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"Verdammte Sch...e, wir wissen auch nicht, was wir sonst machen sollen"
(Denkblase M. Draghi)
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FTD
Euro-Krise:
Warum Europa keine Schuldenunion werden darf
Eine gemeinsame Haftung für Staatsschulden löst die Probleme der Euro-Zone nicht. Am Investorenstreik gegenüber den Südländern wird sich nur etwas ändern, wenn die nationalen Regierungen Führungsstärke zeigen.
Kommentar von Ansgar Belke, VWL-Professor und Forschungsdirektor am DIW Berlin
Vorschläge zur Vergemeinschaftung von Staatsschulden haben derzeit Hochkonjunktur. Und dies, obwohl in nahezu allen Varianten Probleme der moralischen Versuchung offensichtlich sind. Vor allem aber wird die von den Befürwortern vertretene Sichtweise, dass die Länder, die heute schwach sind, morgen stark sein werden und umgekehrt, nicht durch die makroökonomische Evidenz gedeckt. Dies liegt nicht nur an den innerhalb der Euro-Zone seit Langem divergierenden Trends der Governance-Indikatoren wie der Qualität des Regierungshandelns und der Rechtsdurchsetzung. Auch haben sich bei der Arbeitsmarkt-Performance, dem Wirtschaftswachstum und dem Leistungsbilanzsaldo zwischen den Euro-Ländern strukturell und lang andauernde Unterschiede etabliert - Griechenland, aber auch einige andere südliche Länder befinden sich in der Schlussgruppe, die noch "AAA"-bewerteten Länder in der stärksten Kohorte. Insgesamt gesehen ist die Verteilung der makroökonomischen Risiken in der Euro-Zone so deutlich ungleich (statistisch gesprochen: schief), dass ein effizientes Verfahren der Schuldenvergemeinschaftung zu einem überaus anspruchsvollen Unterfangen wird.
Das Hauptproblem der gegenwärtigen Euro-Krise kann auch gar nicht primär durch eine Vergemeinschaftung der Schulden gelöst werden. Denn der Kern des Problems ist der längerfristige Investorenstreik gegenüber den südlichen Euro-Ländern. Dieser ist begründet durch wichtige Fundamentaldaten wie zum Beispiel die sinkende Wettbewerbsfähigkeit und die immer schlechter werdende Political Governance. Angesichts dieses Versiegens der grenzüberschreitenden Kapitalflüsse geht für einige südliche Euro-Mitglieder per Definition kein Weg daran vorbei, ihr Leistungsbilanzdefizit zu schließen. Hierzu müssen sie kurzfristig ihren privaten und staatlichen Konsum reduzieren. Längerfristig ist es unvermeidlich, dass sie ihre Ressourcen durch niedrigere Löhne und Strukturreformen in den Exportsektor lenken.
Zugegeben: Für die Tiefe der gegenwärtigen Rezession im Süden der Euro-Zone sind die Finanzmarktbedingungen entscheidend. Aber hier verrichtet die EZB mangels anderer Lösungen schon länger ihren Job. Da dies aber nur kurzfristig zur Vermeidung von Vertrauenskrisen Sinn ergibt, ist vor dem Hintergrund des Versiegens der externen Finanzierung eine fiskalpolitische Anpassung in der Euro-Peripherie unausweichlich. Politische Führung beinhaltet also unbedingt auch eine Verringerung des öffentlichen Schuldenstands. Sie sollte sich auf eine Minimierung der Kosten der außenwirtschaftlichen Anpassung und des hiermit kurzfristig verbundenen Output-Verlusts konzentrieren - und eben nicht primär auf eine Schuldenvergemeinschaftung aus sein.
Wichtig ist zu begreifen, dass die relativ gute Performance der spanischen Volkswirtschaft in den Jahren 2010 und 2011 darauf zurückzuführen war, dass sich in diesen Jahren die Anpassungsgeschwindigkeit sowohl im Staatssektor als auch im Immobiliensektor verlangsamte. Die langfristigen Kosten dieser Verzögerung werden nun sichtbar. Sie sind Ausdruck eines deutlichen Mangels an politischer Führung und kein Anlass für eine Schuldenvergemeinschaftung!
Dass fiskalische Regeln niedrigere Refinanzierungskosten befördern, wurde jüngst wieder an den Beispielen Italiens und Spaniens mehr als deutlich. Deren Anleiherenditen schossen unmittelbar nach oben, nachdem bei der Durchsetzung von Strukturreformen nachgelassen wurde. Der sinkende Reformdruck war offensichtlich auch motiviert durch die zwei "Dicken Berthas" der EZB.
Dies ist ein Anschauungsbeispiel wie aus den Lehrbüchern, die zu Recht nur glaubwürdigen geldpolitischen Regeln eine durchschlagende positive Wirkung auf den Reformeifer von Regierungen und auf die Verringerung von Inflationserwartungen zuschreiben. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die jüngst von der EZB beschlossenen Leitzinssenkungen und die von Draghi jüngst angedeutete Forcierung der unkonventionellen Geldpolitik die Refinanzierungskosten der Problemstaaten kaum senken dürften. Es kommt hinzu, dass geldpolitische Konflikte zwischen den Mitgliedsstaaten immer wahrscheinlicher werden. Denn die EZB fungiert als zentraler Kontrahent für die grenzüberschreitende Kreditvergabe in der Euro-Zone. Sie nimmt dabei verschiedene Risiken entlang nationaler Linien auf sich. Diese Vergemeinschaftung von Risiken könnte sich - wenn die geldpolitisch versuchte Rettung der Euro-Zone schiefgehen sollte - am Ende in eine vollständige Schuldenvergemeinschaftung verwandeln.
