unerklärbar aggressiv sind...  . Die klauen nachts Blaubeeren und sind frustriert, dass sie nur so wenige gekriegt haben. Und wenn sie dann von der Schreckschusspatrone adrenalingesättigt wieder hier ins Forum kommen...  

Halte aus, Liebe Kicky, an der Front in der Frontstadt.

Und wenn es ganz schlimmn kommt, dann können wir dir hier aus der Schweiz auch einen Blaubeerenbomber schicken...   

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Trocki:

Bei uns in..

11
25.08.12 10:39
Österreich ist es auch nicht viel anders.Da wird immer mehr gestohlen,da kann es schon mal passieren,dass neu verlegte Kupferleitungen(von Baufirmen ) nächsten Tag spurlos verschwinden.Oder das neu renovierte  Dach nächsten Tag ohne Kupferdachrinne zu bewundern sind usw.
Anscheinend wiederholt sich die Geschichte immer wieder.Früher sind auch die Stadtleute ,wenn das Essen knapp wurde raus aufs Land um die Felder zu plündern. Immer mehr "Flohmärke" schiessen aus der Erde,wo ein sehr reger Zulauf herrscht.Dort werden Waren um 1-5€ gehandelt.
Antworten
permanent:

Droht Europa die Unregierbarkeit?

11
25.08.12 10:51

In einem Artikel des HB (siehe unten) wird auf das Problem von Vielparteienparlamenten im Zusammenhang mit der kommenden Parlamentswahl in den Niederlanden hingewiesen.
Bei uns sieht es nicht viel besser aus. Volksparteien im  klassischen Sinn gibt es nicht mehr. Nach der kommenden Bundestagswahl werden nur noch CDU und SPD gemeinsam regieren können will man nicht eine Mehrparteienkoalition. Eine solche "bunte" Regierung aus mehr als zwei Parteien hätte es noch schwerer sinnvolle Kompromisse zu finden, Gesetze durch den Bundestag und Bundesrat zu bringen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage ob ein Mehrheitswahlrecht wie es in GB oder den USA vorherrscht nicht sinnvoller zur Erhaltung der Demokratie ist. Die Fünfprozentklausel wie in D ist auch kein effektiver Schutz vor der Zersplitterung der politschen Landschaft in Parlamenten.

Ich betrachte den Zersplitterungsprozess mit Sorge. Gleiches kann man übrigens im Gewerkschaftslager sehen wo kleine Interessensvertretungen es den großen Gewerkschaften immer schwerer machen solide Kompromisse für ganze Branchen auszuhandeln. In schweren Zeiten braucht man einen nationalen Konsens und keine Grüppchenbildung um Kleingruppierungen zu begünstigen.

Permanent

Diese Wahlen könnten den Europakurs der Niederlande verändern. Allerdings bliebe auch ein sozialistischer Premier angewiesen auf andere Parteien. Nach den Umfragen kann eine Regierung nur mit fünf oder sogar sechs Parteien gebildet werden. Und das ist die größte Sorge für Politiker und Bürger, die zum vierten Mal in zehn Jahren zur Urne gerufen werden. „Eine zerbrechliche Koalition, die bei jedem Punkt, Woche für Woche schmerzhafte Kompromisse eingehen muss“, befürchtet der Publizist Tom-Jan Meeus. „Das Land könnte unregierbar werden.“

http://www.handelsblatt.com/politik/international/...ahl/7050468.html

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