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Der USA Bären-Thread


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wawidu:

malko # 90720

4
26.11.11 18:44
Wie du weißt, lebe ich in unmittelbarer Nähe zu Luxemburg, und dort betanke ich auch fast ausschließlich unseren PKW. Die Luxemburger sind sehr nette Menschen, die im Gegensatz zu deutschen Tankstellen landeseinheitliche Preise für Treibstoffe eingeführt haben und den Treibstoff-Spotpreis sehr schnell aktualisieren. Aktuell kostet in Luxemburg der Liter Euro-Super (95 Oktan - grundsätzlich ohne Ethanol-Beimischung) 1,25 €. Im grenznächsten Ort Wasserbillig mit rund 2300 Einwohnern liegen an der Ortsdurchgangsstraße 14 Tankstellen und an der Autobahn Trier-Luxemburg in Ortsnähe noch eine weitere Großtankstelle. An zwei Discount-Tankstellen, die den Liter um 0,2 Cent (!) billiger anbieten als die Konkurrenz, bilden sich zeitweise regelrechte PKW-Schlangen. Dort kannst du vielfach folgendes Phänomen beobachten: Autofahrer aus der Region Trier und auch aus weiter entfernt liegenden Regionen Deutschlands haben eine erhebliche Anzahl von 5- oder 10-Liter-Kanistern im Kofferraum. Deren Befüllung an einer Luxemburger Tankstelle ist nicht verboten, jedoch deren Transport durch Luxemburg und durch Deutschland. Aber niemand schert sich drum! Eine Erhöhung der Mineralölsteuer um drei bis vier Cent würde dem Tanktourismus in Luxemburg mE keinen Abbruch tun, dem Staat jedoch erhebliche Einnahmen bescheren.
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Dreiklang:

Glückwunsch an die GMCR-shorter

 
26.11.11 19:21
doch wie konnte man ohne Zugriff auf Terminbörse Chikago das Ding eigentlich shorten?
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Dreiklang:

Also bilaterale Verträge

 
26.11.11 19:40
Mit bilateralen Verträgen können zwei Staaten durchaus eine gemeinsame Währung festlegen. Z.B. der Euro Dtl./F. Und es kann auch einen Euro D/NL geben. Und einen Euro D/It , einen Euro D/IR, einen Euro D/P, usw. Aber jeden dieser Einzelverträge auf eine gemeinsame Währung zu beziehen - das widerspricht dem Wesen bilateraler Verträge.

Insofern "Merkozy" Wunschträume! Wenn Merkel mit Frankreich eine "neue Währungsunion" eingehen will, das kann sie haben - aber Spanien und Italien werden lieber den "alten" Euro behalten wollen.
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wawidu:

dreiklang # 90728

4
26.11.11 20:16
Ohne ein Account bei einem US-Broker sind Optionen auf die weitaus meisten US-Werte für Deutsche nicht handelbar. Auch ich gehöre seit Mitte Oktober zu den GMCR-Shortfans (ausnahmsweise mal ohne SL). Im BT habe ich als einziger schon recht früh auf das fragwürdige Geschäftsmodell und die bemerkenswerten Selbstbereicherungspraktiken des Managements dieses Unternehmens hingewiesen.
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Der USA Bären-Thread 461282
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wawidu:

dreiklang # 90728

8
26.11.11 21:30
Die EMU funktioniert aktuell noch einwandfrei. Ich frage mich, was dieses Gerede über "bilaterale Verträge" eigentlich soll. Aber "Denkmodelle" haben ja bei unseren europäischen Politikern und deren Beratern zur Zeit Hochkonjunktur. Dies ist mE ein Anzeichen für hochgradige Verunsicherung. Keiner weiß mehr, mit welchen Mitteln die zentralen Probleme der EU/der EMU nachhaltig gelöst werden könnten. Alle Beteiligten bewegen sich auf der Ebene von Ideen, Hoffnungen, Annahmen, Experimenten. Dies ist der klassische Ansatz jeglicher wissenschaftlichen Forschung: Idee - Hypothese - Festlegung von Forschungsbedingungen - Experimente/Durchführung von Feldanalysen - Verifizierung oder Falsifizierung der Ideen/Hypothesen. In den Naturwissenschaften können Forscher vielfach auf Erfahrungen in ihrem Forschungsbereich (breite Literaturbasis) zurückgreifen. In der Wirtschaftswissenschaft existiert jedoch leider keine vergleichbare Forschungsbasis. Von daher gesehen bewegen sich sowohl die "Experimente" der US-Regierung/Fed als auch der EU/EMU/EZB als auch der UK-Regierung/Bank of England als auch der japanischen Regierung/Bank of Japan auf tönernen Füßen. Niemand kann auf echte Erfahrungswerte bauen, sondern alle wurschteln seit vielen Jahren vor sich hin.
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wawidu:

Nachtrag zu # 90729

5
26.11.11 22:14
Am 23.11. hat der Gründer und CEO von GMCR, Robert Stiller, die enorme Menge von über 14 Mio. Aktien "non open market" zum Verkauf gestellt ("Disposition"). Er hofft wohl darauf, dass ihm institutionelle Investoren diese Aktien noch abnehmen werden.
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wawidu:

