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Der USA Bären-Thread


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Dreiklang:

Die Vermögenshalter der GIPS sind SHORT auf:

11
22.07.12 11:33
a) ihre eigene Wirtschaft

b) damit verbunden die eigene Bevölkerung

c) den Euro.

Sie sind derzeit LONG auf Bundesanleihen. Genauso lange, wie Schäuble, EZB und Co an der Werthaltigkeit der "Bunds" festhalten - d.h. keine EuroBonds einführen wollen bzw. ungehemmt Geld drucken werden.  

Natürlich hat in diesem Short-Szenario die lokale Wirtschaft keine Chance auf die geringste Erholung. Allerdings haben die Vermögenshalter auch gar kein Interesse daran, Eigenmittel  dafür aufzuwenden. Statt dessen hat man größtes Interesse daran, weiter Geld aus dem Norden zu bekommen, um noch vorhandene Positionen in den eigenen Ländern auflösen und gen Ausland verlagern zu können. (Jede Gelddruck-Maßnahme der EZB treibt TARGET II weiter nach oben.)

Die Politiker dieser Länder gehen den Weg des geringsten Widerstands und beklagen den mangelnden Zahlungswillen des Nordens. Dass genau dieser Geldfluss die Kapitalflucht befeuert, das will niemand thematisieren. Dann müsste man nämlich im eigenen Land die Lösung suchen. Statt dessen setzt man darauf, dass D.  keine starken Politiker hat. Man glaubt,  mit einem (erkennbar) zerebral angegriffenen Finanzminister und einer butterweichen Kanzlerin aus der Uckermark leichtes Spiel zu haben.
Antworten
A.L.:

IWF droht Griechen mit Zahlungs-Stopp

 
22.07.12 12:02
www.ftd.de/politik/europa/...chenland-mit-zahlungsstopp/70066473.html
Antworten
A.L.:

Dreiklang # 526

10
22.07.12 13:19
Die Geldtransfers aus den PIIGS nach Deutschland - die zu Bund-Mondkursen führen, PIIGS-Staatsanleihen in die Knie zwingen und den Target-2-Saldo hochtreiben - gehen auch auf Hedge-Geschäfte deutscher bzw. nordeuropäischer Firmen zurück, die in den PIIGS investiert haben.

Ein (fiktives) Beispiel: In Portugal (P) wurde privat eine teure Maut-Autobahn gebaut. Die Kosten in Höhe von 4 Mrd. Euro hat die deutsche Firma Automaut GmbH aufgebracht. Die Investition erfolgte in Erwartung eines Cashflows in Höhe von 10 Euro pro Fahrzeug auf 100 km Streckennutzung - und war nur unter diesen Vorgaben wirtschaftlich sinnvoll.

Wenn in P nun der Escudo wieder eingeführt wird, was dazu führt, dass die Reallöhne in P inflations- und abwertungsbedingt um ca. 50 % sinken (per EU-Verordnung sind solche Lohnsenkungen in den PIIGS nicht durchsetzbar - siehe Griechenland - , daher bleibt nur die Wiedereinführung der Alt-Währungen nebst Abwertung, was für die Bevölkerungen auf dasselbe hinausläuft, jedoch politisch "durchsetzbar" ist), dann würde in P niemand mehr die neue Autobahn benutzen, wenn es bei 10 Euro Nutzungsgebühr auf 100 km bliebe. Realistisch sind dann allenfalls 5 Euro.

Für die Automaut GmbH würde dies bedeuten, dass sie auf ihre 4 Mrd. Investition Abschreibungen in Höhe von ca. 2 Mrd. (50 %) vornehmen müsste, da der künftige Cash-Flow entsprechend sinkt. Wenn die Eigenkapitaldecke der Firma dünn ist, kann dies zum Bankrott führen. Folglich muss sich die Automaut GmbH absichern. Sie tut dies, indem sie im Investitionsland P einen Kredit in Höhe von 4 Mrd. Euro aufnimmt (übrigens ähnlich wie Soros 1998 in Thailand, allerdings mit anderen Motiven).

Die Kreditbedingungen müssen so ausgehandelt werden, dass die Rückzahlung nicht zwingend in Euro erfolgt, sondern in der am Rückzahlungstermin maßgeblichen Landeswährung (= künftiger "Neuer Escudo"). Vertragspartner ist idealerweise eine portugiesische Bank. Der Deal trägt Früchte, sobald P. aus dem Euro ausscheidet: In dem Moment, wo die Spareinlagen der Portugiesen bei ihren heimischen Banken zwingend auf den "neuen Escudo" umgestellt werden, wird auch der Euro-Kredit der Automaut GmbH auf den neuen Escudo umgestellt. Am Anfang scheinen die Umstellungsbedingungen noch korrekt, doch zwei Monate später wird sich der neue Escudo zum Euro halbiert haben. (Die Zwangsumstellung auf den neuen Escudo geht typischweise mit dem Verbot von Auslandsüberweisungen einher, so dass es DANN für die Portugiesen zu spät wird, ihr Geld auf das Konto des Schwagers in D. zu überweisen.)

Sobald die 4 Mrd. Kredit bei der Bank in P. eingeholt sind, transferiert die Automaut GmbH dieses Geld nach Deutschland und legt es hier in Staatsanleihen (Bunds) an. Da gibt es auf 10jährige zwar nur 1,5 % Zinsen, aber das ist besser als Nichts. Im Gegenzug muss die Firma bei der portugiesischen Bank recht hohe Zinsen zahlen. Das sind die "Kosten" dieses Hedges.

Wenn in P. der Euro nicht mehr haltbar ist und der neue Escudo eingeführt wird, sinkt der Gegenwert dieses Bankkredites in gleichem Maße, wie der neue Escudo zum Euro an Wert verliert. D.h. die Automaut GmbH schuldet der Bank in P. nach 50 % Abwertung nur noch umgerechnet 2 Mrd. Euro. Der Kreditwert sinkt im gleichen Maße, wie der Cashflow aus der Investition zurückgeht.

Folge: Die Automaut Gmbh muss nun bei einer Escudo-Wiedereinführung im Prinzip keine Abschreibungen mehr vornehmen. Sie erwirtschaftet einen virtuellen Gewinn auf ihren Portugal-Kredit, der allerdings faktisch nur den Verlust aus der 4 Mrd. Ausgangs-Investition ausgleicht (Soros hingegen verdiente mit dieser Strategie in Thailand und GB Milliarden...)

