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Der USA Bären-Thread

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Passende Knock-Outs auf SAP SE

Strategie Hebel
Steigender SAP SE-Kurs 5,00 9,97 15,22
Fallender SAP SE-Kurs 2,04
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VU1NVH0 , DE000VY1DPJ5 , DE000VY1DPL1 , DE000VJ21ZQ1 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

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relaxed:

#89343 Griechenland hat jetzt

7
22.10.11 17:50
350 Milliarden Euro Gesamtschulden ... und benötigt bis 2020 450 bis 550 Milliarden Euro ... sagen wir 525 Milliarden, weil es sich so schön rechnet. ;-)

Dann wären wir bei einem Schuldenschnitt von 50% im Jahr 2020 wieder bei 350 Milliarden Gesamtverschuldung ... ich weiß, ich habe die Zinszahlungen unter den Tisch fallen lassen.

SPAREN SIEHT ANDERS AUS !!!
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Dr. Relaxed Strangelove
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relaxed:

Ups ... der Spiegel hat das

3
22.10.11 17:55
auch schon ausgerechnet:

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,793372,00.html

Da war die Journaille mal auf Zack.
Dieses Posting enthält keine Zitate aus der NZZ.
Dr. Relaxed Strangelove
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relaxed:

.... und deshalb bleibt nur noch

3
22.10.11 18:00
die harte Insolvenz für Griechenland und der Rettungsfond wird wieder einmal ein Banken-Rettungsfond. ;-))

Wer rechnen kann hat mehr vom Leben ... zugegeben, zum Rechnen müssen die Zahlen aud dem Tisch liegen ... und die sind jetzt so schlecht, dass es nichts mehr ausmacht, wenn sie noch höher werden ... Griechenland hat fertig und wir sollten Spendenkonten eröffnen, damit die ärmeren Griechen zumindest nicht hungern müssen und die Kinder ihre Schulmilch bekommen.
Dieses Posting enthält keine Zitate aus der NZZ.
Dr. Relaxed Strangelove
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fkuebler:

wawidu 350: Das ist nicht verrückt, sondern heisst

5
22.10.11 18:15

"Total verrückt
 
Seit Monatsbeginn schoss HYG, ein ETF mit High Yield (=Junk) Corporate Bonds, von 78 $ auf 88 $ hoch, während TLT, ein ETF mit US T-Bonds (Langläufern), von 125 auf 113 fiel"

... nur, dass die Herde im Augenblick wieder "Risk on" spielt (was dir natürlich auch klar ist, kein Zweifel).

Aber das ist (mMn) nur einer der späten Tänze auf dem Vulkan. Was auch die Grundlage der Prechter'schen sehr bärischen fundamentalen "sozionomischen" Einschätzungen ist (auf die ich setze (#89323)), bei denen Kurz-, Mittel-, und Langfrist nicht mehr so extrem auseinander liegen, wie es leider oft in den letzten zwei Jahren der Fall war.

Sage ich mal so... Wir werden es in einigen Jahren sicher genauer wissen... ;-)

 
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Garion:

@89353: Dann kannst du auch gleich ...

4
22.10.11 18:16

... ein Spendenkonto für Schulmilch in Portugal aufmachen. Denn Querschüsse klärt uns hier darüber auf, dass Portugal auf dem besten Wege ist, Griechenland zu folgen. Der portugiesische Schuldenstand ist nämlich von 94,4% in Q1 2011 auf 106,6% in Q2 2011 geschossen. Also mehr als +10% zum BIP in 3 Monaten!


Antworten
relaxed:

#89355 Sollte deren BIP gesunken sein?

4
22.10.11 18:19
#89355 Sollte deren BIP gesunken sein?">
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Dr. Relaxed Strangelove
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gigimail:

So rette ich Griechenland...

10
22.10.11 19:25
1.) Private Sparguthaben aus unselbständiger Arbeit, die ein durchschnittliches Jahreseinkommen (Berufsbezogen) des Halters überschreiten, werden  zu 50 % mit einer zinslosen Zwangsanleihe belegt. Laufzeit 4 Jahre. Unbenommen davon bleibt ein Jahreseinkommen.

2.) Private Sparguthaben aus selbständiger Arbeit, welche das fünffache durchschnittliche Jahreseinkommen (Gesamtdurchschnitt) eines unselbständigen überschreiten, werden zu 100 % mit einer zinslosen Zwangsanleihe belegt.

3.) Der Private Zwangsanleihenhalter kann seine Anleihe jederzeit liquidieren. Der Abschlag beträgt im ersten Jahr 40%, im zweiten 30%, im dritten 20%, im vierten Jahr 10%.

4.) Der selbständige Zwangsanleihenhalter kann seine Anleihe nicht vor Ablauf liquidieren. Darüberhinaus muss dieser innert 12 Monaten ab Belegung mit der Zwangsanleihe für die letzten 10 Jahre eine ausserordentliche Steuererklärung abgeben.
Nicht deklarierte Einkommen der Vergangenheit werden mit 100% Sanktion der daraus resultierenden Steuerschuld von seinem Anleihenguthaben abgezogen.