DJ US Casino Index

2
26.11.11 22:53
Seit Q4/2010 ein "verzweifeltes Gegurke" - hat mit der Entwicklung der Preiskurve zwischen 2003 und 2007 nichts mehr gemein!
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Der USA Bären-Thread 461352
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wawidu:

DJ US Hotels Index

2
26.11.11 23:42
Der neue Bärenmarkt bei diesem Index wurde durch den Dreher von MA200 bereits angedeutet und durch den Rückläufer der Indexkurve bis exakt an diesen GD mit nachfolgendem Downmove bestätigt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, mit welchen Rabatten US-Hotelketten (z.B. Best Western Hotels) in Deutschland und Frankreich arbeiten. In Köln hatten wir noch letztes Wochenende ein schönes Doppelzimmer in einem Best Western Premier Hotel für 85 € incl. reichhaltigem Frühstücksbüffet und kostenlosem Parken.
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Der USA Bären-Thread 461353
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fkuebler:

Dreiklang #727: "Synthetische Futures" gehen so:

2
27.11.11 09:22

"Glückwunsch an die GMCR-shorter, doch wie konnte man ohne Zugriff auf Terminbörse Chikago das Ding eigentlich shorten?"

Future long: Call kaufen und Put verkaufen, mit gleichem Strike und Expiry (beide nach Belieben).

Future short: Put kaufen und Call verkaufen, mit gleichem Strike und Expiry (beide nach Belieben).

Das bildet exakt das Wertverhalten eines echten Futures nach. Einziger Nachteil: wenn man lang in die Zukunft gehende Futures so erzeugen will, dann muss man eventuell einige Male das Konstrukt rollen, weil man für sehr späte Expiries bei den Optionen ansonsten keine ausreichende Liquidität mehr hätte.

 
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Malko07:

#90728: Funktioniert nicht so.

4
27.11.11 12:01
Es geht nur gemeinsam. Kannst dich ja mal juristisch aufklären lassen.

Wenn man also einen los werden will, wird der sich das reichlich bezahlen lassen. Die 17 haben sich so gebunden, dass sie nur gemeinsam und im gegenseitigen Einvernehmen voneinander loskommen.

Wenn alle nicht gemeinsam in eine neue Gemeinschaft gehen sondern einzelne eine weitere Gemeinschaft mit dem Einverständnis der anderen gründen wollen, müssen ja die technischen Fragen der Übergänge (welches Geld  und welche Schulden gehören anschließend zu welcher Währung?) rechtlich gelöst werden. Ein Vertragswerk von mehreren Hundert Seiten, das anschließend trotzdem massenweise Prozesse nach sich ziehen würde und die Gerichte über ein Jahrzehnt beschäftigen würden. Und wie schon gesagt, wer wollte schon in die schwächere Gemeinschaft?
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Kicky:

Hält dieser Mann den Euro stabil?

6
27.11.11 12:09
wenn man die Betonung auf dieser legt klingt es schön sarkastisch
wir erinnern uns noch gut dass er damals die Laissezfaire-Politik der Banken befürwortete,ja geschmeidig ist er sicherlich.Und war die Garantie Merkels für alle Banken und Sparanlagen 2008 seine Idee?

26.11.2011  ·  Jörg Asmussen wird Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank. Er sagt von sich, er sei ein Pragmatiker. Doch womöglich werden gerade die Pragmatiker die Regeln der Geldpolitik missachten.

enn es brennt, holt man die Feuerwehr. Jörg Asmussen hat das seit Kindertagen erlebt. Sein Vater war Chef der Feuerwehr von Flensburg. Asmussen bewundert seinen Vater: Als Brandlöscher, der selbst in der allerhöchsten Not einen ruhigen Kopf bewahrt. Und als Beamten, der weiß, dass Loyalität, Sachkompetenz und Verschwiegenheit die Kardinaltugenden des Staatsdieners sind.

Jörg Asmussen eifert seinem Vater nach. Als Beamteter Staatssekretär im Finanzministerium ist er spätestens seit Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 selbst eine Art permanenter Feuerwehrmann geworden. Banken werden kapitalisiert, Staaten werden gerettet, und allen Rettungsaktionen zum Trotz brechen überall ständig neue Feuersbrünste aus. Besonders brenzlig war es in jener Nacht des 4. Oktober 2008 im Berliner Kanzleramt, als Asmussen, damals Staatssekretär von Peer Steinbrück, mit der Kanzlerin im kleinen Kreis zusammenhockte. Tags darauf treten Angela Merkel und Peer Steinbrück vor die Kameras und sagen beschwörend: „Die Spareinlagen der Deutschen sind sicher.“ Heute, sagt, Asmussen, sei die Lage nicht minder ernst als damals.

