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Der USA Bären-Thread


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Kicky:

Mit Trippelschritten ins Euro-Desaster

3
23.07.12 09:24
www.wallstreetjournal.de/article/...504577544070832654802.html
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A.L.:

Italiens Aktienindex auf Allzeittief

11
23.07.12 12:30
tiefster Stand seitdem der MIB ins Leben gerufen wurde. Das Tief von März 2009 wurde damit bereits unterboten.
Der USA Bären-Thread 524780
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Zanoni1:

@ dreiklang

3
23.07.12 12:49
Ich gehe auch nicht davon, dass das BVerfG den ESM stoppen wird. Ich rechne auch eher mit einer Nachbesserung hier und da - aber auch wir sollten da nicht vorgreifen.

Verfassungrechtliche Bedenken sind jedoch nicht von der Hand zu weisen.

Hier mal eine Stellungnahme des renomierten Staatsrechtlers Prof. Christoph Degenhart zu seiner VB:

http://www.youtube.com/watch?v=Y6l2fmfspvw

Und hier mal die Prüfungsgliederungs der mündlichen Verhandlung des 2. Senats:

http://www.bverfg.de/pressemitteilungen/bvg12-050.html
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Kicky:

Ten Italian Cities On Verge Of Financial Collapse

3
23.07.12 14:24
From La Stampa, google translated:
www.zerohedge.com/news/...lian-cities-verge-financial-collapse
www3.lastampa.it/economia/sezioni/articolo/lstp/463275/

There are ten major Italian cities with more than 50 000 inhabitants, who are a step away from the crash.
Naples and Palermo at the top of the "black list", although a task force for weeks at Palazzo Chigi is doing everything possible to avoid the worst.
Then Reggio Calabria, finished in red already in 2007-2008 and is now being investigated by the judiciary. And then so many other governments, large and small (like Milazzo), perhaps far virtuous, could be forced to ask for the "collapse", which means dissolution
...at risk are at least a dozen large cities' trust in the government technicians who are monitoring the situation......
Antworten
Kicky:

spanische 10-Jahres Bonds 7,49%

 
23.07.12 14:26
www.zerohedge.com/news/spanish-10-year-trades-ugly-side-750
Antworten
Kicky:

Blutbad an Europas Märkten

5
23.07.12 14:29
www.ftd.de/politik/europa/...an-europas-maerkten/70066935.html

Die Märkte für Staatsanleihen funktionieren nicht mehr richtig, urteilen erste Chefvolkswirte: Sorgen um Griechenland und die spanischen Regionen haben iberische Anleihen auf ein Rekordhoch in Euro-Zeiten getrieben
Antworten
Stöffen:

Short-Timing - Sicherlich nicht unproblematisch

17
23.07.12 21:41
Massiv "Bearish Positions" einnehmen, so rät Pete Stolcers heute in seinem Blog und wird gemäß seiner Aussage trotz durchaus nicht unangenehmer Results in der laufenden Earnings-Season bei jedem möglichen Pullback seiner Schreibe nach "die Karre weiterhin voll mit Puts laden". Aber möglicherweise rettet Apple nach Börsenschluss ja mal wieder die Welt. LOL.

So angenehm dies in den Bären-Ohren klingen mag, einige Überlegungen meinerseits (aus meinem eigentlich börsenfreien Sommer-Urlaub) hierzu.

In Märkten, wie wir sie heutzutage sehen, in denen die Fed und die Mehrzahl ihrer Notenbank-Komplizen mit dem Rücken zur Wand sehr wahrscheinlich alles auf die "Infinite Fiat-Karte" setzen werden, wissen wir zwar, dass das langfristig wahrscheinlich durchaus "in Tränen" enden könnte und möglicherweise auch wird, aber kurz- bzw. mittelfristig muss man diesen Umstand bei den persönlichen Börsentransaktionen schon mit einplanen. Es sind aktuell sicherlich die best manipuliertesten Börsen, welche man je gesehen hat, doch was hilft diese Einsicht, wenn man sich dazu massiv gegenläufig positioniert? Was nützen da für größere Short-Einstiege einige "Down Days", wenn anschließend wieder einmal irgendein Zentralbank-Crook von einem neuerlichen QE oder was auch immer in dieser Richtung gemäß faselt, oder z.B. demnächst eine größere POMO-Show bei der Fed abgeht, oder die BoJ erneut versichert, dass sie bis zum Ende aller Tage jede Menge Knete pumpen wird, usw.? (Sofern der nächste Tsunami nicht die Geld-Pumpen außer Gefecht setzt. Sarkasmus-Generator out)