Weitere Folge ist, dass die Automaut bei einer Wiedereinführung des Escudos NICHT mehr pleite geht. Es ist ein reiner Hedge. Das Überlebensinteresse der Firma ist dabei derart hoch, dass die negative Realrendite auf die gekauften Bunds (relativ zur weit gravierenderen Firmenpleite) keine Rolle mehr spielt.

D.h. weitere Bufu-Mondkurse sind möglich - denn es geht um Sachzwänge, nicht um "Investitionen".

Die Kosten dieses Hedges entsprechen der Differenz zwischen den Zinseinnahmen aus den gekauften Bunds und den (deutlich höheren) Kreditkosten aus dem 4 Mrd.-Kredit bei der portugiesischen Bank. Solche Geschäfte sind juristisch nicht lupenrein, so dass die Fa. bei der Bank in P. womöglich mit Geldköfferchen nachhelfen muss. Das ist in korrupten Ländern wie P, I und G problemlos möglich. Die Bank in P. hingegen kann argumentieren, dass der Kredit ja "sicher" sei, weil er mit dem Sachwert der Maut-Autobahn unterlegt ist. Die Automaut GmbH wiederum kann lügen, dass Geld für eine Erweiterungsstrecke zu benötigen...

Der langen Rede kurzer Sinn: Es sind nicht nur die PIIGS-Millionäre (die ihre Schäflein ins Trockene bringen wollen) und Fonds bzw. Hedgefonds (# 526) die die Bund-Kurse nebst BUFU hochtreiben und PIIGS-Anleihen in den Keller schicken, sondern auch sich real absichernde DEUTSCHE Firmen. Dabei werden zu Zeiten der PIIGS-Blüte getätigte Investitionen, die bei einer Wiedereinführung der alten Landeswährungen zu erheblichen Abschreibungen führen würden, gehedgt.

Die Kosten trägt am Ende der deutsche Steuermichel, der später irgendwann mal den infolge dieser Transaktionen aufgeblasenen Target-2-Saldo ausgleichen darf.

Wir haben also auch hier - wie schon 2008/2009 bei den Banken - eine Sozialisierung von Verlusten. Verlustursache war das unangebrachte Vertrauen der Automaut GmbH in die Langzeitstabilität des Euro (gefördert durch Politiker-Beteuerungen, der Euro sei "sicher" wegen Maastricht), die in einem Europa der zwei Geschwindigkeiten (bei nur einer Währung) nicht haltbar ist.

-----------

Bufu auf Mondkurs:
Der USA Bären-Thread 524636
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Garion:

Betriebsrenten werden drastisch sinken

5
22.07.12 13:29

Nach den privaten Versicherungsgesellschaften schlagen nun auch die Versorgungswerke Alarm: Die Garantiezinsen der Betriebsrenten werden nicht zu halten sein, wenn die Phase der Niedrigzinsen weiter anhält. Wird sie aber!

Quelle: Link

 

Die niedrigen Zinsen am Kapitalmarkt bedrohen die Betriebsrenten von Millionen deutschen Beschäftigten. Viele Versorgungswerke befinden sich im Anlagenotstand: Sie investieren hauptsächlich in sichere Staatspapiere, die aber kaum noch Rendite einbringen, wie die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" berichtet.

"Die niedrigen Zinsen stellen viele Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge vor ernste Schwierigkeiten", sagte Rentenexperte Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg dem Blatt.

Damit müssen sich die rund 17 Millionen Arbeitnehmer, die über ihren Arbeitgeber in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen, bei einem weiteren Zinstief auf geringere Erträge aus der Betriebsrente einstellen.

Setzt sich die Phase niedriger Zinsen fort, wird die jährliche Wertentwicklung eines typischen Portfolios einer Pensionskasse laut Modellrechnung drastisch zurückgehen – innerhalb der nächsten fünf Jahre um insgesamt mehr als ein Drittel.

Derzeit erzielten die Kassen noch eine Verzinsung von durchschnittlich rund vier Prozent pro Jahr.

Viele Unternehmen haben ihren Mitarbeitern bei Abschluss der Altersvorsorge Garantiezinsen zugesagt. Zinszusagen von fünf Prozent und mehr seien in der Vergangenheit nicht ungewöhnlich gewesen. Es sei fraglich, wie die Firmen diese Verpflichtungen künftig einhalten könnten.

 

Warum investieren die Versorgungswerke nicht in PIIGS-Anleihen? Es dürfte doch mittlerweile klar geworden sein, dass in Europa jeder und alles bis zum bitteren Ende "ausgebailt" wird. 

Antworten
A.L.:

P.S.

3
22.07.12 13:32
Das Geld, dass die portugiesische Bank in obigem fiktiven Beispiel "zur Belebung der heimischen Wirtschaft" (hahaha) an die Automaut GmbH verleiht, stammt natürlich auf dem Billionenpaket der EZB.

Draghis Geldschwemme diente somit nicht nur dazu, die in den PIIGS verzockten Banken schadlos zu halten und die Eurozone in Richtung Transferunion zu schieben, sondern auch dazu, deutschen Firmen wie der Automaut GmbH obigen Hedge zu ermöglichen. Kein Wunder, dass Merkel und Schäuble sich angesichts dieser Transaktionen "dumm stellen" und die EZB-Wunderheilungsgesänge nachträllern. Sie betreiben damit CDU-Klientelpolitik, zu deren obersten Prämissen das Freihalten verzockter Firmen/Banken auf Kosten der Steuerzahler zählt.
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daiphong:

#26 auch UK, US, China sind in Spanien

9
22.07.12 13:41
neben den Eurozonen-Investoren gut engagiert und ziehen zusammen mit den Einheimischen weiter Geld ab. Allein über Target haben die Banken seit einem Jahr 350 Mrd Liquiditätsausgleich erhalten, die 100 Mrd aus dem ESM werden bei Weitem nicht reichen. Der weitere Immobilienpreisverfall durch noch weiter steigende Arbeitslosigkeit (man erwartet nochmal -25%, es wird mehr werden)  reißt die Banken weiter in den Keller. Die spanischen Illusionen, dass Eurozone die Banken rettet, können angesichts der längst offenkundigen Dimensionen nicht aufgehen. Der spanische Staat wird die Banken samt Einlagensicherung und riesigen Immobilienbesitz und Targetsaldo selbst übernehmen müssen, und man wird den spanischen Staat mit härtesten Auflagen per ESM und EZB retten müssen. Das wird eine Geschichte ähnlich wie Griechenland, und viel größer. Die deutsche Regierungspolitik und gerade auch Schäuble wissen das, nur: keiner kommt aus dieser Geschichte mehr raus, auch nicht mit Pesetas oder DM oder Südeuro.
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Dreiklang:

A.L. das mit dem Escudo wird nicht stattfinden

12
22.07.12 13:43
weil das Zeitfenster für Portugal dafür abgelaufen ist - wie für Griechenland auch, und auch, wie sich langsam abzeichnet, für Spanien.

