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Der USA Bären-Thread


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Garion:

UniCredit erhält Hilfe von russischer Tochter

6
24.10.11 12:43

(Quelle)

Möglicherweise ein stinknormaler Vorgang. Möglicherweise aber auch nicht. Wir werden sehen.

Die russische UniCredit-Tochter hat dem  italienischen Mutterkonzern, zu dem die Bank Austria gehört, mit Geld  unter die Arme gegriffen. Die russische UniCredit hat ihr Volumen für  Auslandskredite für das dritte Quartal um 1,4 Mrd. Euro auf 4,5 Mrd.  Euro - laut der Bank auf 4 Mrd. Euro - aufgestockt. Davon hat vor allem  die eigene Bankengruppe profitiert.

"Für uns war es tatsächlich  bequemer, den Großteil der Mittel bei Banken unserer Gruppe anzulegen",  sagte ein russischer Sprecher der Uni-Credit-Bank zum  "WirtschaftsBlatt".

Der Bank zufolge soll es sich dabei allerdings  nicht um Hilfe für den UniCredit-Konzern handeln, sondern um die  Notwendigkeit, überschüssige Liqidität anzulegen. "Italiens Banken sind  wegen der sich verschlechternden Wirtschaftslage und dem Sparkurs, den  Italiens Regierung einhalten muss, unter Druck. Logisch, dass in der  Lage alle möglichen Ressourcen mobilisiert werden", erklärt die  Bankenanalystin von Otkrytije Kapital, Olga Najdjonowa.

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Malko07:

Ich glaube nicht, dass unsere

10
24.10.11 13:20
Regierung so zielstrebig arbeitet wie fkuebler vermutet. Sie macht nicht nur den Eindruck, dass sie nicht weiß wie es weiter gehen soll, es ist auch in Wirklichkeit so. Sie ist diesbezüglich ein Abbild ihrer Parteibasis. Bei den anderen Parteien sieht es allerdings auch nicht besser aus.

Es ist auch nicht so, dass unsere Regierung sich die gesamte Zeit, auch schon vor der Krise, einer europäischen Budgetkontrolle entgegenstemmt, wegen den Eigeninteressen der Nation.  Sie fürchtet primär, sie könnte dann über Stimmenkauf ihre Regierung nicht mehr absichern. Entlarvend wirkt dazu der aktuelle Vorstoß des Finanzministers zu einer Steuerreduzierung kurz vor den Wahlen. Dabei sind wir himmelweit von den alten, nicht ausreichenden, europäischen Stabilitätskriterien entfernt. Ein gehöriges Stück Griechenland ist überall.

Würde unsere Regierung fester dastehen und in Frankreich wären nicht auch noch demnächst Wahlen, wäre ein zielgerichtete europäische Politik einfacher möglich und Frankreich täte sich auch einfacher bei notwendigen Reformen. So muss jetzt mit den Muskeln gespielt werden um die Stammtische zu erobern um dann den nächsten großen Unsinn zu veranstalten, weil die Lösung wieder "alternativlos" geworden ist.

Man kann auch betrachten, was die letzten Jahre auf dem inländischen Bankensektor und zwar nur in die Richtung, welche keine großen Berührungspunkte mit dem Ausland hat, geschehen ist. Es betrifft unsere Stellung international nicht negativ, wenn im öffentlich rechtlichen Bankensektor oder bei Banken. die sich im Staatsbesitz befinden respektive der Staat problemlos mitbestimmen darf, aufgeräumt würde.

Eine große Strategie kann ich nicht feststellen, tut mir leid. Wenn man sieht, was in anderen nordeuropäischen Staaten gefordert wurde und wird, kann man nicht behaupten ein zielorientiertes Vorgehen wäre unmöglich gewesen und es hätte hier zuerst eines Umerziehungsprozesses bedurft. Wir, Frankreich und etliche südeuropäischen Länder bedürfen eines Umerziehungsprozesses.
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Garion:

Gipfel-Zwischenstand

3
24.10.11 13:32

(Quelle)

Ein Gipfel-Zwischenstand des Focus. Von mir kommentiert:

Nach dem EU-Gipfel tagte  am Sonntagabend der Euro-Gipfel weiter. Am Mittwoch kommen dann erneut  sowohl die 27 EU-Regierungen sowie danach die 17 Euro-Regierungen  zusammen, um nach den Diskussionen am Wochenende dann Beschlüsse zu  fassen.

Ein Überblick über den Zwischenstand bei den Bemühungen der Europäer, die Schuldenkrise einzudämmen:

Griechenland
Griechenland  wird mit einem zweiten Hilfspaket rechnen können, aber die Konditionen  werden noch bis Mittwoch unklar bleiben. Es gab auch am Sonntag noch  keine Einigung darüber, wie stark die Schulden des Landes reduziert  werden müssen, damit es wieder auf die Beine kommen kann, und wer dafür  zahlen soll. Die Troika hatte vorgerechnet, dass das im Juli anvisierte  zweite Hilfspakte mit einen Volumen von 109 Milliarden Euro nur reicht,  wenn die privaten Gläubiger auf 60 Prozent ihrer Forderungen  verzichteten. Der Schuldenstand könnte dann bis 2020 auf 110 Prozent des  Bruttoinlandsprodukts gesenkt werden nach einem Höchststand 2013 von  voraussichtlich 186 Prozent.

Die Banken hatten im Juli einen  Verzicht von 21 Prozent zugesagt. Deutschland dringt auf einen höheren  Schuldenschnitt, Frankreich will ihn aus Angst um seine Banken  vermeiden. Davon abgesehen muss geklärt werden, wie stark Griechenland  in den kommenden Jahren an die Leine genommen wird, etwa von einer  permanenten Troika oder einem „EU-Sparkommissar“.

Garion: Wenn es stimmt, was der Focus hier schreibt, dann gibt es zum Verhandlungspunkt Griechenland keine Fortschritte. Dass Griechenland ein weiteres Hilfspaket benötigt, ist keine Neuigkeit. Dass es dieses in irgendeiner Form bekommen wird ebensowenig. Im Übrigen ist meiner Erinnerung nach der Verzicht von 21% der Schulden durch die Banken bislang keineswegs zustande gekommen, weil die Schwelle von 75% Annahmequote nicht erreicht worden ist (man möge mich korrigieren, falls das doch der Fall war).

