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Der USA Bären-Thread


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A.L.:

Wackelaufschwung und die "großen Fragen"

12
06.04.12 10:29
Auf die im Handelsblatt-Artikel fett von mir hervorgehobenen "Rätsel" gebe ich unten nach dem Text die Antwort.

HB
US-Konjunktur
Der Wackel-Aufschwung
von Nils Rüdel
06.04.2012, 09:01 Uhr

Amerikas Unternehmen haben im März wohl mehr als 200.000 Jobs geschaffen. Doch trotz immer neuer guter Nachrichten weiß niemand, ob die US-Wirtschaft wirklich über den Berg ist. Noch nicht einmal die Notenbank.


... am Freitag kann Obama gleich weiter Stimmung machen. Denn heute werden die neuesten Arbeitsdaten bekannt gegeben, und die dürften dem Präsidenten noch mehr gute Laune bringen. Mehr als 200.000 Jobs hat die US-Wirtschaft laut Schätzungen im März geschaffen. Das macht rund 1,2 Millionen in den vergangenen sechs Monaten.

Die Nachricht reiht sich ein in eine ganze Serie von Daten, die zuletzt die Hoffnung schürten, die US-Wirtschaft könne die Krise nun endgültig hinter sich gelassen haben. Und doch heißt es jedes Mal wieder: Ja, aber.

Denn trotz ermutigender Signale gibt es viele Einwände: Der Aufschwung geht an den meisten Amerikanern vorbei, sagen die einen. Er ist nicht nachhaltig, sagen die anderen. Und vielen geht es einfach nicht schnell genug. Noch nicht einmal die US-Notenbank Fed ist sich darüber einig, wie es wirklich um die Konjunktur steht.

Ist die US-Wirtschaft also aus dem Gröbsten heraus – „out of the woods“, wie die Amerikaner sagen? Experten rätseln vor allem über eine Sache, die den Aufschwung als so wackelig dastehen lässt: Der Arbeitsmarkt entwickelt sich besser als es das noch immer dürre Wachstum eigentlich zuließe.

Schließlich legte das Bruttoinlandsprodukt im Schlussquartal „nur“ um 3 Prozent zu, für 2012 rechnet etwa das Beratungsunternehmen IHS Global Insights mit mageren 2,2 Prozent. Normal für die US-Wirtschaft sind mehr als 3 Prozent, so das Mittel der vergangenen Jahrzehnte.

Vermutungen über die Ursachen der Unwucht sind viele im Umlauf: Die Wirtschaft könnte schneller wachsen als in den Statistiken erfasst. Oder umgekehrt – es entstehen weniger Jobs als offiziell berichtet. Oder sind die Arbeiter heute weniger produktiv und müssen deshalb mehr Leute eingestellt werden als eigentlich nötig? Liegt es am milden Wetter zu Jahresanfang?

„Jeder hat seine eigene Erklärung“, sagte der Ökonom Peter Orszag der „Businessweek“. „Aber keiner weiß im Moment, welche stimmt“. Eine andere Theorie ist, dass die Unternehmen in der Krise zu viele Leute entlassen haben und dies derzeit nur kompensieren. Das hält auch der Chef der Notenbank, Ben Bernanke, für plausibel – und warnte deshalb kürzlich vor einer baldigen Abschwächung des Jobwachstums.

Damit schürte er Spekulationen, die Fed könnte schon bald eine dritten Runde milliardenschwerer Ankäufe von US-Staatsanleihen („QE 3“) auflegen....

www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/...el-aufschwung/6484662.html

A.L.: Des Rätsels Lösung ist simpel. Die teuren amerikanischen Facharbeiterjobs wurden in Billiglohnländer verlagert. Den Heerscharen Arbeit suchender Amis blieben nur niedrig bezahlte Dienstleistungsjobs (oft halbtags) wie Altenpflege und Hamburger-Braten für 6 Dollar die Stunde, während sie vormals 30 Dollar pro Stunde als Facharbeiter verdienten.

Die Massenentlassungswelle in 2008/2009 hat diese bereits seit 2000 latent laufende Entwicklung ("jobless recovery") weiter verschärft. Den US-Unternehmen geht es dadurch sogar besser, weil sie sich "entschlankt" haben. Caterpillar fertigt in China und beliefert die Welt zu den gewohnten Hochpreisen, wären die Lohnzahlungen immer niedriger werden. Die Nachfragelücke durch Massen-AL stopft in USA und nun auch in Europa QE.

Die US-Medien stellen die wirtschaftliche Lage derweil so dar, als wäre die Entwicklung in den Unternehmen repräsentativ für das ganze Land. Ist sie aber nicht. Den Firmen (obere 1 %) geht es durch Jobverlagerung nach China und damit verbundene Kostensenkungen deutlich besser (= höhere Gewinne, entsprechend hoch notierende Aktien), während die Masse der Amis (verbleibende 99 %) nicht nur nicht partizipiert, sondern weiter ins Elend gestürzt wird. Dieses Massenelend ist zugleich die Hauptquelle der Profite. Es ist eine Umverteilung von unten nach oben. Der Topf wächst dabei insgesamt kaum.

Die Problematik wird von den US-Medien (wo HB, FTD usw. abschreiben) notorisch ignoriert. Es wird stets nur von der Zahl der neue geschaffenen Stellen geschrieben, nicht aber über deren rapide sinkende Qualität (auch hinsichtlich Lohnniveau). Außerdem werden Gelegenheits- und Halbtagsjobs wie volle Stellen gezählt.

Geradezu peinlich wird es, wenn die Fed den latenten Misserfolg der US-Jobpolitik - einen Kausalzusammenhang herbeilügend - als Begründung für weiteres QE "missbraucht", das fast ausschließlich den oberen 1 % nützt, während die Masse der Amis - bedingt durch das Dollardrucken - ihrer kärglichen Ersparnisse, soweit überhaupt vorhanden, beraubt wird (negative Realzinsen).

Diese Politik ist das Produkt des Demokraten Obama - eines Büttels der Lobbyisten, der dem Volk als scheinbar "Linker" Sand in die Augen streut.
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Kicky:

Job growth and economic improvement are for REAL

3
06.04.12 11:20
es gibrt offenbar viele Stimmen aus privaten Quellen ,die der Meinung sind die Verbesserungen am Arbeitsmarkt treffen zu

Interestingly this week a number NON GOVERNMENT reports have been very up-beat

The ADP, a well-known private sector report based on a blown up sample from actual data from a payroll-services company continues to pour out evidence of over 200K jobs per month being created.