Nationale Währungen klemmen diese Länder vom Euro-Strom ab. ( Z.B. ELA-Kredite, mit denen die nationalen Zentralbanken auf sie bezogene Wechsel ausstellen können, die die Bundesbank einlösen MUSS) . Sie haben keine nennenswerte Export-Industrie, mit denen sie Einnahmen generieren können. Um im Tourismus das Preisniveau der Türkei zu erreichen, wären Preisreduktionen (in Terms of Trade) von 50% und mehr zu erforderlich. Denn die Touristen verbrauchen auch im Urlaubsland viele Erzeugnisse, die importiert werden müssen. Außerdem würden sich SP und P. gegenseitig den Markt streitig machen.....

Länder, die durch Wechselkursfreigabe mit Abwertung ihre Wirtschaft erfolgreich auf Trab gebracht haben, gibt es: Die Tigerstaaten Asiens und in Europa Schweden (Abwertungen 1992 - 1994). In allen Fällen war aber vorher schon Export von Gütern wesentliche Wirtschaftsgrundlage !

Für P und den Escudo gilt: Es gäbe sofort Aufstände, da die Leute das Essen nicht mehr bezahlen könnten. Die EU würde Milchpulver für Kinder nach Portugal fahren.
Antworten
A.L.:

# 523 - Die Geldtransfers

3
22.07.12 13:56
nach Deutschland von Firmen wie der fiktiven Automaut GmbH (# 528) sind ja schon längst gelaufen. Der hohe Target-2-Stand ist eine Folge bzw. Spätfolge davon.

Firmen, die sich nicht schon längst abgesichert haben, kommen nun definitiv zu spät. Dein Argument "das Zeitfenster für Portugal" ist "dafür abgelaufen", ist daher richtig.

Es geht in # 528 aber um Geldbewegungen zu Zeiten, als dies noch möglich war. Die Früchte aus den Transaktionen werden geerntet, sobald die betroffenen PIIGS aus dem Euro rausmüssen. Wenn Spanien wackelt, ist P. gleich mit verloren, weil spanische Banken den Banken in P. hohe Kredite gewährt haben.
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A.L.:

# 532 - Aufstände in Portugal nach Escudo-Einf.

11
22.07.12 14:10
Das gilt auch für Spanien und die anderen PIIGS. Die Wiedereinführung der alten Landeswährungen läuft auf einen Raubzug des Staates an den Spareinlagen ihrer jeweiligen Bürger hinaus, weil diese durch die auf die Umstellung folgende rapide Abwertung dezimiert werden.

Innerhalb Portugals würde sich hinsichtlich der Lebensmittelpreise real aber weniger ändern, als Du befürchtest. Heute kosten Kartoffeln, die auf dem Bauernmarkt angeboten werden, 0,80 Euro pro Kilo. Danach kosten sie vielleicht 2 Escudos. Da die Landwirtschaft nach der Escudo-Wiedereinführung infolge der (in Euro gerechnet) niedrigeren Löhne billiger produziert, können auch die Produkte entsprechend billiger angeboten werden. Hungersnöte drohen daher infolge der Escudo-Umstellung nicht.

Es dürfte aber für Portugiesen erheblich teurer werden, etwa deutsche Autos zu kaufen, deren Preis sich dann real verdoppelt. Im Gegenzug würde P. endlich wieder konkurrenzfähig (Billiglohnland) werden, und es würden auch wieder mehr Touristen kommen. Als ich in P. war, kostete eine Portion Seezunge in einem passablen Restaurant 25 Euro. Als ich 1993 da war, kostete die Portion umgerechnet 3 Euro.
Antworten
Garion:

USA vor goldenem Zeitalter

11
22.07.12 14:12

Wir können den BT schließen. Alles wird gut! 

Quelle: Link

 

Überschuldung, Stagnation, Trostlosigkeit – nicht nur Europa ist davon derzeit geprägt. Auch jenseits des Atlantiks sieht es nicht besser aus. Die Arbeitslosenzahlen gehen einfach nicht zurück, die Konjunktur springt nicht an, die Notenbank kann Geld drucken, so viel sie will – der Trend dreht nicht.

Und das Schlimmste daran ist vielleicht, dass allmählich sogar die eigentlich immer vor Optimismus sprühenden Amerikaner selbst die Hoffnung auf Besserung verlieren. Eine Supermacht im Niedergang.

Doch dieser Abgesang könnte verfrüht kommen. Mal wieder. Denn die USA haben sich in der Vergangenheit immer wieder neu erfunden, haben immer wieder gezeigt, dass sie aus Krisen letztlich gestärkt hervorgehen. Und es gibt Anzeichen, dass dies erneut gelingt, auch wenn sich das bisher die wenigsten vorstellen können.

Es sind bereits Entwicklungen im Gange, die das Zeug haben, Amerikas Wirtschaft und auch den weltweiten Handel zu revolutionieren. Noch werden diese Veränderungen nur von wenigen wahrgenommen. Sie könnten die USA aber binnen weniger Jahre zu einer neuen Erfolgsgeschichte für Unternehmen, Sparer und Anleger machen.

"Die Lage Amerikas verbessert sich heimlich, still und leise", sagt Alfred Roelli, Chef-Anlagestratege bei der Schweizer Privatbank Pictet. Ethan Harris, US-Chefökonom bei Bank of America/Merrill Lynch drückt es sogar noch drastischer aus: "Der Niedergang der amerikanischen Industrie ist gestoppt", sagt er, "der Trend hat gedreht." Und beide führen als Begründung ein Zauberwort im Munde, das für die meisten Ohren belanglos klingt, das es aber in sich hat: Schiefergas.

