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Der USA Bären-Thread


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Kicky:

Collage of Charts

3
17.12.11 19:07
faszinierend
www.calibratedconfidence.com/2011/12/...ge-of-charts.html#more

US Gov't Debt and US GDP
2.bp.blogspot.com/-txxlXxtllpE/Tuyq_d3X77I/...640/untitled.bmp  

Federal Reserve Discount Window (average weekly borrowings)
1.bp.blogspot.com/-mvG-Fl9f0lc/TuzHOXWmdLI/.../s640/vIDB7M.jpg
.........
The US Unemployment Situation
(Verkleinert auf 87%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 468697
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Kicky:

Das Problem der Leistungsbilanzungleichgewichte

4
17.12.11 19:12
oder glaubt die Kanzlerin, was sie sagt?
blog.zeit.de/herdentrieb/2011/12/14/...lerin-was-sie-sagt_3988

.....Zu 1) Die rechtliche Basis der neuen Regeln ist vollkommen unklar, für sich genommen werden sie niemanden zum Schuldenverzicht bewegen.

Zu 2) Das – viel dramatischere – Problem der Leistungsbilanzungleichgewichte wird nicht einmal erwähnt. Zur Erinnerung: Die Griechen haben es überzogen, Spanien und Irland hatten immer alle Schuldenregeln eingehalten. Dort ist nicht die Staatsverschuldung, sondern die Privatsektorverschuldung das Problem.

Zu 3) Ob die Rettungstöpfe ausreichen, um zu verhindern, dass die Zinsen in den Mitgliedsstaaten außer Kontrolle geraten, ist vollkommen unklar. Die Bundesbank blockiert die zusätzlichen Mittel für den IWF, der EFSF könnte bei einer Ratingabstufung Frankreichs außer Kraft gesetzt werden, der ESM ist nicht groß genug. Und die Europäische Zentralbank weigert sich beharrlich, in die Lücke zu springen.

Dazu kommt, dass die Sparmaßnahmen die Staaten der Peripherie in eine langjährige Rezession stürzen dürften – ohne die Aussicht auf einen rettenden Weltwirtschaftsboom, mit dem sich Deutschland aus der Krise befreite.

Das Problem ist noch nicht einmal richtig beschrieben. Geschweige denn gelöst.
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Kicky:

Deutschland ins wirtschaftliche Desaster folgen

 
17.12.11 19:21
http://www.social-europe.eu/2011/12/...nys-lead-to-economic-disaster/

....be wary: it will mean suffering. This is why the people of the eurozone should at least know what they are getting into when they follow Germany’s lead.

Let’s begin with reviewing Germany’s economic performance since the beginning of the Eurozone. It has been dismal. With average yearly growth rates of 1.7 % between 1999 and 2008, Germany had the second lowest growth among all eurozone members, only followed by Italy with an average growth of 1.5 %. Only half of German growth was driven by domestic demand; the other half was driven by export surpluses – by definition other countries’ deficits.
http://www.social-europe.eu/wp-content/uploads/2011/12/lindner11.png

The reason for both low internal demand and strong export surpluses was the fall of real wages: While real wages all over the eurozone have increased in the last ten years, German real wages have actually declined by 4 %. The fall in income led to low spending on consumption and imports; on the other hand, the German wage decline has massively increased German price-competitiveness vis-à-vis its eurozone trading partners and thus boosted exports.

http://www.social-europe.eu/wp-content/uploads/2011/12/lindner2.png

Why did wages fall? First, the government at the time – a coalition of social democrats and the green party – reduced government spending exactly when the economy needed a boost, and second, it de-regulated labour markets. Especially in the first half of the 2000s, the German government wanted to be the poster child of fiscal rectitude and meet the Maastricht criteria at all cost whilst on the other hand cutting income taxes for the rich. To close the deficit government spending, especially public investment and public sector employment was cut – even though Germany already had one of the smallest public sectors in the OECD. While the rich got richer, public schools, railways and streets began to collapse, spending on education was reduced and unemployment rose.

However, unemployment was deemed ‘structural’ and not caused by low growth. So the red-green government ‘reformed’ the labour market, cutting unemployment insurance and tightening conditions for access to social welfare – while abstaining from introducing a minimum wage. Chancellor Gerhard Schroeder’s explicit goal was to create a low-pay sector in which the long-term unemployed would find jobs.

The lack of minimum wages and the higher pressure on the unemployed caused a severe downward wage trend.  The share of the low-pay sector (less than 9 € per hour) in overall employment strongly increased from 15 % in 1998 to 22 % in 2005 and hasn’t fallen since. It is now close to the size of the British low-pay sector but with one difference: without minimum wages, there is no bottom for German wages. Tax cuts and pressure on the poor had their natural consequence: nowhere in the OECD did inequality increase as much over the last ten years as it did in Germany.