Die EU befindet sich hier auch in einem Dilemma: Macht man keinen Schuldenschnitt, frisst die Höhe des 2. Hilfspakets für Griechenland die aktuellen Mittel des EFSF bis 2020 nahezu auf. Macht man einen hohen Schuldenschnitt von 60% braucht man das bereits beschlossene zweite Hilfspaket i. H. v. 109 Milliarden zwar nicht aufstocken, man muss dann aber die Banken rekapitalisieren, da nicht alle Banken einen Schuldenschnitt von 60% verkraften. Da in dem einen oder anderen Fall der Bankenrekapitalisierung schlussendlich wohl die EFSF einspringen muss, reißt man durch das stopfen eines Loches auf der einen Seite der EFSF (Hilfspaket) ein Loch auf der anderen Seite der EFSF (Bankenrekapitalisierung). Die Summe beider Löcher, egal wie man sie austariert, ist schwer zu prognostizieren, aber wohl erheblich. Daher bleibt festzuhalten: Die EFSF reicht ungehebelt kaum für mehr als Griechenland alleine. Erschreckend aber wahr.

Bankenrettung
Von  der Höhe der privaten Beteiligung an einem Schuldenschnitt hängt ab,  wie stark die Banken ihr Eigenkapital aufstocken müssen. Je härter der  Schnitt, desto mehr Geld brauchen die Banken, um die Abschreibung  griechischer Staatsanleihen zu verdauen und den möglichen Wertverlust  anderer Euro-Anleihen. Unstrittig scheint mittlerweile das Verfahren:  Erst versuchen die Banken, Geld aufzunehmen, dann springen notfalls die  Staaten ein und wenn diese es nicht schaffen der Euro-Rettungsschirm  EFSF.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die Banken bis Ende Juni  2012 eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent erreiche müssen.  Daraus ergibt sich ein gesamter zusätzlicher Kapitalbedarf von bis zu  110 Milliarden Euro. Darin eingerechnet sind allerdings auch 46  Milliarden Euro, die bereits für Bankenhilfen Irlands, Portugals und  Griechenlands reserviert sind. Nach Schätzungen brauchen die Banken in  Italien, Spanien und Frankreich etwa 50 Milliarden Euro.

Garion: Was bei alledem nie so offen gesagt wird ist, dass der Schuldenschnitt Griechenlands dann wohl erst Mitte 2012 erfolgt. Also in fast 9 Monaten. Bei der Dynamik der Ereignisse der vergangenen 9 Monate (massiver Einbruch des BIP in Griechenland, zunehmend gewalttätige Massenproteste in Griechenland, Kurssturz am Bondmarkt, heftiger Rutsch am Aktienmarkt im August, Dexia pleite, neues Notkaufprogramm der EZB für südeuropäische Staatsanleihen, Konjunkturfrühindikatoren im Sinkflug, steigende Inflation usw.) kann es mMn als sicher gelten, dass wenn am Mittwoch der griechische Schuldenschnitt für Mitte 2012 beschlossen wird, diese Planung durch die garstige Realität schon bis Januar 2012 über den Haufen geworfen sein wird. Oder glaubt irgendwer, dass in den kommenden 9 Monaten alles so bleibt wie es jetzt ist, nichts schlimmer wird, einiges vielleicht sogar besser? Ich wüsste nicht, woher plötzlich ein konjunktureller Frühling und Staatshaushalte im Plus kommen sollten, nach allem, was man so lesen kann.


Effektiver Rettungsschirm
Schließlich  drehen sich die Beratungen noch darum, wie das Volumen des  Euro-Rettungsfonds EFSF erhöht werden kann. Nach übereinstimmenden  Aussagen steht bisher fest, dass nur noch zwei Modelle weiterverfolgt  werden: Beim ersten Modell gibt der EFSF privaten Abnehmern von Anleihen  wackelnder Euro-Staaten eine Garantie ab, die ersten 20 oder 30 Prozent  Verlust zu übernehmen. Dagegen wird aber eingewandt, dass der  Anleihemarkt gespalten wird und bereits umlaufende Anleihen erst recht  abgestoßen werden. Das zweite Modell sieht die Gründung einer  Zweckgesellschaft vor. Der EFSF und private Investoren oder auch  staatliche Vermögensfonds zahlen Kapital ein. Die Zweckgesellschaft  nutzt dieses, um noch mehr Geld am Kapitalmarkt aufzunehmen und damit  Anleihen aufzukaufen, sei es bei der Ausgabe oder bereits umlaufende  Staatspapiere.

 
Vom Tisch ist dagegen die von Frankreich  ursprünglich angedachte und von den USA geforderte Einbindung der  Europäischen Zentralbank (EZB). Auch eine Banklizenz für den EFSF, die  diesem eine Refinanzierung bei der EZB erlauben würde, scheidet aus.
Hier  kommt der Bundestag ins Spiel. Weil dieser den EFSF-Leitlinien  zustimmen muss, will die Bundesregierung bis Montagabend eine  schriftliche Ausarbeitung der beiden Modelle vorliegen haben. Nur dann  können der Haushaltsausschuss und die Fraktionen grünes Licht geben –  und Kanzlerin Angela Merkel am Mittwoch auf dem zweiten Teil des  EU-Gipfels zustimmen.

Garion: Die Spaltung des Anleihemarktes halte ich in der Tat für eine mögliche Folge des Versicherungsmodells. Jeder ängstliche Investor wird sich überlegen, ob er seinen Bestand an Griechenland-Portugal-Irland-Staatsanleihen nicht vielleicht doch lieber in versicherte Pendants umtauscht. Falls es sogar zu einer Umschichtung von unversicherten Spanien-Italien-Staatsanleihen in versicherte Griechenland-Portugal-Irland-Staatsanleihen kommen sollte, dann gute Nacht.

Bei dem zweiten Modell frage ich mich, wie das in der geschilderten Komplexität unter Hinzunahme von Privaten oder Staatsfonds überhaupt funktionieren soll und warum Private und Staatsfonds da mitmachen sollten.

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Garion:

#89402: Da muss ich Malko Recht geben

9
24.10.11 13:43
Angenommen, dass Deutschland die anderen Euro-Länder tatsächlich erziehen wollte, würde dies unterstellen, dass Deutschland selbst tugendhaft ist. Ist es aber nicht.

Wie kann es z. B. sein, dass Deutschland im Jahr 2011, da sich der Finanzminister vor Steuermehreinnahmen kaum retten kann, immer noch zweistellige Milliardenbeträge Neuverschuldung benötigt, um seine Ausgaben zu decken? Wenn es einem strukturstarken, großen und wettbewerbsfähigen Land wie Deutschland nicht gelingt, in einem Jahr wie 2011 einen deutlich Überschuss im Staatshaushalt zu erwirtschaften, braucht aus Deutschland niemand mit dem Finger auf Berlusconi und Co. zu zeigen. Und aus Frankreich erst recht niemand.
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fkuebler:

Tja, liebe Malko/Garion 402/404, dann müssen wir..