Dabei handelt es sich um Gas, das in Tonsteinformationen gebunden ist. Es unterscheidet sich von herkömmlichem Erdgas vor allem dadurch, dass es wesentlich schwerer abzubauen ist, dabei deutlich höhere Kosten und auch meist beträchtliche Schäden für die Umwelt entstehen.

Mit dem Anstieg der Energiepreise und durch die Entwicklung neuer Techniken in den vergangenen Jahren lohnt sich der Abbau inzwischen jedoch. Und zumindest in den USA wird er auch nicht durch strenge Umweltschutzauflagen behindert.

So kommt es, dass derzeit in Nordamerika eine regelrechte Revolution in der Energieversorgung stattfindet. Denn noch vor zehn Jahren gab es praktisch keinen Abbau von Schiefergas, inzwischen macht es jedoch schon etwa ein Viertel der heimischen Gasförderung aus. Schätzungen von US-Behörden zufolge dürfte der Anteil bis 2035 auf die Hälfte steigen, bei insgesamt drastisch steigenden Fördermengen.

Doch damit nicht genug. Parallel dazu steigt auch die Produktion von Schieferöl rasant. Allein in der Schieferformation Bakken in den US-Bundesstaaten Norddakota und Montana ist die Tagesproduktion innerhalb von sechs Jahren von null auf rund 500.000 Barrel (je 159 Liter) Öl gestiegen – das entspricht etwa einem Drittel der Förderquote Libyens.

Schon jetzt fördert Norddakota damit mehr Öl als Alaska, Tendenz: weiter stark steigend. Dies hat dazu geführt, dass die Ölimporte der USA bereits deutlich zurückgegangen sind. Aktuell haben sie mit 8,8 Millionen Barrel pro Tag ein Zehnjahrestief erreicht.

Und das ist noch nicht der Endpunkt. "Die USA werden ihre Abhängigkeit von Ölimporten schnell senken", sagt Alfred Roelli. Ryan Lance, Chef des Energiekonzerns ConocoPhilips sprach sogar jüngst davon, dass die USA Mitte des kommenden Jahrzehnts gar kein Öl mehr importieren müssten.

Wenn die Entwicklung wirklich so rasant weitergeht, dann lässt dies jedoch nicht nur den heimischen Energiesektor boomen. Für die gesamte Wirtschaft ergeben sich drastische Konsequenzen, und zwar positive. Denn dadurch dürfte Energie tendenziell günstiger werden.

Beim Gaspreis ist dies jetzt schon der Fall. In Amerika ist er seit Mitte 2008 vom damaligen Rekord bei 14 Dollar je Tausend Kubikfuß auf mittlerweile 2,90 Dollar gefallen. Die Europäer dagegen bezahlen fast das Fünffache davon.

Der wesentliche Grund ist, dass hier eben kein Schiefergas gefördert wird. Dabei gäbe es auch in Europa große Vorkommen, vor allem in Polen und der Ukraine. Wegen der möglichen Folgen für die Umwelt ist man jedoch wesentlich zögerlicher beim Abbau. In Polen wird erst darüber diskutiert, ob gefördert werden soll, in der Ukraine könnte immerhin 2017 mit der Förderung begonnen werden, aber auch dies ist noch höchst unsicher.

Für Amerikas Firmen dürfte Energie damit bis auf Weiteres deutlich günstiger bleiben als für die Wettbewerber in anderen Weltgegenden. "Das ist ein enormer Kostenvorteil für die US-Industrie", sagt Ethan Harris.

Viele Firmen würden daher sogar schon wieder überlegen, ihre Produktion, die sie vor einigen Jahren ins Ausland verlagert haben, in die Heimat zurückzuholen. Und ausländische Firmen denken darüber nach, in den USA Produktionsstätten aufzubauen – zuletzt kündigte beispielsweise der europäische Flugzeugbauer Airbus einen solchen Schritt an. Die günstigen Energiepreise locken. (Garion: Meiner Ansicht nach hat es vor allem politische Ursachen, dass Airbus in den USA produzieren will - nämlich um bei Aufträgen von US Airlines und Rüstungsaufträgen nicht mehr so plump von Boeing-Lobbyisten ausgebremst werden zu können.)

Die USA, die in den vergangenen beiden Jahrzehnten zu großen Teilen deindustrialisiert wurden und für das wirtschaftliche Wachstum stattdessen lange Zeit auf den Finanzsektor setzten, stehen damit vor einer dramatischen Veränderung ihrer wirtschaftlichen Struktur.

Es könnte zu einer Renaissance des Industriesektors kommen, gepaart mit einem deutlichen Bedeutungszuwachs für die Energiebranche. Mittelfristig könnten sie sogar Gas und Öl exportieren. "Japan hat seine Atomreaktoren abgeschaltet und ist damit zu einem potenziellen Schlüsselmarkt für US-Gas geworden", sagt Pierre Ciret, Volkwirt bei der Anlagegesellschaft Edmond de Rothschild. Die japanischen Konzerne Mitsubishi und Mitsui haben daher auch schon Verträge mit einem Gas-Verflüssigungswerk in Louisiana geschlossen.

Und schließlich kommen die niedrigeren Energiepreise auch den Verbrauchern zugute. "Für die privaten Haushalte könnte die Wirkung enorm sein", glaubt Ciret. "Die niedrigen Preise werden ihre Geldbörsen entlasten." Das frei werdende Geld wiederum können sie dann in andere Dinge stecken, was den lahmenden Konsum antreibe könnte. (Garion: Wie wäre es denn mal mit Schuldenabbau und positiver Sparquote???)

Wachsende Wirtschaft, weniger Importe, mehr Exporte – ein neues goldenes Zeitalter für die USA bräche an. Und dies würde letztlich auch ein Ende für das riesige Handelsbilanzdefizit der USA bedeuten – mit wichtigen Folgen für Sparer und Anleger hierzulande. "Denn das könnte ein Auslöser für einen relativ starken Dollar sein", sagt Alfred Roelli.

Das enorme Defizit war in den vergangenen Jahren einer der wesentlichen Gründe für die Schwäche der amerikanischen Währung. Dieser Trend hat sich zuletzt schon umgekehrt, und die Aufwertung könnte sich nun fortsetzen.

Für langfristig orientierte Investoren ergibt sich daher bei Anlagen in den USA eine doppelte Chance. Einerseits können sie von möglichen Wertsteigerungen bei energieintensiven Industrieunternehmen oder exportorientierten Firmen profitieren, die aufgrund der niedrigen Energiepreise in den kommenden Jahren einen Vorteil im internationalen Wettbewerb haben dürften.