Private sector source…

The Challenger Gray and Christmas issue a report that looks at firms’ announced corporate layoffs from notices (medium-sized and larger) firms are required to post each month. The report for March shows us the 16th lowest announced corporate layoffs in March among the last 19 Marches. Since data are NOT seasonally adjusted (some of you will like this report even more because of that) this is an objective way to assess its strength/weakness. This lay off indicator is low.

Private sector source…

A Bloomberg Survey on consumer comfort has just shot up this week to show a one week increase in ‘consumer comfort’ with a jump so large that it occurs less than 6% of the time. In this weekly series going back to 1986 the 17-week change in the Bloomberg index has been surpassed only three other times (all of these were the product of the same 1998 episode). This is a twice in a 25-yeear experience.

Private sector source…

So put it together and SOMETHING is happening....

...The job market is a hodge-podge and it is not in good shape but it is improving. The improvement is quite good compared to what had been in train, previously. There is a long way to go. But let’s recognize progress without being satisfied by it.

And we’ll see if the ‘official report’ reflects that progress tomorrow....Stay tuned for a 240K sort of gain in Private jobs for March.......

Better to go with this flow than to fight the tape.

www.zerohedge.com/contributed/2012-14-05/...provement-are-real
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Kicky:

Griechische Banken vor dem Moment der Wahrheit

3
06.04.12 11:55
www.athensnews.gr/portal/1/54699
Am 20.April werden die Investoren die Deatails erfahren über das finanzielle Unterstützungspaket der griechischen Regierung.Athen will die Banken unbedingt privat lassen.Aber es kommt auf die Bedingungen an ,ob die Investoren sich entscheiden,das Angebot anzunehmen.Wenn nicht könnte es dazu kommen ,dass die Banken verstaatlicht werden müssen
50 Milliarden werden wohl benötigt ,mindestens 10% sollten von den Aktionären der Banken beigetragen werden laut einem höheren Bankbeamten....
letzten Monat haben die Bondhalter bereits 74% des Wertes verloren....

Investors will find out by April 20 the details of the financial support package on offer from the Greek government, technocrat Prime Minister Lucas Papademos said on Thursday. Athens desperately wants to keep the banks in private hands.

The terms are likely to determine whether shareholders decide to take part. If they balk at the offer, the indebted Greek state could end up owning the banks.

In a worst-case scenario, 50 billion euros or a quarter of Greece's gross domestic product (GDP), may be required to shore up the banking system. The money is needed because loan losses and a bond swap that saved Greece from bankruptcy hit its lenders - big buyers of Greek debt - particularly hard.

The government wants at least 10 percent of the capital to come from banks' shareholders through rights issues, a senior banker close to the talks told Reuters.

.....Greece's debt restructuring last month inflicted real losses of about 74 percent on bondholders, wiping out 22 billion of the banking system's 23.8 billion euro Core Tier 1 ratio, according to International Monetary Fund (IMF) estimates. Banks held 45-50 billion euros of bonds.

Banks will also need to set aside more cash to cover potential future losses, increasing the size of the capital hole they need to fill to reach a core capital target of 9 percent by the end of September......
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Kicky:

Ist der Euro irreversibel? Wahlen stehen bevor

9
06.04.12 12:14
Tatsächlich könnte der Euro trotz aller Treueschwüre der Politik („Der Euro ist irreversibel.“ J. M. Barroso, 08.12.11) sogar schon bald an der normativen Kraft des Faktischen scheitern, denn die vielen Brandherde in der Eurozone sind auch nach dem billionenschweren Kreditprogramm der EZB keineswegs gelöscht. Denn was passiert, wenn in Griechenland im Mai eine Regierung an die Macht kommt, die sich dem eine tiefe Depression verheißenden Troika-Rettungsdiktat nicht verpflichtet sieht, und, um die Voraussetzungen für eine Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu schaffen, den Austritt aus dem Euro-Experiment erklärt? Was passiert, wenn in Frankreich schon zuvor (22.04.) der mit der Neuverhandlung des „Fiskalpakts“ drohende Sozialist Hollande an die Macht kommt und Deutschlands Rolle im Euro-System darauf reduziert, nahezu alleiniger „Zahlmeister“ für die Misswirtschaft anderer Länder zu sein? Oder, welche Sprengkraft entwickeln die weiter explodierenden Target-2 Salden?

Inzwischen flieht das Kapital nicht nur aus den PIIGS-Staaten (Gesamtdefizit: -664,29 Mrd. Euro), sondern auch aus Frankreich (Defizit: -113,67 Mrd. Euro) und den Niederlanden, deren Forderungen gegenüber dem Euro-System nach über 100 Mrd. Euro Zufluss in 6 Monaten um signifikante 25,1 Mrd. Euro auf 143,8 Mrd. Euro abschmolzen. Wird die Deutsche Bundesbank, die inzwischen sagenhafte 547,05 Mrd. Euro an ungedeckten Forderungen aufgebaut hat, nun zum „Lender of last resort“ für ganz Europa … mit 5 Mrd. Euro Eigenkapital?

....trotz der „Dicken Bertha“ trauen sich die Finanzinstitute noch immer nicht über den Weg und „parken“ den größten Teil der zugeteilten Liquidität lieber bei der EZB (778,7 Mrd. Euro per 30.03.12), während die Renditen für italienische und spanische 10-jährige Anleihen im März trotz aller Rückkehr-des-Vertrauens-Bekundungen bereits wieder oberhalb von 5 % notieren. Portugals zweistellige Renditen künden indes noch immer den nächsten (hair cut-)„Einzelfall“ an, gerade auch weil es erneut an Dementis nicht mangelt....
aus dem von Bonner berits zitierten Artikel,weil es gut zu den griechsichen Banken und den Protesten in Athen passt
www.rottmeyer.de/...sches-erpressungspotential-durch-banken/2/

auch zu der neuerlichen Warnung von Lagarde,der Bankrott Griechenlands sei noch nicht abgewendet,die griechischen Wahlen könnten das Ergebnis torpedieren
www.athensnews.gr/portal/1/54708
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wmfe:

ESM und Fiskalpakt:=Schuldenunion

3
06.04.12 12:34
Beim EU-Gipfel am Montag wurden die vermutlich weitreichendsten Veränderungen für Europa seit Einführung der gemeinsamen Währung beschlossen. Mit dem ESM verliert der Deutsche Bundestag die volle Souveränität im Budget-Recht. Die EZB wird die Finanzwirtschaft durch Gelddrucken stützen. Und der verwässerte Fiskal-Pakt ist nicht mehr als ein Feigenblatt, damit Deutschland als der größte Nettozahler nicht unnötig gereizt wird.

www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/01/37235/
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China Tells Military to Ignore Rumors, Obey Party

5
06.04.12 13:20
China Tells Military to Ignore Rumors, Obey Party
CHINA, MILITARY, COUP
Reuters
| 06 Apr 2012 | 01:09 AM ET

China's top military newspaper told troops on Friday to ignore rumours on the Internet and steel themselves for "ideological struggle" as the ruling Communist Party faces a leadership transition, in a sign of jitters in Beijing. 

 

The Liberation Army Daily did not mention outlandish rumours of a foiled coup in Beijing that spread on the Internet in past weeks, after the ousting of Bo Xilai, an ambitious contender for a spot in the new central leadership to be settled later this year.  

The newspaper, however, in a front-page commentary, left no doubt the party leadership wants to inoculate People's Liberation Army (PLA) troops against rumours that could erode the authority of President Hu Jintao, who also serves as head of the party and chairman of the Central Military Commission, which commands the PLA. 

The paper admonished soldiers to "resolutely resist the incursion of all kinds of erroneous ideas, not be disturbed by noise, not be affected by rumours, and not be drawn by undercurrents, and ensure that at all times and under all circumstances the military absolutely obeys the command of the Party central leadership, the Central Military Commission and Chairman Hu." 

The commentary directed at the military follows other comments aimed at reinforcing the party's grip on opinion after an unsettling two months of political upheaval and rumours, at a time the leadership prizes stability. 

In late March, authorities shut 16 Chinese websites and detained six people accused of spreading rumours about unusual military movements and security in the capital, feeding talk of an attempted coup or schism in the leadership.   

The rumours fed on speculation about the ousting of Bo Xilai, who in mid-March was removed as party boss of Chongqing city in southwest China, over a month after his vice mayor, Wang Lijun, fled to a U.S. consulate, triggering a scandal exposing accusations of infighting and abuses of power. 

Charismatic Bo had wrapped himself in populist rhetoric and egalitarian vows, and his removal has stirred open opposition from leftist supporters who see him as the victim of a plot. 

The Liberation Army Daily mentioned none of this.  

 

But it said the military must maintain a tight grip on troops' access to the Internet in the middle of what it called an "ideological struggle" before the 18th Communist Party congress late this year, when Hu and his cohort will retire. 

"Historical experience shows that whenever the party and country faces major issues, and whenever reform and development reach a crucial juncture, struggle in the ideological arena becomes even more intense and complex," said the newspaper. 

"We must pay close attention to the impact of the Internet, mobile phones and other new media on the thinking of officers and troops," it said.

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Strauchelnde Wirtschaft: Niederlande im Niedergang

9
06.04.12 13:30

Strauchelnde Wirtschaft: Niederlande im Niedergang

Die Niederlande führen eine ähnliche strenge Finanzpolitik wie Deutschland. Die Wirtschaft aber schrumpft und Sparmaßnahmen sind geplant. Doch die Regierungskoalition ist vom Rechtspopulisten Wilders abhängig.

Die Niederlande gehören zur Euro-Kernzone. Die strenge Finanzpolitik wurde in einem Atemzug mit der des großen Nachbarn Deutschland genannt. Doch nun könnte das „AAA“-Rating der Holländer wackeln. Ökonomen schlugen bereits Alarm: „Unserer Meinung nach haben die Niederlande bereits das (wirtschaftliche) Herz Europas verlassen“, hieß es in einer Studie der Citigroup.

Der Wirtschaftsmotor stottert.

Prognosen der Europäischen Kommission von Februar zufolge wird die holländische Wirtschaft in diesem Jahr um 0,9 Prozent schrumpfen, deutlich mehr als im Schnitt der gesamten Eurozone. Nur in Griechenland, Spanien und Portugal soll die Wirtschaft noch stärker schrumpfen.

Die Daten der holländischen Experten von CPB, einer unabhängigen Organisation für makroökonomische Analysen, sind ähnlich düster: Für 2012 und 2013 wird ein Budgetdefizit von 4,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erwartet. Erlaubt sind nach den Euro-Spielregeln nur 3,0 Prozent. Die Regierung muss 15 Milliarden Euro einsparen, um das Budgetdefizit unter diese Vorgabe zu bringen. Eine bittere Pille für die Holländer, die in der Vergangenheit immer eine harte Linie gegen EU-Schuldensünder verlangt haben.

Die Rezession in den Niederlanden werde bis in die zweite Hälfte des Jahres andauern, sagt das CPB vorher, das auch die Regierung in Den Haag berät. Ihren Analysen zufolge wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,75 Prozent nachgeben. Erst 2013 werde eine leichte Erholung eintreten und die Wirtschaft um 1,25 Prozent wachsen. Steigende Arbeitslosigkeit und schwacher Konsum tragen zu dem erwarteten niedrigen Wachstum bis 2015 bei.

Die Arbeitslosigkeit ist mit etwa 5,5 Prozent für 2012 im europäischen Vergleich zwar noch eher niedrig. Aber steigende Pensionsbeiträge, Kürzungen bei Sozialausgaben, niedrigere Renten und fallende Immobilienpreise drücken den Privatkonsum, analysiert das CPB. Die Niederlande leiden nach Ansicht von CPB-Experte Edwin van de Haar immer noch unter den Auswirkungen der Finanzkrise von 2008 und 2009. Das verfügbare Haushaltseinkommen sinkt, die Inflation frisst Lohnerhöhungen auf und viele Haushalte sind hoch verschuldet.