6
24.10.11 14:16

"Eine große Strategie kann ich nicht feststellen, tut mir leid. Wenn man sieht, was in anderen nordeuropäischen Staaten gefordert wurde und wird, kann man nicht behaupten ein zielorientiertes Vorgehen wäre unmöglich gewesen und es hätte hier zuerst eines Umerziehungsprozesses bedurft. Wir, Frankreich und etliche südeuropäischen Länder bedürfen eines Umerziehungsprozesses"

"Wenn es einem strukturstarken, großen und wettbewerbsfähigen Land wie Deutschland nicht gelingt, in einem Jahr wie 2011 einen deutlich Überschuss im Staatshaushalt zu erwirtschaften, braucht aus Deutschland niemand mit dem Finger auf Berlusconi und Co. zu zeigen. Und aus Frankreich erst recht niemand"

... wohl weiter den idealen Diktator suchen, der unser aller Umerziehungsprozess dadurch zu einem erfolgreichen Ende bringt, dass er aus Konjunktiven umsetzungsstark Imperative macht. Fachkundig, überzeugungsstark, entschlossen, politisch gewieft, und gutherzig sollte er nach Möglichkeit auch noch sein.

Ich bin sicher, dass Initiativ-Bewerbungen noch auf fruchtbaren Boden fallen können... ;-)

Bitte habt Verständnis, dass ich selbst mich nicht bewerbe, weil ich mir aufgrund meiner miesepittrig-zweifelnden Natur einfach nicht die notwendige Durchschlangskraft zutraue. Ausserdem habe ich mein Batman-Kostüm leider irgendwo verkramt... 

 
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permanent:

Bundestag stimmt nun doch über Rettungsschirm ab

6
24.10.11 14:22

Bundestag stimmt nun doch über Rettungsschirm ab Der USA Bären-Thread 11897987

Erst sollte nur der Haushaltsausschuss über den Euro-Rettungsschirm entscheiden, nun muss das ganze Parlament einwilligen. mehr...

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Malko07:

#89405: Man sollte nicht laufend

4
24.10.11 14:55
fürchterlich übertreiben und glauben machen wollen, Reformen seien nur mittels Diktaturen durchführbar. Die Praxis zeigt aber genau das Gegenteil. Selten wurden unter Diktaturen Reformen durchgeführt, das war immer mehr ein Spielfeld der Demokratien.

Auch Schweden brauchte keine Diktatur um während der dortigen Bankenkrise Anfang der 90-ziger in seinem Bankenbereich erfolgreich aufzuräumen. Und die Lage war wirklich nicht einfacher als heute bei uns.
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Pichel:

schon jemand gelesen? Interview mit Jim Rogers

12
24.10.11 15:01
www.handelsblatt.com/finanzen/...uro-wie-moeglich/4634496.html
Finanzielle Probleme lassen sich am besten mit anderer Leute Geld regeln. (J. Paul Getty)
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fkuebler:

Gut dass du einsiehst, lieber Malko 407, dass es..

5
24.10.11 16:19

"Man sollte nicht laufend fürchterlich übertreiben und glauben machen wollen, Reformen seien nur mittels Diktaturen durchführbar"

... auch ohne den "idealen Diktator" gehen sollte. Das ist mir zumindest sehr viel angenehmer, weil Diktatoren eben meistens doch nicht so ideal sind.

In der Richtung, dass es ohne den gehen müsse, hatte ich dein letztes Posting zumindest verstanden...

Darf ich daraus schliessen, dass du für die Umsetzung deiner <Ironie aus> zweifellos klaren, in sich logischen, und bei erfolgreicher Umsetzung auch mit hoher Wahrscheinlichkeit zielführenden Rahmenmassnahmen <Ironie an> die Befehlskanäle an alle dabei Beteiligten etabliert hast und das Projekt in Kürze anlaufen wird?

Aber im Ernst:

"Auch Schweden brauchte keine Diktatur um während der dortigen Bankenkrise Anfang der 90-ziger in seinem Bankenbereich erfolgreich aufzuräumen"

Was die Schweden gemacht und erreicht hatten, finde ich auch gut. Aber der Fall ist verglichen mit der heutigen Eurozonensituation ja fast trivial: ein Land, eine Regierung, ein Parlament, ein Rechtssystem.

"Und die Lage war wirklich nicht einfacher als heute bei uns"

Hmmm... Dann weisst du vielleicht 'was, was ich nicht weiss... ;-)

 
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wawidu:

US-Übernahmen

4
24.10.11 16:55
Seit Monatsbeginn steigen Unternehmensübernahmen wieder deutlich an. Allein heute wurden drei Übernahmeangebote abgegeben: für das relativ kleine Biopharma-Unternehmen Adolor (ADLR), das Software-Unternehmen RightNow (RNOW) seitens ORACLE und den Health Care Versicherer Health Spring (HS) seitens des weitaus größeren Konkurrenten CIGNA (CI).

zu letzterem Übernahmeangebot: CIGNA bietet den Aktionären von HS 3,8 Mrd. $ in Cash. Zur Finanzierung des Deals sollen neue Aktien emittiert und neue Kredite aufgenommen werden. CIGNA hat bereits rund 3,2 Mrd. $ Schulden -  Schulden/Eigenkapital Ratio: 42,8!!!
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wawidu:

garion # 89404

7
24.10.11 17:35
Tja, auch Deutschland arbeitet/e(?) wie fast alle Staaten der EU und die USA mit "Schattenhaushalten", die die wahren Haushaltssituationen gewaltig verzerrt haben. Da genügt es nicht, mal über ein Jahr oder zwei Jahre deutliche Steuermehreinnahmen zu erzielen, um auch nur annährend wieder zu einem ausgeglichenen Realhaushalt zu kommen.

Ich wiederhole hier nochmals die Links, die ich vor kurzem schon einmal gepostet habe:

der-klare-blick.com/2011/09/staatsverschuldung-deutschland/

www.staatsverschuldung.de/hoehe.htm

www.staatsverschuldung.de/destatis2011-02-21.pdf

Der aktuell größte außerbilanzielle Posten liegt in der "Bad Bank" FMS Wertmanagement. Über deren Bilanz gibt es keinerlei Informationen. Diese stellt quasi eine "Black Box" dar.
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Garion:

Morgen, morgen, nur nicht heute

5
24.10.11 18:12

(Quelle)

Der Tagesanzeiger hat's mMn verstanden. Die mit Abstand beste Analyse der aktuellen Euro-Gipfelei, die ich bisher gelesen habe. Da könnte man im unteren Teil fast jeden Satz fett und rot machen:

Am Wochenende hätten die Staatschefs der Eurozone die definitive  Lösung ihrer Krise verkünden wollen. Schon Ende letzter Woche haben sie  diese grosse Ankündigung auf  Mittwoch weiterverschoben. Gemäss dem  bisher aus den Debatten Bekannten, droht die grosse Lösung vom Mittwoch  ein weiteres Mal zu einem Rohrkrepierer zu werden.  

Die «Lösung»  wird voraussichtlich drei eng miteinander verzahnte Kernelemente  enthalten: Ein grösserer Schuldenschnitt von Griechenland, eine Hebelung  des bestehenden Rettungsfonds «European Financial Stability Facility»  (EFSF) und eine Rekapitalisierung der Banken.