That all those policies didn’t lead to a total economic and social collapse had only one reason: today’s crisis countries got into debt and imported German products en masse, financed by German banks. Since credit demand was flat in Germany’s stagnating economy, banks readily lent to governments, households and companies abroad. The only strong impulse for growth came exactly from those countries that German public opinion now marks as lazy spendthrifts; and from which the German chancellor Merkel now demands to do exactly what Germany did in its long period of economic stagnation.
.......
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wawidu:

Die Realität der US Güterproduktion (3)

2
17.12.11 20:11
Zwischen Q1/2009 und Q1/2011 war es zu einem Boom in der Produktion/beim Verkauf von Commercial Vehicles & Trucks gekommen. Jedoch wurden weitaus mehr Fahrzeuge produziert als verkauft, so dass aktuell nicht nur im PKW-Sektor, sondern auch im LKW-Sektor erhebliche Lager bestehen. In Erwartung eines grandiosen Wirtschaftsaufschwungs haben Speditionen und Trucker, von denen sehr viele auf eigene Rechnung fahren (Kleinunternehmer, die quasi von der Hand in den Mund leben), neue Fahrzeuge - weitgehend auf Pump - gekauft. Die Folge ist nun: Die Transportaufträge hielten mit dem Anwachsen der Fahrzeugflotte keineswegs Schritt, so dass aktuell im Straßentransportsektor ein brutaler Konkurrenzkampf, wie übrigens auch bei Eisenbahn- und Übersee-Transportunternehmen, herrscht. Die gezahlten Frachtentgelte sinken bereits seit Mitte des zweiten Halbjahrs 2010 permanent.
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Der USA Bären-Thread 468709
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wawidu:

Die Realität der US Güterproduktion (4)

5
17.12.11 20:52
Auch bei Containern wurde seit März 2009 eine enorme Überproduktion in Gang gesetzt, die laut einer Schätzung von Dave Rosenberg den Bedarf bereits im 2. Halbjahr 2010 um 25 % bis 30 % überstieg. Doch seither wurde bis ins erste Halbjahr 2011 immer noch munter weiter produziert.

Die vier Warnsignale zur US Güterproduktion sind deutlich. Der gemeinsame Hintergrund sind völlig überzogene Zukunftserwartungen zwischen Anfang 2009 und Anfang 2011, die zu massiver Überproduktion und Haldenbildung führten. Ich gehe davon aus, dass ein Großteil dieser Überproduktion kreditfinanziert ist. Wenn die Halden nicht schnell genug abgebaut werden können, dürften etliche Unternehmen erheblich in der Klemme sitzen (z.B. Alcoa (AA), auf deren Aktie ich zwischen Anfang Juli und Anfang Oktober 2011 eine Put Option gehalten hatte und seit Anfang November erneut eine halte). Zu Alcoa werde ich noch einen Chart nachliefern.
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Der USA Bären-Thread 468715
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wawidu:

Alcoa - einer der großen Loser

 
17.12.11 21:10
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Der USA Bären-Thread 468722
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Anti Lemming:

"Die Staaten verpfänden die Luft und Banken atmen

5
17.12.11 21:11
tief durch", meint Philosoph Peter Sloterdijk im lesenswerten Handelblatt-Interview:

www.handelsblatt.com/politik/international/...tief-durch/5968680.html
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wawidu:

kicky # 91426

7
17.12.11 21:48
Diese Analyse entlarvt das deutsche "Wachstumswunder" brutal. Aber dies ist für uns im BT ja eigentlich nichts Neues. Wir wissen z.B. schon seit längerem über die Hintergründe der Arbeitsmarktstatistiken, vor allem über den eklatanten Strukturwandel im Arbeitsmarkt (Schrumpfung gut bezahlter Vollzeitarbeitsplätze, deutlicher Anstieg bei Zeitarbeitsstellen, Praktikantenstellen, "400€-Jobs"). Der Einzelhandel und das Hotel- und Gaststättengewerbe basiert wesentlich auf 400€-Jobs. Im umsatzstärksten ALDI-Markt Triers arbeiten rund 90 % der dort Beschäftigten auf dieser Basis.  

"Only half of German growth was driven by domestic demand ..."

Dann schauen wir uns doch mal die Kursentwicklung der Stammaktie von METRO, dem größten deutschen Einzelhandelskonzern mit europaweiten Filialen und Beteiligungen, in 2011 an! Was weiß "der Markt" wohl?
Der USA Bären-Thread 468733
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wawidu:

EU-Leistungsbilanz Q2/2011

 
17.12.11 23:15
www.finanzen.net/konjunktur/eu-leistungsbilanz

Hier geht es um die Leistungsbilanz der EU-Länder gegenüber Ländern außerhalb der EU-Zone. Dass es zu diesem Zeitpunkt noch einen Leistungsbilanzüberschuss in dieser Höhe gab, dürfte nach meiner Schätzung zu etwa zwei Dritteln der deutschen Exportindustrie zu verdanken sein. Im Bereich der Eurozone dominiert der massiv ansteigende TARGET2-Saldo der Deutschen Bundesbank schon seit vielen Monaten die zum Großteil schrumpfenden Salden anderer nationaler Zentralbanken (Griechenland, Irland, Portugal, Italien, Spanien, Frankreich ?) in hohem Maße.
Der USA Bären-Thread 468769
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wawidu:

Griechenland im Teufelskreis

 
17.12.11 23:22
www.querschuesse.de/...-lage-beim-griechischen-staatshaushalt/
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wawidu:

Ein höchst interessanter Chart

 
17.12.11 23:48
www.ritholtz.com/blog/2011/12/interest-rates-1831-2011/print/

Die Zinssätze kurzfristiger US-Treasuries liegen aktuell auf dem gleichen Niveau wie kurz vor dem Einstieg der USA in den Zweiten Weltkrieg!
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daiphong:

#34 der Chart dürfte falsch sein

5
18.12.11 05:30
die EU27 liegt deutlich im LB-Minus, und Eurozone (ER17) liegt eher um Null herum.

In der Handelsbilanz liegt der deutsche Anteil bei den Exporten aus der EU27 heraus bei 29%, bei den Importen bei 20%. Extrem hohe Exportüberschüsse erzielt übrigens schon längere Zeit Irland, das mit großem Abstand das höchste Target2-Defizit hat.....;-)
epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/...122011-BP-DE.PDF
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Malko07:

Mir ist unklar, was das

9
18.12.11 09:03
Gejammere über über die nationalen Target2-Salden soll? Target2 ist eine technische Hilfe für den Zahlungsverkehr und gehört nicht zu den nationalen Notenbanken sondern voll zur EZB. Die Haftung eines Mitgliedlandes, welche nur bei der vollen Pleite (Staat, Wirtschaft, Finanzsystem) eines Mitgliedlandes in vollem Umfange eintreten würde, beträgt genau den Anteil der jeweiligen Staaten an der EZB. Wenn also jemand die Target2 bei der Bundesbank z.B. kritisch sehen wollte, wären es die Staaten mit negativem Target2. Und wenn man annimmt, dass alles zusammenbricht. dann ist Target2 auch kein Problem mehr.

Zum Wachstum in Deutschland empfehle ich einfach nur das Studium derjenigen die messen und nicht derjenigen die dichten:  www.destatis.de

Bruttoinlandsprodukt:

Der USA Bären-Thread 12415053

Kein Wunder, aber inzwischen deutlich besser als vor der Krise und nicht mehr weit davon entfernt die die Delle auch längerfristig auszubügeln. Und das alles bei nicht mehr wachsender Bevölkerung aber einer deutlich wachsenden Anzahl an Erwerbstätigen. Unter den neuen Erwerbstätigen ist auch ein nicht geringer Anteil im Niedriglohnsektor, aber bei weitem nicht die Mehrheit. Beides hat den den Arbeitsmarkt verändert. Es gibt keinen Nettolohnabbau mehr und die Binnenwirtschaft funktioniert wieder.

Private Konsumausgaben:

Der USA Bären-Thread 12415053
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Malko07:

#91433: Der Markt weiß um die

4
18.12.11 09:32
Streitereien in der Führungsebene und um die Korruption bei Media-Saturn und zwischen deren Großaktionären. Sieht man nicht im Chart, kostet etwas mehr Schweiß.

#91434: Zum betrachten der Export-/Importaktivitäten ist wohl die Handelsbilanz geeigneter. Wir wollen ja nicht nur die Finanzaktivitäten Londons messen.

Von Januar bis einschließlich Oktober liegt die Eurozone leicht im Negativen. Seit Mai ist sie ins Positive gewechselt und die Handelsbilanz könnte zum Jahresschluss ausgeglichen abschließen.

Im gleichen Zeitraum befinden sich die EU-27 stark im Negativen ohne Aussicht auf eine ausgeglichene Bilanz.

Der Grund liegt hauptsächlich in den gestiegenen Rohstoffpreisen, die bezüglich Leistungsbilanz durch die spekulativen Rohstoffhändler und andere Spekulationen in London mehr als ausgeglichen werden.
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Malko07:

Konsum aus Angst oder einfach deshalb

7
18.12.11 10:12
weil mehr in der Kasse ist?

Der USA Bären-Thread 12415460

Der USA Bären-Thread 12415460

Meiner Meinung nach ist das was sich in der Haushaltskasse befindet bestimmend. Auch der relativ gute Arbeitsmarkt fördert das Konsumklima. Angst um den Arbeitsplatz lässt bei uns dagegen das Sparen ansteigen.