Als Feuerwehrmann wird Asmussen jetzt auch zur Europäischen Zentralbank (EZB) geschickt. Dort haben die Deutschen seit den Anfängen eine Art inoffiziellen Anspruch auf die Besetzung des wichtigen Postens im Zentralbankrat: den des Chefvolkswirts. Amtsinhaber Jürgen Stark hat im September ziemlich überraschend das Handtuch geworfen, offiziell „aus persönlichen Gründen“, in Wahrheit (und von Stark nie dementiert), weil er den Kauf von Staatsanleihen durch die EZB (also die Staatsfinanzierung durch die Notenbank) nicht länger mittragen wollte. Der Euro fiel damals nach der ersten Meldung über den Postenverzicht Starks auf ein neues Sechsmonatstief; der Dax rauschte auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Ein guter EZB-Chefvolkswirt ist den Finanzmärkten einiges wert.

Der Chefvolkswirt ist der Garant dafür, dass die Notenbank ihren Regeln und Statuten treu bleibt: Strikt und ausschließlich soll sie dem Ziel der Geldwertstabilität verpflichtet sein. Das haben nicht zuletzt die Deutschen, traumatisiert von den verheerenden Folgen einer Inflation, als Bundesbank-Erbe der Europäischen Währungsunion vermacht. Denn die Deutschen wissen aus kollektiver historischer Erfahrung, dass Inflation Vermögen vernichtet. Und die beiden Deutschen Otmar Issing und Jürgen Stark - der eine ein Professor, der andere ein Beamter, der daherkommt wie ein Professor - haben in den vergangenen zehn Jahren dafür gebürgt. „Dogmatiker“ hat man sie darob im europäischen Ausland gescholten; Issing und Stark haben das stets als einen Ehrentitel betrachtet.
Geschätzt von der Kanzlerin

Jörg Asmussen, der Stark am 1. Januar 2012 nachfolgt, nennt sich selbst einen „Pragmatiker“. „Jedes Theoriegebäude kann noch so schön sein, wenn die Realität anders ist.“

Für Pragmatismus spricht Asmussens bisherige Karriere. Fix und mit sicherem Blick des Netzwerkers, der weiß, wo die wichtigen Leute sind, hat er wie noch keiner vor ihm eine Blitzkarriere im Finanzministerium hingelegt. Nach Ökonomiestudium in Bonn (mit Schwerpunkt Geldtheorie) und einer kurzen Phase als Berater kam er 1996 mit dreißig Jahren ins Ministerium und ließ alsbald die Kollegen wissen, aus ihm werde einmal ein Staatssekretär......

...Der Druck aus dem Ausland ist hoch

Die Kritik seines Vorgängers Stark - und seines ehemaligen VWL-Lehrers und nachmaligen Bundesbankchefs Axel Weber - an der Krisenpolitik der Notenbank teilt Asmussen nicht. Täte er es, bräuchte er sich gar nicht erst nach Frankfurt schicken zu lassen. „Die EZB bewegt sich innerhalb ihres Mandats“, hat er bei der Anhörung vor dem Europäischen Parlament anlässlich seiner Bestallung Anfang Oktober gesagt. Es ist die einzige Gelegenheit, bei der Asmussen sich bislang offiziell zur EZB geäußert hat. Ein deutscher Staatssekretär hat die unabhängige Notenbank nicht zu kommentieren; Finanzpolitik und Geldpolitik sind strikt zu trennen.

Dann hat Asmussen damals vor dem EU-Parlament auch noch etwas anderes gesagt: „Die Deutschen werden dazulernen müssen.“ Was sie lernen müssen, hat er nicht gesagt. Auf der Internetseite des Parlaments ist zu lesen, dass er nicht nur das Gebot der Preisstabilität nannte, sondern auch die Aufgabe, „die allgemeine Wirtschaftspolitik der Europäischen Union zu unterstützen“. Darunter lässt sich weniges und vieles fassen. Kein Wunder, dass seither die bangen Kommentare nicht verstummen wollen, Asmussen, der Pragmatiker, werde sich im Konfliktfall direkten Ankäufen von Staatsanleihen durch die EZB nicht hartnäckig genug widersetzen. Der Druck aus dem Ausland auf die Deutschen ist ohnehin schon ziemlich hoch: Entweder Eurobonds oder unbegrenzte Anleihenkäufe oder am besten beides müsse sein, um der Krise endlich Herr zu werden, hallt es seit Wochen von Politikern und Ökonomen
außerhalb Deutschlands mit wachsender Phonstärke.

Asmussen weist den Verdacht zurück, er habe sich mit seinen Äußerungen vor dem Parlament bei den „Tauben“, den prinzipienlos Geschmeidigen, einschmeicheln wollen, und spielt es als triviale Selbstverständlichkeit herunter, dass auch Deutschland in Europa etwas lernen müsse.

„Europa steht vor einer Fundamentalentscheidung“, sagt er: Entweder man werde sich fiskalisch und politisch weiter integrieren, was nicht ohne eine Änderung der Europäischen Verträge machbar sei. „Oder aber die Integrationsfortschritte der letzten Jahrzehnte stehen auf dem Spiel.“ Klar, dass Asmussen, der Mann der Bundesregierung, für den ersten Weg plädiert und die Desintegration, weil unbezahlbar, ausschließt.
Asmussen muss die Uniform wechseln

Eine Monetisierung (und im schlimmsten Fall Inflationierung) der Staatsfinanzen aber, was der unbegrenzte und direkte Ankauf von Staatsanleihen bedeuten würde, gebe das Mandat der EZB nicht her, sagt Asmussen und fügt hinzu: „Wenn Staatsanleihen in jeder Menge bedingungslos von einer europäischen Instanz gekauft und vom Markt genommen würden, dann würde das den Reformdruck auf die Schuldenländer nehmen.“ Das hätte Vorgänger Jürgen Stark nicht schöner sagen können.