Erst  auf die Grundzüge der Rekapitalisierung haben sich die Staatschefs  geeinigt. Diese soll nach einer Schätzung der Europäischen Bankaufsicht  EBA rund 108 Milliarden Euro kosten,  deutlich mehr als von der Behörde bisher angenommen. Gemäss anderen  Schätzungen ist die Summe allerdings deutlich unzureichend: Der  Internationale Währungsfonds hat den Bedarf auf 200 Milliarden Euro  geschätzt, andere Analysten rechnen laut der «Financial Times» sogar mit  einem Bedarf von 275 Milliarden Euro.

Der Kapitalbedarf errechnet  sich aus dem Erfordernis, dass die Banken 9 Prozent hartes Eigenkapital  gemessen an den risikogewichteten Anlagen halten müssen und die  Staatsanleihen in ihren Büchern neu gemäss ihrem aktuellen Marktwert  ausweisen müssen. Dieser liegt im Fall von gefährdeten Ländern deutlich  unter ihrem Nennwert.

Für  die Rekapitalisierung sollen die Banken in erster Linie Mittel auf den  Kapitalmärkten aufnehmen und wenn das unter den gegenwärtig schwierigen  Bedingungen nicht gelingt, sind die jeweiligen Nationalstaaten  zuständig. Damit hat sich Deutschland durchgesetzt. Das Problem dabei  ist, dass besonders gefährdete Länder auch am meisten Geld für ihre  Banken aufwenden müssten, was ihre Position gleich noch mehr schwächen  würde und damit auch wieder die Banken. Das Problem hat selbst  Frankreich, das sich um seine höchste Bonitätsnote AAA sorgen muss.

Noch  keine Einigkeit gibt es offenbar zu einem höheren Schuldenschnitt von  Griechenland, als er bisher geplant ist (bisher sind es 21 Prozent der  ausstehenden Schulden bei Privaten). Ein mittlerweile bekanntgewordenes,  als «streng geheim» klassifiziertes Dokument der Troika kommt zu einem für die  bisherige Politik gegenüber dem Land verheerenden Resultat: Die bis  anhin geforderten Austeritätsmassnahmen hätten die wirtschaftliche Lage  des Landes in einem Ausmass verschlimmert, wie man das nicht erwartet  habe, steht da. Um die Staatsverschuldung Griechenlands bis 2020 unter  110 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) zu bringen, wäre neben dem  geplanten zweiten Rettungspaket von 109 Milliarden ein Verzicht der  privaten Gläubiger im Umfang von 60 Prozent der ausstehenden Schulden  nötig.

Ohne  eine weitergehende private Beteiligung und unter der Voraussetzung,  dass keine weiteren negativen Entwicklungen mehr dazukommen, würde  Griechenland noch bis 2021 kein Geld über die Kapitalmärkte aufnehmen  können und 252 Milliarden Euro, statt der geplanten 109 Milliarden an  weiteren Rettungsgeldern benötigen. Selbst nach diesem Basisszenario  würden sich die griechischen Schulden Ende 2030 noch auf 130 Prozent des  BIP belaufen. Der Bericht zeigt anhand von plausiblen Szenarien zum  Konjunkturverlauf, dass die Entwicklung sogar noch weit dramatischer  verlaufen könnte. So könnte sich der nötige Betrag für weitere  Hilfszahlungen sogar auf 450 Milliarden erhöhen und die Verschuldung  Griechenlands auf über 200 Prozent gemessen am BIP steigen.

Der  Bericht ist implizit eine vernichtende Kritik an der Haltung der  Europäischen Zentralbank EZB, die sich bisher stets strikte gegen einen  «unfreiwillgen» Schuldenschnitt Griechenlands gewehrt hat und  behauptete, das Land könne durch geeignete Sparmassnahmen letztlich  seiner Krise entkommen. Kein Wunder enthält der geheime Troika-Bericht  eine Fussnote, wonach die EZB «nicht damit einverstanden ist, Szenarien  über eine grössere Beteiligung privater Gläubiger» in den Bericht  aufzunehmen.

Ein  nötiger Schuldenschnitt Griechenlands hängt einerseits eng mit dem  bereits erwähnten Thema der Rekapitalisierung der Banken zusammen, aber  auch mit jenem der Hebelung des bestehenden Rettungsschirms. Je nach  Ausmaß eines Schuldenschnitts wächst die Belastung der Banken, die  griechische Papiere in ihren Bilanzen haben. Ein scharfer  Schuldenschnitt kann ausserdem auch die Spekulation nähren, dass sich  ein ähnliches Vorgehen auch bei anderen gefährdeten Euroländern  aufdrängt. Das könnte dort zu Verkäufen von Staatsanleihen führen. Die  dadurch sinkenden Marktwerte dieser Schuldpapiere haben einerseits  weitere Abschreiber bei den Banken zur Folge und andererseits höhere  Zinsen für die gefährdeten Länder.

Damit auch Staaten wie das  viertgrößte Euroland Spanien und das drittgrösste Italien vor einem  solchen Teufelskreis geschützt werden können, muss klar sein, dass  glaubwürdige Summen bereitstehen, um diese Länder notfalls zu stützen.  Doch die 440 Milliarden Euro, die dem Rettungsfonds EFSF dafür zur  Verfügung stehen, reichen dafür nicht aus. Die einzige glaubwürdige  Institution mit genügend Feuerkraft wäre die EZB.  Sie kann theoretisch jeden beliebigen nötigen Geldbetrag drucken. Ist  die Bereitschaft und die finanzielle Möglichkeit glaubwürdig, gefährdete  Länder zu retten, wäre aber der Einsatz eines solch schweren Geschützes  kaum nötig.

Vor  allem Frankreich drängt in den Gesprächen heftig auf einen  entsprechenden Einbezug der EZB. Doch die Zentralbank selbst –  unterstützt von Deutschland – legt sich quer. Stattdessen stehen jetzt  zwei Varianten einer Hebelung des Fonds zur Diskussion: Im einen Fall  soll mit dem Fondsgeld ein Teil an neu aufgenommener Staatsanleihen  gefährdeter Staaten versichert werden – die Rede ist von rund 20  Prozent. Im anderen Fall soll eine Zweckgesellschaft gegründet werden,  die Kredite an gefährdete Länder vergibt und diese Kredite – kombiniert  mit der Versicherung erster Zahlungsausfälle – an Investoren  weiterreicht, um sich damit das Geld an den Kapitalmärkten zu  beschaffen. Beide Lösungen erinnern frappierend an Finanzprodukte, mit  denen vor der Finanzkrise US-Banken Immobilienpapiere von schlechten  Schuldnern so umgepackt haben, dass diese als sichere Anlagen verkauft  werden konnten.

