Unabhängig von letztendlich greifenden juristischen Entscheidungen bleibt sich Wulff am Ende des Tages oder am frühen Morgen sich selbst verpflichtet. Doch interessiert ihn das ernsthaft? Ist ihm Eigenverantwortung, Moral, Anstand und Ehre wichtig? Stört es ihn wirklich, jeden Tag auf´s Neue in den Lügenspiegel zu sehen? Wohl kaum.
In seiner exzellenten Studie zu „Macht und Narzissmus“ beschreibt der Sozialpsychologe Hans-Jürgen Wirth das Dilemma egozentrischer Machtausübung. Je mehr Machtfülle jemand auf sich vereint, desto angewiesener wird er zugleich auf andere. Wer das nicht aushält, weil er in seiner eingebildeten Grandiosität der „Droge Macht“ verfällt und daher immer mehr und mehr von diesem Stoff braucht, der missachtet in seiner Kontrollsucht andere, er überfährt sie und entgleist.
Narzisstische Personen sind gekennzeichnet durch einen Mangel an Einfühlungsvermögen und Überempfindlichkeit gegenüber Kritik, was sie mit einem großartigen äußeren Erscheinungsbild zu kompensieren versuchen[7]. Häufig hängt das mit ihrem brüchigen Selbstwertgefühl zusammen. Die Goldene Regel „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg’ auch keinem anderen zu“ ist Narzissten fremd. Sie behandeln Mitmenschen so, wie sie selbst nicht behandelt werden möchten. Sie besitzen auch einen Blick für das Besondere, können leistungsstark (in Schule, Beruf, Hobby) sein und haben oft gepflegte und statusbewusste Umgangsformen. Neben Prädispositionierung ist das Elternhaus ein entscheidender Faktor für narzisstische Persönlichkeiten. Es finden sich überwiegend sehr unempathische, wenig akzeptierende Eltern, die das Kind nicht selten schon früh überfordern. So findet in der kindlichen Erziehung vor allem ein Verhalten Beachtung und Verstärkung, das - in gewisser Intoleranz gegenüber anderen - die eigenen Fähigkeiten und Wertigkeit betont und sie nach außen hin gut darstellt. Dabei muss das tatsächlich gezeigte Verhalten der Selbstpräsentation nicht annähernd entsprechen. Narzissten überschätzen ihre eigenen Fähigkeiten und zerstören aus Neid, was begabtere Menschen aufgebaut haben. Wenn Narzissten eine leitende Funktion ausüben, leiden die Betroffenen sehr. Wenn möglich, entziehen sich Mitbetroffene ihrem Einfluss.
Maligner (bösartiger) Narzissmus kann als Zwischenstufe von narzisstischer und antisozialer Persönlichkeitsstörung angesehen werden. Als maligner Narzissmus wird die Kombination von narzisstischer Persönlichkeitsstruktur, antisozialen Verhaltensweisen mit intensiven krankhaften Aggressionen und eventuellen paranoiden Neigungen bezeichnet. Kennzeichnend sind krankhafte Grandiosität (Entwicklung eines nicht der Realität angemessenen Größenselbst oder Realitätsverlust) mit Herrschaftsanspruch innerhalb einer Gruppe, bis hin zu Sadismus und Hass. Im Unterschied zur antisozialen Persönlichkeitsstörung, die sich durch das völlige Fehlen von Verantwortungsgefühl, Gewissen und Sorge/Mitgefühl sich selbst und andere Menschen betreffend auszeichnet, sind beim malignen Narzissmus noch Über-Ich-Anteile (Gewissen) funktionsfähig, und es existiert auch ein Gefühl für Mitmenschen, wenn auch oft in ausbeuterischem Interesse.
Das kranke dranghafte Lügen, ohne Schuld- und Schamgefühle zu empfinden, zählt zu den Symptomen narzisstischer Persönlichkeitsstörungen. Der Narzisst lügt, um sich Zuwendung, Anerkennung und Geltung zu sichern oder seinen Willen durchzusetzen. Krankhafte Lügner nennt man „Pseudologen“
ANTISOZIALE PERSÖNLICHKEITSSTÖRUNG
Der große Manipulator
Psychopathen nutzen ihre Mitmenschen gewissenlos und manipulativ aus - viele Banker, Manager oder auch Heiratsschwindler passen in das Raster.
"Die pathologische Angstfreiheit des Psychopathen macht Lernprozesse schwer." Wer nicht in der Lage sei, aus Strafe zu lernen, sei auch schwer zu therapieren.
Sie klettern riskant und lernen nicht daraus - selbst wenn sie abstürzen, nennt Professor Sabine Herpertz, Direktorin der Klinik für Psychiatrie an der Uni Rostock, weitere Alarmzeichen.
Offiziell gilt die Psychopathie als Unterart der "Antisozialen Persönlichkeitsstörung".