Ein Grund dafür sind fallende Immobilienpreise. Viele haben in Immobilien investiert und fürchten eine Wertminderung, sagte Van de Haar. Die Niederlande sind zwar weit entfernt von einem Rettungspaket nach griechischem Beispiel, doch die Kreditkosten für den Staat sind bereits gestiegen. Einen Verlust der Topbonität hält Van de Haar dennoch für Spekulation. „Diese Situation ist heute völlig hypothetisch“, sagte er. Das Lande werde die notwendigen Reformen durchführen und gar nicht erst in diese Situation kommen.

Zusammen mit Deutschland, Luxemburg und Finnland gehören die Niederlande zu den letzten vier Euroländern mit dem begehrten Triple-A Rating. Österreich und Frankreich haben diesen Status bereits verloren. Die Regierung ist seit Wochen in schwierigen Budgetverhandlungen, um bis zu 15 Milliarden Euro aus dem Budget für 2013 zu streichen. Ministerpräsident Mark Rutte von der rechtsliberalen VDD hat dafür die Unterstützung seines Koalitionspartners, der christdemokratischen CDA. Die Koalition ist jedoch abhängig von der Unterstützung des Rechtspopulisten Geert Wilders und seiner Freiheitspartei.

Die Regierung diskutiert Medienberichten zufolge ein Ende von Steuererleichterungen für Hauskredite, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, Kürzungen von Sozialleistungen sowie ein Einfrieren der Löhne. Der Euro-Gegner Wilders ist gegen Kürzungen im Sozialbereich und bei Pensionen. Bei einer Nichteinigung drohen Neuwahlen.

Bis 30. April muss die Regierung ihre Budgetpläne für 2013-2015 in Brüssel vorlegen. Der holländische Zentralbankchef Klaas Knot mahnte zur Eile: Die Niederlande brauchen ein „glaubhaftes“ Paket mit Reformen und Einsparungen um das Vertrauen der Finanzmärkte zurückzugewinnen, sagte Knot dem niederländischen Sender NOS.

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US Adds 120,000 Jobs; Unemployment Falls to 8.2%

7
06.04.12 14:50
US Adds 120,000 Jobs; Unemployment Falls to 8.2%
ECONOMY, EMPLOYMENT, UNEMPLOYMENT, UNEMPLOYMENT RATE, JOBLESS CLAIMS, UNEMPLOYMENT BENEFITS
Reuters
| 06 Apr 2012 | 08:32 AM ET

U.S. payrolls rose far less than expected in March, keeping the door open for further monetary policy support from the Federal Reserve, even as the unemployment rate fell to a three-year low of 8.2 percent.

 

Employers added 120,000 jobs last month, the Labor Department said on Friday, the smallest increase since October.

Economists polled by Reuters had expected nonfarm employment to increase 203,000 and the unemployment rate to hold at 8.3 percent.

The weak employment growth last month likely reflected the fading boost from unseasonably warm winter weather. The payrolls count for January and February was revised to show just 4,000 more jobs created than previously reported.

The drop in the unemployment rate, to the lowest level since January 2009, reflected a drop in the labor force. The separate household survey, from which the jobless rate is derieved also showed a drop in employment.

The weak employment gains could hurt President Barack Obama's chances for re-election in November. The unemployment rate has fallen from 9.1 percent in August.

The painfully slow recovery in the labor market is a concern for Fed Chairman Ben Bernanke, who is keeping open the option of further monetary policy support for the economy if the unemploymnt rate remains stubbornly high.

Minutes of the Fed's March policy meeting released this week showed policymakers seeing a broadening of the economic recovery, leaving them slightly less inclined to launch a third round of bond purchases, known as quantitative easing, to spur growth.

The private sector added 121,000 new positions in March, while government employment edged down 1,000.

Manufacturing enjoyed another month of strong job gains, with factories adding 37,000 new positions, helped by carmakers trying to meet pent-up demand for motor vehicles. Factory jobs increased by 31,000 in February.

Construction hiring fell 7,000, the second straight monthly decline. In the huge service sector, gains were in health care, professional and business services categories. Temporary help fell 7,500 after rising 54,900 in February.

Despite the weak employment gains last month, average hourly earnings rose 5 cents.

The workweek dipped to 34.5 hours from 34.6 hours in February.

The jobs report was released as U.S. stock markets closed for the Good Friday holiday. The U.S. bond market and futures markets were open for part of the day. The last time the jobs report was released on Good Friday was in 2010.

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Egan-Jones Cuts US Credit Rating to 'AA,' Citing D

6
06.04.12 15:36
Egan-Jones Cuts US Credit Rating to 'AA,' Citing Debt
FEDERAL DEBT, SEAN EGAN, EGAN-JONES, U.S. GOVERNMENT, CREDIT RATING, DOWNGRADE
CNBC.com
| 05 Apr 2012 | 05:46 PM ET

Rating firm Egan-Jones cuts its credit rating on the U.S. government to "AA" from "AA+" with a negative watch, citing a lack of progress in cutting the mounting federal debt.

"When debt-to-GDP exceeds 100 percent, a country's financial flexibility becomes increasingly strained," Managing Director Sean Egan wrote in his report on the downgrade. "For the first time since World War II, U.S. debt exceeds 100 percent."

The U.S. dollar fell slightly against the yen after the news, which came at the start of Asia's trading day.

Egan said he sees no end in sight to the increasing deficit.

"With an annual federal budget deficit in the area of $1.4 trillion, debt is likely to reach $16.7 trillion as of the end of 2012 while assuming GDP grows 2.5 percent, total GDP is likely to reach $15.7 trillion. Therefore, as of the end of 2012, debt-to-GDP is likely to be in the area of 106 percent."

Economic growth, meanwhile, has averaged 2 percent to 2.5 percent, with economic growth "at best stagnant, at worst negative" if adjusted for inflation, Egan wrote.

Meanwhile, Congress has done little, according to Egan. The bipartisan "super committee" that sought spending cuts of $1.5 trillion over 10 years "was a failure," he said. "Obviously, the current course is not enhancing credit quality. Without some structural changes soon, restoring credit quality will become increasingly difficult."
 

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wawidu:

Unemployment Falls to 8.2%

7
06.04.12 16:58
Na klar, bei sinkender Partizipationsrate sinkt auch die Arbeitslosenrate zwangsläufig. Den angehängten Chart sollte man mal allen Dumm-Bushern in der Politik, bei der Fed und den Medien im Großformat zukommen lassen. Dies erscheint mir als das einzige Mittel, das vielleicht gegen deren Kurzsichtigkeit helfen könnte.

