Nun ja, sicherlich gab es speziell unter einigen völlig überbewerteten US-Titeteln so manche "Short-Perle", Wawidu hat da just auch nochmals darauf hingewiesen. Vielfach hat jedoch der "Average-Investor" aus good old Germany schwerlich die Möglichkeit, diese Werte hierzulande mit geeigneten Short-Instrumenten anzugehen.
Allerdings sollte man hier auch nicht aus den Augen verlieren und dementsprechend berücksichtigen, dass in diesem Jahr eine Menge an Titeln recht gute Long-Chancen offeriert haben. Beispielhaft sei die hier von mir im Thread bei einem Kursstand von ca. 10 € angepriesene Cisco-Aktie genannt, auch McDonalds, British-American Tobacco u.v.a. haben in diesem Jahr solid Gains & Dividends aufweisen können. Von daher erscheint mir auch dieser Thread manchmal etwas zu dogmatisch der Short-Seite zugeschlagen zu sein, die US-Bären, auf deren Boards ich mich ebenfalls tummle, sind mir da ein Stück weit pragmatischer, Stichwort hier "It's ok to be wrong but it's NEVER ok to "STAY WRONG". ;-))
So weit, so gut. Mir ist heute ein Artikel der FTD angenehm aufgefallen, von daher an dieser Stelle der Hinweis. Die Gurus empfehlen aktuell wieder zum Jahreswechsel in diesen turbulenten Zeiten defensive, dividendenstarke Titel sowie Invests in den sogenannten Schwellenländern. Das sollte jedoch hellhörig werden lassen, so der FTD-Comment, denn wenn alle Analysten ins gleiche Horn stossen….
So lest selbst. Ein Auszug, dann der Link:
Im Aktienmarkt hingegen gibt es glatt das Doppelte über Dividendenrenditen zu verdienen - und das selbst mit konservativen Konsumgüterherstellern wie Nestlé, Danone oder Unilever, denen die Rezession egal sein kann. Und wichtig sei natürlich 2012 vor allem, auf Unternehmen mit blitzsauberer Bilanz und hohen Umsatzanteilen in Schwellenländern zu setzen - denn deren Beitrag zum Wachstum der Weltwirtschaft wird im kommenden Jahr wohl auf 100 Prozent steigen.
Dummerweise haben Anleger in der Vergangenheit aber auch eines gelernt: Wenn sich besonders viele Strategen einer Sache sicher sind, ist vor allem sicher, dass es am Ende doch ganz anders laufen wird - gerade was vermeintlich defensive, dividendenstarke Aktien von in Schwellenländern aktiven Unternehmen angeht, sei es direkt oder indirekt.
Und so wird es auch dieses Mal wieder sein. Denn erstens hat sich die Geschichte von den lukrativen Aktien mit Schwellenländerengagement und deren famosem Wirtschaftswachstum schon bis ins letzte Dorf herumgesprochen, kann also allenfalls noch negativ überraschen. Zweitens kann man allenfalls den Konsumgüterherstellern auf Basis der letzten zehn Jahre überhaupt noch das Etikett "defensiv" umhängen - Pharmawerte, Telekomtitel, selbst die einst als bombenfeste Dividendenzahler bekannten Versorger haben in der letzten Dekade deutliche Kursverluste hinnehmen müssen, die bei wie RWE und Eon sogar diabolische Ausmaße angenommen haben nach Fukushima.
Drittens beißt sich die Argumentation mit der relativen Attraktivität defensiver Aktien gegenüber etwa Bundesanleihen in den Schwanz: Wer zehnjährige Bundesanleihen bei zwei Prozent Rendite für eine schlechte Anlage hält und an steigende Zinsen glaubt, muss auch konsequenterweise damit rechnen, dass die relative Attraktivität dividendenstarker Aktien künftig wieder sinken wird.
[....] Ein dickes Ende droht vor allem für jene Papiere, deren Nimbus als vermeintlich defensive Titel bislang noch nicht gelitten hat, die üppige Dividenden zahlen, rezessionsfest sind und stark in Schwellenländern aktiv sind - Nahrungsmittelhersteller. Sie illustrieren auch perfekt, wo das Problem liegt, wenn zu viele an der Börse einer Meinung sind: Die Aktien dieser Branche haben gemessen am entsprechenden Stoxx-Branchenindex schon jetzt - geschlagen nur von Chemiewerten - auf Fünf-Jahres-Sicht mehr zugelegt als alle anderen Branchen in Europa [....]
[....] Hellhörig sollten Anleger aber immer dann werden, wenn etwas als ausgemachte Sache gilt - etwa dass dividendenstarke Aktien besser seien als dividendenschwache, Schwellenländerakteure besser als biedere deutsche Mid Caps, Aktien schuldenfreier Firmen besser als verschuldeter. Die Wahrheit ist wie immer: Kein Analyst (und auch kein Finanzjournalist) weiß wirklich genau, welche Aktien 2012 gut laufen werden und welche nicht. Halten sich aber die Kapitalmärkte an historische Muster, werden jene Titel ganz gewiss nicht laufen, die sowieso schon jeder hat. Eine kleine Anregung für wagemutige Antizykliker: Laut der globalen Fondsmanagerbefragung der Bank of America Merrill Lynch sind Banken, Versicherer und Versorger derzeit die unpopulärsten Branchen, Europa die unpopulärste Anlageregion und der Euro die unpopulärste Währung…..
www.ftd.de/finanzen/alternativen/...t-reich-wird/60142958.html
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!