Wie schwierig das Timing bei Shorts ist, demonstriert das nachfolgend aufgeführte Beispiel recht gut. In seinem Buch "The Big Short" führt Michael Lewis einige Finanzakteure an, die recht frühzeitig nach intensivem Studium der Materie zu dem Schluss kamen, dass der US-Hypotheken-Markt kollabieren würde. Hedgefonds-Manager Steve Eisman z.B. wollte daher bereits recht frühzeitig dementsprechend short positioniert sein, sprich Aktien von Unternehmen, welche stark im Subprime Markt engagiert waren, leerverkaufen, wenn der Markt denn eben kippt. Er hatte zu diesem frühen Zeitpunkt jedoch ein Problem: Seine Wetten liefen unbefriedigend, da er damals nicht nur gegen die Unternehmen spekulierte, sondern zudem auch noch gegen die Marktstimmung hinsichtlich dieser Unternehmen. Und diese Spekulationen gingen seinerzeit gewaltig an Eismans Kapitalstock. Viele Unternehmen schütteten damals noch hohe Dividenden aus und es kam vielfach recht teuer, sich diese Aktien zu leihen. So zahlte beispielsweise der im Jahr 2007 in die Pleite gerutschte Hypothekenfinanzierer New Century in den Vorjahren teilweise bis zu 20% Dividende, und wenn man sich diese Aktien leihen wollte, so kostete das 12% im Jahr. Für sein letztendlich lukratives Short-Engagement in New Century musste Eisman also

a) erst einmal recht deutliche Verluste aussitzen
b) damit auch über die dementsprechende Kapitaldecke und somit auch über das nötige Durchhaltevermögen verfügen und was aber definitiv unumgänglich wichtig ist
c) sich seiner Analyse, dass eben der Hypotheken-Markt crasht, vollkommen sicher sein.

Soweit zu dem Thema "Der frühe Vogel pickt den Wurm".

Wie bereits hier im Thread oftmals ausgeführt, sind momentan die wirtschaftlichen Fundamentaldaten für die Aktienmärkte nicht die unbedingt entscheidende Größe. Was hauptsächlich zählt, ist das fast kostenlose Cyber-Money von Fed & Co. und selbstverständlich die dazu benötigte rechte Stimmung an den Aktienmärkten. Wie oft konnten wir in der Vergangenheit medial verbreitete und allseits bekannte Worthülsen a la "In der Hoffnung auf geldpolitische Impulse der Notenbanken haben die Aktienmärkte den Handel mit Kursgewinnen beendet" in den Medien wahrnehmen? Nun, wahrlich sehr oft.

Und um diese Stimmung stetig zu steigern und zu verbessern, da haben wir doch unterstützend dazu unsere geschätzten Mietmäuler, sprich unsere Kapitalmarktexperten, Börsenbriefschreiber, Analysten und deren Kaufempfehlungen, deren publizierte Hoffnungen auf eine Sommer-Rally, Präsidentschafts-Rally, Weihnachts-Rally, usw., usf., deren eloquente Hinweise darauf, dass Cash, Bonds zu Mondpreisen und kurzfristige Einlagen bei Zinsen nahe Null doch so unattraktiv sind. Steigen sie daher ein in den Aktienmarkt, es geht doch schließlich künftig nur noch aufwärts! To da mooooon! LOL. (Wobei wohlgemerkt die US-Indizes momentan sogar nur einige Prozentpunkte unterhalb ihrer ATHs notieren)

Die ungeheuren Geldlawinen der Notenbanken landen halt eben nicht in der Real-Wirtschaft, sondern bilden letztendlich nur den großen Transmissionsriemen für preistreibenden Spekulationen der Zockerbuden an den Aktien- und Rohstoffmärkten.

Auch wenn die Notenbänker aktuell behaupten, sie hätten nun ein gezieltes Auge auf die sich entfaltenden neuen Blasen in den Asset-Klassen, so stellt sich doch die Frage, ob man ausgerechnet denjenigen trauen sollte, welche für die geplatzten Blasen der Vergangenheit eine erhebliche Mitschuld tragen und deren Credo lautet, dass drei, vier oder sogar fünf Prozent Geldabwertung pro Jahr nach ihrem aktuellen Verständnis als Preisstabilität gilt.