Mitte der 1960er begann bei einem Niveau von 58,5 % eine Phase permanent steigender Teilhabe am Arbeitsleben, die Ende der 1990er/Anfang 2000 bei 67,3 % kulminierte, ein Anstieg um 8,8 Prozentpunkte. Der seitherige Rückgang beträgt fast 40 % der Aufstiegsphase, und dies bei steigender Bevölkerungszahl.
(Verkleinert auf 88%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 498730
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mercuryfx:

Buchempfehlung

3
06.04.12 17:10
Als kleine Buchempfehlung ueber die Feiertage: "Boomerang: Travels in the New Third World" von Michael Lewis: Ein Amerikaner, der nach Island, Griechenland, Irland und Deutschland reist, und die Rolle der jeweiligen Laender in der Kreditkrise mit den entsprechenden kulturellen Eigenarten in Verbindung bringt.

In der Presse kommt das Buch nicht unbedingt gut weg (www.welt.de/wirtschaft/article13714828/...-ueber-Europa.html), aber so schlecht fand ich die Charakterisierung der deutschen Mentalitaet gar nicht. Zu den roten/gelbe/weissen Baendchen der Prostituierten fuer die ERGO-Vertretern heisst es nur:  "The Germans didn't just want hookers: they wanted hookers with rules"
(siehe auch www.handelsblatt.com/unternehmen/...vorstaende/4193282-2.html)

Vor kurzem war ich noch in einem Skigebiet in den USA und habe gesehen, dass man fuer den Aufpreis von 20$/Tag einen "Secret Pass" bekommt, mit dem man sich offiziell bei jeder Schlange am Lift vordraengeln darf. In Europa mMn undenkbar ;-)

Schon seltsam, dass erst jetzt langsam deutlich wird, dass ein integrierter Euro-Raum nicht nur eine Frage der wirtschaftlichen Eckdaten ist, sondern auch eine kulturelle Herausforderung. So gesehen sind die Erziehungsbemuehungen der Troika in Griechenland fast schon naiv.

Frohe Ostern!
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Bonner:

Alle bekloppt?

4
06.04.12 19:42
Wenn Gutes auf einmal schlecht sein soll

(von Ronald Gehrt) Ich habe in den letzten Monaten in fast jeder Kolumne unterstrichen, dass diese Rallye, basierend auf billigem Geld und einer blinden Hoffnung auf eine Stabilisierung der Lage in den USA, China und Europa, jederzeit in sich zusammenbrechen könnte, denn da die Realität außerhalb der Börsensäle weiterhin kritisch bleibt, bedarf es am Ende nur eines Tropfens, der das Fass, angefüllt mit ignorierten Warnsignalen, zum überlaufen bringt. Aber sollte das ausgerechnet jetzt passieren?
“Ausgerechnet jetzt” ist in einer solchen Situation natürlich eine Standardfrage, wenn die Börsen nach unten drehen. Logisch, denn wie gesagt, am Ende ist es eine Kleinigkeit, die eine Lawine lostreten kann. Und trotzdem muss man sich diese Frage stellen, wenn man womöglich sogar darauf hofft, dass insbesondere die europäischen Aktienmärkte endlich eine Trendwende nach unten vollziehen. Ausgerechnet jetzt?

Denn die Argumentation für die plötzliche Schwäche insbesondere europäischer Aktien ist so abstrus, dass man sich schon wundern muss. Zum einen wird die Angst vor einem erneuten Aufflammen der Schuldenkrise in Europa genannt. Aber wo sind denn die Argumente dafür, dass man ausgerechnet jetzt davor Angst bekommt, nachdem man vorher angeblich wochenlang der festen Überzeugung war, alles käme wieder ins Lot? Es ist nichts von Bedeutung passiert! Dass plötzlich wieder Druck auf spanische, italienische und portugiesische Anleihen ausgeübt wird, ist nicht das Ergebnis unerwarteter Änderungen in den Rahmenbedingungen, sondern einfach ganz gezielter Verkaufsdruck.

Kann die vorher propagierte Erwartung, dass die bisherigen Maßnahmen nunmehr ausreichen, um die Krise unter einem Teppich aus billigem Geld zu verstecken, nennenswert ins Wanken geraten, weil einige großen Adressen gezielt auf die schwächsten Stellen der EU feuern? In meinen Augen nur dann, wenn diese Hoffnung in Wahrheit so gar nicht existierte, sondern nur durch die steigenden, nach oben getriebenen Kurse selbst hervorgerufen wurde.

Und dann kam am Dienstagabend das Argument, die US-Notenbank wolle keine weiteren monetären Unterstützungen für die Wirtschaft mehr leisten. Was für ein Unsinn! Erstens war das am Dienstagabend veröffentlichte Protokoll der letzten US-Notenbanksitzung nur eine etwas ausführlichere Darstellung dessen, was man in der Presseerklärung unmittelbar nach dieser Sitzung vor drei Wochen bereits zu lesen bekam. Da gab es einfach keine echten Überraschungen.

Diejenigen, die am Dienstagabend und dann auch am Mittwochmorgen in Europa auf die Kurse eindroschen, beriefen sich auf die zwischen den Zeilen herausgelesene „Erkenntnis“, dass die Protokoll-Formulierung, nur “einige” Mitglieder des Federal Open Market Committee (FOMC) seien der Ansicht gewesen, dass man die gezielten Käufe am Anleihemarkt ausweiten müsse, bedeuten würde, dass die Notenbanken Geldhahn wieder zudrehen werde. Richtig ist, dass die Notenbank der Ansicht ist, dass die momentane leichte Erholung der amerikanischen Wirtschaft stabil genug ist, um einer weiteren Ausweitung monetärer Unterstützung nicht zu bedürfen. Dies sei erst dann zu diskutieren, wenn sich die momentane Erholung nicht verstetigen sollte. Was übrigens, da sie hauptsächlich auf einer massiven Zunahme privater Kredite basiert, durchaus wahrscheinlich ist, aber das sei nur nebenbei angemerkt.

Der Hammer ist: ......

www.rottmeyer.de/...-wenn-gutes-auf-einmal-schlecht-sein-soll/
Antworten
A.L.:

Ergänzung zu Gehrt in # 438

8
06.04.12 20:36
Zu den beiden von Gehrt am Ende des Artikels genannten Möglichkeiten - a) Exit der Eigenhandelsabteilungen oder b) gezielte Bärenfalle zum Ausstoppen von Longs und Anlocken von Shorts mit folgenden weiteren Anstiegen - gibt es noch eine Dritte.