5.) Sollte eine Steuerprüfung ergeben, dass aus 4.) unrichtige Angaben gemacht wurden, also nachträglich nicht richtige Beträge deklariert wurden, verliert dieser
seinen Anspruch zur Rückzahlung der Anleihe gänzlich und wird rückwirkend Besteuert
mit 100% Sanktion.

6.) Während der Laufzeit der Anleihe, ist das Parlament verpflichtet, einen auf Überschuss zielenden Etat einzuhalten, spätestens im dritten Jahr.

7.) Dieses Gesetz gilt für alle Länder, die für sich den Rettungsschirm in Anspruch nehmen wollen.

Schlussnote: Der Überschuss im vierten Jahr geht an den Bären-Thread zur Ausrichtung
einer After-Debt-Party.
Antworten
gigimail:

P.S.

 
22.10.11 19:33
Wer von mindestens drei Zeugen in der Ausübung seines Amtes bei der Annahme von
Fakelaki gesehen wurde, dem wird die Hand ab...ähhh...die Anleihe einbehalten

P.P.S. Location der After-Debt-Party: Elafonissos
Antworten
Garion:

Bankenrettungsfonds macht acht Milliarden Miese

6
23.10.11 00:04

(Quelle)

Ein Schuldenschnitt Griechenlands würde zuzüglich zu der dann zu erwartenden Rekapitalisierung deutscher Banken auch Milliardenverluste im SoFFin erzeugen, die ebenfalls  vom Bundeshaushalt zu decken wären. Der macht auch ohne Griechen-Haircut bereits fröhlich  Milliardenverluste. Aber wir ham's ja!

 

Der staatliche deutsche Bankenrettungsfonds SoFFin hat im ersten Halbjahr ein Minus von 8 Milliarden Euro gemacht. Nach den Maßstäben des Handelsgesetzbuchs (HGB) weise der SoFFin zum 30. Juni "eine Unterdeckung von 8 Milliarden Euro aus, die man als Verlust deuten könnte", sagte Fondschef Christopher Pleister der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstagausgabe). Das ist deutlich mehr als die Verluste in den beiden vergangenen Gesamtjahren - im Jahr 2010 waren es 4,8 Milliarden Euro, 2009 belief sich der Verlust auf 4,3 Milliarden Euro.

Pleister führte die jüngsten Belastungen vor allem auf Stützen für die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE) , deren Bad Bank FMS Wertmanagement und für die WestLB zurück. "Die genannten acht Milliarden Euro sind Bewertungsverluste in der HGB-Bilanz des SoFFin, weil wir unsere Investments in die HRE um 4,9 Milliarden Euro und für die WestLB um eine Milliarde Euro abgeschrieben sowie für die FMS Wertmanagement Vorsorge in Höhe von 3,9 Milliarden Euro getroffen haben", sagte er in dem Interview. Ob sich auf Dauer ein größerer oder ein geringerer Verlust ergebe, hänge von der weiteren Entwicklung ab.

Nicht eingerechnet ist etwa ein möglicher großer Schuldenerlass für Griechenland, wo die FMS mehrere Milliarden Euro im Feuer hat. "Käme es zu einem Schuldenschnitt Griechenlands, würde es den SoFFin erheblich treffen. Wir müssten einen sehr hohen Verlust verbuchen", sagte Pleister. "Mir ist bewusst, dass hier unfassbar hohe Zahlen im Raum stehen. Schließlich verdient ein durchschnittlicher Deutscher während seines gesamten Lebens rund eine Million Euro." Ob die Steuerzahler aber einen Verlust tatsächlich bezahlen müssten, hänge vom Gesamtergebnis nach der vollständigen Abwicklung aller Beteiligungen in 10 bis 15 Jahren ab - bei einzelnen Engagements werden auch Überschüsse erzielt.

Der bei der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) angesiedelte Sonderfonds für Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) wurde in der Finanzkrise 2008 zur Rettung von in Existenznot geratenen deutschen Banken gegründet. Er ist unter anderem auch an der Commerzbank beteiligt. (APA)

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saschapepper:

Offizielles Eingeständnis: Griechenland ist pleite

12
23.10.11 00:53
info.kopp-verlag.de/...41D5BDC5B494B513D1BB7EF1E71?videoid=605

Und das Geld des Rettungschirms reicht hinten und vorne nicht.
Nicht mal für ein einziges kleines EURO-Land.

Jetzt bleiben den Politikern nur noch geschickte Ablenkungsmanöver ;--)
Der USA Bären-Thread 450575
Antworten
Dreiklang:

Egal ob als "Teilkaskofond" oder "Banklizenz",

6
23.10.11 09:48
in jedem Fall stellt die EFSF eine Bank dar: Sie kauft Anleihen - bzw. vergibt Kredite - und gibt ihrerseits Anleihen heraus - also verbriefte Kredite. Das ist typisch für Banken.