Die Skeptiker beruhigt das nicht. Einen kräftigen Schuss „Ordnungspolitik“ könne der neue Chefökonom vertragen, sagen jene, denen Asmussens Geschmeidigkeit Sorge bereitet. „Ordnungspolitik“ ist eine deutsche Spezialität der Ökonomie, wonach die Geldpolitik an strenge Regeln (Preisstabilität) gebunden ist. Kein flexibler Pragmatiker soll das aufweichen dürfen. Denn wer keine Prinzipien hat, der muss sich treiben lassen. Und wird alsbald ein Getriebener.

Ein politischer Feuerwehrmann könnte bei der EZB brandgefährlich werden: weil es keinesfalls Aufgabe der EZB sein kann, die Märkte mit Geld zu fluten. Feuer zu löschen ist generell mit Geschäftsmodell und Statut der EZB nicht vereinbar. Asmussen muss die Uniform wechseln.
www.faz.net/aktuell/wirtschaft/...en-euro-stabil-11542258.html
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Malko07:

wawidu (#90730), will man, dass

4
27.11.11 12:19
Stabilitätskriterien in der Eurozone festgelegt und überwacht werden können, notfalls mit Eingriffsmöglichkeit in die nationalen Haushalte, braucht es Vertragsänderungen/Erweiterungen.

Im Spiel wäre der Maastricht-Vertrag und zusätzliche Regelungen zur Eurozone. Momentan ist die juristische Annahme immer noch so, dass die gesamte EU den Euro einführt und dass es aus technischen Gründen nur unterschiedlich lange Übergangszeiten gibt.

Von dieser Vertragslage haben sich einzelne Staaten  eindeutig entfernt. So verlangt z.B. Großbritannien die Auflösung der Eurozone. Der Versuch  Änderungen über die Änderung des Maastricht-Vertrag zu erreichen ist also sehr wahrscheinlich zum Scheitern  verurteilt. Es bleibt also nur das Europa der unterschiedlichen Geschwindigkeiten und die Eurozone mit einem eigenen Vertragswerk zu unterlegen.  Und das funktioniert juristisch nur über Vertragskonstrukte wo jeder Staat mit den 16 anderen Staaten bilaterale Verträge (mit gleichem Inhalt - wenn es eine Gemeinschaft werden soll) abschließt. Wäre in Europa kein neues Vorgehen. So sind z.B. beim Schengener-Abkommen die Vertragspartner auch nicht EU-gleich, sie müssen nicht mal EU-Mitglied sein.
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Dreiklang:

Träume in Berlin - wenn Krokodile fliegen

9
27.11.11 13:16
Die Merkel-Idee von "bilateralen Verträgen" ist für Währungen nur dann sinnvoll, wenn man eine neue begründet. Ansonsten kann man in solchen Verträgen nur Erklärungen bzgl. Verpflichtungen an Dritte abgeben. Wie klagt man dann eine Vertragsverletzung ein, wenn man gar nicht Betroffener ist?

Allerdings könnte man in Verträgen regeln, Haftung zu übernehmen. Etwa: D. und It. vereinbaren wechselseitig Haftung für ihre Staatsanleihen. Mit dem Ergebnis, dass dann der Zins für it. Bonds um ein halbes Prozent runtergeht und der der deutsche Zins um 5% rauf. Geht also auch nicht.

Man könnte in Verträgen auch vereinbaren, dass Dtl. die alleinige Kontrolle über die EZB übernimmt und die EZB dann auf Merkel-Kommando Geld druckt. "Die Märkte" würden diese (höchst dubiose) Lösung wahrscheinlich sogar mitmachen, der "Trick" würde funktionieren. Dazu braucht man aber alle Länder der EMU - zumindest einseitige Erklärungen der Partner, dass sie mit diesem Procedere einverstanden sind.  Durchsetzen würde man diese  in Widerspruch zu den Maastricht-Verträgen stehenden Regeln mit dem einfachen Argument, dass sie die "letzte Chance für den Euro" seien - und das würde ja auch stimmen. Also wieder "alternativlos".

Wer aber glaubt, dass mit einem schicken Vertragswerk zu "vertiefter fiskalischer Union" ohne das letztlich entscheidende Monetarisierungsversprechen der EZB wieder Geld beschafft werden kann, ja überhaupt wieder jemand PIIGS-Bonds anfasst, der glaubt auch, dass Krokodile fliegen können.
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saschapepper:

IWF schnürt Rettungspaket für Italien

8
27.11.11 13:38
Jetzt will es also der IWF richten.

Allerdings sind 600 Millionen wohl viel zu wenig.
Man bräuchte wohl eher 60 Milliarden.