Die US-Staatsfinanzierung basiert bekanntlich seit geraumer Zeit nicht mehr darauf, dass Asiaten usw. den US-Staatsanleihenschrott kaufen, sondern dass die Amis - genauer: die Fed - bei sich selber kaufen. Geithner druckt, die Fed schluckt.

Dieses anrüchige Staatsfinanzierungskonzept bedarf aber - eben weil es anrüchig ist - eines gewissen Krisen-Szenarios als Rechtfertigung. Wenn "alles klar" ist wie bei der letzten Fed-Sitzung vor drei Wochen, d.h. viele US-Konjunkturzahlen im Lot, kann man unkonventionelle Maßnahmen, wie QE sie nun mal darstellt, schwerlich begründen. Das ging ja auch aus den Fed-Minutes hervor, die die jüngste Abverkaufswelle (offenbar "dirigiert" von Zockerbanken) einleiteten.

Es gibt daher die 3. Möglichkeit, dass die Märkte runter müssen", um QE3 "zur Rettung" loszutreten. QE3 wiederum ist eine Notwendigkeit der US-Staats(re)finanzierung. Ich hatte bereits am 20. März auf diesen Zusammenhang hingewiesen:

www.ariva.de/forum/Der-USA-Baeren-Thread-283343?page=3799#jump13093371

Dies würde bedeuten, dass Gehrts 1. Szenario das Plausiblere ist, obwohl er selber dem 2. (Bärenfalle) eine höhere Wahrscheinlichkeit zuschreibt.

Interessant in diesem Zusammenhang ist der folgende aktuelle Post aus "Realmoney Columnist Conversation":


QE3 Is Still Coming
By Roger Arnold
| Apr 05, 2012 | 5:00 PM EDT  

A few days ago, I shared that it was nonsensical for market participants to think that the members of the Federal Open Market Committee (FOMC) would discuss the need for another round of quantitative easing at their March 13 meeting.

That doesn't mean that there won't be another round of easing. It's just that the March 13 meeting was not the time to discuss it. In fact, I continue to believe there will be more easing, both quantitatively and through duration extension of the fed's balance sheet; and that ultimately this will require the Fed to double its balance sheet again from the current level of about $2.6 trillion...

realmoney.thestreet.com/articles/04/05/2012/qe3-still-coming

FAZIT: Beim Gelddrucken gilt: "The sky is the limit." Scham gibt es nicht mehr, weil sie gewinnschädigend wirkt und damit "wirtschaftlichen Effizienzprämissen" zuwiderläuft. Was für eine Schandwirtschaft, die sich solcher Spielchen bedienen muss...
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Kicky:

EU-beamte:teilweiser Schuldenschnitt für Portugal

5
06.04.12 21:52
....Der Troika-Bericht zu Portugal war eindeutig. Das Land mache gute Fortschritte, aber es gebe weiterhin Risiken und Herausforderungen, die es dem Land erschweren könnten, im September nächsten Jahres an den Anleihemarkt zurückzukehren (hier). Nun meldete sich der EU Beamte Peter Weiss zu Wort und bringt einen teilweisen Schuldenschnitt für Portugal ins Spiel.

Wie Irland könnte Portugal den Druck der im nächsten Jahr auslaufenden Anleihen im Wert von 10 Milliarden Euro nach dem Vorbild Irlands reduzieren, in dem es einen begrenzten Anleihetausch durchführe.....www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/04/41409/
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A.L.:

System-Relevanz

11
07.04.12 11:15
Wann endlich wird - statt der Banken - die Bevölkerung als System-relevant erachtet?

Wir befinden uns in einem Abstraktions- und Entfremdungsprozess, in dem Dinge überwichtig werden, die früher allein Mittel zum Zweck (funktionierendes Gemeinwesen) waren.

Den "Interessen" dieses Abstraktums werden sämtliche Volksinteressen untergeordnet. Mit der Behauptung "System-Relevanz" werden wir zum Aus- und Freihalten dieser Parasiten gezwungen.

Politiker haben die Finanzwelt zum Götzen erhoben, die sie "in Volkes Namen" - aber ohne dessen Rückhalt - anbeten. Um dem Götzen ("der Markt") zu huldigen, stoßen sie weltweit die Menschen in den Dreck.

Wirklicher "Fortschritt" sieht anders aus. Um vorwärts zu kommen, müssen wir die Finanz-Köter, die sich an unseren Beinen festgebissen haben, abschütteln.
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Dreiklang:

Schwer Gegenwind für Krugman

9
07.04.12 12:19
In seinem letzten Blog-Eintrag hat Krugman wohl ein Fass zum Überlaufen gebracht. Wütende Kommentare erntet:  "Not enough inflation"

www.nytimes.com/2012/04/06/opinion/...rtner=rssnyt&emc=rss

Die Leute riechen inzwischen den Braten und kapieren, dass die Nullzins-Politik von FED-Bernanke und die weiter auflaufende Verschuldung ihre Ersparnisse zwingend ruinieren - und das nicht in der Zukunft sein wird, sondern schon begonnen hat.

Die "Krugman-Bewunderer" gehen auf Tauchstation. Mit Keynes lässt sich die derzeitige Politik der USA auch nicht mehr begründen. Stichwort "debt saturation".
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Kicky:

Rethinking Economics and Politics

2
07.04.12 12:24
.....Bis vor Kurzem schien Deutschland eine Insel der glückseligen Ökonomie. Überall auf der Welt kämpft die Zunft seit Ausbruch der Finanzkrise mit argen Selbstzweifeln. Nur im Land des neuen Wirtschaftswunders schien die Welt in Ordnung. Zumindest im Inneren des Berufsstands.
Das ist seit ein paar Wochen anders – seit mit Dennis Snower und Thomas Straubhaar zwei Chefs großer Forschungsinstitute aus Kiel und Hamburg zur Grundsatzkritik an der eigenen Branche loszogen. Und damit aussprachen, was in den USA, Großbritannien und anderswo seit Längerem für Wirbel sorgt.
Jetzt schimpfen die Etablierten zurück, dass die Kritik völlig überzogen sei, es an Politikern liege, wenn die Welt kriselt – oder dass die Kritiker ja auch keine fertige Alternative hätten. Verständlich. Dabei spricht im Jahr fünf der großen Finanzkrise eine Menge dafür, dass es besser wäre, in die Offensive zu gehen. Und dass es mit ein paar Korrekturen an der Lehre nicht getan ist. Sonst läuft die Zunft Gefahr, als Ratgeber noch weniger ernst genommen zu werden, als sie es in der Krise ohnehin schon wird.