Tatsächlich erhöht zwar die Hebelung des  Rettungsfonds dessen Feuerkraftdie zur Verfügung stehenden Mittel  erhöhen sich erheblich doch gilt das nicht für seine Glaubwürdigkeit.  Letztlich bleibt die Haftung der Mitgliedsländer auf die 440 Milliarden  Euro beschränkt. Was mit der Hebelung steigt, ist aber das Risiko, dass  diese Gelder tatsächlich ausbezahlt werden müssen. Die höhere  Wahrscheinlichkeit, dass Frankreich durch einen gehebelten Rettungsfonds  weitere Einschnitte im Staatsbudget hinnehmen muss, könnte das Land  seine höchste Bonitätsnote kosten. Doch wenn einer der zwei wichtigsten  Garanten des Fonds (neben Deutschland) als weniger sicher gilt, trifft  das auch auf den Fonds selbst zu. Investoren in die gehebelten  Rettungsfonds-Anlagen können daher nicht sicher sein, dass ihre  Absicherung auch wirklich etwas taugt. Kommt dazu, dass die Verluste auf  Staatsanleihen – wie die Debatte um Griechenland zeigt – den  garantierten Teil übersteigen können.

Ein ungenügender  Rettungsfonds, der gleichzeitig grosse Risiken eingeht, ist eine  besonders unbefriedigende Lösung: Er kann auf den Märkten nicht für die  benötigte Ruhe sorgen und gefährdete Staaten vor einem Teufelskreis  bewahren. Gleichzeitig setzt er die eingesetzten Steuergelder (die als  Garantie für Verluste bereitstehen) einem besonders hohen Risiko aus.  Ohne neue Lösungen, als die bisher debattierten, wird der kommende  Gipfel in der Eurokrise nicht zu einer nachhaltigen Beruhigung führen.  Indem sich alles um die finanzielle Absicherung dreht, werden ihre  wahren Ursachen ohnehin nicht angegangen. Und noch nicht einmal die  Absicherung ist glaubwürdig.  

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Malko07:

fkuebler (#89409), bitte etwas

7
24.10.11 18:33
konzentrierter lesen  .... oder muss ich doch deutlicher schreiben, mit farblicher Ausgestaltung usw.?  ;o))

Ich sprach in diesem konkreten Fall nicht die sogenannte Eurokrise sondern die Lage in unserem Bankenbereich an, und zwar in denen in der der Staat die Finger drin oder ihm eh schon gehören. Also Landesbanken, HRE, Commerzbank und viele Sparkassen und Volksbanken. Auch dort gibt es großen Aufräumungsbedarf und die Lage ist wirklich nicht komplizierter als damals in Schweden.

Wenn man von einem zu großen Bankenbereich spricht, geht es bei uns eben nicht nur um die Privatbanken. Da haben wir im wesentlichen den Kotzbrocken DB und das wars. Und was tun unsere tollen politischen Führungen? Gibt der Commerzbank ein faktisch Gratisdarlehen  und lässt den Steuerzahler weiter regional und überregional bluten. Die Landesbanken haben noch immer kein funktionierendes Geschäftsmodell, die öffentlich rechtlichen Filialbanken belügen uns weiter mit ihren nicht funktionierendem Institutsschutz. Zum Ausgleich gibt es bei Letzteren schlechtere Bedingungen und die lokale Politik treibt dabei ihre Spielchen und wärmt ihre Stühlchen. In Summe macht das mehr aus als die Bonis bei unserer letzten Großbank.

Auf Gebieten, wo man eben nicht vom Ausland abhängig ist und das für uns mindestens so wichtig ist wie in anderen Ländern die Großbanken sieht man ganz klar die Führungs- und Macherqualitäten unserer politischen Führung. Wenn sie schon bei so einfachen Aufgaben in der Finanzbranche total versagen wieso soll man ihnen dann unterstellen, im großen Europa machen sie es schon richtig? Dazu muss man schon stark naiv und gläubig sein!
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fkuebler:

Bevor wir hier den Titanenkampf der Rechthaber...

9
24.10.11 18:49

" fkuebler (#89409), bitte etwas konzentrierter lesen  .... oder muss ich doch deutlicher schreiben, mit farblicher Ausgestaltung usw.?  ;o))
 ...
wieso soll man ihnen dann unterstellen, im großen Europa machen sie es schon richtig? Dazu muss man schon stark naiv und gläubig sein!"

... veranstalten, lieber Malko #413, noch dazu ohne realistische Chance, Eintrittsgelder zu kassieren, schlage ich vor, dass ich dir hiermit schriftlich gebe, dass ich deine Lufthoheit im Grossmünchner Grossgrantlerraum nicht infrage stelle, sondern meinerseits nur die über dem Vierwaldstätter See reklamiere.

Dann hast du das grössere Gebiet und ich das schönere... ;-)

Deal?

In der Sache hast du ja (wie meistens) Recht, aber ich eben auch...  

 
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fkuebler:

Leider kann man einem italienishen Multimilliardär

8
24.10.11 19:18

... auf dem Ministerpräsidentenstuhl kaum erfolgreich beikommen...  

Es sei denn, dass man ihm die Eier abschneidet...  

Falls wir dazu jemanden beauftragen und für das - von mir auch auch fürstliche - Honorar sammeln gehen wollen, würde ich mich zu einer grosszügigen initialen Spende verpflichten...  

Mo, 24.10.1119:07
Berlusconi: Europa kann uns keine Lektion erteilen

ROM (dpa-AFX) - Italiens umstrittener Ministerpräsident Silvio Berlusconi hat die Schuldenschelte aus Brüssel zurückgewiesen. 'Niemand innerhalb der EU kann den Partnern Lektionen erteilen', teilte er am Montagabend mit. Italien trage seinem Defizit weiterhin voll Rechnung und werde seinen Haushalt bis 2013 ausgleichen. 'Niemand hat etwas zu befürchten von der drittgrößten europäischen Volkswirtschaft, von diesem außerordentlichen Land, dem an der internationalen Kooperation ebenso viel liegt wie an seiner stolzen Unabhängigkeit', erklärte der 75-Jährige.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hatten am Wochenende in Brüssel massiv Druck auf Berlusconi ausgeübt, bis zum nächsten EU-Gipfel klare Perspektiven zum Abbau der horrenden Schulden Italiens aufzuzeigen.

Das EU-Sorgenkind Italien hat nach Griechenland gemessen am Bruttoinlandsprodukt den höchsten Schuldenstand der Eurozone. Berlusconi verabschiedete zwar in den vergangenen Monaten im Hauruck-Verfahren Sparmaßnahmen von rund 100 Milliarden Euro, um das Land aus dem Visier der Finanzspekulanten zu bringen. Auch erhofft sich Rom damit den Haushaltsausgleich bis 2013. Analysten, Kritiker und nicht zuletzt auch die Ratingagenturen bemängelten aber wiederholt fehlende strukturelle Reformen und die schlechten Wachstumsaussichten.