Die EFSF hat Eigenkapital. Wie groß das Eigenkapital ist, ergibt sich aus der Bilanzsumme, die damit aufgebaut wird. Und der Kapitalmarkt bewertet die EFSF zum einen nach dem prozentualen Eigenkapital und zuma anderen nach der Werthaltigkeit der von der EFSF gehaltenen "Toxic Assets".

Sprich - bei einer Besicherung von 20% bleibt "Schrott" natürlich "Schrott". Wer da von "AAA" oder wenigstens "BBB+" Rating träumt, der macht sich Illusionen.

Wenn die EFSF aber Zentralbankgeld "anfasst", dann heißt das für die Märkte: Die EFSF ist nicht kreditwürdig genug, um sich für ihre Finanzierungsvorhaben auf dem freien Markt das Geld zu besorgen. Das heißt: Die EFSF "lebt" nur noch von der EZB: Die EFSF würde ein teures sinnfreies Konstrukt. Man braucht es gar nicht zu machen, man kann dann direkt über die EZB finanzieren -es käme den dt. Steuerzahler eindeutig billiger.

Das Kernproblem aller dieser Krücken-Lösungen ist aber: Braucht ein Staat die EFSF bzw. die EZB, ist er ab diesem Zeitpunkt gebrandmarkt und kann sich kein Geld mehr über den freien Markt besorgen. Soweit scheint allerdings das Denken von Barroso, Sarkozy etc. nicht zu reichen.  Man darf sich schon wundern.
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Malko07:

Ob Teilversicherung oder

9
23.10.11 10:19
Eurobonds bis zu einer bestimmten Grenze oder irgendeine andere technische Lösung ist wirklich nicht so wichtig. Zwei Sachen sind wichtig:

- Die "Märkte" müssen erkennen, dass sie nicht beliebig, mit garantierten Gewinnen, drauf los spekulieren können. In der Vergangenheit wurden Eurozonenländer abgestraft weil sie sparen wollten um sie kurze Zeit später abzustrafen weil sie angeblich zu wenig sparen. Also müssen die Gegenmittel ausreichend Drohpotential haben. Ein gutes Beispiel ist hier z.B. Spanien. In einer derartigen Lage wird ein Staat machtlos, egal was er unternimmt. Man unterminiert damit sogar alle seine Konsolidierungsbemühungen. In einem Krieg braucht man Waffen, auch wenn man den Krieg nicht mag.

- Auch die Bedingungen unter denen geholfen wird und wie glaubwürdig die Durchsetzung dieser Auflagen im Ernstfall sein wird, ist mitbestimmend inwieweit man die Märkte "disziplinieren" kann. Auch sind sie zur Sanierung der Eurozone wichtig. Dazu sind Änderungen an den Verträgen notwendig, aber man kann schon sehr viel vorher festlegen. Die wirklichen Bremsen sind hierbei immer noch Frankreich und Deutschland. Beide sind noch nicht bereit präventives Wirken zuzulassen und Deutschland will immer noch nicht bei einer stärkeren Integration von Kerneuropa mitmachen - wir träumen immer noch von der Illusion des großen problemlosen Markts. Das bedeutet aber, dass man immer wieder über Rettungsmaßnahmen wird verhandeln müssen, da der Todkranke nicht in der Lage ist Strafen zu zahlen. Das ist auch der Grund, weshalb die anderen nordeuropäischen Staaten nur den Kopf über den deutsch-französischen Kindergarten schütteln können.


Ich habe hier immer beide Aspekte beleuchtet, die Technik und die Rahmenbedingungen. geantwortet und diskutiert wird hier hauptsächlich bezüglich der Technik, sogar wenn man sie nicht verstanden hat. Über Alternativen konnte ich bis jetzt auch nur sehr wenig sinnvolles lesen. Meistens wurde das Gebäude komplett eingerissen und über Jahrzehnte hinweg wieder neu aufgebaut. Bei anderen endet es beim Abriss, so als ob die Lösung im Abriss liege. Dann kann man auch einfach auf den Zusammenbruch warten - ist einfacher. Wieder andere leben primär ihre Frankreichphobie aus. Ich glaube eben nicht, dass wir hier auf einer Insel der Glücksseeligen, abgeschirmt von der restlichen Welt, existieren können. Deshalb bin ich noch lange nicht dafür, dass alles beim Alten bleibt. Große Änderungen sind notwendig und möglich - Schritt für Schritt. Und dazu sind manchmal auch temporär "Sünden" notwendig.
Antworten
Malko07:

Selbstverstänlich kann sich der

7
23.10.11 10:33
EFSF über die EZB Geld beziehen und ist trotzdem keine Bank. Dazu braucht es auch keine Banklizenz und auch die im Bundestag abgenickten Bestimmungen lassen das zu. Der EFSF darf sich nämlich bei Banken verschulden. Er muss also nur den Umweg über eine Bank mit EZB-Zugang machen. Der einzige Unterschied zur direkten Banklizenz: Die Banken verdienen trefflich mit und das wird in Deutschland, wegen den Stammtischen, heftig verteidigt. Der Bezug auf ein Schlagwort, Banklizenz oder Eurobonds, sind reine Nebelkerzen ohne Festlegung der Ausführungsbestimmungen. Anschließend hat man für einige Wochen die Hoheit über den Stammtischen gewonnen und kann anschließend heulen weil angeblich gegen die Verträge (den Geist) verstoßen wurde. So funktioniert eben ziellose Politik oder Politik, welche die notwendigen Ziele nicht wahrhaben will.