"Cheap money conditions in the West may well continue for longer than people expect" so schrieb unlängst ein Blogger.

Was bedeutet:

"When the music stops, in terms of liquidity, things will be complicated. But as long as the music is playing, you've got to get up and dance. We're still dancing." LOL.

Das ist doch der alles entscheidende Punkt an der Geschichte: Wie lang spielt die Musi noch?

Und niemand kann den Zeitpunkt vorhersagen, wenn sie denn stoppen sollte, von daher sind eben Aussagen a la "This is it. It is now" oder "Any minute now, I swear…" nicht gerade ungefährlich, was das Timing für längerfristige Short-Engagements anbelangt.

Ein zu viel an Wissen ist an den Börsen da oftmals nicht unbedingt von Vorteil, ja sogar manchmal kontraproduktiv, weil man nicht mehr erkennt, welches Wissen für die eigenen Transaktionen entscheidend profitabel ist und welches nicht. Es gibt ja auch niemand, der den ganzen Unsinn aussortiert und manch einer glaubt, dass alles, was geschrieben steht, muss denn auch wahr sein. Am Ende herrscht eine gewisse Orientierungslosigkeit, weil sich die Meldungen scheinbar alle widersprechen und jeder sich das heraussucht, das seiner vorgefassten Meinung entspricht. Die Bären und die Bullen finden in diesen Zeiten daher immer das ihnen passende Futter. Halt typische Anzeichen eines "Structural Bear Markets" eben.

Be prepared und bis denne!
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Therion:

@stöffen: vielleicht nicht immer d'accord

2
23.07.12 22:34
aber - sofern es Deine Worte sind - sehr gut geschrieben.

Guter Knackpunkt:
Zitat: "Ein zu viel an Wissen ist an den Börsen da oftmals nicht unbedingt von Vorteil, ja sogar manchmal kontraproduktiv, weil man nicht mehr erkennt, welches Wissen für die eigenen Transaktionen entscheidend profitabel ist und welches nicht."

Diesen Punkt zu überwinden ist nicht einfach, da er auf den jeweiligen Investor zugeschnitten sein muß. Gleich einem Maßanzug oder dem Zweirad.
Antworten
Stöffen:

Right, Therion

3
23.07.12 23:01
Meine sämtlichen Sinne signalisieren bereits seit geraumer Zeit, dass viele Dinge künftig wesentlich "niedertouriger" laufen könnten, als wie wir es vor 2007 haben eben erleben dürfen. Dieses ist in meinen getätigten Äußerungen sicherlich auch durchaus dementsprechend vernehmbar.

Allerdings habe ich eben in der jüngeren Vergangenheit jedoch auch eines ganz sicherlich gelernt: Man darf sich einer Sache niemals zu sicher sein, denn letztendlich ist vor allem eines sicher, nämlich dass es am Ende doch recht wahrscheinlich ganz anders laufen könnte.

LOL.
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Ischariot MD:

Bären, aufgewacht, neue Runde im endgame

6
24.07.12 00:35
der Einheitswährung.
Auch wenn die erbärmlichen Knechte Schäubles schon protestiert haben ...

LONDON (dpa-AFX) - Die Ratingagentur Moody's nimmt die Spitzenratings von Deutschland, den Niederlanden und Luxemburg unter die Lupe. Sie setzte den Ausblick für alle drei Länder am späten Montag auf negativ. Das bedeutet, dass eine Herabstufung drohen könnte. Bislang haben die Staaten eine stabile Bestnote von "Aaa". Das finnische Spitzrating sieht Moody's weiterhin ungefährdet.

   Als Grund für die Überprüfung der Ratings nannte Moody's die steigende Unsicherheit über den Ausgang der Schuldenkrise in Europa. Es sei immer wahrscheinlicher, dass Griechenland die Eurozone verlassen müsse, schrieben die Experten der Ratingagentur. Selbst wenn dies nicht passiere, sei davon auszugehen, dass Länder wie Spanien und Italien weitere Hilfen bräuchten (...)
___________________
BERLIN (dpa-AFX) - Das Bundesfinanzministerium hat die solide Wirtschaftslage Deutschlands betont und die Rating-Entscheidung der Agentur Moody's indirekt als einseitig kritisiert. (...)
Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
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Ischariot MD:

Sarrazin: Finanzminister Schäuble ist eine Fehl...

8
24.07.12 00:36

Fehlbesetzung. Wie wahr!