Eine Minderheit, die für den Konsum nicht ausschlaggebend ist, flüchtet mit ihrem Geld in Immobilien. Eine überwältigende Mehrheit ist von der Krise nur leicht irritiert und lässt sich (noch) nicht davon beeinflussen (über 90%). Die Finanzmedien haben, ebenso wie ihre Industrie, nur noch wenig mit der Realität zu tun.
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Anti Lemming:

Kommentar zu Sloterdijk in # 432

11
18.12.11 10:39

Zunächst ein Auszug daraus, den ich für "gut analyisiert" halte (obwohl ich ansonsten Sloterdijks Ausführungen für fragwürdig halte):

(aus dem Handelblatt-Interview - HB = fett, Sloterdijk = normal)

Die Ursache für die aktuelle Krise?

Vor  der Ursachenanalyse kommt der Krisenbefund: Wir haben eine riesige  Vertrauenskrise, die eben die Glaubwürdigkeitskrise des Kredits ist. Sie  führt Schritt für Schritt zu der Unmöglichkeit, Staaten als  Kreditnehmer noch ernst zu nehmen. Nicht mehr die Kanone ist die Ultima  Ratio der Staaten, sondern der Bankrott.

Der Staat hat  dafür zwei Dinge, die wir Privaten nicht dürfen: Er darf Kriege führen,  das ist sein erstes Recht, und er darf Geld drucken. Letzteres tut er  jetzt. Um dem Bankrott zu entgehen, um weitermachen zu können. In  Frankfurt, während wir hier sitzen, wird Geld in den Kreislauf  geschossen, das nicht erwirtschaftet worden ist, wie in Amerika auch.  Wie beurteilen Sie das?

Das Geldmachen ist von  Wirtschaftswissenschaftlern des 20. Jahrhunderts als das kleinere Übel  gelobt worden, sofern es hilft, die Rezession zu verhindern. Natürlich,  sobald man die Rezession als das größtmögliche Übel definiert hat, dann  landet man bei der Inflationspolitik als dem kleineren. Womit wir wieder  bei der Sozialdemokratie sind. Die hat sich in der weltgeschichtlichen  Konkurrenz mit dem Leninismus immer als die Partei des kleineren Übels  präsentiert.

Aber alle Sozialdemokraten und alle  Konservativen betreiben heute das Geschäft der Geldflutung. Bei allen  politischen Differenzen, die wir haben: Die Geldfluter bilden die ganz  große Koalition.

Vielleicht kommt ja demnächst irgendein  Finanzgenie und beweist uns, dass die amerikanischen Staatsschulden  intrinsisch gegen unendlich gehen können, ohne dass etwas passiert. Das  wäre eine neue Mathematik, auf die das Hirn des alten Homo sapiens nicht  vorbereitet ist.

Aber stimmen Sie denn der Analyse zu, dass eine Rezession der „Worst Case“ wäre?

Ich habe einen anderen schlimmsten Fall vor Augen, die vollkommene allgemeine Demoralisierung. Auf die steuern wir zu.

... Demoralisierung der Gesellschaft im Ganzen? 

Die kollektive Demoralisierung ist schlimmer als eine vorübergehende  Rezession jemals sein kann. Rezessionen haben wenigstens eine  begleitende Tugend, nämlich dass sie den Sinn für Maßverhältnisse wieder  einüben. Nicht Maßhalten im Sinne von Den-Gürtel-enger-Schnallen,  sondern Maß nehmen im Sinne von Das-Gefühl-für-die-Proportion-nicht-Verlieren. Seit Jahrzehnten leben  wir in einer gespenstischen Atmosphäre, in der ständig verrückt machende  Doppelbotschaften auf die Menschen einprasseln: Sie sollen zugleich  sparen und verschwenden, sie sollen zugleich riskieren und solide  wirtschaften, sie sollen hoch spekulieren und mit den Füßen auf dem  Boden bleiben. Auf die Dauer führt das zu einer absoluten Zermürbung.  Derselbe demoralisierende Effekt geht auch von der Tatsache aus, dass  die leistungslosen Einkommen rasend schnell wachsen. Das vergiftet die  jungen Leute, weil sie anfangen, sich in Scheinkarrieren  hineinzuträumen. Das Ganze hat einen hässlichen psychologischen Namen:  der Traum von der Überbelohnung. Viele stehen am Morgen auf und wollen  schon die Höchstprämie haben. Der innere Millionär ist in allen geweckt.  Er ist nur noch nicht kongruent mit der real existierenden Person.

Aber  haben wir es nicht an beiden Enden mit der gleichen Haltung zu tun: auf  der einen Seite die Bankangestellten, die mit dem Bonus fest planen und  das Gefühl haben, der steht ihnen zu? Und auf der anderen Seite jene,  die glauben, dass ihnen ein Teil des Volkseinkommens auch ohne  Gegenleistung in Form von Arbeit gehört?

