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Der USA Bären-Thread


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Malko07:

Versicherungsunsinn

6
17.10.11 08:13
14.Okt.2011...Die Tochtergesellschaft des amerikanischen Versicherers will die schlechte Erfahrung der AIG zu Geld machen und bietet eine Police...jetzt lesen


man kann den größten Unsinn machen, die größten Risiken eingehen aber angeblich hat man trotzdem kein Risiko: Die Versicherung wird schon alles glatt bügeln.

Eine notwendige Illusion um die Risikoaversion auszurotten. Schöne neue Welt. Leider wird die Versicherung im Falle eines Falles nicht zahlen wollen oder können.
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permanent:

Presseschau

4
17.10.11 08:17
  • Presseschau: Für die Euro-Zone tickt die Uhr

    Wie realistisch ist die Forderung der G20 an die Euro-Zonen-Mitglieder, einen tragfähigen Plan zur Lösung ihrer Schuldenkrise vorzulegen? Die Zeit könnte zu knapp werden - und der Druck zu hoch. Die Presseschau.

    Düsseldorf„Die kommende Woche wird entscheidend für die Eurozone“, schlussfolgert L‘Expansion aus Frankreich aus der Forderung der G20-Finanzminister, bis zum 23. Oktober einen tragfähigen Plan zur Lösung der Euro-Krise vorzulegen. „Bislang haben die Verantwortlichen in der Eurozone allzu oft nur Risse notdürftig zugekleistert und keine überzeugende Lösung präsentiert, dieses Mal wollen sie offenbar die Wende schaffen.“ Die Aufgaben seien hinreichend bekannt: Ein neues Rettungspaket für Griechenland, die Erweiterung des EU-Rettungsschirms, die Eigenkapitalaufstockung der Banken. „Paradoxerweise hat die Euro-Krise die Dringlichkeit nach einer tiefer greifenden Führung in der Eurozone verschärft. Auch dass soll nun ein Thema sein.“ So stehe die Schaffung eines „EU-Super-Kommissars“ zur Überwachung der Budgetdisziplin im Raum, damit würden Wackelkandidaten praktisch unter Vormundschaft gestellt. Der französische Finanzminister François Baroin zumindest sei optimistisch, dass das Pensum bis zum kommenden Wochenende zu schaffen ist.

     

    Das Wall Street Journal bezweifelt, dass es den Mitgliedern der Eurozone gelingt, den Wunsch der G20-Finanzminister zu erfüllen und am 23. Oktober einen umfassenden Plan zur Lösung der EU-Schuldenkrise vorzustellen. „Zu den Hürden zählt ein weiteres Rettungspaket für Griechenland, und das auszuhandeln würde Wochen dauern, und nicht ein paar Tage.“ Ein schnell gefasster Plan könne zwar ambitioniert sein, aber dafür auch wenig durchdacht. „Unter dem Druck, den die G20 nun aufgebaut haben, steigt die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Rückschlages für die Finanzmärkte - wenn der Plan zu vage ist, um die nervösen Investoren zu beruhigen“, warnt das Blatt. Vor allem die Frage, ob und in welchem Umfang Griechenland neue Rettungsgelder erhalten soll, erweise sich als besonders heikel.

    „2008 bekamen die Schwellenländer bei der G20-Runde einen Platz am Tisch für die Weltwirtschaftspolitik, doch in Paris wurden sie wieder in die zweite Reihe verwiesen“, merkt die Financial Times aus London an. Die Schwellenländer hätten gute Vorschläge zum Umgang mit der Euro-Krise gemacht: „Sie votierten dafür, die Schlagkraft des IWF drastisch zu erhöhen, Länder wie die USA, Großbritannien oder Australien wiesen das aber zurück“, kritisiert die Zeitung. Der IWF nehme eine wichtige Rolle ein bei der Lösung der Euro-Krise, er habe bislang ein Drittel der Rettungspakete für Portugal, Irland und Griechenland bestritten. Zu behaupten, er sei finanziell noch immer gut ausgestattet, sei vermessen. „Die USA oder Großbritannien sind zwar Verfechter eines starken IWF, tun sich aber mit der Aufstockung seiner Mittel selbst schwer.