Der USA Bären-Thread 13844471
Ex-Bundesbank-Vorstand und Bestseller-Autor Thilo Sarrazin über die Kritik an seinem Buch zur Eurokrise, seine Rolle als "Nestbeschmutzer" der Politik und das Schicksal, das deutschen Sparern droht. 23.07.2012
Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
Antworten
Ischariot MD:

Und noch eine Breitseite: H.-O. Henkel

5
24.07.12 00:39
die "Schweigespirale", oder: Das Kartell der Ja-Sager und sonstiger Höflinge
Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
Antworten
learner:

Guter Beitrag Stöffen, dennoch empfinde ich

2
24.07.12 00:47
die Reaktionen des Marktes kurz nach der Bankenrettung als ungewöhnlich. Ich hatte ein wenig mehr heile Welt danach erwartet und dann am Wochenende die Pressemeldungen über die neue Haltung des IWF, der ja immer noch stark von den Amis dominiert wird.

Zu einem guten Feuerwerk gehört ja auch ein nettes Finale und das scheint der negative Ausblick für Deutschland zu sein. Wenn die Amis die Situation stabilisieren wollten, wären diese Meldungen erst gar nicht entstanden.

Malko hatte noch vor seinem Urlaub die These gepostet, dass der Sommer dazu dienen könnte die Märkte nach unten zu bringen, damit Obama aus dem Amt gejagt wird. Die Ereignisse der letzten Tage würden für dieses Szenario sprechen.

Trotzdem wäre auch das kein Grund kopflos All Inn Shorts zu gehen.
Wo isi checkerlarsen?
Antworten
Dreiklang:

Offenbar ein riesiges Problem mit ELA

3
24.07.12 08:28
www.spiegel.de/politik/ausland/...ere-hilfen-aus-a-846007.html

Wenn ich das Gefasel unserer Kanzlerin von "wir werden GR keine weiteren Kredite mehr gewähren" lese, wird mir schon schlecht.

Das Problem ist nicht eine evtl. weitere Kredittranche, sondern dies:

Zudem müsse Deutschland 30 der 106 Milliarden Euro schultern, die die griechische Notenbank über das sogenannte Target-System der europäischen Notenbanken der Bundesbank schulde. Aus den Zahlungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Griechenland ergäbe sich darüber hinaus für Deutschland ein Kostenanteil von drei Milliarden Euro.

Und passend dazu hat das BuFinMinisterium  gestern erklärt, dass GR ja auch ohne neue Kredittranche im August dank der eigenen Notenbank weiterarbeiten könnte.

(Wer einen Schäuble  im eigenen Lande hat, braucht keine Feinde mehr)

Offenbar kann man ELA gar nicht abschalten. Da hat man jetzt ein echtes Problem ... das den ganzen Euro aushebeln könnte.
Antworten
daiphong:

ELA kann man abschalten

5
24.07.12 08:38
"ELA-Kredite müssen rückwirkend vom EZB-Rat genehmigt werden. Dabei ist eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, um diese Gelder zu blockieren oder eine Verlängerung von bereits ausstehenden Krediten zu verhindern und diese fällig zu stellen. " Polleit
Antworten
Dreiklang:

daiphong

2
24.07.12 08:57
dann ist die 2/3 Mehrheit das Problem.  Es wäre schlauer für unsere Regierung, JETZT die EZB zu drängen, ELA abzuschalten und dafür noch GR 2 Monate Geld zu geben.

Leider übersteigt das die geistigen Fähigkeiten von IM Erika. Von dem Herren mit dem schwäbischen Akzent mal ganz abgesehen.
Antworten
A.L.:

Sämtliche Wirtschaftsgazetten

9
24.07.12 09:32
sind heute wieder randvoll mit dem Stoff (Staatspleiten, Euro-Instabilität, Griechen raus aus dem Euro), den wir hier bereits seit Ende 2010 diskutieren - und teils (u. a. ich) als notwendige Spätfolge der Mega-Bankenbailouts aus 2008 ff. vorausgeahnt hatten.

Doch was nützt es, Themen hier zuerst aufgespürt zu haben, wenn die Politik und die Märkte die Probleme so lange wie möglich zu ignorieren versuchen, um das bestehende Wahnsystem (kreditbasierter Turbo-Kapitalismus) im "kicking-the-can-down-the-road"-Modus über die Runden zu retten? Wobei sich die "Runden" von den früheren mehrmonatigen "Erholungsphasen" zu matten Dead-Cat-Bounces verkürzt haben, die kaum mehr ein WE überdauern...(= meine Erklärung für # 563).