Das  Wohlfahrtssystem ist unentbehrlich, doch sendet es auch Desinformationen  aus, die zu Fehlhaltungen führen. Die Amerikaner haben in der  Clinton-Ära einen mutigeren Weg eingeschlagen. Sie haben die vage Idee,  dass die Gesellschaft uns in der Not Unterstützung schuldet,  umformuliert in die präzise Idee eines zeitlich begrenzten  Sozialstaatsguthabens, auf das jeder Bürger Anspruch hat.

„Welfare to Work“ hieß das Programm ...

...und  es bedeutet, dass jeder Bürger in einer Zeit eines Durchhängers auf  Unterstützung zugreifen darf. Das hatte die Nebenwirkung, dass die  absichtliche Armutsfortpflanzung innerhalb des Welfare-Systems stark  zurückgegangen ist. Früher hat eine Frau im Welfare-System eine  beamtenähnliche Stellung erlangen können, sobald sie das vierte Kind in  die Welt gesetzt hatte.

Ronald Reagan sprach sogar von der  „Welfare Queen“, die durch die Ghettos stolziere, weil sie ein  Einkommen in erstaunlicher Höhe auswies.

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Malko07:

Auch bezüglich der

8
18.12.11 11:26
Sozialdemokratisierung hat er absolut recht. Diese Art des Wirtschaften wird bei uns inzwischen auch auf der konservativen und liberalen Seite praktiziert.

Die Staatsverschuldung begann bei uns so richtig in den Siebzigern unter der sozialliberalen Koalition. Man führte laufend soziale Wohltaten ein, entlastete die Industrie und den Mittelstand und versprach sich dieses Geld bei den Reichen zu holen. In Wirklichkeit traute man sich nicht und finanzierte das Ganze über den Diebstahl an kommenden Generationen, also den Kindern der ganz normalen Wählern denen man die Wohltaten zukommen ließ. Sie müssen dann auch noch die Wohltaten an die Industrie und den Mittelstand tragen. Es gab selten einen größeren Betrug respektive Selbstbetrug. Auch die heutigen Forderungen der SPD im Angesicht der Krise zeigen, dass man noch nichts dazu gelernt hat.
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Anti Lemming:

Fortsetzung von # 441

15
18.12.11 12:18

Da der schrottige Ariva-Editor ständig den Text verstümmelt, wenn man  Hervorhebungen vornimmt, musste ich mein Posting in zwei Teile  aufteilen, hier also die Fortsetzung - d.h. mein Kommentar zu  Sloterdjik:


Das Grundproblem in USA und zunehmend in Europa scheint mir zu sein,  dass die Staaten eine immer rigorose Politik im Dienste der  Finanz-Industrie/-Oligarchie betreiben. In USA läuft dies auf eine  Politik der "Steuervermeidung" für die (Super-)Reichen hinaus, die  dadurch immer reicher werden, während die Normalbevölkerung durch  Reallohnabbau verelendet, gleichwohl aber als Hauptsteuerzahler für die  Steuergeschenke an die Reichen (inkl. Wall-Street/PIIGS-Bailouts)  aufkommen "darf".

Um den Kahn nicht absaufen zu lassen, müssen sich die Staaten -  inbesondere in Krisenzeiten (die inzwischen fast ein Normalzustand  geworden sind) - stark neu verschulden und exzessives "deficit spending"  betreiben (was Malko als "Verteilung sozialer Wohltaten"  bezeichnet).  Denn ohne diese Transferzahlungen würde die Massenkaufkraft wegbrechen,  was die Gewinne bzw. das Vermögen von Gates, Buffett und Co. anderweitig  schmälern würde.

Der Trick besteht also darin, einerseits die Reichen (im Dienste der  Wallstreet-Klientelpolitik) kaum zur Kasse zu bitten und andererseits so  viel Staatsknete wie möglich rauszuhauen, um den Laden  (Konsumgesellschaft) am Laufen zu halten. Dies führt im Endeffekt  zwangsläufig zur laufenden Staatsschuldenkrise, insbesondere in USA.


Hinzu kommt, das (US-)Unternehmen immer stärker in Billiglohnländern  produzieren, was ihre Gewinne (und mithin ihre Aktienkurse) in die Höhe  trieb/treibt - trotz "gefühltem" Massenelend in USA (siehe Zahl der  Zwangsversteigerungen und der Foodstamps-Bezieher). Ein scheinbarer  Widerspruch, dem auch der BT lange aufsaß.

Denn die Krise wurde von den Firmen (ziemlich eigennützig) zu  nachhaltigen "Verschlankungen" missbraucht. Dies gab der Jobverlagerung  in Billiglohnländer sogar einen neuen - und profitablen - Schub.  Außerdem wurden durch die "krisenbedingten" Massenentlassungen die  heimischen Produktivitätssteigerungen zu Lasten der Bevölkerung  "kompensiert".