Wie groß der Renovationsbedarf ist, lässt sich mit Rückblick darauf messen, was seit Zeiten von Ronald Reagan und Margaret Thatcher als Paradigma das Ideal von Wirtschaftspolitik mehr oder weniger unbewusst bestimmt hat - und jahrelang von immer groteskeren Theorien zum angeblich rationalen Verhalten des Menschen gefüttert wurde. Sodass deutsche Kanzler irgendwann behaupteten, es gäbe nur noch eine richtige Wirtschaftspolitik - zu der natürlich auch liberale Großideen wie die Verbriefung von Krediten gehörten. Was die City, die Wallstreet oder Tony Blair halt gerade hip fanden.

Da galt, dass im Zweifel der Markt alles besser weiß, Politiker nie. Dass Steuern immer sinken müssen, es an Finanzmärkten nie liberal genug zugehen kann, Austeritätsprogramme plötzlich nicht mehr für Depressionen, sondern für Aufschwünge sorgen und Einkommen gar nicht weit genug auseinanderdriften können - damit bloß nicht der Anreiz zum Schaffen verloren geht......

....Als die US-Vordenker vom Institute for New Economic Thinking (Inet) vor drei Jahren ihre erste Jahreskonferenz in Cambridge hielten, kam kein nennenswerter deutscher Ökonom. Nächste Woche startet die dritte Jahreskonferenz,* diesmal in Berlin, und das Interesse ist plötzlich groß. Da reisen etablierte Institutschef, Bankenökonomen und Sachverständige an - auch wenn mancher es tut, um das Alte noch mal zu verteidigen. Ein Schritt zum neuen Glück.
*"Paradigm Lost: Rethinking Economics and Politics", 12. bis 15. April.
Thomas Fr.... Chefökonom der FTD
www.ftd.de/politik/konjunktur/:kolumne-thomas

und hier ein Interview mit Dennis Snower
www.ftd.de/politik/konjunktur/...iner-revolution/60155490.html

....Die etablierten Vertreter der Ökonomenzunft haben über Jahrzehnte ein Wissensgebäude aufgebaut, dessen Fundament heute stark bröckelt. Die meisten Modelle gingen ja davon aus, dass Menschen stets rational handeln, was in der Krise an den Finanzmärkten eindeutig nicht der Fall war. Da sehen viele Professoren ihr Lebenswerk bedroht. Nun können sie entweder mit ansehen, wie ihre Reputation schwindet. Oder sich gegen die Veränderungen wehren, was viele ja auch tun....

In den USA wird der Diskurs über die Zukunft der Ökonomie kontroverser geführt als in Deutschland. Da spielen neue Forschungsrichtungen bereits eine viel größere Rolle. Leute wie der Nobelpreisträger George Akerlof haben ganz neue Impulse gegeben, indem sie etwa den Einfluss der "Animal Spirits" erforscht haben, ohne die man eine Krise wie die jetzige kaum verstehen kann........

Weil Ökonomen so rigorose Modelle entwickelt haben, sind sie in der Politikberatung einflussreicher als etwa Soziologen. Und ich glaube, dass wir auch in 20 Jahren noch mit diesen mathematischen Instrumenten arbeiten werden - selbst wenn sie in der Vergangenheit falsch verwendet wurden.....

Die Verhaltensökonomie wird auch bei uns eine immer wichtigere Rolle spielen und das Denken in allen existierenden Forschungsbereichen beeinflussen - ob in der Umweltökonomie, den Finanzwissenschaften oder der Makroökonomie.

r Wir stehen am Anfang einer Revolution. Das kann einige Zeit dauern - zehn, vielleicht 20 Jahre. Es kann jedoch auch sehr viel schneller gehen. Nämlich dann, wenn viele junge Ökonomen den Mut haben, in neue Richtungen zu forschen......
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permanent:

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos ist a

8
07.04.12 13:19

Spaniens Wirtschaftsminister Luis de Guindos ist auf Interview-Tour, die Ängste von Investoren und Bürgern zu zerstreuen. Spanien schaffe es „ohne fremde Hilfe“ aus der Schuldenkrise. Mehr…

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permanent:

Schäuble Kein weiteres Geld gegen die Euro Krise

5
07.04.12 13:32

Schäuble – Kein weiteres Geld gegen die Euro-Krise

 

Der Bundesfinanzminister betrachtet die finanzielle Bekämpfung der Euro-Krise als abgeschlossen. Jetzt müssten alle aufhören, mit neuen Forderungen das "aufkeimende Pflänzchen Vertrauen zu ersticken". mehr...

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Kicky:

Bofinger geißelt Mickymaus-Modelle der Ökonomen

11
07.04.12 19:43
FTD Im Herbst haben Harvard-Studenten aus Protest eine Vorlesung des weltweit führenden Lehrbuchautors Greg Mankiw verlassen - weil er realitätsferne, traditionelle Modelle predige. Hat es das bei Ihnen in Würzburg auch gegeben?

Bofinger:An dem Unsinn, den Studenten heute oft lernen müssen, gibt es allerdings schon sehr vieles zu kritisieren.
FTD Würden Sie die Studenten gern zum Protest animieren?
Bofinger Wir müssen als Ökonomen zumindest einräumen, dass viele Modelle nur Zerrbilder der Realität sind. Ich habe die gängigen Lehrbücher systematisch ausgewertet. Die Standardwerke, nicht zuletzt das von Greg Mankiw, stellen die Makroökonomie als ein selbststabilisierendes System dar. Dem Staat kommt dabei überwiegend die Rolle des Störenfrieds zu. Über soziale Sicherungssysteme und Gewerkschaften findet man nahezu nichts.