Alles was von den "Entscheidern" kam war das scheinbar bewährte "extend and pretend": erst Bernankes QE, dann Draghis Billionenflutungen, nun "außerparlamentarische" ESM-Hilfsblähungen.

Und am Ende wird - wie sich heute bereits absehen lässt - Alles nicht nur nichts nützen, sondern die Probleme sogar drastisch verschärfen, weil immer höhere Schulden-Türme zu kippen drohen. Vor dem nun drohenden AAA-Verlust Deutschlands habe ich schon vor Monaten gewarnt.

Aber so ist es halt mit der "Schweigespirale" (# 562). Kritische Auffassungen werden erst dann ernst- bzw. als relevant wahrgenommen, wenn der bisherigen Mehrheit (d.h. den Vertretern der "alten Lehre", Schäuble und Co.) aufgrund von Sachzwängen (überbordende Target-Salden, hochschießende PIIGS-Zinsspreads, immer neue Rettungspakete) buchstäblich der Boden entzogen wird.

Das Merkel legt sich derweil "strategisch" nicht fest und wurschtelt nach Vorgabe der Konsensmeinung, die sich teils stündlich wie der Wetterhahn im Börsenwind dreht. Sarrazins Thesen zum Euro (# 561) finde ich übrigens weit überzeugender als seinen rassisistischen Stuss zur Hartz-IV-Politik.
Antworten
A.L.:

ELA-Kredite sind brandgefährlich

9
24.07.12 09:41
A.L.: Der Abkürzungs-Dschungel (EFSF, ESM, ELA) wird immer bizarrer und ist für Normalsterbliche (inkl. Politiker) kaum mehr durchschaubar. Das hat mMn System und soll die Probleme so gut es geht verschleiern.

Das erinnert mich stark an 2008, als die Fed mit ihrem Abkürzungs-Dschungel (TARP usw.) loslegte - und es ist mit Sicherheit auch hier zu Lande kein gutes Zeichen.



Goldreporter (man möge mir verzeihen...):

ELA: Die nationalen Notfallhilfen sind brandgefährlich

Der Mechanismus der Emergency Liquidity Assistance (ELA) ermöglicht nationalen Notenbanken die Rekapitalisierung maroder Institute mit zweifelhaften Sicherheiten. Ein TV-Beitrag beleuchtet die damit verbundenen Risiken.

Mit so genannten ELA-Krediten (Emergency Liquidity Assistance) versorgen nationale Notenbanken Institute ihres Landes mit Liquidität, wenn die Europäische Zentralbank als Gläubiger ausscheidet. Diese versteckten Risiken belasten das Euro-Finanzsystem ganz erheblich. Ein Beitrag des TV-Magazins Plusminus aus dem Jahr 2011 beleuchtet eine stille Gefahr, die laut EZB-Vertrag ganz legal aber kaum zu kontrollieren ist.

In Irland hatte das ELA-Volumen zu diesem Zeitpunkt bereits die Hälfte des Bruttoinlandsproduktes erreicht: 70 Milliarden Euro. Cathal O’Leary, NCB Stockbrokers aus Dublin sagte dazu: „Es sind Notfallhilfen durch die irische Zentralbank. Sie werden dann gewährt, wenn die irischen Banken keine notenbankfähigen Sicherheiten mehr haben. Die bräuchten sie, um bei der EZB Geld zu besorgen. Banken, die diese Sicherheiten nicht haben, wenden sich an die irische Zentralbank, mit anderen, alternativen Sicherheiten“. Die potenziellen Folgen: Zentralbankgeld für wertlose Sicherheiten, Aufblähung der Geldmenge.

www.goldreporter.de/...notfallhilfen-sind-brandgefahrlich/news/24612/

(im Link ist der "Plusminus"-TV-Beitrag)
Antworten
daiphong:

in Eurozone passiert grundsätzlich das gleiche

9
24.07.12 09:55
wie in den USA: wo unfundierte Immo-Booms entstanden, crasht es anschließend deflationär, während andernorts in wirtschaftlich fundierten Regionen gewisse Inflation herrscht. Auch dort entstand trotz der expansiven Fed-Politik und der gewaltigen Staats-Neuverschuldung insgesamt nicht das Ausmaß an (Lohn-)Inflation, das den Immo-Boom samt Banken abfangen konnte. Die Vermögenseinbußen in US liegen im Median heute bei 40%. In Eurozone findet das bei den PIGS statt, aber nicht im Schnitt und nicht in Deutschland.