Eine unter dem Druck aus Brüssel für den frühen Abend einberufene Sondersitzung verzögerte sich aus zunächst unbekannten Gründen./krl/DP/he

Quelle: dpa-AFX

 
Antworten
Kicky:

Josef Ackermann macht sich mächtige Feinde

4
24.10.11 19:52
schreibt Clusterstock und zitiert aus einer Rede deren Origianltext sie noch suchen.
www.businessinsider.com/...ozone-bank-recapitalization-2011-10

hier ist zu finden
www.db.com/medien/de/downloads/...merkongress_Berlin_13.10.pdf
und er drückt sich recht klar aus,was die Staatsverschuldung der europäischen Staaten angeht,die bei den industriellen Nationen bis 2020 sogar noch von 100% auf 133% steigen wird
ich zitiere:

.....Zunächst jedoch zur Staatsschuldenkrise. Sie ist das Epizentrum der aktuellen wirtschaftlichen Erschütterungen. Die Marktteilnehmer fragen sich in diesem Zusammenhang nicht nur, ob die Verantwortlichen den nötigen politischen Willen aufbringen, um diese Krisen zu bewältigen, sondern zunehmend auch, ob ihnen dazu überhaupt noch genug Zeit bleibt und ob sie über die dafür nötigen Mittel verfügen.
Dabei sorgen sich die Anleger nicht nur um Europa, sondern auch um die USA und Japan. Mit inzwischen fast 100% für die USA bzw. über 200% für Japan übersteigt dort der Schuldenstand gemessen am Sozialprodukt sogar den in der Eurozone von etwa 90%.

Die Schuldenniveaus der entwickelten Länder sind nicht nur deutlich höher als die der Schwellenländer, sondern weisen auch eine deutlich schlechtere Dynamik auf:
Während hier die Staatsschulden selbst ohne fiskalische Korrekturen bis 2020 von 46% auf ca. 35% sinken könnten, droht die Staatsverschuldung der Industrieländer ohne konsequentes Gegensteuern von derzeit insgesamt etwa 100% der Wirtschaftsleistung bis 2020 auf 133% anzusteigen.

Damit könnten viele Industrieländer in eine Schuldenfalle geraten. Nach den empirischen Analysen der Ökonomin Carmen Reinhart und ihres Kollegen Kenneth Rogoff aus den USA liegt die kritische Verschuldungsgrenze eines Landes bei etwa 90% des Sozialprodukts. Wird diese überschritten, leidet das Wirtschaftswachstum nachhaltig. Und bei fehlendem Wachstum fällt der Schuldendienst dann noch schwerer. Eine Spirale nach unten droht in Gang zu kommen.
Viele Beobachter sehen die hohe Verschuldung vieler Industrieländer als eine Folge der staatlichen Stützungsmaßnahmen für den Finanzsektor und die Konjunktur nach
der Bankenkrise 2008.

Diese Stützungsmaßnahmen waren gewiss bedeutend und haben auch wesentlich dazu beigetragen, dass die Wirtschaft in den Industrieländern nach dem Absturz im Herbst 2008 sich relativ rasch wieder erholt hat.

Viele Länder leben aber schon lange Zeit über ihre Verhältnisse. In der Europäischen Währungsunion etwa hatten schon 2007, also vor der Bankenkrise, acht der damals 16 Mitgliedsländer die vom Maastricht-Vertrag vorgegebene Verschuldungsgrenze
von 60% des Sozialprodukts überschritten. Heute sind es 13 von 17 Ländern.

Auch dürfen wir nicht vergessen, dass in der Demografie der Industrieländer – konkret: dem Altern der Bevölkerung – ein säkularer Schuldentreibsatz steckt. Bei der Alterssicherung und im Gesundheitswesen ist ein Ausgabenschub gewissermaßen programmiert. Dennoch gibt es bisher kaum ein Land, das hinreichend Vorsorgekapital aufbaut. Deshalb kommt vielerorts zu den offen ausgewiesenen Staatsschulden noch ein Mehrfaches an verborgenen staatlichen Verbindlichkeiten hinzu.

Zu den Konjunkturperspektiven
Mit der Eskalation der Staatsschuldenkrise haben sich die Bremskräfte in der Weltwirtschaft verstärkt. Inzwischen fürchten viele Experten, dass das Wachstum nicht nur abflacht – wie es vor allem nach dem Auslaufen großer Konjunkturprogramme üblich ist, sondern es einen Rückfall in die Rezession gibt: also einen „double dip“.

Ich halte dieses Risiko für begrenzt – zumal für die deutsche Wirtschaft. Zwar haben Weltkonjunktur und zuletzt auch der deutsche Export deutlich an Schwung verloren.
Ursachen dafür sind die Natur-Katastrophe in Japan und ihre Folgen, die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit und die unvermeidliche Entschuldung vieler Haushalte und Unternehmen in den USA. Und zweifellos belastet die weit verbreitete Unsicherheit vielerorts gerade auch infolge der europäischen Staatsschuldenkrise das Konsumklima und die Investitionstätigkeit.
Gegen eine Rezession in Deutschland spricht aus heutiger Sicht aber die gute Lage am Arbeitsmarkt, die den privaten Verbrauch stützt. Auch ist die Investitionstätigkeit der Unternehmen durch solide Bilanzen und ein relativ großes Gewicht innovativer Investitionen gut fundiert. Die deutsche Wirtschaft dürfte daher nach einem sicher schwierigen Winterhalbjahr 2011/2012 im kommenden Jahr immer noch um knapp 1% wachsen.
Wie sich die Weltwirtschaft längerfristig entwickelt, hängt wesentlich davon ab, ob in den einzelnen Volkswirtschaften und auf internationaler Ebene die wirtschaftspolitisch Verantwortlichen zu einer Wachstumspolitik finden, die die sanierungsbedürftigen Staatshaushalte nicht weiter belastet........
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Kicky:

und hier....

3
24.10.11 19:56
Nicht die Kapitalausstattung der Banken ist das Problem, sondern die Tatsache, dass Staatsanleihen ihren Status als risikofreie Aktiva verloren haben. Der Schlüssel zur Lösung des Problems liegt daher bei den Regierungen, konkret in der Wiederherstellung des Vertrauens in die Solidität der Staatsfinanzen. Mehr noch: Die aktuelle Rekapitalisierungsdebatte ist kontra-produktiv, da sie einerseits das Signal sendet, dass ein Schuldenschnitt als wahrscheinlicher zu betrachten ist, und da andererseits die für die Rekapitalisierung aufzubringenden Mittel sicher nicht von privaten Investoren kommen werden, sondern am Ende von den Staaten selbst aufzubringen wären und damit deren Schuldensituation nur verschärften.
s.Link zuvor
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Anti Lemming:

Berlusconi verbittet sich Rat von Merkel + Sarkozy

4
24.10.11 20:28
www.ftd.de/politik/europa/...rat-von-merkel-und-sarkozy/60120273.html
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Garion:

EZB kauft deutlich mehr Staatsanleihen

3
24.10.11 20:46

(Quelle)

Und trotzalledem hatten die 10jährigen Staatsanleihen Italiens heute eine Rendite von 5,95%. (Quelle)

Die Europäische Zentralbank hat in der vergangenen Woche wieder mehr  Staatsanleihen von Krisenländern gekauft. Sie habe Papiere im Wert von  knapp 4,5 Milliarden Euro am Sekundärmarkt erworben, teilte die EZB mit.