Ein zentrales Problem der Standardwerke besteht darin, dass die konjunkturelle Arbeitslosigkeit komplett außen vor bleibt, obwohl sie eines der zentralen Probleme ist, dem sich die USA und Europa seit der Finanzkrise gegenübersehen. Im Standardlehrbuch kann es nur durch höhere Löhne und staatliche Eingriffe zu einem Anstieg der Erwerbslosigkeit kommen. Dass Konjunkturschocks auch dazu führen können, wird in keinem der gängigen Lehrbücher systematisch erklärt. Das ist eigentlich unfassbar.....

Was ich vor der Krise völlig unterschätzt habe, ist, welche gefährliche Rolle die Finanzwirtschaft für die Realwirtschaft spielen kann. Banken bestimmen mit ihrer Kreditvergabe entscheidend darüber, wie hoch Investitionen sind und wo sie vorgenommen werden.
FTD Kommt das in den Lehrbüchern gar nicht vor?

Bofinger In den Modellen agieren die Banken als reine Vermittler, die Ersparnisse einsammeln und sie als Kredite wieder zurück in die Wirtschaft geben. Diese Mickymaus-Modelle sind völlig realitätsfern. Der Finanzsektor braucht keine Einlagen um Kredite zu vergeben, in den Jahren vor der Krise konnten Banken nahezu grenzenlos Kredite aus dem Nichts schaffen. Daran wäre das Finanzsystem fast zusammengebrochen. Diese aktive Rolle der Banken hat bis heute weder Eingang in die Lehrbücher noch in die geldpolitische Strategie der Europäischen Zentralbank gefunden.----

an den Skripten und den Lehrinhalten hat sich bisher kaum etwas geändert. Eine Studie von Forschern der Uni St. Gallen kommt sogar zu dem Schluss, dass die überkommenen Modelle heute mehr denn je unterrichtet werden. Das Problem ist nicht nur, dass es bisher keine Lehrbücher gibt, in denen gezeigt wird, wie das Finanzsystem die Realwirtschaft destabilisieren kann. Professoren haben oft auch kein allzu großes Interesse daran, ihre Lehre an die geänderte Realität anzupassen.

Bofinger Vorlesungen zu halten ist für karrierebewusste Ökonomen eher ein notwendiges Übel. Mit guten Vorlesungen können Professoren wenig Reputation gewinnen. Einige versuchen sogar, durch Berufungsverhandlungen ganz um Vorlesungsverpflichtungen herumzukommen. Ansehen gewinnt man nur, wenn man Papiere in renommierten Zeitschriften veröffentlicht. Und solange die Qualifikation für Professuren fast ausschließlich über Publikationen läuft, wird sich an der untergeordneten Bedeutung der Lehre nichts ändern. Viele Studenten werden also bis auf Weiteres noch mit überkommenen Lehrbuchmodellen konfrontiert werden. ----

www.ftd.de/politik/konjunktur/...e-der-oekonomen/70019094.html
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Kicky:

Spaniens Defaults

 
07.04.12 20:01
www.libremercado.com/2012-04-06/...diez-desde-2008-1276455060/
The default property is multiplied by ten since 2008 Google Translation
Of the 298.267 million euros in real estate loans in 2011, a total of 62.366 million were delinquent.Since the crisis began in 2008, the Spanish financial sector accounts have been seriously damaged by late payment of real estate companies, which rose from 1.98% in the first quarter of this year to 20.9% it closed 2011.

According to recent data published by the Bank of Spain of 298.267 million euros to the Spanish financial institutions were granted at the end of last year to real estate companies were delinquent 62.366 million, a figure that grew by 4.789 million in one quarter. In fact, between July and September 2011, the delinquent real estate companies stood at 18.97%, as there were 57.577 million euros a portfolio outstanding of 303,506,000.

As for the interannual evolution, real estate delinquencies rose seven basis points from 13.98% recorded in the last quarter of 2010 to 20.9% one year later, for a real estate loan portfolio totaled 315.782 million then , which fell in that period 17.605 million.

The Bank of Spain data also reflect strong growth in the delinquency of construction firms, and ended the year with 17.65% of outstanding claims, well above the 12.12% they had in December 2010.....
globaleconomicanalysis.blogspot.de/2012/04/...te-loans-in.html
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Kicky:

Warum Spaniens Probleme schlimmer sind als d.Markt

8
07.04.12 20:09
denkt:    from Carmel Asset Management as the ultimate Spanish doomsday presentation
In summary, here are Carmel's five reasons why Spain's problems are worse than the market anticipates:

1. Spain’s national debt is 50% greater than the headline numbers

Spain’s debt-to-GDP balloons from 60% to 90% of GDP with regional and other debts

2. Spain’s housing prices will fall by an additional 35%

Spain built one house for every additional person added to the population during the past two decades; the fall will decrease GDP by ~2% each of the next two years

3. Spain has “zombie” banks with massive loans to developers and to homeowners

Banks have not begun to realize losses and are vastly undercapitalized

4. Spain’s economy has not stabilized and will continue to deteriorate

Spain has the highest unemployment in the developed world, one of the highest overall debt loads, and the most uncompetitive labor market in Europe

5. The EU will not have the firepower or political will to bail out Spain

Rescue fund headline numbers are misleading and count capital that is not yet committed

And here are the problems that will manifest themselves over the next 12 months:

   Spain’s true debt burden will pass the 90% “tipping point” identified by Rogoff and Reinhart
   Housing prices will fall further and faster than anticipated (consensus is 15%; CAM estimate is 35%)
   Banks underestimate the residential real estate loan defaults (consensus estimate is 2.8% vs. CAM estimate of 11%)
   Expected housing price depreciation and loan defaults will deepen Spain’s recession (additional 2% contraction in 2012 and 2013)
   Spain will need to refinance €186.1 Billion in 2012 alone
www.zerohedge.com/news/spain-ultimate-doomsday-presentation
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wawidu:

Produktion läuft auf Hochtouren

4
08.04.12 13:31
Nein, hier ist nicht die deutsche Industrieproduktion gemeint, sondern die "Produktion" (bankinterner Sprachgebrauch) von deutschen Aktienanleihen. Laut einem Artikel in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung waren vor zwei Jahren rund 19000 solcher Derivateprodukte auf dem Markt, aktuell sind es rund 55000 - ein Anstieg um 190 %.

Ein kleiner Einblick:  www.xmarkets.de/DE/showpage.asp?pageid=54&inwpnr=36
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