Übrigens wurde Lettland und Ungarn über die Ausgabe von Eurobonds durch die EU finanziert. Habe hier keinen Protest gelesen. Die Bedingungen wurden durch die EU und den IWF überwacht. Lettland scheint es inzwischen geschafft zu haben.
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Dreiklang:

Malko, der Kaninchentrick, die ERB

 
23.10.11 11:01

Du schreibst bei mir ab:

EFSF über die EZB Geld beziehen und ist trotzdem keine Bank. Dazu braucht es auch keine Banklizenz und auch die im Bundestag abgenickten Bestimmungen lassen das zu. Der EFSF darf sich nämlich bei Banken verschulden. Er muss also nur den Umweg über eine Bank mit EZB-Zugang machen.

Das ist schon in:

http://www.ariva.de/forum/...ren-Thread-283343?page=3571#jump11865950

 als "Kaninchentrick" beschrieben. Übrigens ohne "treffliche Gewinne für Banken", da die EuroRettungsbank ERB ja über die EU gegründet würde. Und es stimmt, für den Kaninchentrick müsste der Bundestag nicht zustimmen. Nur: Die ERB einmal geschaffen, braucht es die EFSF nicht mehr, wenn deren Kreditgarantien ohnehin gehebelt d.h.  überreizt werden.

 

Antworten
permanent:

Die Angst im Nacken

9
23.10.11 11:21

Wellenreiter-Kolumne vom 22. Oktober 2011
Die Angst im Nacken

Die Angst ist ein Hauptbestimmungsfaktor menschlichen Seins. Angst kann lähmen, aber auch zu Unfällen, Katastrophen oder – genauso gut - zu tollkühnen Entwicklungen führen. Man nehme Apple-Gründer Steve Jobs, der sich – nachdem er das Unternehmen in den 1980er Jahren verlassen musste und erst Ende der 1990er Jahre zurückkehrte – fortan in einem Krieg mit der Konkurrenz sah: "Ich werde Android vernichten, weil es ein gestohlenes Produkt ist. Ich werde einen Atomkrieg dagegen führen" (Spiegel-Online vom 21.11.2011). Jobs wollte nicht noch einmal die Loser-Karte ziehen.

Angst, nur zweiter Sieger zu sein, bestimmt auch denjenigen, der auf der Autobahn mit Tempo 250 vorneweg rast, gefolgt von einem ebenso schnellen Fahrzeug, das dem Vordermann auf der Stoßstange hängt. Der Vordermann hat Angst, die Führung abgeben zu müssen, der Hintermann hat Angst, den Anschluss zu verlieren. Viele von uns haben solche Bilder auf der Autobahn gesehen. Einige der Leser mögen bereits direkte Beteiligte gewesen sein (z.B. der eine oder andere Investmentbanker, der seinen Bonus in einen Maserati umsetzte), die meisten von uns sind Beobachter. Auch eine solche Situation führt zu tollkühnen, allerdings völlig sinnlosen - und andere gefährdenden - „Leistungen“.

An der Börse spielen Ängste eine große Rolle. Die Kurse steigen, die Jahresperformance ist mager: Was ist, wenn der - möglicherweise bereits im Abfahren begriffene - Zug verpasst wird? Nichts wie drauf, sonst sind die Boni futsch, vielleicht sogar der Job. So oder ähnlich könnten die Profis aktuell denken.

Sollte man meinen. Doch die Marktteilnehmer sichern sich ab, und zwar mit Puts. Im 50-Tages-GD (gleitender Durchschnitt) befindet sich der Wert bei 1,20. Aktuell werden – das ist ungewöhnlich - mehr Puts als Calls gekauft.

Der USA Bären-Thread 11887540

Einen Durchschnittwert von 1,20 für die vergangenen 50 Tage ist ein Spitzenwert, der selbst in der Phase der Rezession von Ende 2007 bis Mitte 2009 nicht zu verzeichnen war (obiger Chart). Man kann argumentieren, dass Absicherungsstrategien im Laufe der vergangenen Jahre ein integraler Bestandteil des Instrumentariums von Fondsmanagern geworden sind. Nicht zuletzt deshalb, weil diese Fondsmanager bereits 10 Jahre Seitwärtsmarkt mit zwei großen Einbrüchen von mehr als 50% zu verzeichnen haben.