In der Woche davor waren es 2,3 Milliarden Euro gewesen. Seit Mai 2010  hat die Zentralbank damit Bonds im Gesamtwert von 169,5 Milliarden Euro  aufgekauft. Sie begründet die Käufe mit der Stützung der Märkte, drückt  aber mit der Intervention die Zinskosten von Euro-Problemländern wie  Italien und Spanien. Das Vorgehen ist auch innerhalb der Zentralbank  umstritten. So traten die Deutschen Ratsmitglieder Axel Weber und Jürgen  Stark von ihren Posten zurück, weil sie den Kurs nicht mittragen  wollten.

Die aktuelle Statistik der Notenbank umfasst möglicherweise noch  nicht einmal alle Anleihenkäufe der EZB in der vergangenen Woche. In der  Statistik sind lediglich Käufe enthalten, die bis vergangenen Freitag  vollständig abgewickelt wurden. Für gewöhnlich liegen zwischen Kauf und  Abwicklung mindestens zwei Handelstage.

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Eidgenosse:

#418, um Berlusconi etwas zu beeindrucken

8
24.10.11 20:51

muss man (Frau) anders vorgehen. Politik ist auch optik, in Italien sowieso. Das fehlt A.Merkel einfach.

http://www.blick.ch/news/ausland/...n-garantiert-eine-schlappe-160586
Moderation
Zeitpunkt: 18.06.12 11:03
Kommentar: Erotischer Inhalt

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Garion:

Euro-Exodus lässt Griechenland ausbluten

6
24.10.11 20:57

(Quelle)

Nichts wirklich neues, aber das Ausmaß wird nochmal gut beleuchtet:

 

Als die Sprache auf die Nonne kommt, verdreht Panagiotis Nikoloudis  die Augen. "Bitte, nicht schon wieder diese Geschichte", seufzt er und  hebt abwehrend die Hände. Doch dann beginnt Griechenlands oberster  Finanzfahnder widerstrebend zu erzählen, langsam erst und ausschweifend,  aber bald kommt er zur Sache.

"Es ist also noch nicht sehr lange her", sagt der Präsident der Behörde  zur Bekämpfung der Geldwäsche, "dass eine griechische Nonne zu ihrer  Bank ging und das Konto des Klosters auflöste". 700.000 Euro hob sie ab,  und auf die Frage des Angestellten, was sie mit so viel Bargeld denn  wolle, antwortete sie: "Renovieren." Doch der Mann am Schalter setzte  nach und da wurde die Frau Gottes ganz rot und bekannte: "Auch wir haben  Angst um unser Geld."

Das also sei die Geschichte der griechischen Nonne, sagt Nikoloudis,  die das Vermögen ihres Ordens wohl ins Ausland gebracht habe. Die  Anekdote ging inzwischen um die Welt, und manche Zeitung schmückte sie  noch weidlich aus: Die Geistliche sei am Flughafen mit einem Koffer  voller Geld erwischt worden, schrieb ein Blatt. "Das allerdings ist  völliger Unsinn", so der Beamte. "Und, bitte, es geht doch eigentlich um  weitaus mehr."

Etliche Milliarden Euro haben die Griechen in den vergangenen Monaten  ins Ausland geschafft. Niemand weiß, wie hoch die Summe genau ist, aber  Finanzfahnder Nikoloudis kann zumindest eine deutliche Entwicklung  ausmachen: Waren es anfangs noch wenige Menschen, die hohe Summen  fortschafften, sind es heute viele, die kleinere Beträge transferieren.

Ein Anhaltspunkt für das Ausmaß der Kapitalflucht ist der Rückgang  des in Griechenland gebunkerten Vermögens: Betrugen Anfang 2010 die  Spar- und Termineinlagen der privaten Haushalte und Unternehmen noch  237,7 Milliarden, gingen sie bis Ende August 2011 um 49 Milliarden Euro  zurück. Inzwischen hat sich der fatale Abwärtstrend noch weiter  verstärkt. In den vergangenen 45 Tagen hoben die Griechen weitere 9,5  Milliarden Euro ab.

Nicht alle Menschen haben ihre Rücklagen ins Ausland geschafft, viele  sind wegen der Krise auch einfach gezwungen, auf das Ersparte  zurückzugreifen. Dennoch: "Die Verunsicherung ist groß", weiß Ermittler  Nikoloudis. Und die Banken machten sich das zunutze. "Die fragen ihre  Kunden ganz direkt, ob sie ihr Geld nicht lieber in Liechtenstein, der  Schweiz oder Deutschland anlegen wollten." Das sei natürlich nicht  verboten, aber es mache ihn tieftraurig, weil die griechischen  Geldhäuser doch dringend Liquidität bräuchten und das Land die  Binnennachfrage.

Hinzu kommt ein weiteres Problem. Steuerbetrug ist weit verbreitet in  der Wiege der Demokratie. Europaweit werden zehn Prozent der  Mehrwertsteuer hinterzogen, in Griechenland etwa 30 Prozent. Ein Drittel  der gesamten Wirtschaft läuft am Finanzamt vorbei. Die Verwaltung arbeitet langsam, ineffektiv und ist korrupt.  Deshalb kann es viele Jahre dauern, bis ein Steuerstrafverfahren  abgeschlossen wird - das Geld aber ist dann oftmals längst außer Landes.

Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos hat daher einen  Plan ersonnen, der so verzweifelt erscheint, wie die Lage wohl ist.  Künftig will er Steuersünder und Kapitalflüchtlinge öffentlich an den  Pranger stellen. Den Abgeordneten des Parlaments legte er bereits 2495  Namen vor. "Liste der Schande" nannten griechische Zeitungen diese  Aufstellung.

Was die Volksvertreter zu sehen bekamen, machte einige fassungslos.  Man schlage die Hände über dem Kopf zusammen, so ein Politiker. Dort  seien 40 Menschen aufgeführt, die dem Staat jeweils mehr als hundert  Millionen Euro schuldeten. Einer habe sogar ein Jahreseinkommen von  42.000 Euro angegeben, im Ausland aber 104 Millionen Euro gebunkert. Ein  anderer Geschäftsmann schuldete dem Fiskus 636 Millionen Euro. Und 18  Personen hätten Arbeitslosengeld bezogen, obwohl sie im Ausland jeweils  zwischen einer und anderthalb Millionen Euro versteckten.

