Deutsche Anleihen: Etwas schwächer - Bund-Auktion belastet
DE0001134468 BUNDANL 20.06.2016 6% 122,77 | 30.12
DE0001134492 BUNDANL 20.09.2016 5,625% 120,09 | 12.10
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Kurse deutscher Staatsanleihen haben am Mittwochvormittag leicht nachgegeben. Händler erklärten die Entwicklung mit einer Stimmungsaufhellung der Einkaufsmanager in der Eurozone und einer geglückten Aufstockung zehnjähriger Bundesanleihen. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future fiel um 0,17 Prozent auf auf 138,06 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe lag bei 1,895 Prozent.
Insgesamt sei der Risikoappetit an den Finanzmärkten im Zuge der überraschenden Verbesserung der Stimmung der Einkaufsmanager und des Rückgangs der Inflationsrate in der Eurozone leicht gestiegen, sagten Experten. Eine gelungene Auktion richtungsweisender deutscher Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit drückte den Bund-Future zwischenzeitlich auf ein Tagestief von 137,77 Punkten. Die Investoren warten jedoch auf weitere Impulse durch die Veröffentlichung von Konjunkturdaten aus den USA am Nachmittag.
Euro fällt trotz gelungener deutscher Auktion
Mittwoch, 4. Januar 2012, 18:08 Uhr
Frankfurt (Reuters) - Dem Euro ist am Mittwoch trotz gelungener Staatsanleihe-Auktionen die Puste ausgegangen. Die Gemeinschaftswährung rutschte bis zum frühen Nachmittag auf 1,2950 Dollar von 1,3050 Dollar am Vorabend in New York. Damit büßte der Euro die Gewinne im Sog guter US-Konjunkturdaten vom Vortag wieder ein. "Die Schuldenkrise ist noch nicht durch", fasste Commerzbank-Analystin Antje Praefcke zusammen. Viele Anleger fürchteten, dass einige Länder der Euro-Zone am Kapitalmarkt bei der Refinanzierung ihrer Schulden mehr und mehr auf Schwierigkeiten stoßen könnten.
Am Rentenmarkt wurde der Verkauf zehnjähriger deutscher Staatsanleihen positiv aufgenommen. Der Bund-Future machte seine Verluste mehr als wett und notierte am Nachmittag mit 138,45 Punkten 16 Ticks im Plus. Am Vormittag hatte er noch bis zu 52 Ticks verloren. Die Bundesrepublik hatte insgesamt gut vier Milliarden Euro zu einem durchschnittlichen Zins von 1,93 Prozent aufgenommen. "Die Auktion ist zufriedenstellend ausgefallen, wenn auch nicht sensationell", sagte der Chefanalyst der Bremer Landesbank, Folker Hellmeyer.
Nachdem der Bund im November nicht so viel wie geplante hatte aufnehmen können, hatten sich einige über die Refinanzierbarkeit der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone am Kapitalmarkt gesorgt. Dies hatte am Devisenmarkt den Druck auf den Euro verstärkt.
NACH DEN AUKTIONEN, IST VOR DEN AUKTIONEN
Auch Portugal zapfte am Mittwoch den Kapitalmarkt an. Insgesamt nahm das Land eine Milliarde Euro über dreimonatige Papiere auf. Die Emission war 2,4-fach überzeichnet, obwohl die Durchschnittsrendite mit 4,346 Prozent niedriger als zuletzt lag.
Der Markt schaue nun nach Paris, wo am Donnerstag eine ganze Reihe von Anleihen mit verschiedenen Laufzeiten versteigert werden, erklärte Analyst Mario Mattera vom Bankhaus Metzler in Frankfurt. "Das wird wegen der teils ultralangen Laufzeiten sehr spannend", fügte er hinzu. Frankreich bietet Anleihen mit Laufzeiten bis 2041 an.
Besonders im Blick haben die Märkte allerdings Italien, das rund hundert Milliarden Euro in den ersten Monaten des neuen Jahres aufnehmen muss, um fällige Anleihen zu bedienen. Nachdem Spanien allerdings ein höheres Defizit als erwartet gemeldet hat, dürfte Händlern zufolge auch die Auktionen der spanischen Papiere stark im Fokus stehen. Beide Länder wollen in der nächsten Woche Staatsanleihen versteigern. Erst der Verlauf dieser Auktionen könnte verlässlichere Hinweise auf die Euro-Kursentwicklung im laufenden Jahr geben, erklärten Händler. Die Rendite der zehnjährigen italienischen Anleihen notierte am Mittwoch leicht unter sieben Prozent, die der spanischen lag bei 5,4 Prozent.
Der Euro verlor am Mittwoch auch zum Yen. Mit 99,65 Yen lag die Gemeinschaftswährung unter dem Vortagsschluss von knapp über 100 Yen.