    Würden die Schwellenländer nun mehr Geld geben, könnte das wohl ihre Impotenz unterstreichen“, vermutet das Blatt. „Die G20 sind wie alte, überhebliche Aristokraten, denen das Geld ausgegangen ist, die aber neue, konstruktive Ideen behindern.“

     

    Im „Teufelskreis der Ratingurteile“ sieht die Börsen-Zeitung die Eurozone. Eine neue Runde von Herabstufungen durch die Ratingagenturen sei absehbar, aufgrund von schlechten Wachstumsaussichten, Risiken im Bankensystem und Zweifeln, dass die Regierungen z. B. von Italien oder Griechenland die anstehen Herausforderungen meistern. Doch dafür brauche man kein „Ratingexperte“ zu sein. „Die Bonitätswächter geben nur das wieder, was an Unsicherheit im Markt schon vorhanden ist.“ Was aber zu denken gebe, sei die Bedeutung, die den Ratingurteilen beigemessen werde, das führe oftmals zu entsprechend „harschen Marktreaktionen“, die den Zeitpunkt für die erhoffte Kapitalmarktreife der betroffenen Länder sukzessive weiter hinausschiebe.

    „Das Ratingurteil wird somit zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung.“ Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, müsse der „Überhöhung der Bonitätseinschätzungen“ ein Ende bereitet werden. „Statt die Ratingurteile zur Basis für die Regulierung zu machen und ihnen damit quasi Gesetzeskraft zu verleihen, müssten die involvierten Institutionen - und auch die Banken - eben eigene Ratingkompetenzen aufbauen“, fordert die Zeitung.

    USA verschärfen Spannungen mit China

    Vor einem neuen Handelskrieg warnt der britische Economist. Grund zur Sorge sei ein Gesetzesentwurf, der den US-Senat passiert habe und nun ins House of Representatives komme. Der Currency Exchange Rate Oversight Reform Act solle es ermöglichen, Importe mit Ausgleichszöllen zu belegen, wenn die Währung des exportierenden Landes „erheblich missgesteuert“ sei. „Das Gesetz zielt natürlich gegen China. Wenn US-Präsident Barack Obama es auf seinen Schreibtisch bekommt, sollte er sein Veto einlegen“, rät das Blatt. Zum einen widerspreche der Entwurf der US-Handelspolitik der letzten Jahre, in denen Handelsabkommen mit zahlreichen Ländern geschlossen wurden. Zum anderen stufe die WHO „unterbewertete Währungen“ nicht als illegale Subvention ein. „China wäre deshalb mit einer Klage vor der WHO erfolgreich.“ Vor allem aber sei ein solches Gesetz ein schlechtes Signal: Nicht nur würde US-Bürgern der Zugang zu preiswerten China-Importen verwehrt. Es bestehe auch die Gefahr, dass die Spannungen zwischen den USA und China eskalierten - und einen Handelskrieg auslösen könnten.

     

    Russland kopiert das Silicon Valley

    Innovation aus Russland ist aus Sicht von Business Week ein neuer Trend, der es wert sei, beobachtet zu werden. Das IT Zentrum Skolkowo - ein Vorort Moskaus, der zu einem „russischen Silicon Valley“ aufgebaut werden soll - vereine Start-Up-Unternehmen, die nun das Silicon Valley in Kalifornien besichtigt hätten, um sich neue Perspektiven anzueignen. „Einige dieser Start-Ups sollte man kennen, denn sie überzeugen mit innovativen, potenziell erfolgreichen Ideen.“ Darunter sei ein Unternehmer, der einen intelligenten Sprachassistenten für Android - ähnlich der Siri-App fürs iPhone - entwickelt habe, ein anderer wolle ermöglichen, dass die in PCs und Laptops eingebauten Webcams für biometrische Zwecke genutzt werden können - zum Beispiel zum sicheren Einloggen in E-Mail-Accounts - , ein weiterer arbeite an einer Software, die Sprachsequenzen in 3D-Animationen umsetze. „So könnte zum Beispiel ein Unfallhergang vor Gericht visualisiert werden.“ Die Macher des Skolkowo-Projekts wollten die Vorteile Russlands nutzen: „Wir haben eine starke Bildung und Forschung, die Start-Ups helfen kann, im internationalen Wettbewerb zu bestehen“, zitiert sie das Blatt.