Das Ganze funktioniert freilich nur, wenn der  jeweils heimische Staat, wo die Produkte weiterhin zu gewohnt hohen  Preisen abgesetzt werden sollen, via Transferzahlungen die  Massenkaufkraft hoch hält und den Firmen so die Wertschöpfung im eigenen  Land (durch Billig-Reimport ihrer China-Erzeugnisse) garantiert.

Beispiel: Eine inkl. Material- und Lohnkosten für 1 Dollar in China  zuzammengenähte Nike-Hose, für 2 Dollar reimportiert, bringt im  Einzelhandelsverkauf bei WalMart 29,90 Dollar. Das macht 28 Dollar  Wertschöpfung in USA. Die hohen Gewinne kommen dabei vor allem den  US-Firmen (Herstellern, Einzelhandelsfirmen) zugute. Die für den Kauf  aufgewandten 29,90 Dollar stammen zu einem erheblichen Teil aus der  US-Neuverschuldung, die an die Bevölkerung umverteilt wird und den  Reallohnabbau (der bis 2007 vor allem durch Privatverschuldung und  Asset/Hauspreis-Scheingewinne und -Beleihungen kaschiert wurde) zu  kompensieren.

Unterm Strich ist das ein grandioses Schneeballsystem im Dienste der  (Super-)Reichen, bei dem sowohl die Privatverbraucher (private  Überschuldung in USA, GB, Irland, Spanien) als auch die Staaten (USA,  PIIGS) die Arschkarte ziehen und langsam aber sicher "den Bach  runtergehen".

Bevölkerung und Staat übernehmen in diesem Ponzi-Scheme mithin die Rolle  des Bauernopfers. Auf der Gewinnerseite stehen die Blankfeins und  Buffetts, die nicht zuletzt von ihrer massiven Lobbyarbeit an käuflichen  Politikern profitieren (siehe Weichspülung der Volcker-Rule), sowie  ihre Top-Management-Trittbrettfahrer, die immer fürstlicher für ihre  Frondienste entlohnt werden. Die Schere zwischen (real sinkenden)  Normalo-Einkünften und Top-Einkünften klafft - dank  Laissez-faire-Politik und ausufernder Staatsverschuldung - immer stärker  auseinander.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang den Hinweis Sloterdijks,  dass sich diese Entwicklung nicht zufällig mit dem Zerfall des  Sowjetkommunismus einher ging. Zuvor fungierte die Sozialdemokratie  jahrzehntelang als eine Art Bollwerk gegen den Bolschewismus, indem sie  Wohlstand für Alle versprach - was jedoch auch hier zu Lande überwiegend  durch Neuverschuldung finanziert wurde, da nur der Staat freiwillig  "gab".

Mit dem Zerfall des Ostblocks konnte der Westen seine prokapitalistische  Klientelpolitik verschärfen - am stärksten in USA. Die Verlagerung der  Arbeitsplätze in Billiglohnländer sorgte für Massenarbeitslosigkeit, die  die Arbeitnehmer - lohn-preislich - immer stärker "in Schach hielt".  Dies schraubte nicht nur die Gewinne hoch, sondern stopfte auch den  Gewerkschaftern das Maul, da die Preismacht der Arbeitnehmer schwand.

Reguläre Vollzeit-Arbeitsplätze, auf die es eigentlich ein Grundrecht  geben sollte für jeden, der arbeitswillig und -fähig ist, wurden und  werden in den Industrienationen wie USA und D. zunehmend zu einem  Minderheiten-Privileg. Selbst bei Jüngeren nimmt die Zahl der  Gelegenheitsjobber (prekäre Verhältnisse, Stundenbasis) beängstigend zu.  In Spanien und USA liegt die Jugend-AL bei 40 %. Älteren ab 50 werden  die knappen Arbeitsplätze geradezu aggressiv im Zuge eines grassierenden  "Alter-Rassismus" vorenthalten: Sie werden bei Arbeitslosigkeit (die  durch Massenentlassungen in den jüngsten Serien-Krisen drastisch  verschärt wurde) im "Foodstamps/HartzIV-Reservat" endgelagert und  "ruhiggestellt". Auch dies ist Teil der obigen (tendenziell  menschenfeindlichen) Klientelpolitik.

Die Politiker reagieren  auf das Problem überwiegend in der Weise, dass sie die Schieflagen (die  sich in USA objektiv in der gesunkenen "Population Work Force"  offenbaren) immer virtuoser mit Statistiktricks verbergen (in USA "Birth-Death-Model" des BLS, bei uns "Agenda 2010", dank der HartzIV-ler nicht mehr als Arbeitlose gezählt werden).