Der „Pawlowsche Reflex“ auf eine solche Phase ist die Absicherung. So müsste man annehmen, dass zum Ende einer langjährigen Seitwärts-/Abwärtsphase der Absicherungsbedarf am höchsten ist. Ginge es nach diesem Chart, so müsste ein neuer Bullenmarkt bevorstehen. Denn wie sollte dieser Absicherungsbedarf noch steigerbar sein?

Auch der folgende Chart zeigt, dass die Fonds-Manager Ängste ausstehen. Der Stimmungsindex der Nordamerikanischen Fonds-Manager (NAIIM) befindet sich auf dem niedrigsten Niveau seit der Lehman-Pleite im Herbst 2008 - auch wenn der Index sich in der vergangenen Woche leicht erholt hat.

Der USA Bären-Thread 11887540

Diese Zahlen werden vom deutschen ZEW-Index für Konjunkturaussichten bestätigt. Auch dieser Index – hier nicht graphisch dargestellt - befindet sich auf dem niedrigsten Niveau seit dem November 2008.

Befürchtungen allenthalben. Können die Märkte unter diesen Umständen weiter fallen? Wenn jeder bereits Angst hat, wer verkauft dann noch? Oder umgekehrt: Wenn die Märkte zu steigen beginnen und jeder vorsichtig positioniert ist, wie reagieren die Fonds-Manager? Fängt der eine zu kaufen an, folgen die anderen automatisch. Im „Performance-Race“ möchte niemand der Verlierer sein. 

Charttechnisch steht einer solchen Entwicklung im DAX die Zone von 6.000 bis 6.100 Punkten im Weg. Würde sie überwunden werden, so würde das Rennen wahrscheinlich beginnen (bzw. fortgesetzt werden). Dann dürfte der Bereich von 6.800 Punkten das Ziel sein. Der amerikanische Dow Jones Index weist für das Jahr 2011 bereits jetzt eine positive Performance auf, ein neues Jahreshoch wäre dann nicht ausgeschlossen. Ein Wort der Vorsicht: Solange die Widerstandszonen nicht überwunden sind, ist das Betätigen des Bremspedals nicht verkehrt. Verfolgen Sie die Entwicklung der Finanzmärkte in unserer handelstäglichen Frühausgabe.

Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest

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daiphong:

- hartes Herunterfahren der Neuverschuldung

3
23.10.11 11:26
wäre sinnlos, wenn gerade dadurch die Bonität der sparenden Länder litte, die Zinsen explodierten und das Rollen scheitert. Die Ratingagenturen sehen das aber so.
- die bloße Absicherung der Staatschuld über die EZB und ESFS ohne hartes Sparen würde sie hingegen wuchern lassen und eine Transferunion erzeugen. Das nimmt u.a. Deutschland nicht hin.

Auf die Kombination kommt es an, beides muss zusammen stattfinden #87863 #87879
Dann ist es auch kein Kaninchentrick
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Malko07:

Jeder kann indirekt über die

5
23.10.11 11:27
EZB sich Geld drucken lassen. Dazu muss die EZB nur die eigenen Vermögenswerte als Sicherheit akzeptieren die man der Bank als Sicherheit gegeben hat. Das ist auch kein "Kaninchentrick" sondern gehört zu unserem Finanzsystem. Und eine Bank wird EFSF-Vermögenswerte immer als sicher ansehen und notfalls hinter eigenen Anleihen verstecken. Deshalb kommt es eben auf die ganz konkreten Regularien an und an diese muss sich der EFSF halten. Das ist ja auch der Vorteil der Stützung über einer derartigen Fonds im Gegensatz zur Stützung über die EZB. Die Politik kann mitreden und gestalten. Sie muss es nur nutzen und sinnvoll steuern.
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permanent:

SoFFin macht riesigen Verlust

6
23.10.11 11:39
Sorgenkinder HRE und WestLB

SoFFin macht riesigen Verlust

Die Aufarbeitung der Hinterlassenschaft der Finanzkrise von vor drei Jahren ist noch lange nicht beendet. Der Bankenrettungsfonds SoFFin vermeldet für das erste Halbjahr ein Milliardenminus. Grund ist vor allem die Stützung der Hypo Real Estate (HRE) und deren Bad Bank. Auch die WestLB erweist sich als dicker Brocken.

Der staatliche Bankenrettungsfonds SoFFin hat im ersten Halbjahr ein Minus von acht Milliarden Euro gemacht. Nach den Maßstäben des Handelsgesetzbuchs (HGB) weise der SoFFin zum 30. Juni "eine Unterdeckung von acht Milliarden Euro aus, die man als Verlust deuten könnte", sagte Fondschef Christopher Pleister der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Das ist deutlich mehr als die Verluste in den beiden vergangenen Gesamtjahren; im Jahr 2010 waren es 4,8 Milliarden Euro, 2009 belief sich der Verlust auf 4,3 Milliarden Euro.