    Die Japan Times fragt sich, ob die Protestbewegung „Occupy Wall Street“ auch nach Japan herüberschwappen könne. Immerhin gebe es im Land ähnliche Probleme: Etwa zwei Millionen Japaner lebten laut einer Studie von Sozialhilfe, die höchste Zahl an Fürsorgeempfängern seit 1951. Der Anteil der irregulär beschäftigten Arbeitskräfte liege bei rekordverdächtigen 37 Prozent und für junge Leute biete der Arbeitsmarkt kaum Möglichkeiten. „Doch warum protestieren die Japaner nicht?“ Sie tun es - ein bisschen. Die Menschen seien nach dem Nuklearunfall von Fukushima zu Anti-Kernkraft-Demos auf die Straße gegangen. Vielleicht werde sich diese Protest-Stimmung auch auf andere Themenbereiche ausweiten. Noch gebe es aber wenig Anzeichen für eine größere Bewegung.

    Einer der Gründe: Der Glaube, dass das Finanzsystem relativ stabil ist, sei in Japan stärker als in anderen Ländern. Stabilität und Sicherheit spielten für die meisten japanischen Arbeiter und Arbeitssuchenden eine ganz wichtige Rolle. Allerdings seien ihre Arbeitsbedingungen oft sehr stressig. Es werde eine Weile dauern, bis sich die Japaner bewusst werden, dass Geduld und Beharrlichkeit nicht länger als Strategie funktionierten, um Dinge für alle - auch für den Durchschnittsbürger - zu verbessern. 
     

    Fundstück: Kiffende Broker gefährden die Börsen

    Über einen interessanten Erklärungsversuch für das Auf und Ab an den Aktienmärkten sinniert die Financial Times in ihrem Blog Alphaville: Italiens Premierminister Silvio Berlusconi habe angekündigt, dass seine Regierung Drogentests bei Börsenmaklern in Erwägung ziehe. Sein Staatssekretär Carlo Giovanardi, zuständig für Familienpolitik und Drogenprävention, sei der Auffassung, die Volatilität der Börsen könne möglicherweise auf den Kokainkonsum unter Brokern zurückgeführt werden. „Das ist die mit Abstand beste Erklärung, die wir bislang zu diesem Phänomen vernommen haben“, amüsiert sich die Zeitung. Allemal besser als die Übereinkunft zweier europäischer Regierungschefs, dass eine Übereinkunft getroffen werden müsse, um Regionalbanken zu retten: „Um das zu glauben, muss man wahrlich bekifft sein.“

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daiphong:

ich würde sie Geldkonzerne nennen,

15
17.10.11 08:18
die ihr eigenes Geschäft offenbar nicht gut verstehen und dieses Geschäft in guten Phasen boni- und dividendenlastig plündern. Vermögensverwaltung und Spekulation scheinen jedenfalls nachhaltig so wenig zu klappen wie das Kreditgeschäft. Trotz des Betriebs steuerbegünstigter Spielcasinos, Rohstofflager, Großlobbys etc. Kaufmännisch und volkswirtschaftlich eigentlich eine Tragödie, wenn die Geldkonzerne in Zeiten großer internationaler Kapitalströme und Entwicklungen derart versagen. Wenn sie jetzt jammern, dass die südlichen Staatsanleihen ihnen den Rest geben - auch das hätten Profis schon lange voraussehen müssen. Um was kümmern die sich eigentlich strategisch, worin besteht die Kompetenz dieser Konzerne? Kümmern sie sich nur noch blind um das Tagesgeschäft? Sie hätten dann auch die Politik besser beraten oder zumindest alarmieren können.
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daiphong:

bei der Finanzkrise geht es nicht um den Untergang

6
17.10.11 09:16
des Kapitalismus, des Fianzsystems, des Papiergeldes, die Verstaatlichung der Banken, noch nicht einmal um die Frage, ob man die Globalisierung zurückdrehen könnte oder wer an ihr Schuld ist. Sie ist eine schlichte Gegebenheit, weil ein Mensch oder eine Stadt in Asien, Südamerika, Afrika ökonomisch im Prinzip genauso zählt wie hier. Man braucht in der Internationalität funktionierende Banken, einen funktionierenden Kapitalismus, funktionierendes Geld neben allem anderen, was eine Gesellschaft und das Leben ausmacht. Daran muss kompetent und realistisch gearbeitet werden, ansonsten erzeugt man große Schäden. Wer einfach nur die alten Zeiten verteidigt und den Untergang propagiert, der sollte dringendst in Rente gehen und sich am Renterstammtisch austoben.
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daiphong:

apropos Kampf um die Weltherrschaft am

2
17.10.11 09:29
Rentnerstammtisch - wo steckt eigentlich unser Großgockel fkuebler?

Ist das strategische Genie von seinem 80%-Depot wieder auf 50% zurückgefallen?
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Malko07:

Will man die Delle ausbügeln?

2
17.10.11 09:34
Der USA Bären-Thread 11838759x.onvista.de/...MP2=1966970&SCALE_SAME=1&PREV_CLOSE=0" style="max-width:560px" />

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Der DAX wäre dann wieder ein guter Indikator für den Trendwechsel gewesen.
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Malko07:

Zu einem funktionierendem

7
17.10.11 09:44
Kapitalismus gehört Unternehmergeist und auch das Risiko. Ohne Risiko, kein funktionierender Markt. Das bedeutet allerdings nicht, dass alles zum Casino verkommt. Der Markt braucht nämlich ein funktionierendes Finanzsystem und damit auch funktionierende Banken und keine Casino-Kartelle.

Bezüglich der Globalisierung bin allerdings etwas skeptisch. Wir waren schon weiter, oder mindestens ähnlich weit in der Globalisierung (Übergang 19.-20. Jahrhundert) . Die daraus resultierenden Ungleichgewichte haben sie aber immer stark zurück geworfen und waren im Gesamtkontext oft Auslöser von Kriegen.

Unser Wirtschaft- und Finanzsystem kommt ganz gut mit temporären Ungleichgewichten klar. Nachhaltige Ungleichgewichte führen jedoch zwanghaft zur Reduzierung der Globalisierung. Auch wenn man versucht die Ungleichgewichte über alle nur denkbaren Finanzprodukte "auszugleichen", findet ein Ausgleich in Wirklichkeit nicht statt und der Knall ist später umso heftiger. Auch werden die Ressourcen momentan nicht mehr, die Weltbevölkerung jedoch schon. Auch das fördert nicht die Globalisierung
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Dreiklang:

Ackermann verhandelt über Schuldenschnitt

5
17.10.11 10:37
aus SPON von gestern:

www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,792088,00.html

Es geht um einen "freiwilligen" Verzicht der Privatwirtschaft auf 50% der Griechen-Anleihen. Hätte Malko ja den richtigen Riecher gehabt, dass die Deutsche Bank einen "harten Default" unbedingt vermeiden will, um nicht zur Leistung aus CDS-Kontrakten verpflichtet zu sein.

Angenommen, Ackermann setzt diese Variante des Schuldenschnitts durch: Wie stünde die Politik danach da? Wie begründen Schäuble & Co.  dann weitere "Griechenhilfen" ?
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Dreiklang:

daiphong - Kübi

 
17.10.11 10:39

Rentnerstammtisch - wo steckt eigentlich unser Großgockel fkuebler?  Ist das strategische Genie von seinem 80%-Depot wieder auf 50% zurückgefallen?