FAZIT: Die Massenarbeitslosigkeit und die ausufernden Staatsverschuldung  sind die Folge eine rigorosen Umverteilungspolitik superreicher  "Krisengewinnler". Sloterdijks frommer Wunsch, die Reichen würden nun  "freiwillig" ihre zusammengerafften Pfründe an die Staaten zurückzahlen,  um sich psycho-sozial in Geber-Gnaden zu sonnen, scheinen mir reilich  illusiorisch. Es bleibt bei vereinzelten Wohltätigkeitsveranstaltungen  wie der Bill-Gates-Stiftung, mit dem Ex-Raffer (immerhin vorbildlich)  ihre soziales Gewissen beruhigen wollen. Ansonsten bleibt nur "occupy  Wall Street".

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daiphong:

#42 Malko, die "Sozialdemokratisierung"

7
18.12.11 14:21
hatten wir in der BRD von Anfang an und bei allen Parteien, er bezeichnet eine Gesellschaftsentwcklung, die auf Integration, Partizipation und Bürgerlichkeit der gesamten Bevölkerung gerichtet ist. So beschrieben würde ich Sozialdemokratisierung vehement verteidigen, auch gegen Sloterdijk.
Als Zuordnung aller Unangenehmheiten und Fehler dieser Welt zur SPD ist er allerdings ein reiner Kriegsbegriff, und entspricht z.B. in Südbayern in etwa dem Begriff "Preußen".

In den 70ern erreichte man im Zuge einer sehr schweren ökonomischen, sozialen, kulturellen, politischen Krise (u.a. Ölkrise + der steile Aufstieg Japans, der Deutschlands traditionelle Industrien inkl. VW, Werften, Foto, Elektronik... voll erwischte) einen Schuldenstand von 30% BIP bei einem gleichzeitig weit höheren staatlichen Vermögensstand. Zwar wurde von der politischen Rechten schwer getobt, nur bot sie damals nicht die geringste Alternative. Als sie in den 80ern an die Macht kam, erhöhte sie den Schuldenstand auf 40%, aber die Grundlagen des Wiederaufschwungs waren gelegt.

Erst die Wiedervereinigung machte die Suppe fett, und brachte dem alten Westdeutschland eine lange deflationäre Phase. Aber das ist ein anderes Thema, das im In- und Ausland auch schon wieder vergessen wird. Der Burschi in kickys #28 z.B. weiß davon schon gar nichts mehr. Sehr kurz ist die Erinnerung heutzutage, und erinnert wird gerne nur das, was einem derzeit in den Kram passt.
Antworten
permanent:

Staaten sind die gefährlicheren Schuldner

4
18.12.11 14:33

„Staaten sind die gefährlicheren Schuldner“

Der hälftige Schuldenschnitt für Griechenland hat die Anleger verunsichert, sagt Stefan Homburg. Im Interview erklärt der Finanzprofessor, warum Staaten mehr noch als Private unsichere Schuldner sind.

FrankfurtHerr Homburg, welche Vermutungen über den Fortgang der Schuldenkrise lässt der Rückblick in die Geschichte zu?

Stefan Homburg: Ein Schlüsselerlebnis für mich war der 10. Mai des vergangenen Jahres. An diesem Tag startete die EZB ihre Aufkäufe von Staatsanleihen aus der Eurozone. Das war ein Vertrags- und Dammbruch, der stark an 1914 und 1933 erinnerte. In diesen Jahren wurde die Unabhängigkeit der Reichsbank jeweils eingeschränkt, Stichwort geräuschlose Kriegsfinanzierung. Von der Monetisierung der Staatsschuld bis zum Zusammenbruch der Währung vergehen allerdings erfahrungsgemäß einige Jahre, in den letzten Fällen in Deutschland jeweils rund ein Jahrzehnt. Gemessen daran bleibt also noch Zeit.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/...cheren-schuldner/5951968.html

Antworten
daiphong:

#45 hups,

 
18.12.11 15:30
haben wir schon wieder einen Weltkrieg, einen richtig echten? Hab ich was verpasst?
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Malko07:

#91443: Ein ganz einfacher Einwand

6
18.12.11 19:44
zu Spanien und Irland. Die Beschreibung der Problementwicklung stimmt nicht ansatzweise. Beide Länder, im besonderen Irland, waren Staaten deren Produktion nicht ausgelagert sondern wo Produktion hingelagert wurde. Die Probleme entstanden durch eine Immobilienblase, primär im Privatsektor, aus kulturellen Gründen. Dass die Kredite solche Ausmaße annehmen konnten, lag an fehlender Regulierung im Kreditsektor.

#91444: Ich habe deutlich darauf hingewiesen, dass die Sozialdemokratisierung nicht nur bei der SPD zur Hause war. Unter Sozialdemokratisierung verstehe ich hier Wohltaten und Subventionen auf Pump, die sinnvoller durch Steuern der Besser- und Sehr-gut-verdienenden finanziert worden wären. Es werden dabei von mir nicht alle Wohltaten angezweifelt und als nicht notwendig dargestellt, es geht primär um die Finanzierung und die verlogenen Aussagen in diesem Zusammenhang. Die Ölkrise war unzweifelhaft hart. Das begründet aber nicht die damals losgetretene Schuldenlawine. Etwas weniger Wohltaten und etwas höhere Steuern bei Besserverdienenden hätten es auch getan. Man hat in dieser Zeit z.B. nicht wenige Wohltaten eingeführt ohne die man vorher prima ausgekommen ist. Und es war damals nun mal die sozialliberale Koalition deren Politik ansatzlos bis heute über alle möglichen Koalitionen durchgeführt wurde.