Das betrifft Stahl-, Glas- oder Zement-Produzenten. Aber auch die chemische Industrie dürfte von günstigen Rohstoffen profitieren.

Andererseits könnten Investments allein schon dadurch mehr wert werden, dass der Außenwert des Dollar weiter steigt. Alfred Roelli hat deshalb bereits relativ viele US-Aktien in den Portfolios seiner Kunden, aus verschiedenen Branchen. Außerdem empfiehlt er auch über Anlagen in amerikanische Immobilien nachzudenken.

"Die Preise scheinen am Boden angekommen zu sein", sagt er. Und wenn Amerika nun wirklich die Trendwende schafft, dann dürften vielerorts auch die Häuserpreise bald wieder steigen. Zumal dann, wenn die Amerikaner selbst ihren Optimismus wiederfinden. Und genau dafür wird derzeit die Grundlage geschaffen.

 

Garion: Das ist ja die reinste Voodoo-Ökonomie! Folgende Fragen stellen sich mir (aber leider nicht den Journalisten, die solche Artikel verfassen):

1.) Wie groß sind die Lagerstätten überhaupt? Ist da genug Gas und Öl drin, um den gesamten, wachsenden Bedarf der USA auf Jahrzehnte hinaus zu decken unter Berücksichtigung der Förderkosten und der Umweltschäden? Und bleiben dann noch genügend große Mengen für einen substanziellen Export zu konkurrenzfähigen Preisen übrig?

2.) Wenn solche enormen Lagerstätten nicht nur in den USA sondern auch in Europa existieren, dann existieren sie vermutlich auch in allen anderen Teilen der Welt und unter den Ozeanen. Wenn die USA nun die Technologien der Förderung vorantreiben, werden das auch andere tun. Dann kann sich aber z. B. Japan aussuchen, ob sie ihr Gas in den USA, aus Russland, Australien, Europa oder sonstwoher kaufen.

3.) Jede noch so große Lagerstätte ist irgendwann erschöpft. Und dann? Dann ist der Anteil der nicht zukunftsfähigen Mineralöl(verarbeitenden)industrie in den USA noch größer als er es jetzt schon ist. Der Bumerang, der jetzt durch die Entdeckung der neuen Ressourcen vielleicht noch einmal weggeworfen werden kann, kommt dann mit x-facher Geschwindigkeit in der Zukunft wieder zurück.

4.) Der Artikel versucht ja gar nicht zu verbergen, dass die mittlerweile erkannten wirtschaftlichen Fehlentwicklungen der USA der vergangenen Jahrzehnte nun gottlob munter weiter gehen können: Die Banken freuen sich über steigende Immobilienpreise, die sie mit neuerlichen Kreditlawinen anfeuern werden, denn das billige Geld der FED muss ja irgendwo hin. Die Bürger freuen sich über sinkende Energiepreise und können das frei werdende Geld sowie die neuen Hypotheken verjubeln. Hossa!

5.) Es stellt sich die Frage, was mit den Ländern passiert, aus denen industrielle Wertschöpfung in die USA zurück verlagert wird. Das müsste ja vor allem China sein. China hat aber selber wirtschaftliche Probleme und kann an einer Abwanderung der Industrie nicht interessiert sein.

Aber gut möglich, dass jetzt erst einmal wieder Party angesagt ist und der Dow in den kommenden Jahren auf 50.000 Punkte klettert. Prost!

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Dreiklang:

Garion, da war bei ZH auch anderes zu lesen

3
22.07.12 14:31
Die jetzigen Gasfunde sind lokal, in der Prognose ihrer Gesamtfördermenge unsicher, deshalb kann man keine großen Pipelines bauen. Das Gas wird vor Ort konsumiert und daher wird es auch stark lokal differierende Gaspreise geben.

Was die Umwelt und zu erwartende Ölförderung  anbetrifft: Gas gelangt bei den "neuen" Fördermethoden gerne ins Grundwasser. Wenn das mit Öl passiert, ist "die Kacke am Dampfen".
Antworten
Dreiklang:

Die Eurozone vs. USA : Äpfel vs. Birnen?

10
22.07.12 14:57
Die Verschuldungssituation ist der Eurozone deutlich besser als in den USA, so es hier im BT auch öfter zu lesen (war?)

Alabama ist arm. Doch egal ob reich oder arm in Alabama, niemand kommt auf die Idee, sein Geld auf eine Bank in Maine oder Vermont zu transferieren.

Kalifornische Kommunen sind pleite. Doch auch hier kommt niemand auf die Idee, aufgrund der Insolvenz seiner Gemeinde sein Geld nach Vermont zu verlagern.

Die Neuenglandstaaten, New York, Colorado u.a. sind (sehr) reich. Doch das Geld kann nicht weg. Wohin soll es denn? Nach Quebec? Nach Grönland? Gibraltar? Singapur? Oder doch Neuseeland?

Die USA mit der Eurozone zu vergleichen, hieße, einen Winterorkan in der Deutschen Bucht mit einem Hurrican gleichzusetzen. Was wohl was ist? Tipp: Berlin liegt im Auge des Hurricans.

Die Nomenklatura der GPS sollte begreifen, dass die Zeit der Diktatur noch nicht lange zurück liegt ( Franco, Spanien, 1975) . Wer denkt, den Zusammenbruch aussitzen zu können, um nachher dem Volk ein paar milde Gaben zuzuwerfen, könnte sich verrechnet haben.

Womit auch klar ist: Es ist letztlich mindestens so sehr eine politische wie wirtschaftliche Krise, die über dem Süden aufzieht. Doch es gibt nur wenige Stimmen, die die Realitätsflucht nicht mitmachen. Bei ZH war ein Video von Youtube eingestellt: Krugman in Spanien. Ein spanischer Prof. der Ökonomie widersprach Krugman und bezeichnete die Niedrigzinspolitik (über die Euroeinführung) als Katastrophe, die zu einer gigantischen Fehlallokation geführt habe.
Antworten
learner:

Garion, billige Energie ist in der Tat einer der

6
22.07.12 15:02
wichtigsten Bestandteile führ eine Wohlstandsentwicklung der Massen. Eine Erstarkung des Dollars ist zur Zeit in der Tat festzustellen. Da wir allgemein gerade eine Flucht in die Sicherheit sehen, würde ich den Aufwärtstrend des Dollars auch noch diesem Umstand zuschreiben.