Und dieses Geld würde dann zum größten Teil von der EZB kommen weil der IWF sonst überfordert wäre.

Wenn sich dieses Modell durchsetzt, dann dürften die USA (größte Beteiligung im IWF) massiv an Einfluss in der Eurozone gewinnen. Das Signal an die Märkte wären außerdem "Die Eurozone schafft es nicht ohne die Amerikaner". Da wären Eurobonds oder eine massive EZB-Intervention m.M.  nach die bessere Lösung.
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Dreiklang:

permanent 739 Genau das ist ja beabsichtigt

5
27.11.11 13:44

 

 

Wenn sich dieses Modell durchsetzt, dann dürften die USA (größte  Beteiligung im IWF) massiv an Einfluss in der Eurozone gewinnen. Das  Signal an die Märkte wären außerdem "Die Eurozone schafft es nicht ohne  die Amerikaner". Da wären Eurobonds oder eine massive EZB-Intervention  m.M.  nach die bessere Lösung. (permanent)

Genau darum geht es. Diese IWF-Maßnahme soll entsprechende Gelddruck-Aktionen in der EMU anstoßen - man will sich ja vor den USA nicht blamieren. Eine gezielte Provokation also. Und die genannten Beträge sind in der Tat geradezu lächerlich niedrig.

Antworten
saschapepper:

#90739 Das Handelsblatt hat sich verschrieben

3
27.11.11 13:59
In der amerikanischen Presse redet man von "600 billion euros" also Milliarden.
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Dreiklang:

735 Ich will doch Griechenland gar nicht loswerden

7
27.11.11 14:07
Es bringt auch nichts, Staaten aus der EMU "herauszuwerfen".  Nur haben die Staaten eben keinen Anspruch darauf, dass ihnen z.B. der deutsche Steuerzahler u.o. Anleger ihre Anleihen abkauft. Genau da liegt der Hund begraben.

Wenn Portugal, Spanien, Italien etc. keine Käufer mehr finden, was machen die Staaten dann? Der Staat müsste seine Zahlungen auf das Niveau der Einnahmen beschränken - er wäre zahlungsunfähig. Was macht ein zahlungsunfähiger Staat? Er führt eine Notwährung ein und man kann es einem Staat auch nicht verbieten. Insofern würde sich die EMU sehr schnell "von selbst" verkleinern. Am Ende bleiben die Staaten übrig, die sich den Euro noch leisten können.

Was an diesem Prozess bilaterale Verträge ändern können, bleibt Merkels Geheimnis - schließlich werden die Verhandlungen "geheim" geführt. Man kann es auch ein Kasperletheater der Verzweiflung nennen.
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Dreiklang:

EuroRettung zerfällt zu Staub

7
27.11.11 14:20
Alle "Rettungsvorschläge" sind bisher "pulverisiert" worden. Die EFSF ist schon Geschichte.

Eurobonds - Die "Unruhe" d.h. der Abverkauf von Anleihen aus dem EuroRaum wird - das garantiere ich unseren "EuroRettern" - munter, sogar beschleunigt weitergehen, wenn Eurobonds eingeführt werden. Der Abverkauf wird Bunds dann mit einbeziehen. Eurobonds werden einen formidablen Bondcrash hinlegen - da können MerkelSchäuble so viel von "Fiskalunion" reden wie sie wollen.

Gelddrucken - gewinnt noch am ehesten Zeit. Man soll sich aber nichts vormachen: Monetarisierung wird bei den Realzinsen - nicht bei den subventionierten Zinsen - einen scharfen Anstieg auslösen. Das wäre auch das Ende der PIIGS- es dauert halt länger.

Zwei Alternativen: Die EZB wird in die nationale Zuständigkeit der Bundesbank überführt (Begründung: "alternativlose" Notmaßnahme" ) - dann könnte sogar Geld gedruckt werden und der Euro bleibt stabil - indem die Bundesbank allen Staatsanleihen eine Aufkaufgarantie verleiht, aber, und das ist der Unterschied, mit individuell festgelegtem Diskont.

oder aber Splitten der Eurozone in zwei Währungen, eine davon der "Monetizer".
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permanent:

Wohin mit den Billionen?

7
27.11.11 14:35

Wohin mit den Billionen?

Die Krise an den Finanzmärkten stellt die Anlageprofis der Branche vor eine schwere Belastungsprobe. Versicherer streuen ihr Kapital zwar besonders breit, allerdings spüren auch sie die Folgen der Schuldenkrise.

FrankfurtDie Aktien- und Anleihemärkte spielen verrückt. Viele private Anleger und Banken haben in den vergangenen Monaten viel Geld verloren. Auch die Versicherungsbranche verzeichnet hohe Abschreibungen, etwa auf griechische Staatsanleihen oder Bankbeteiligungen, trotzdem ist die Branche bisher insgesamt relativ glimpflich durch die Krise gekommen. Der Präsident des Versichererverbandes GDV, Rolf-Peter Hoenen, gibt sich entsprechend selbstbewusst: „Es gibt keinen Akteur, der sein Kapital breiter streut, langfristiger und sicherer anlegt als wir Versicherer. Wir sind der Risikospezialist schlechthin.