Offenbar ist Inflation über 2-3% hinaus heute auf Dauer nicht mehr herstellbar, das ist historisch neu. Gelungen ist sie nur noch zeitweise in Immo-Boom-Regionen, die dadurch ihre sonstige Wettbewerbsfähigkeit verloren. Nur hier entstand ein vorübergehender Arbeitskräftemangel, der höhere Lohninflation und großen Bevölkerungszuwachs (Spanien +15% in 10 Jahren, Irland..) ermöglichte.
Ansonsten erzwingt die Wettbewerbsfähigkeit ein Lohnniveau, das internationaler Konkurrenz standhält. Unter dem Druck Chinas und der Rohstoffpreise/länder ist das industrielle Lohnniveau andernorts limitiert, und von ihm abgeleitet das Dienstleistungs-Lohnniveau, auch im Staat. Höhere Inflation ist dadurch blockiert.
Nur in industriell stark wachsenden Gegenden (China etc.) und Rohstoffländern sind höhere Inflationsraten möglich. Ansonsten durch Überschreiten der Verschuldungsgrenzen und einer dadurch sinkenden Währung, hier liegen die USA, UK, Japan und Eurozone in Konkurrenz. Aber auch dann reicht der Lohndruck wohl nicht aus, um die Preissteigerungen auszugleichen und höhere Inflation auszulösen, die internationale Wettbewerbsfähigkeit wird bei geringer Lohninflation und real sinkenden Löhnen erhöht, während der Binnenmarkt leidet. Diese Erfahrung mussten auch die USA in den letzten Jahren machen.
Antworten
Dreiklang:

A.L. Das eigentliche Risiko bei TARGET II

5
24.07.12 10:00
sind genau die ELA-Kredite. Das hätte Sinn vllt erklären sollen. Deshalb holt Dreiklang das nach:

Jede Notenbank bzw. jeder Staat im €-System kann prinzipiell soviel Geld drucken, wie sie/er  es  möchte.
Antworten
daiphong:

"Geld drucken" ist eigentlich immer falsch,

 
24.07.12 10:14
weil es eine Kreditaufnahme ist und keine freie Geld"Produktion".
Antworten
geldsackfrank.:

macht Euch keine Sorgen

4
24.07.12 10:31
Das sind nur Garantien und Bürgschaften.
Die werden nicht fällig und sind auch nur im Schattenhaushalt.

Ergo: Kostet uns alles kein Geld.
Frau Merkel hat´s versprochen!
Antworten
daiphong:

der Hass auf Schäuble, Merkel und Co. tut so,

6
24.07.12 11:35
als gäbe es irgendeine billige Lösung der Eurozonen-Probleme und der Weltwirtschafts-Probleme. Wobei ohnehin der Großteil des Eurozonen-Schadens auch mit ESM und Target in den PIGS stattfindet, nicht in Deutschland. Der nationale Opferkult hier mag ja eine Reaktion auf die nationalen Opferkulte bei den PIGS sein, er verselbständigt sich aber und knüpft an äußerst üble Traditionen an. Am Liebsten würde man Europa komplett definieren und beherrschen wollen, andernfalls aber aus dem Euro oder der EU austreten und eine Nation ganz für sich und frei sein.
Eine solche Nation gibt es heutzutage nicht mehr. Auch dann hätten wir auf allenen Ebenen ständig mit Europa zu tun, auch diese Nation würde von den globalen Märkten ganz gewaltig in die Zange genommen werden. Selbst der damalige Industriegigant Japan konnte sich davor nicht schützen. Wir leben im 21. Jahrhundert, in dieser Welt und nirgendwo sonst.
Antworten
ammmi:

schaut euch mal

2
24.07.12 11:45
meine neueste Analyse bzgl. DAX an... die Salami Analyse, da sieht man ja auch ganz gut warum es runter geht ;-))

http://www.ariva.de/forum/...imate-2012-460764?page=2072#jump13845635
Antworten
daiphong:

Irland Banker angeklagt, Geisterviertel abgerissen

2
24.07.12 11:58
www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/...st/70067297.html
www.ftd.de/finanzen/immobilien/...stersiedlungen/70067286.html
Antworten
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