Pleister führte die jüngsten Belastungen vor allem auf Stützen für die verstaatlichte Immobilienbank Hypo Real Estate (HRE), deren Bad Bank FMS Wertmanagement und für die WestLB zurück. "Die genannten acht Milliarden Euro sind Bewertungsverluste in der HGB-Bilanz des SoFFin, weil wir unsere Investments in die HRE um 4,9 Milliarden Euro und für die WestLB um eine Milliarde Euro abgeschrieben sowie für die FMS Wertmanagement Vorsorge in Höhe von 3,9 Milliarden Euro getroffen haben", sagte er in dem Interview. Ob sich auf Dauer ein größerer oder ein geringerer Verlust ergebe, hänge von der weiteren Entwicklung ab.

Nicht eingerechnet ist etwa ein möglicher großer Schuldenerlass für Griechenland, wo die FMS mehrere Milliarden Euro im Feuer hat. "Käme es zu einem Schuldenschnitt Griechenlands, würde es den SoFFin erheblich treffen. Wir müssten einen sehr hohen Verlust verbuchen", sagte Pleister. "Mir ist bewusst, dass hier unfassbar hohe Zahlen im Raum stehen. Schließlich verdient ein durchschnittlicher Deutscher während seines gesamten Lebens rund eine Million Euro." Ob die Steuerzahler aber einen Verlust tatsächlich bezahlen müssten, hänge vom Gesamtergebnis nach der vollständigen Abwicklung aller Beteiligungen in 10 bis 15 Jahren ab - bei einzelnen Engagements werden auch Überschüsse erzielt.

Der bei der Bundesanstalt für Finanzmarktstabilisierung (FMSA) angesiedelte Sonderfonds für Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) wurde in der Finanzkrise 2008 zur Rettung von in Existenznot geratenen deutschen Banken gegründet. Er ist unter anderem auch an der Commerzbank beteiligt.

Quelle: rts

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Dreiklang:

Die Spekulantenlüge - Implosion von innen

4
23.10.11 12:05

- Die "Märkte" müssen erkennen, dass sie nicht beliebig, mit garantierten Gewinnen, drauf los spekulieren können.

So erzählen es auch Barroso, Sarkozy, Lagarde, Merkel u.a. Man kann es nicht mehr hören, es glaubt auch niemand mehr (außer Malko vllt)

Nein, Frankreich befindet sich im Island-Syndrom: Viel zu groß angeschwollene Bankbilanzen, in denen langfristige Forderungen mit kurzfristigen Verbindlichkeiten kolliideren und zudem die Forderungen teilweise zweifelhaft sind. (Die HRE war da ein Kleinformat).

Dass man die Abwicklung dieser Bilanzen mit einem "Rettungsfond" auffangen könnte -der Glaube ist schlicht lächerlich. Tatsächlich droht die "harte Abwicklung". Mit dem Ausland hat es - im Unterschied zu Argentinien oder Island - nichts zu tun, das dürfte sogar historisch ohne Präzedenzfall sein. Es ist eine "Implosion von innen ausgelöst". Zur Abwendung bleibt nur die EZB, jedoch:

Was die Banken an ihren Bilanzen verkleinern können, landet in den Bilanzen von EFSF und EZB

 

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saschapepper:

#89365

9
23.10.11 14:24
@ Permanent
Diese Punkt ist sehr interessant.

Viele Anlegern kaufen derzeit Aktien und kaufen zusätzlich Verkaufsoptionen.
Wieso tun Sie das? Es wirkt auf den ersten Blick doch ziemlich paradox.

Diese Anleger gehen mM. nach vom schlimmsten Fall aus - einer Währungsreform in Gesamteuropa. Dirk Müller und andere gehen bei dieser Strategie davon aus, das es im Falle einer Staatspleite ähnlich wie bei der letzten deutschen Währungsreform 1945-49 abläuft.  Die Sparer (Sparguthaben und Bargeld) und Arbeitslosen waren damals die großen Verlierer der deutschen Währungsreform. Besitzer von Sachwerten (Aktien, Immobilien und Waren) waren die Gewinner.

Es ist die klassische Angst-Strategie, die von vielen Anlegern derzeit gefahren wird.

Die "Dirk Müller" Strategie funktioniert wie folgt:
Es werden Aktien, Rohstoffe und physische Edelmetalle  gekauft. Gleichzeitig werden diese Werte durch klassische Verkaufsoptionsscheine abgesichert.  

So verliert man nichts, wenn die Werte einbrechen – im Gegenteil, man erhält Geld und kann billiger nachkaufen. Und wenn es doch weiter nach oben geht, machen die paar Prozent vom Depotwert, die man für die Optionen gezahlt hat, ohnehin nicht viel aus.

Bei dieser Strategie geht es eher um Kapitalerhalt für Krisenzeiten als um Gewinn-Erzielung.