Der Finanzminister gab zu: "Wir konnten die Steuerhinterziehung  bislang nicht erfassen." Die Zeche zahlt nun die griechische  Mittelschicht, die immer neue Sonderabgaben aufbringen und Gehaltskürzungen hinnehmen muss. Zehntausenden Beamten droht sogar die Entlassung.

Denn schon im September war der Auftakt im viel beschworenen Kampf  gegen die Steuerhinterziehung in ein ziemliches Desaster gemündet. Es  stellte sich heraus, dass die meisten Betriebe, die der öffentlichen  Hand Geld schulden, staatliche oder bereits insolvente Firmen sind.  Inzwischen sind die Hoffnungen der Regierung, auf diese Weise etwa 30  Milliarden Euro einzutreiben, deutlich zurückgegangen.

Der Finanzfahnder Nikoloudis, ein großer, eleganter Mann mit buschigen  Augenbrauen, sagt, seine Arbeit habe ihn mit den Jahren zynisch werden  lassen. "Wir sind in diese Lage geraten, weil in meinem Land zu viele  Menschen nur an sich selbst denken."

Zwar hätten seine Leute in diesem Jahr bereits fast 151 Millionen  Euro beschlagnahmt, die aus kriminellen Handlungen stammten und zum Teil  nicht versteuert worden seien. Doch die Fälle müssten noch verhandelt  werden - und erst die Gerichte entschieden schließlich, was mit dem  Vermögen passieren werde. "Und auch das kann dauern", sagt Nikoloudis.

Dabei fehlt Griechenland nicht nur viel Geld, sondern auch jede Zeit.

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gigimail:

Eindrücke aus Griechenland...

11
24.10.11 21:38
- wo immer ich auch in Griechenland mit dem Womo unterwegs war, habe ich ein ausgezeichnetes Strassennetz vorgefunden. Weit besser als das Italiens. Von Igoumenitsa aus, dem Hauptfährhafen neben Patras, führt eine kostenlose Autobahn in Richtung Osten, z.B. Türkei oder Tessaloniki etc. etc. Besonderheit: diese führt nicht durch das flache Land, sondern über Berge und Täler, mit entsprechenden Brücken und in den Berg getriebenen Fahrbahnen. Über die Kosten bieten die jeweils aufgestellten Schilder, mit welchem Betrag die EU diese gefördert hat, Aufschluss. Stets 3stellige Beträge (in Mio`s)

- Insel Kithnos als Beispiel unter vielen: 1.700 Einwohner, perfektes Strassennetz über enorme Höhenunterschiede mit Brücken und in den Berg getriebenen Strassen. Amortisierung aus meiner Sicht ausgeschlossen. Und so sieht es überall aus. Jede Ecke des Landes ist bestens erschlossen.

Ich möchte durchaus glauben, dass Griechenland im Hinblick auf Tourismus alle Hausaufgaben gemacht hat, ohne regional zwischen notwendig und nicht zu unterscheiden. Jetzt droht wohl, die bald auftretenden Schlaglöcher aus Geldmangel nicht mehr reparieren zu können.

Das beste Fazit einer Unterhaltung mit einem aus Deutschland -nach 20 Jahren-  zurückgezogenen Arbeiter: Wären die Politiker nur halb so Korrupt gewesen, wäre Griechenland schuldenfrei und könnte jedem Arbeiter 1.000 € Weihnachtsgeld auszahlen.

Kalinichta
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wawidu:

Staatsschulden - private Schulden -

9
24.10.11 21:39
Vermögenswerte

Was ich bisher ergoogelt habe: Weder statistisch ausgewiesene absolute Staatschulden noch Staatsschulden in Relation zum BIP stellen einigermaßen verlässliche Konjunkturparameter dar, ebensowenig wie Daten bzgl. Vermögenswerten von Privathaushalten oder Pro-Kopf-Vermögenswerten. Auch Daten bzgl. des Verschuldungsgrades privater Haushalte liefern keine prognostisch verwertbare Parameter.

Dieses Dilemma möchte ich mal am Beispiel Dänemark aufzeigen:

Ende 2010 betrug die Staatsverschuldung lediglich 34,6 % des BIP (auf Grund eines globalen Spitzensteuersatzes von 60 %), die Verschuldung privater Haushalte jedoch 153 % des BIP. Bei den privaten Vermögenswerten stand Dänemark Ende 2010 global auf Platz 4 nach der Schweiz, Belgien und den USA. Von diesen Vermögenswerten sind allerdings bestenfalls lediglich 45 % mittelfristig liquidierbar (EU-Durchschnitt: 63 %). Auch Dänemark hatte seit 2003 - wie Spanien - eine massive Immobilienblase.

Aktuell steckt Dänemark bereits in einer Rezession.
--------------------------------------------------

Den brandaktuellen WIWO-Artikel bzgl. Realschulden (inklusive nicht gedeckter Pensions- und Rentenverpflichtungen) halte ich für sehr brisant:

www.wiwo.de/finanzen/galerien/...oschecks-der-regierungen.html
Antworten
permanent:

Der EineBillionen Euro Hebel

3
24.10.11 21:42

Ein EU-Krisengipfel will am Mittwoch einen mächtigen Rettungsschirm über die Eurozone spannen. Vorausgesetzt, der Deutsche Bundestag sagt Ja. Angela Merkel dürfte dabei auf ihre Kanzlermehrheit angewiesen sein. Mehr…

Antworten
wawidu:

Belgien

4
24.10.11 22:58
In ähnlicher Weise wie bei Dänemark zeigen sich auch bei Belgien krasse Divergenzen im Kontext zwischen Staatsverschuldung, privater Verschuldung und privaten Vermögenswerten.

1: www.deredactie.be/cm/vrtnieuws.deutsch/nachrichten/1.1110865

2: www.brussels-germany.com/beldschwun.pdf

3: www.welt.de/wirtschaft/article11481529/...-kleine-Belgien.html

Belgien hat mE eine höchst "ungesunde" Wirtschafts- und Vermögensstruktur: Über zwei Drittel der Wirtschaft des Landes konzentrieren sich in der Provinz Flandern, davon im Großraum Brüssel etwa 50 % und im Großraum Antwerpen etwa 25 %. Insbesondere die Ansiedlung der Europäischen Behörden in Brüssel hat dem Großraum einen wahnsinnigen Boom bei Immobilien beschert. Dieser Großraum zählt bezüglich Kauf- und Mietpreisen zu den teuersten Europas, deutlich höher als etwa im Großraum Paris oder in den deutschen Großräumen Frankfurt/München/Stuttgart.
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