Checkliste
1. Trickreich sprachgewandter Blender mit oberflächlichem Charme
2. Erheblich übersteigertes Selbstwertgefühl
3. Stimulationsbedürfnis (Erlebnis-hunger), ständige Langeweile
4. Pathologisches Lügen (Pseudologie)
5. Betrügerisch-manipulatives Verhalten
6. Mangel an Gewissensbissen oder Schuldbewusstsein
7.Oberflächliche Gefühle
8.Gefühlskälte, Mangel an Empathie
9.Parasitärer Lebensstil
10.Unzureichende Verhaltenskontrolle
11. Promiskuität
12. Frühe Verhaltensauffälligkeit
13. Fehlen von realistischen, langfristigen Zielen
14. Impulsivität
15. Verantwortungslosigkeit
16. Mangelnde Bereitschaft und Fähigkeit, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen
17. Viele kurzzeitige ehe(ähn)liche Beziehungen
18. Jugendkriminalität
19. Missachtung von Weisungen und Auflagen
20. Vielschichtige Kriminalität
Feine Unterschiede:
Psychopathen haben kein Gewissen, sind nicht in der Lage, sich in andere Menschen einzufühlen (fehlende Empathie), spüren keine Schuld und kennen keine Loyalität außer zu sich selbst. So definieren es Paul Babiak und Robert Hare in ihrem Buch "Menschenschinder oder Manager - Psychopathen bei der Arbeit" (Hanser 2007).
Soziopathie ist kein offizielles Krankheitsbild. Gemeint ist damit ein Verhalten, dass die Gesellschaft insgesamt als antisozial und kriminell betrachtet, die aber von bestimmten Subkulturen als normal und notwendig betrachtet werden. Soziopathen können ein normal entwickeltes Gewissen haben, fühlen Empathie, Schuld und Loyalität, aber ihr Sinn für Richtig oder Falsch basiert auf den Normen ihrer Subkultur. Viele Kriminelle können als Soziopathen bezeichnet werden.
Antisoziale Persönlichkeitsstörung ist ein Krankheitsbild, das laut US-Definition die Psychopathie einschließt.
Verwandte Themen u.a. auch: Borderline..., Burnout, Depressionen, Schizophrenie...
Ganz unabhängig von dem gesamten, auch sehr interessantem Psychogedöns finde ich persönlich jedoch die "Freundschaft" des ehemaligen Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten Christian Wulff zu "Carsten Maschmeyer" mehr als PEINLICH und schwer ENTLARVEND!
Ausgerechnet einer der umstrittensten Finanzmakler Deutschlands - einer, der über seine Drückerkolonnen alten Menschen ab 60, 70 Jahren aufwärts noch "geschlossene Fonds" verkauft etc....ist einer der "besten Freunde" unseres "Bundespräsidenten"...
Mir kann keiner erzählen, dass Wulff NICHTS von alledem wusste. Mir kann auch keiner erzählen, am Wenigsten der Maschmeyer, dass in dieser Super-Männerfreundschaft niemals erwähnt wurde - bzw. drüber gesprochen wurde, dass Maschmeyer über 40.000 Euro in die PR- und Marketing-Kampagne des Wulff-Buches investiert bzw. gespendet hat...
Und was sollte das am Ende auch mit der von Wulff befürworteten Privatisierung der Rente (Riester/Rürup/Maschmeyer) zu tun haben? Nichts natürlich! ;-)))
Natürlich ist im Vergleich zu anderen Ministerpräsidenten wie z.B. Berlusconi etc. unser Christian ein kleines Lamm. Kein Bunga-Bunga, keine nachweisbaren Bestechungsgelder etc.
ABER:
Unser Bundespräsident Christian Wulff "WAR", "IST" und "WIRD" (vermutlich) für Glamour, Vergünstigungen und Verquickungen durch "entsprechende Kreise" verführbar und mehr als empfänglich sein... Immer noch... Er lernt eben nicht aus seinen "Fehlern"...
FAZIT:
Jeder Mensch kann und darf mal Fehler machen. Punkt. Der Unterschied ist: Bereut der Mensch seine/ seinen Fehler aufrichtig? Bietet er Transparenz? Bittet er öffentlich um Verzeihung und Entschuldigung? Oder Laviert er einfach im juristischen Sinne so lange drum herum, bis er entweder bestätigt wird oder ihm nur noch der Rücktritt bleibt?
Diesbezüglich ist auch das Posting von Kicky
#91516 sehr informativ und aufschlussreich.
Wie man es auch dreht und wendet. Egal aus welcher persönlicher, sozialer oder politischer Sicht. Wulff bleibt ein wenig "suspekt".
Vor allem aber scheint er "verführbar" zu sein. Verführbar für Glamour, Geld, Image und Prestige. Für Vergünstigungen aller Art...Und das sowohl in der Vergangenheit, in der Gegenwart und wohl auch in der Zukunft...Und - dummerweise LERNT er auch nicht aus seinen Fehlern...Nein - er begeht täglich NEUE!...
Ach ja, bin relativ entspannt, wie sich das ganze "Wulff-Drama" am Ende auflöst - weil es am Ende doch relativ nebensächlich ist und von den wirklichen Problemen nur ablenkt...
In diesem Sinne
Kosto