Dabei muss man vorallem eines beachten!
Optionen haben im Gegensatz zu Zertifikaten und Optionsscheinen keinen Emittenten.

Von daher gibt es auch nicht den Totalausfall investierter Gelder, wenn ein Herausgeber von Wertpapieren (Emittent) insolvent wird.

Achtung: Zertifikate, Optionsscheine, CFDs, K.o.-Scheine haben also immer ein Totalverlustrisiko durch die Bank. Die Bank kann die Kurse von Optionsscheinen außerdem manipulieren. Und im Kleingedruckten ihrer Verkaufsprospekte geben die Banken das sogar zu.

Ein ganz wichtiger Unterschied zwischen Optionsscheinen und Optionen. Optionsscheine haben dieses Totalverlustrisiko durch Pleite einer Bank, Optionen haben dieses nicht!  Ich kann es garnicht oft genug sagen!

Bei klassischen Optionen entscheiden Angebot und Nachfrage über den Preis.
Antworten
permanent:

@saschapepper

7
23.10.11 15:01

Deine Analyse stimmt nur teilweise:
Dabei muss man vorallem eines beachten!
Optionen haben im Gegensatz zu Zertifikaten und Optionsscheinen keinen Emittenten.

Von daher gibt es auch nicht den Totalausfall investierter Gelder, wenn ein Herausgeber von Wertpapieren (Emittent) insolvent wird.


Achtung: Zertifikate, Optionsscheine, CFDs, K.o.-Scheine haben also immer ein Totalverlustrisiko durch die Bank. Die Bank kann die Kurse von Optionsscheinen außerdem manipulieren. Und im Kleingedruckten ihrer Verkaufsprospekte geben die Banken das sogar zu.


 
Bei jeder Art von Absicherung gibt es eine Couterparty ob Bank, Versicherung, andere juristische oder natürliche Personen. Wenn die Couterparty insolvent ist, ist deine Absicherung wertlos.
 
Permanent
Antworten
daiphong:

Bisher gehe ich davon aus,

5
23.10.11 15:46
dass jedes europische Land seine eigene Form der Krise hat und auch reelle Reaktionsmöglichkeiten. Dass zwar manches gepuffert werden muss, aber eine große Monetarisierung nicht stattfindet. Man hat gewisse deflationäre Effekte in den Südländern und eine leichte Inflation in D. Französische Banken als Kreditgeber und Eigner griechischer Banken sind in das Griechenland-Desaster stärker involviert, wurden sie nur deswegen von Geldmarkt abgekoppelt, oder sind sie auch sonst schon Zombies? Sie reagieren branchentypisch mit Schrumpfung der Geschäftsfelder, des Eigenhandels, des Personals und der Bilanzen. Dass aber Frankreich oder Italien oder Spanien unter den jetzt geplanten Bedingungen bereits "verloren" sind, sehe ich bisher nicht.

Wären sie tatsächlich unter diesen Bedingungen bereits "verloren", müsste Deutschland völlig anders reagieren. Dann müsste man hier höhere Inflation erzeugen über Mindestlöhne und Lohnsteigerungen, die Industrie zum Abbau und zur Auslagerung von Niedriglohn-Produktion ins Ausland zwingen. Parallel würde die inländische Kaufkraft auch im Dienstleistungssektor steigen, und der innereuropäische Tourismus und Handel wegen der wieder steigenden Preisdifferenzen. In der Peripherie würden die deflationären Effekte dadurch gebremst, gewisse Vermögensverluste würden durch basale Inflation statt durch Ausfall und Verstaatlichung anfallen.

Die US-Variante der weiteren staatlichen Hochverschuldung samt Monetarisierung klappt in Eurozone jedenfalls nicht, weil sie die Polarisierung zwischen über- und unterindustrialisierten bzw. konsumierenden Ländern weiter verschärft, statt sie abzubauen.
Antworten
relaxed:

Juncker wünscht sich "blitzschnelle" Deutsche:

3
23.10.11 16:44
Quelle: Spiegel online

Juncker kritisiert das deutsche Krisenmanagement

Bei Euro-Gruppen-Chef Jean Claude Juncker stößt Merkels Zögern auf Unverständnis: "Das Organisationstempo in Berlin ist langsamer als in den anderen Hauptstädten", sagte Juncker dem SPIEGEL.

Den deutschen Parlamentsvorbehalt, den der Bundestag jüngst als Reaktion auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts verabschiedet hatte, sieht Juncker beim Euro-Rettungsschirm EFSF als Problem. "Der Bundestag kann nicht alles bis ins Detail vorher beschließen, weil manchmal auf den Gipfeln bis zuletzt verhandelt wird", sagte Luxemburgs Premierminister Juncker. Er habe Verständnis, dass der Bundestag sein Königsrecht, die Haushaltskontrolle, ausüben wolle, so Juncker, "aber das darf nicht dazu führen, dass die EU nicht in der gebotenen Schnelligkeit reagieren kann".