Deine berechtigte Frage des Schuldenabbaus ist das größere Problem. Die Amis haben bei 15 Billionen Schulden einen erheblichen Teil eines möglichen Aufschwungs schon verfressen. Will man weiterhin als sicherer Hafen gelten muss man seine Schulden bedienen und das geht nur mit höheren Steuereinnamen. Nach heutiger Fiskalpolitik ist das ja Teufelszeug. Das müsste sich ändern.
Wo isi checkerlarsen?
Antworten
daiphong:

Energiepreise spielen gegenüber Lohn

8
22.07.12 16:33
(inkl. Fachbildungskosten) vom Arbeiter bis hin zum Management in den meisten Industriebereichen eine geringere Rolle. Sollten die Energiepreise in den USA deutlich sinken, sinken sie übrigens auch weltweit, auch die Transportkosten. Insofern bleibt das Problem, dass eine größere Reindustrialisierung der USA in der Konkurrenz zu Asien, Europa, Mexiko etc. insgesamt zwar ausgleichend, in den USA aber lohnsenkend wirken würde. Man muss dazu mindestens in sehr großen Landesteilen schon auf das Niveau von Mexiko runter.
Antworten
Zanoni1:

Garion

11
22.07.12 19:56
Hört sich für mich so an, dass da ein Schweizer strong long in Schiefergas ist ;)
Da hat er ein schönes Modethema erwischt, und ne reisserische Story dazu erzählt.

Wer will den sowas beurteilen? Kann er das wirklich beurteilen? Was weiß er schon über Schiefergas?
Wenn mir ein Chemiker sowas erzählt... nun gut - aber ein Fondsmanager? Hallo?

Die Solarklitschen wurden damals übrigens mal in ähnlichen Tönen gelobt.

Was ist eigentlich aus dem Hype mit seltenen Erden geworden?

Selbst wenn er recht hat? Löst das das Problem des höchsten öffentlichen und privaten Schuldenstands in der Geschichte der Vereinigten Staaten? Wohl kaum -
Völlig unseriöse Darstellung.

Nur meine Meinung
Antworten
Dreiklang:

Ach Herr Rösler

8
22.07.12 20:13
Rösler erwartet baldigen Euro-Austritt Athens
Rösler:  Euro-Austritt hat seinen Schrecken verloren www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...n-verloren-a-845779.html

Ach Herr Rösler,

in Athen denkt dank ELA niemand daran, an den €-Austritt überhaupt zu denken.


REHN: TROIKA KEHRT BEREITS AM DIENSTAG NACH ATHEN ZURÜCK

Ach Herr Rehn, das bringt nichts, da die gr. Regierung ab Dienstag an unerklärlich hohem Fieber erkrankt sein wird, welches bei diesen jahreszeitlich hohen Temperaturen besonders gefährlich ist. Mit wem will die Troika also verhandeln? Mit  Hakenkreuzfahnen schwenkenden Demonstranten?

Das fiebersenkende Mittel der Wahl mit geradezu plötzlicher Wirkung ist es, Athen von der ELA abzuklemmen. Die bisherige Tunix Bank (aka EZB) ist also zum Handeln aufgefordert - etwas, das Draghi besonders schmerzen dürfte. Jedenfalls würde die Regierung dann schlagartig gesunden, da man ansonsten sein eigenes Gehalt ab August nur noch als Wechsel  beziehen könnte.
Antworten
Kicky:

Ausstieg aus d.Euro bringt grosse Gewinne

3
22.07.12 20:19
Roger Bootle,der vor kurzem den Wolfsohn Economic Prize gewann ,meint ,dass die Abwertung bzw der Ausstieg aus dem Euro die Länder wieder wettbewerbsfähig macht,was ja hier auch schon mehrfach anklang

....The economic problem concerns cost and prices. Monetary union was supposed to bring convergence between member countries with regard to costs, prices and, indeed, just about everything else. In fact, after the monetary union was formed, in the now troubled peripheral countries of the eurozone – Portugal, Italy, Ireland, Greece and Spain – costs and prices continued to rise rapidly relative to other members of the union. This caused a loss of competitiveness vis-à-vis the German-led core of between 20pc and 40pc, resulting in large current account deficits (i.e. an excess of imports over exports) and the build-up of substantial net international indebtedness.

To return to prosperity, these countries clearly need a depreciation of what economists call the real exchange rate; that is, the level of their prices and costs compared to other countries’, as translated through the exchange rate ruling between their currencies.
For countries afflicted by the twin problems of excessive debt and uncompetitiveness, leaving the euro and letting their new currency fall potentially offers not just a feasible but even an attractive way out. If successful, it would help support an economic recovery through increased net exports, while not increasing the burden of debt as a share of GDP through domestic deflation.

Indeed, the higher inflation unleashed by devaluation would reduce real interest rates and thereby tend to boost spending. Moreover, outside the euro there would be some scope to operate a policy of quantitative easing. This might also help to boost domestic demand. If the troubled peripheral eurozone economies were able successfully to deploy this adjustment mechanism, then they would not only improve their own GDP outlook, but also help to allay concerns about the long-term sustainability of their debt situation and, thus, bolster the long-term stability of the “core” countries, too.

From a purely economic standpoint, the optimal reconfiguration of the eurozone would probably be the retention of a core northern eurozone centred on Germany, in which it seems clear that Austria, the Netherlands, and Luxembourg could remain. Finland and Belgium could also fit in tolerably well.

Perhaps the most intriguing issue is the potential position of France....France’s recent economic and fiscal performance has in some ways more closely resembled that of the peripheral economies......

www.telegraph.co.uk/finance/comment/...ing-economic-gains.html
Antworten
Kicky:

Ambrose Evans zu dem verlorenen Glauben des IMF

2
22.07.12 20:23
blogs.telegraph.co.uk/finance/...ll-faith-in-the-euro-project/
Antworten
Kicky:

Vier weitere spanische Regionen brauchen Hilfe?