Die Versicherer gehören zu den größten institutionellen Investoren in Deutschland. Sie verwalten 1,3 Billionen Euro an Kundengeldern, die sie an den Märkten anlegen. Die Anlageprofis der Allianz, Münchener Rück und anderer Gesellschaften haben keine leichte Aufgabe: Die Rendite muss gut sein, damit etwa den Lebensversicherungskunden attraktive Zinsen gezahlt werden können, zugleich muss aber das Risiko möglichst gering sein. Um das zu erreichen, setzt die Branche vor allem auf Diversifizierung. Von Pfandbriefen über Aktien bis hin zu Immobilien ist alles im Portfolio vorhanden. Bisher läuft das Geschäft noch ordentlich, 2011 werden die Lebensversicherer eine Nettoverzinsung von über vier Prozent erzielen, heißt es beim GDV.

 

Doch die Probleme werden größer, deutlich größer. Nicht nur die direkten Folgen der Schuldenkrise bekommen die Versicherer zu spüren (siehe Kasten). Die größten Sorgen bereiten den Versicherern die niedrigen Zinsen. Die Niedrigzinspolitik sei „weit schlimmer als jede Abschreibung auf griechische Staatsanleihen“, sagt GDV-Präsident Hoenen. Das meiste Geld investieren die Versicherer in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Unternehmens- oder Staatsanleihen. Wenn Anleihen auslaufen, ist es nun schwieriger, eine lukrative Neuanlage zu finden. Ein Zinsrückgang um einen Prozentpunkt bedeutet für die Versicherungsbranche einen Rückgang der Kapitalergebnisse bei den Neuanlagen von rund einer Milliarde Euro, heißt es beim GDV.

Immerhin: Die Versicherer können noch recht lange von den höher verzinsten Papieren zehren, die sie noch im Bestand haben. Bei den Lebensversicherern beträgt etwa die durchschnittliche Restlaufzeit der Anlagen im Portfolio mehr als neun Jahre.

Trotzdem: Die Anlagestrategen müssen nun noch genauer schauen, dass sie Papiere finden, bei denen Rendite und Risiko in einem attraktiven Verhältnis stehen. Bundesanleihen etwa sind zwar sicher, aber werfen viel zu geringe Erträge ab. Interessanter seien derzeit französische Papiere, sagte ein Anlageexperte am Rande der GDV-Jahrestagung in Berlin. Der Markt verlange von dem vergleichsweise gut aufgestellten Staat eigentlich ungerechtfertigt hohe Renditen.

 

Viele Versicherer prüfen inzwischen auch neue Anlagemöglichkeiten oder bauen bisherige Randbereiche aus. „Rentenpapiere in der gesamten Bandbreite sind und bleiben die Basis unserer Kapitalanlagen“, sagt ein Sprecher der Meag, dem Vermögensverwalter der Münchener Rück und Ergo. „Immobiliendarlehen, erneuerbare Energien oder Infrastrukturprojekte stellen aber eine attraktive Ergänzung und Abrundung unseres Portfolios dar.“ So hat etwa die Münchener Rück eine halbe Milliarde Euro in Wind- und Solaranlagen investiert. Mittelfristig will der Konzern diese Summe auf 2,5 Milliarden Euro erhöhen. Auch in Stromnetze investieren die Versicherer, so beteiligte sich etwa die Münchener Rück mit einem dreistelligen Millionenbetrag am Netzbetreiber Amprion. Solche Investitionen sind für die Assekuranz attraktiv, weil sie langfristig planbare Renditen abwerfen.

Einige Versicherer sind auch im Kreditgeschäft tätig: So vergibt die Allianz langfristige Darlehen an Unternehmen, insgesamt mehrere Milliarden Euro. Die Allianz Leben hat 13 Milliarden Euro Darlehen an Häuslebauer vergeben – das sind rund acht Prozent der Kapitalanlagen.


Zum Artikel

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Anti Lemming:

IWF "garantiert" für die EZB

14
27.11.11 16:11
In der Seifenoper "Wer wird der nächste 'Retter der letzen Instanz' drängt sich nach den Zentralbanken, die Länder ausbail(t)en, nun der IWF als "Retter der Zentralbanken" nach vorn.

Krise 1.0: Staaten bailen verzockte Banken aus (2008/2009)
Krise 2.0: Zentralbanken bailen verzockte Staaten aus (2010/2011)
Krise 3.0: IWF "garantiert" für die Zentralbanken (ab 2012)


www.wirtschaft.t-online.de/...et-italienrettung-vor/id_51813288/index

Politisch läuft da im Hintergrund noch etwas anderes ab. Im IWF mischen die USA mit. Folglich soll die "IWF-Garantie" für die EZB offenbar dazu dienen, letztere endlich zum hemmungslosen Gelddrucken à la QE zu ermuntern. Die EZB könnte so ihr Gesicht wahren (Weltfinanzpolizist IWF gibt "grünes Licht"), und die Amis/Angelsachsen bekommen die Inflationierung, die sie eh anstreben.
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Dreiklang:

Man muss sich das mal vorstellen

10
27.11.11 16:25
IWF garantiert für die EZB - " 600 Billions" also vergrößert die EZB ihre Bilanz um eben diesen Betrag für Italien. Die Finanzdynamik dahinter ist:

Die USA befürchten eine Flucht aus dem Euro. Deshalb wird mit Fiat Money 600 Mia Euro gekauft bzw. "garantiert" - was bei diesen Summen -deswegen der Begriff Finanzdynamik- auf dasselbe hinausläuft. Die FED greift also in den Dollartrade nun direkt ein. Das Ziel: Eine Aufwertung des Dollar unbedingt zu vermeiden.
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DOOMSTER:

und das wievielte Gerücht aus

5
27.11.11 18:23

nicht genannter Quelle bzw. mit der Situation vertrauter Kreise wäre das jetzt innrhalb der letzten Woche..............12, 15 oder gar 20?

Kreativ ist die Sellside schon, das muss man denen schon lassen, nur springt halt mittlerweile nicht mal mehr der dümmste auf diesen Unfug an.

Antworten
permanent:

30 Jahre steigende Zinsen

9
27.11.11 19:33

Wellenreiter-Kolumne vom 26. November 2011
30 Jahre steigende Zinsen

Der Renditezyklus 10jähriger US-Anleihen ist einer der stabilsten regelmäßig auftretenden Zyklen an den Finanzmärkten. Seit dem Jahr 1800 wechseln sich etwa alle 30 Jahre Renditehochs- und Renditetiefs ab.

Der USA Bären-Thread 12224807

Am 30. September 1981 wurde ein absolutes Renditehoch (15,84%) registriert. Legt man 30 Jahre drauf, so gelangt man in den September 2011. Am 22. September 2011 wurde mit 1,71% das aktuell gültige Renditetief für 10jährige US-Staatsanleihen registriert.

Kann es sein, dass das Uhrwerk der Märkte derart genau arbeitet? Bei solchen Zyklenlängen sollte man Abweichungen von plus/minus ein bis zwei Jahren tolerieren. Bereits in unserem Jahresausblick 2006 zeigten wir den folgenden Verlaufsvergleich und schrieben, dass sich Bodenbildungsphasen im Rahmen dieses Zyklus über mehrere Jahre hinziehen (nächster Chart).

Der USA Bären-Thread 12224807

Der Chart suggeriert ein baldiges Ende der Bodenbildungsphase. Welche Anzeichen sprechen für eine erste initiale Rendite-Aufwärtsphase? Zum einen steigen ja viele Renditen bereits. Deutschland bildet mit seinen 2,26% für 10jährige Bundesanleihen eine große Ausnahme in der Eurozone. Die Niederlande liegen bei 2,74%, und selbst die Finnen müssen mit 2,99% mittlerweile eine vergleichsweise hohe Rendite bezahlen. Von Griechenland, Portugal, Irland, Italien und Spanien nicht zu reden, die liegen alle über 6 Prozent.

Doch wie sieht es außerhalb der Eurozone aus? Die Briten jubelten ob der verkorksten Auktion 10jähriger Bundesanleihen in der vergangenen Woche. Das deutsche Wort „Schadenfreude“ ist auch im angloamerikanischen Raum bestens bekannt. Doch die Schadenfreude dürfte in London nicht lange währen, denn die Rendite 10jähriger britischer „GILTs“ zog in der vergangenen Woche an (auf jetzt 2,29%). Sie befindet sich wieder oberhalb der Rendite für die entsprechenden deutschen Anleihen.

Der USA Bären-Thread 12224807

Das Paradoxon der positiven Korrelation zwischen Dollar/Yen und der Rendite 10jähriger US-Anleihen könnte ebenfalls für ein Ende der Bodenbildungsphase sprechen (folgender Chart).

Der USA Bären-Thread 12224807

Die japanische Zentralbank hatte Ende Oktober Interventionen zugunsten des US-Dollar durchgeführt. Bisher schaffte es der Markt nicht, sich diesem Ansinnen entgegen zu stellen. Der Dollar/Yen ist dank der Eurokrise aus den Schlagzeilen raus; er dümpelt vor sich hin. Desinteresse ist häufig die Voraussetzung für eine Umkehr der Bewegung: Jeder, der verkaufen wollte, bereits verkauft hat. Die Käufer aber noch nicht so weit.

Doch dieser Punkt dürfte kommen, sodass ein steigender Dollar/Yen gemäß der laufenden Korrelation steigende Zinsen signalisieren würde. (Rein logisch müsste eine steigende Dollarnachfrage die US-Renditen nach unten bringen, da die zusätzlichen US-Dollar üblicherweise in US-Bonds angelegt werden. Die Korrelation gestaltet sich jedoch genau anders herum (siehe obigen Chart), weshalb wir von einem Paradoxon sprechen). 

Überhaupt Japan: Ist Japan nicht das beste Beispiel dafür, dass der 30jährige Rendite-Zyklus nicht funktioniert?

Ganz im Gegenteil. Die Rendite 10jähriger japanischer Staatsanleihen markierte bereits Anfang Oktober 2010 ihr heute noch gültiges Verlaufstief (nächster Chart).