... ob der flinke Juncker diesen Wunsch  bis zum Ende durchdacht hat? ;-))




Dieses Posting enthält keine Zitate aus der NZZ.
Dr. Relaxed Strangelove
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Die Altervorsorge steckt in der Krise

6
23.10.11 17:27

Die Bundesbürger zeigen sich nachhaltig von den Finanzmarktkrisen verunsichert - obwohl die wirtschaftliche Entwicklung gut ist. Das macht sich auch in der Altersvorsorge bemerkbar. Von Frank Matthias Drost und Ina Karabasz. Mehr…

Antworten
Kostolanya:

Verunsicherung in Altersvorsorge logisch

8
23.10.11 18:41
Permanent hat gerade einen interessanten Artikel aus dem  Handelsblatt zum Thema "Altersvorsorge" und diesbezügliche Verunsicherung eingestellt. Ähnlich lautende Artikel zu diesem Thema las ich in den letzten Tagen auch in anderen Zeitungen und Magazinen.

Aus meiner Sicht ist es absolut logisch, dass die Menschen immer mehr verunsichert sind und werden, was ihre Altersvorsorge betrifft. Mittlerweile bekommen ja auch immer mehr Menschen mit, wie in etwa dieses System funktioniert. Erstens erfahren sie schmerzhaft, dass nur ein Teil ihrer eingezahlten Beiträge angespart bzw. angelegt wird. Ein anderer Teil versickert in Provisionen und Verwaltungskosten. Zweitens bekommen die Menschen nun einen Einblick auch durch die Tagespresse, WIE ihre Beiträge angelegt werden. Nämlich vorwiegend in Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, Bankenanleihen. Lauter Anleihen, die die betroffenen Einzahler niemals selbst tätigen würden und was den meisten von ihnen bis vor kurzem überhaupt gar nicht bewusst war.

Ständig hören die Menschen nun von anstehenden Staatspleiten, Bankenpleiten, Unternehmenspleiten. Ja, sogar mittlerweile aus allen Medien von anstehenden Währungsreformen, Entwertung der Sparguthaben, Entwertung diverser Versicherungen wie z.B. Rentenversicherung, private Rentenversicherung, Lebensversicherung etc.

Und während in fast allen Zeitungsmedien auf der einen Seite steht, man sollte möglichst seine Sparguthaben in Sachwerte wie Immobilien, Ackerland, Gold, Aktien und sonstige Sachwerte und Rohstoffe oder gar in Ravioli-Dosen eintauschen und bloß keine Versicherungen abschließen und die vorhandenen am besten schnellstens kündigen, da die eh bald alle wertlos werden könnten - wenn nicht durch Staatspleiten, Versicherer-Pleiten und Währungsreformen, dann aber zumindest sowieso durch extreme Inflation - wenn nicht gar Hyperinflation, so steht auf der anderen Seite das genaue Gegenteil. Denkt an die Rentenlücke, spart, spart, spart. Gebt so wenig wie möglich für Euch selbst aus. Sorgt neben der gesetzlichen Rente auch privat vor. Gebt Eure Überschüsse und Ersparnisse lieber den Herren Maschmeyer, Riester und Rürup. Wird sogar noch vom "Staat" - also von Euch und allen anderen Steuerbürgern "gefördert". Schließt Bankensparpläne, Bausparverträge und Lebensversicherungen ab, wenn ihr am Ende während der Rente nicht hungern wollt.

Ist doch logisch, dass die Menschen komplett verunsichert sind. Sie haben nun weitestgehend mitbekommen, dass selbst Staatsverträge nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben und unterzeichnet wurden. Sie wissen nun, dass das Versprechen einer garantierten Zahlung längst nicht garantiert ist. Sie sind nicht nur verunsichert, sondern auch oft geradezu irritiert und verwirrt.

Wenn man aber weder Politikern noch Banken noch Versicherern Glauben schenken darf und das Vertrauen auf allen Ebenen mehr als schwer gestört ist, weil man sich am Ende von allen verschaukelt, abgezockt und ausgebeutet fühlt, ohne dass die Dinge sich grundlegend zu Gunsten des Volkes ändern und bessern, tja, dann gibt man doch lieber heute sein Geld für sich, seine Familie, Freunde und schöne Dinge aus, als dass man es für die Provisionen der Finanz- und Versicherungsindustrie spart, oder? :-)

Interessant finde ich jedenfalls die fast schizophrene Haltung und Berichterstattung der Medien insgesamt. Einerseits, so scheint es, erfüllen sie auf der einen Seite ihren journalistischen Auftrag und informieren und warnen die Menschen, so weit sie "dürfen" in "Kontra-Vorsorge" Artikeln, auf der anderen Seite, werden sie wohl von entsprechenden Stellen gesponsert und bezahlt für ihre "Pro-Vorsorge" Artikel. Keine Ahnung, ob das so ist, würde mich aber nicht sehr wundern.

Beste Grüße an Alle
Kosto
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