Kass ist schon seit 2010 bärisch hinsichlich US-Staatsanleihen und publiziert seitdem laufend Short-Empfehlungen (Chart unten), die sich rückblickend als ähnlich Geld vernichtend erwiesen haben wie DAX-Kaufempfehlungen von Ariva-Permabullen.
Siehe dazu auch Kass' jüngste Short-Empfehlung auf US-Staatsanleihen in # 832 - er bezeichnet "short US-treasuries" darin als "trade of the decade".
Diesmal sind die Chancen sicherlich besser wegen der inzwischen stark gestiegenen Kurse (Mondkurse).
Einige Leute hier im Thread (z. B. KuK) haben jedoch schon länger vor Shorts auf Bond-Langläufer (inkl. Bund-Future) gewarnt. Bei KuK mag Charttechnik den Ausschlag geben, es gibt aber auch fundamentale Gründe.
Sollte sich das im Bären-Thread favorisierte Deflations-Szenario bewahrheiten, sind Staatsanleihen hüben wie drüben mittelfristig sicherlich KEINE guten Short-Kandidaten. (Kass Shortempfehlung wären dann Ausdruck übertriebener Bulligkeit", die sich teils auch in seinen neutral-bullischen Aktienmarkt-Erwartungen widerspiegelt.)
Der (smarte?) Bond-Markt negiert bislang auch die von Hausfrauen und Co. getriebene "Inflationserwartungs-Hausse", die sich u. a. in wahnhaft gestiegenen deutschen Immobilienpreisen zeigt (ETW in Hamburg und Berlin: 30 % Plus).
MMn liegen der Immobilienmarkt und der Gold/Rohstoff-Markt falsch mit ihrer Inflationserwartung "wegen des Gelddruckens der Zentralbanken" - und der Bondmarkt liegt (oder lag zumindest bislang) richtig. Sollte sich ein globales "Japan-Szenario" ergeben, könnten sich Bonds rückblickend als die seit Krisenbeginn 2008 am besten performende Asset-Klasse erweisen.
Sollten sich jedoch die Inflationserwartungen (wider Erwarten) erfüllen, müsste man den US-Bärenthread "dicht machen", weil bei Inflation eben auch Aktien deutlich steigen können ("Sachwerte").
Allerdings "hängen" Aktien-Kurse und Immobilien-Preise - allen Geldflutungen zum Trotz - stark an der REAL-Wirtschaft, und die schwächelt seit dem Lehman-Crash. Würde man die Flutungs-Eskapaden der Notenbanken seit 2008 rausrechnen, ergäbe sich seitdem eine reale Schrumpfung der Weltwirtschaft. Die Geldflutungen haben zu einem guten Teil zur Bond-Rallye beigetragen, nicht zuletzt wegen QE (in USA und EU). Der Rest kommt vom "billigen Geld", das auch den Bondmarkt überschwemmt.
Im Ultra-Bären/Goldbugs-Szenario jedoch (Wawidu u. a.) würden auch Staatsanleihen mittelfristig "abkacken", weil sie sich dem Abwärtssog im Zuge serieller Staatspleiten nicht entziehen können. Die Geldwertvernichtung würde auch den realen Gegenwert von Staatsanleihen dezimieren, zumal Bonds bei Hyperinflation nicht wie Aktien um 1000 % steigen können. (Verzockte Staaten wollen sich mit Hilfe der geschürten Inflation ja auch klammheimlich entschulden).
So kommt man kurioserweise zu dem Schluss, dass die Short-UST-Empfehlung des tendenziell (Aktien-)bullischen Doug Kass sich ausgerechnet dann als lukrativ erweisen würde, wenn die ultrabärische Hyperinflationserwartung aufgeht. Allerdings würden dann alle Hausfrauen, die jetzt in Immobilien und Gold "fliehen", Geld verdienen, was man als empirisch sehr unwahrscheinlich einstufen darf.
Doug Kass and the WORST Trade of the Decade
(August 2nd, 2012) Doug Kass called US Treasuries “The Short of the Decade” in an interview he did in this week’s Barron’s [# 832, A.L.]. Mr. Kass makes some interesting and compelling arguments, however the interview did not discuss that this is not a new call. In fact Mr. Kass has been touting the short treasuries trade for more than 2 years now.
During that time, he has also talked extensively about using the TBT ETF as a way to express the short US Treasury trade. TBT is an inverse ETF, which means that it rises in value when interest rates rise, causing long term treasury bonds to fall in value. It is also a leveraged ETF, so it is designed to give you twice the daily inverse performance of long term treasuries. In short, Mr. Kass is using the ETF to try and amp up the gains that would be received if interest rates rise substantially, proving his trade correct. Unfortunately for any traders that have followed this call, the ETF also amplifies losses when interest rates fall. Interest rates have been falling ever since Mr. Kass starting making his “trade of the decade” call.
As you can see from the chart below and the quotes that follow, saying that traders would have lost money following this advice is an understatement.
Text und Chart: http://www.learnbonds.com/doug-kass-short-treasuries-call/
Anmerkung zum Chartverlauf: Der Chart zeigt den Kursverlauf von TBT. Das ist ein EFT-Doppelshort auf US-Langläufer (TLT) mit mind. 20 J. Laufzeit. Solche Doppelshorts unterliegen einem starken "Churning" - d.h. ihr Kurs entwickelt sich wegen EOD-Kalkulation weitaus schlechter, als es dem Kursverlauf des Underlying (hier: TLT) entspricht. TBT hat , wie der Chart zeigt, seit 2010 um 71 % nachgegeben. Im gleichen Zeitraum ist TLT aber nur um 30 % gestiegen, was bei einem Doppelshort (ohne Churning) 60 % Verlust ausmachen sollte.
(Verkleinert auf 92%)