Der USA Bären-Thread 12224807

Charttechnisch betrachtet ähnelt diese Bewegung dem Verlauf der Rendite französischer Staatsanleihen. Auch diese markierte in der zweiten Jahreshälfte 2010 ein Tief, das im Jahr 2011 nicht mehr unterboten wurde. Noch eine Auffälligkeit: Das japanische Renditehoch datiert aus dem Sommer 1980, das bisherige Tief aus dem Oktober 2010. Auch hier beträgt die Differenz in etwa 30 Jahre. Der japanische Anleihenmarkt kann somit als Vorläufer für den US-Markt gelten. Danach müsste es jetzt eine erste - initial starke – US-Renditebewegung nach oben geben. Diese sollte nach wenigen Monaten auslaufen und in eine erneute Abwärtsphase übergehen. Daraufhin sollte sich ein höheres Tief ausbilden.

Fazit: Neben dem 30-Jahres-Zyklus sprechen auch die steigenden Renditen in der Eurozone, die ebenfalls ansteigenden britischen Staatsanleihen, das möglicherweise höhere Tief japanischer Staatsanleihen und die sich abzeichnende Stabilisierung des Dollar/Yen für einen Abschluss der Bodenbildungsphase bei den Renditen. Der Renditezyklus verweist auf steigende Zinsen bis etwa zum Jahr 2040.

Allerdings dürfte der Anstieg nicht linear erfolgen. Wir rechnen damit, dass die Renditen in einer ersten Phase – die jetzt begonnen haben dürfte – deutlich genug anziehen, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Das muss nominal gar nicht so viel sein. Aber die Erkenntnis, dass der Trend gedreht hat, wird vielen Anlegern das Herz in die Hose rutschen lassen. Die Cleveren werden dies nutzen und auf dem Höhepunkt der Angstwelle nochmals US-, britische und deutsche Staatsanleihen kaufen. Doch das wäre nur ein Trade. Denn wenn der Trend gedreht hat, muss man mit dem Trend handeln. Und das bedeutet: Staatsanleihen im Portfolio längerfristig reduzieren. Verfolgen Sie die Entwicklung der Finanzmärkte in unserer handelstäglichen Frühausgabe.

Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest

Antworten
Anti Lemming:

Wellenreiter zu 30j.-US-Staatsanleihen

8
27.11.11 21:07
in # 748:

Die Renditen langlaufender Staatsanleihen ergeben sich grob gerechnet aus dem erwarteten Wirtschaftswachstum plus der erwarteten Inflation. Als die Wirtschaft noch normal um 3 % wuchs und die Inflation bei 2 % lag, gab es auf 10-jährige etwa 5 %. Doch in deflationären Zeiten , die weltweit drohen, entfallen sowohl Wachstum als auch Inflation. In Japan gibt es auf 10-jährige nur noch 1 % (siehe Chart bei Wellenreiter).

Bleibt das Wachstum in den Industriestaaten weitgehend aus und drucken die Staaten zum Ausgleich nach US-Vorbild Geld, wächst die Wirtschaft nicht organisch, sondern "inflationär". Ein solches "Wachstum auf Pump" ist nicht nachhaltig. Deshalb kann man nicht rechnen: 1 % Wachstum plus 3 % Bernanke-Inflation (via QE o.ä.) = 4 % Zinsen auf 10-jährige (oder noch leicht höhere auf 30-j., wie Wellenreiter charttechnisch prophezeiht.

Denn der Bond-Markt hat das längst anders entschieden. Die Langlaufrenditen in USA sind zurzeit:

knapp 2 % auf 10-jährige (Chart unten)
knapp 3 % auf 30-jährige (Chart im nächsten Posting)


Beides sind extreme Tiefs.

Da ich davon ausgehe, dass die Weltwirtschaft wegen Übersättigung und Nachfragemangel in den Industriestaaten einerseits und Ressourcenknappheit andererseits in den nächsten Jahren kaum mehr wachsen wird - es droht mMn eher ein globales Japan-Szenario - , halt ich das Wellenreiter-Szenario steigender Zinsen, dass der Autor allein aufgrund von Chart-Symmetrien und vermeintlicher Langzeitzyklen postuliert, für nicht realistisch.

Sollten sich die Regierungen weltweit für das Gelddrucken entscheiden, wie es die Fed ja anstrebt, könnten zwar die nominalen Zinsen von Langläufern anziehen, real aber dürfte von den Anstiegen nichts übrigbleiben. Dann resultiert inflationsbereinigt eine Rendite, die sich wohl nur unwesentlich von der heutigen (2 % auf 10-jährige) unterscheidet. Sie könnte sogar noch (nach Japan.-Vorbild) weiter fallen.

FAZIT: Die Lage ist zu komplex. Mit bloßen Chartanalogien und Symmetriepostulaten wird man ihr nicht gerecht.

Rendite 10-jährige US-Staatsanleihen:
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Der USA Bären-Thread 461624
Antworten
Anti Lemming:

Zinserträge 30-j. US-Staatsanleihen

3
27.11.11 21:08
(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 461625
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