Dies ist ein perfektes Beispiel dafür, dass das Poolen von ungleich verteilten Risiken zur Desintegration der gesamten Euro-Zone führen kann. Vor allem da vielfach argumentiert wird, es handele sich bei der uneingeschränkten Ausgabe von frisch gedruckten Euro gegen Wertpapiere, deren Wert nur bei einer überzeugenden Lösung der gegenwärtigen Schulden- und Zahlungsbilanzkrise konstant bleibt, lediglich um eine Brückenfinanzierung. Dies trifft offensichtlich nicht zu, wie man an der nicht enden wollenden Reihe ultraexpansiver geldpolitischer Maßnahmen leicht sehen kann. Die EZB ist schlicht in ihrer unkonventionellen Geldpolitik gefangen. Mit immer größeren Bazookas soll verhindert werden, dass die bisherigen Dicken Berthas zu massiven Wertverlusten in der EZB-Bilanz führen. Damit den Banken nicht irgendwann die Sicherheiten ausgehen, mit denen sie an diesen Refinanzierungsgeschäften teilnehmen können, senkt man die Qualitätsstandards für Sicherheiten immer weiter. Gleichzeitig sinkt der Reformdruck. Man muss kein Prophet sein, um die Zirkularität dieser Argumentation zu entlarven. Ein klarer Designfehler führt zu einer Zeitpfadabhängigkeit der Geldpolitik und zu einer immer geringeren Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Ausstiegs aus dieser Politik.
Wer A sagt, muss auch B sagen und die zentrale Lektion aus dieser Diagnose anerkennen: Der individuelle Verschuldungsspielraum für ein Land fällt innerhalb der Euro-Zone schlicht deutlich geringer aus als außerhalb. Man kann den Spielraum aber nicht durch eine Schuldenvergemeinschaftung in der Euro-Zone hebeln, da die Risiken strukturell ungleich verteilt sind. Vielmehr kommt es jetzt auf nationale politische Führung an.
www.ftd.de/politik/europa/...-schuldenunion-werden-darf/70073404.html

MARK HULBERT Archives | Email alerts
Aug. 8, 2012, 12:02 a.m. EDT
Watch out for a correction — or worseBy Mark Hulbert, MarketWatch
CHAPEL HILL, N.C. (MarketWatch) — Odds of a stock market correction are now quite elevated.
That’s because stock market timers are now more bullish than they were at the May 1 bull market high, even though the market averages are still slightly below those previous highs. This is not good from a contrarian point of view.
Consider the average recommended stock market exposure level of the shortest-term market timers monitored by the Hulbert Financial Digest (as measured by the Hulbert Stock Newsletter Sentiment Index, or HSNSI). This average currently stands at 50%.
At the May 1 bull market high, in contrast, this average stood at 42%. The Dow Jones Industrial AverageDJIA +0.39% at that high was 110 points higher than its recent close. This contrast does not bode well for the stock market’s near-term future.
I would of course urge you at any time to give contrarian analysis serious consideration. But an added reason to do so now is that this approach did a particularly good job of navigating the May-June correction.
Consider the conclusions contrarian analysis reached at the following points along the way:
On May 9, just eight days after the May 1 bull market peak, I reported that a major correction — a drop in the market averages in excess of 10% — was “unlikely” because many of the timers who were bullish on May 1 had quickly run for the exits. At the correction’s lowest point, of course, which came on June 4, the Dow Jones Industrial Average on a closing basis had dropped just 8.9%. ( Read my May 9 column, “Major correction unlikely.” )
On June 5, the day after the day of the exact low of the correction that had begun on May 1, I reported that “a tradeable low is close at hand.” That conclusion was based on the excessive levels of pessimism that then prevailed — which, by some measures, were at levels not seen in nearly two years. ( Read my Jun. 5 column, “Correction close to being over.” )
On Jun. 15, when the Dow stood at nearly 12,800, almost 700 points higher than where it had been at the June 4 low, I reported that the rally still had room to run, according to contrarian analysis. ( Read my Jun. 15 column, “Wall of worry remains quite strong.” )
To be sure, contrarian analysis began to turn cautious in early July, prematurely so. Followers of this approach therefore will have missed some or all of the last 200 Dow points.
Just as was the case early on during the correction that began in early May, a key thing to watch whenever the market does begin to pull back will be how quickly the bulls run for the exits. If they are as quick to do so this time around as they were three months ago, then contrarian analysis once again will forecast only a modest pullback.
But if the bullish timers stubbornly hold on to their bullishness in the face of any pullback, then there will be greater odds of a more major correction — since only in that way will the veritable Wall of Worry get rebuilt.
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Mark Hulbert is the founder of Hulbert Financial Digest in Annandale, Va. He has been tracking the advice of more than 160 financial newsletters since 1980.
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