Wir geben noch heute nicht wenig Geld mit geringem Erfolg aus. Ein gutes Beispiel ist die "Kinderförderung". Es gab z.B. auch Zeiten ohne Kindergeld und es gab damals weniger Probleme bei den Kindern. Wenn man sieht wieviel wir mit der Gießkanne, ohne Rücksicht auf Bedürftigkeit verteilen, kommen ganz schöne Summen zustande. Wenn man sieht wieviele unsinnige Subventionen (Steuer und Direkte) noch immer in Betrieb sind, werden diese Summe keinen Deut kleiner.
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Boxenbauer:

Macht mal mit bei meckis Aktiendepotvergleich,

4
18.12.11 20:29
ich will mich mit euch messen :-).

Ohne Quatsch. Ich gehe in 2012 von tiefroten Märkten aus und versuche mit meinen fünf Werten besser als der Rest abzuschneiden und hoffentlich auch im Plus.
MfG

Boxenbauer
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daiphong:

ich bekomme heute noch Eigenheimzulage,

15
18.12.11 20:37
obwohl ich bar bezahlt hatte - ein Witz. Das war fast 10 Jahre eine der größten Subventionen, wurde von Kohl/Genscher eingefürt, und kostete gegen 100 Mrd auf Staatskredit.

Die CSU will ab 2013 das Betreuungsgeld für Eltern einführen, die ihre Kinder im Alter von 1 bis 3 Jahren nicht in den Kindergarten geben. Heftig umstritten wegen des Konterkarierens der hohen Integrationsleistung von Kindergärten und der absehbarer Mitnahmeeffekte.

Kindergeld bekommen Arbeitslose-II real nicht, das wird verrechnet, Gutverdiener erhalten hingegen durch die steuerliche Behandlung ein über den Pauschalbetrag hinausgehendes, höheres Kindergeld. Das soll sinnvoll sein?

"Sozialdemokratisierung" ist dafür schlicht der falsche oder bewusst irreführende Begriff, es geht um klientelorientierten Unsinn im Steuer-/Subventionssystem, von dem überwiegend  gerade Nichtbedürftige profitieren.
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permanent:

Großbritannien soll angeblich zum Euro-Rettungspak

5
19.12.11 06:31

Großbritannien soll angeblich zum Euro-Rettungspaket beisteuern

Die Euro-Finanzminister wollen heute über die Schuldenkrise beraten. Laut Medienbericht wird man Großbritannien um einen erheblichen Beitrag zum neuen Euro-Rettungspaket des IWF bitten.

LondonDie Finanzminister der Eurozone wollen einem Zeitungsbericht zufolge Großbritannien bitten, einen erheblichen Beitrag zu einem neuen Euro-Rettungspaket des IWF zu leisten. Großbritannien solle gebeten werden, 30,9 Milliarden Euro beizusteuern, berichtete die britische Zeitung „Daily Telegraph“.

Auf dem EU-Gipfel am 8. und 9. Dezember hatten die Euro-Länder und andere EU-Mitgliedstaaten sich zum Ziel gesetzt, für die Krisenbekämpfung zusätzliche Mittel von bis zu 200 Milliarden Euro für den IWF bereitzustellen. Die Euro-Finanzminister wollen heute in einer Telefonkonferenz über den Kampf gegen die Schuldenkrise beraten.

Wenn Großbritannien der Bitte nachkäme, wäre das Land der zweitgrößte Geber des 200-Milliarden-Pakets nach Deutschland und würde gleichauf mit Frankreich liegen. Der britische Premierminister David Cameron hatte allerdings wiederholt gesagt, sein Land wolle nicht direkt in den Rettungsfonds einzahlen.

Cameron hatte es beim EU-Gipfel als einziger Regierungschef abgelehnt, die EU-Verträge für eine Rettung des Euro zu ändern. Nach der auf dem Gipfel getroffenen Vereinbarung sollen die Euroländer etwa drei Viertel der geplanten 200 Milliarden Euro tragen, der Rest soll aus anderen EU-Staaten kommen.

Der euroskeptische Flügel von Camerons konservativer Tory-Partei lehnt Zahlungen Großbritanniens für eine Rettung der Gemeinschaftswährung grundsätzlich ab. Ein Sprecher des Premiers sagte am Freitag, die britische Regierung habe beim EU-Gipfel sehr deutlich gesagt, dass sie „keinen Beitrag zu den 200 Milliarden Euro“ leisten werde.


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