3
22.07.12 20:34
Zerohedge meint via Bloomberg .die Flutungstore seien jetzt geöffnet während El pais nur von Murcia bestätigt,Bloomberg selber auch Balearen und Katalonien vermutet
und es sich bei Murcia wohl eher um Peanuts in Höhe von 200-300 Millionen handelt
www.zerohedge.com/news/...-german-nürburgring-faces-bankruptcy
mobile.bloomberg.com/news/2012-07-21/...alencia-pais-says.html
elpais.com/elpais/2012/07/22/inenglish/1342974103_479750.html
El Pais:...With more regions likely to request aid, it seems unlikely that either the 65 billion euro spending cut announced by Spain last week nor the European go-ahead for a 100 billion euro bailout of Spanish banks will satisfy the markets.

In fact, a growing chorus of voices in Brussels is expecting a full-blown bailout for a country that will likely remain in recession until 2014.

“The market is mulling a second bailout, even a payment default, and it is already thinking how to make money with that. Investors have left and will not be coming back, at least for a while. Are we headed for a complete intervention? If things keep going this way, possibly yes. But Spain, if it drags down Italy, becomes a major problem: nobody in his right mind can avoid thinking about the dire consequences that would have,” said one high-ranking EU official on condition of anonymity, citing the European Central Bank (ECB) as the last great hope for Spain.
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Dreiklang:

Szenario Italien

10
22.07.12 21:26
Monti kann derzeit ganz entspannt dem aufziehenden perfekten Sturm über Spanien zusehen. Italien ist im Windschatten des Sturms und nicht im Fokus der Finanzmärkte. Doch der Herbst kommt.

Wenn das Outing Spaniens als 100% Rettungsfall klar ist, werden sämtliche "Rettungsschirme" der EMU überfordert und das gesamte politische System der EU damit saturiert sein. Für Italien bleibt nichts übrig.

Hinzu kommt, dass schon im Vorfeld des sp. "Rettungssturms"  Hollande zu "cher Angela" nach Berlin reisen wird, um für Frankreich Extrakonditionen herauszuholen. Egal was dabei für F. herausspringt: es wird nicht mehr für Italien zur Verfügung stehen. Es gibt nicht genügend Rettungsboote, jeder kämpft für sich.

Wer zuerst handelt, bestimmt das Gesetz. Italien HAT Industrie und HAT Kapital. Noch gibt es keinen Bank-Run  bzw.  Kapitalflucht. Aber genau das wird auf der Rückseite des Spanien-Sturms passieren.

Wobei die 140 Mia "Rettungsanteil" des ESM für Italien ein echtes Problem sind. Ein weiteres Problem sind Neuwahlen im nächsten Jahr. Ob nach der Wahl eine Regierung zustande kommt? Mit Regierungen, die gerade einige Wochen halten, wird ein Staatsbankrott nicht abzuwenden sein.

Mit der EZB kann Monti in der Landessprache verhandeln. Entscheidend ist, Maßnahmen gegen Kapitalflucht zu ergreifen, wobei Berlin einbezogen werden muss. Wenn das Loch zugestopft  ist, kann Italien aus dem Euro aussteigen. Es wird dabei keinen Crash der Lira geben. ( Ich schätze, die Wechselkursdifferenz wird sich auf weniger als 20% einpendeln).

Italien wäre dann seine 140 Mia. Beteiligung am ESM los. Hollande wird darauf einfallen, dass der Euro eine urdeutsche Idee und die 140 Mia ein Fall für die größte Europakanzlerin aller Zeiten sei.

Unwahrscheinliches Szenario? Wir werden sehen.
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daiphong:

21 bia 32 Billionen Dollar weltweit in Steueroasen

3
22.07.12 22:47
Europa sollte gemeinsam mit den USA u.a. dieses Bankenunwesen aufrollen. Natürlich zuerst mal in Europa selbst, wo das Fluchtgeld gerade überhand nimmt. Dieses unkontrollierte Bankenunwesen hat mit Marktwirtschaft nichts zu tun, es stammt aus uralten Piratenzeiten. Wir überfallen ja im Gegenzug auch nicht mehr vorbeifahrende Schiffe oder Kaufleute und Banken.

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/...im-ausland-a-845747.html
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Dreiklang:

Ein schönes Märchen

 
23.07.12 00:28
Aus

www.wirtschaftsdienst.eu/archiv/jahr/2012/7/2811/#kommentare

Europa kriegt die Krise nicht in den Griff, weil es Krisenmanagement auf der Grundlage einer ordnungspolitischen Konzeption betreibt, die Krise mit fundamentalen Problemen gleichsetzt und daher alle Instrumente, die in Nationalstaaten zur Krisenbekämpfung eingesetzt werden, als kontraproduktiv und unnütz verwirft. Zudem suggeriert sie, dass selbst in einem hochintegrierten Wirtschaftsraum wie der Eurozone, Steuerzahler, Rentner und Sparer der Gläubigerstaaten keine Krisenkosten zu tragen haben, sofern sie sich nur der gemeinsamen Haftung, dem zentralen Element der Krisenpolitik wie sie in Nationalstaaten praktiziert wird, entziehen. Folglich macht die Eurozone auch keine sichtbaren Anstalten, jene institutionellen Voraussetzungen zu treffen, die für eine erfolgreiche Krisenpolitik notwendig sind.

Zahlt WallStreet nach Absätzen oder nach Zeilen ?
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Zanoni1:

Großes Kompliment für die tollen Analysen am WE

13
23.07.12 02:08
und zwar an alle - mal wieder große Klasse!

mal hervorheben möchte ich Kicky's Aufklärung über das ELA-Programm der griechischen Zentralbank. Auch da beschleicht mich mal wieder das ungute Gefühl, dass das noch längst nicht alles ist, was da  noch an weiteren Haftungsrisiken ans Tageslicht kommen könnte.

Wobei sich einmal mehr die Erkenntnis durchsetzen mag, dass das von vornherein zum Scheitern verurteilte griechische Rettungsabenteuer, die Kosten und Risiken umso dramatischer steigen lässt, je länger es andauert.
Dabei haben 2009 eigentlich genug ernstzunehmende Stimmen genau vor diesem Ausgang gewarnt.

Anstatt auf sie zu hören hat man sie allerdings lieber als europafeindliche  und verantwortunglose Querulanten verunglimpft.

Wobei es mir heute im Grunde ein noch größeres Rätsel ist, weshalb man nun auf die selben Stimmen immer noch nicht hören mag, wenn sie jetzt vor noch größeren Katastrophen bei einer weiteren Vergemeinschaftung der Staatsschulden und dem ESM warnen.

Wie oft muss man denn mit seinen Befürchtungen recht behalten, bevor mal jemand die Warnung ernst nimmt?

Der Zeitgewinn, der bisher mit all den Rettungsmaßnahmen erzielt wurde, steht bei dem am Ende m.E. unvermeidlichen Scheitern nicht nur völlig unnötigen imensen Kosten gegenüber - der Schaden ist noch größer.

Durch die vielen Rechtsbrüche europäischer Verträge, die für diese Rettungsmaßnahmen notwendig waren, ist die Rechtsicherheit und das Vertrauen in solche vertraglichen Vereinbarungen erheblich beschädigt worden.
Auch der Missbrauch von an sich sinnvollen instrumentarien, wie Target2, und auch die Heimlichkeit in dem dieser lange stattgefunden hat, hat sicher erhebliche systemische Vertrauenseinbußen hervorgerufen.

Daran wird Europa auch dann noch zu knabbern haben, wenn die Schuldenkrise längst überwunden wurde.

Gemeinschaftliche Vereinbarungen wie die Maaßtrichtverträge, dürften künftig weitaus schwieriger zu Stande kommen und eine weitaus geringere Wirkung haben, da ein berechtigtes Misstrauen an die Einhaltung dieser Verträge besteht.

Wer das Vertrauen in das Recht und die Einhaltung von Verträgen derart erschüttert, gefährdet diese Institutionen als solche. Das darf nicht sein.

Auch der immer merklichere Demokrativerlust in Europa darf nicht sein.

In Italien und ehemals auch in Griechenland sitzen Präsidenten, die nicht vom Volk gewählt wurden.
Das europäische Parlament ist ebenfalls nicht demokratisch legitimiert.
Auch die Zentralbanker sind nicht vom Volk gewählt.
Es werden von diesen Leuten allerdings (teils mandatswidrige) Entscheidungen getroffen, die letztlich das Wohl jedes Einzelnen in Europa in dieser Krise betreffen.

Es wurden bei uns auch schon wichtige Entscheidungen de facto am Parlament vorbei getroffen. Wenn es involviert war, kam es immer wieder zu unvollständigen oder verspäteten Informationsübermittlungen.
Es gab Anträge, bestimmte wichtige Entscheidungen in kleinen Sondergremien treffen zu dürfen und sogar Anträge, die Redefreiheit im Parlament einzuschränken. Gott sei dank haben sich diese nicht durchgesetzt.

Die Äußerungen von Schäuble und auch von Roman Herzog kann man schon als Versuch betrachten, das Bundesverfassungsgericht unter Druck zu setzen,  oder aber zumindest es zu beeinflussen. Dies verstößt gegen den Grundsatz der Gewaltenteilung namentlich der Unabhängigkeit des BVerfG. Auch dies darf nicht sein.
Man kann da m.E. kaum empfindlich genug sein.

Der Zweck heiligt keineswegs die Mittel.

Der eingeschlagene Rettungsweg europäischer Staaten und die Vision von den Vereinigten Staaten von Europa bedeutet solch schwerwiegende und kaum noch umzukehrende Folgen, dass man sowas m.E. nicht einfach in einem Parlamentsbeschluss bestimmen sollte.
Hier würde ich mir einen Volksentscheid wünschen.
Da für die Vereinigten Staaten von Europa am Ende auch eine einheitliche neue Verfassung  geschaffen werden müsste, bedürfte es dieses Volksentscheides sogar zwingend.

Abgesehen davon würde dies der Politik im übrigen auch ein erhebliches Maß an persönlicher Verantwortung von den Schultern nehmen.

Wenn man sich aus der Krise dazu verleiten lässt, von unseren demokratischen und rechtsstaatlichen Prinzipien abzuweichen, geht man einen gefährlichen Weg.

Gerade in solchen kritischen Zeiten sind diese Prinzipien einer gewissen Gefahr ausgesetzt.
Deswegen ist es GERADE in solchen Krisenzeiten umso wichtiger, diese Prinzipien hoch zu halten!
Antworten
Dreiklang:

Zanoni: Herzog wolllte eine Brücke bauen

4
23.07.12 07:47
Herzog hat mit seiner (sinngemäßen) Äußerung: "Es gibt kein verfassungsmäßiges Recht des deutschen Staatsbürgers auf einen Schutz vor dem Ruin seines Staates" dem BVerfG eine Brücke bauen wollen.

Es ist jetzt schon klar: Das BVerfG wird den ESM nicht ablehnen. Das  BVerfG kann aber die Inkonsistenz des ESM feststellen. Dafür gibt es im ESM mehrere Beispiele. Das  BVerfG kann dazu feststellen, wie der Inkonsistenz abgeholfen werden kann.

Beispiel Anleihenkauf. Im ESM steht, dass eine Bewertung nach "bestimmten Kriterien" vorgenommen werden soll. Das (im ESM nirgendwo geschriebene, aber notwendige) Minimalgesetz lautet: "Solvenz darf nicht mit Liquidität verwechselt werden"

Wenn der ESM z.B. span. Anleihen auf dem Primärmarkt zum Nennwert kauft, muss der die Anleihen bewerten. Kommt man zum Ergebnis, dass die Anleihen nur sagen wir 50% Wert sind, muss der ESM mit jedem Anleihenkauf die Verringerung seines Eigenkapitals ausweisen. Der ESM dürfte dann Anleihen nur an die EZB weiterreichen, solange er selbst solvent ist, denn nur dann könnte er einen teilweisen Forderungsausfall gegenüber der EZB decken. Alles Andere wäre ein Ponzi-Scheme und der ESM nur ein Instrument zur Verschleierung der Insolvenz der Euro-Zone.

Bei solcher Festlegung (auf die Minimalkritierien einer funktionierenden Bank) wäre Gauck veranlasst, nur mit einem Vorbehalt den ESM zu unterschreiben.

Natürlich läuft das auf eine Demontage des ESM hinaus. Die Welt wird in den Ausführungen des BVerfG zum ESM nachlesen können, dass die Parlamentarier Europas einen in jeder Hinsicht "getürkten" Vertrag abgesegnet haben. (Das wissen wir im BT allerdings auch ohne rote Roben...)
Antworten
Kicky:

Berlin lehnt zusätzliche Hilfen ab

 
23.07.12 09:21
www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...etzliche-hilfen-ab-1.1419496
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