Nur kein falscher Neid. Wer bei 7200 auf den DAX short ging, ist auf jeden Fall gut im Plus - allerdings hätte ich bei DAX 5400 - 5000 einen Teil der shorts "herausgenommen"  :)

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Dreiklang:

#89129 daiphong

8
17.10.11 10:46

...des Kapitalismus, des Fianzsystems, des Papiergeldes, die Verstaatlichung der Banken, noch nicht einmal um die Frage, ob man die Globalisierung zurückdrehen könnte oder wer an ihr Schuld ist. Sie ist eine schlichte Gegebenheit, weil ein Mensch oder eine Stadt in Asien, Südamerika, Afrika ökonomisch im Prinzip genauso zählt wie hier.

So ist es. Allerdings ist  das mit dem Auftreten der "Weltleitwährung" nicht vereinbar. Wenn "QE" dazu genutzt wird, auf Knappheitsmärkten die Preise hochzuzocken, dann ist das faktisch Diebstahl.

Und in Europa haben wir das Problem, dass bei der Konstruktion des Euro eine europäische Schuldenagentur glatt "vergessen" wurde. Irgendwie muss man die staatliche Geldschöpfung ja in das System einbinden. Man umging es, indem die Banken zu Aufkäufern der Staatsanleihen wurden und damit die Geldschöpfung auf die "Privatwirtschaft" übergeleitet wurde. Das musste zwangsläufig irgendwann platzen, da eine Kontraktion der Kreditwirtschaft durch die Anbindung der Banken dann entweder zur Insolvenz von Banken - oder von Staaten - oder  von beiden -  führt. Wie wir momentan sehen.

 

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fkuebler:

daiphong #130: Rentnerstammtisch

11
17.10.11 11:32

"- wo steckt eigentlich unser Großgockel fkuebler?"

Bis gestern in Urlaub.

"Ist das strategische Genie von seinem 80%-Depot wieder auf 50% zurückgefallen?"

Auf 59%.

Was die Linken gerne mit fremdem Geld machen, das kann ich locker mit eigenem... ;-)

 
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Malko07:

#89133: Die großen Rating-Agenturen

12
17.10.11 11:36
gehören großen Fonds und großen Investitionsbanken. Sie haben die Aufgabe primär die Interessen der Großbanken und dann der anderen Beteiligten der Finanzindustrie zu vertreten.

Wettscheine (z.B. CDS) verkaufen viele Banken, die überwiegende Mehrheit kommt aber von den großen Investitionsbanken. Dieser Derivatemarkt ist total intransparent und keiner weiß, was wirklich unterwegs ist und wer wie stark wo verpflichtet ist. Alle Veröffentlichungen diesbezüglich fallen unter Nebelkerzen oder Propaganda. Auch das ist eine Erpressungsmethode der restlichen Gesellschaft: Man soll nur nicht auf die Idee kommen die Zockerbande nicht zu retten oder Verpflichtungen aufzuerlegen, das gesamte Gebäude könnte einstürzen.

Kommt es zu einer gütigen freiwilligen Einigung im Rahmen eines Schuldenschnitts, bestimmen alleine die Rating-Agenturen ob doch ein Default vorliegt oder nicht. Klare Regeln dazu gibt es nicht. Ist der Schuldenschnitt nicht freiwillig liegt auf jeden Fall ein Default vor und die Wettscheine können eingelöst werden.

Unser Finanzminister und die EU hat plötzlich den Mut bekommen, Nachforderungen zu stellen. Wahrscheinlich auch weil das Ansehen der Banken täglich sinkt. Bin neugierig ob sie auch den Mut behalten, wenn die Banken in Summe nicht entsprechend den Forderungen zurückstecken, ob sie also den Mut haben die Zocker zu testen.
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wawidu:

malko # 89132

6
17.10.11 12:26
Phasen von "Globalisierung" gab es schon viel früher:

- Im Römischen Reich saß "das Kapital" stets in Rom, die Güterproduktion wurde jedoch zunehmend in die Provinzen "ausgelagert". So wurden z.B. Waffen und Rüstungen und andere Gerätschaften aus Eisen primär in den Provinzen von Gallia Transalpina produziert, da die keltischen Handwerker über die größten Erfahrungen in der Metallbearbeitung besaßen. Die Provinz Africa (das Gebiet des ehemaligen Punischen Reiches und Ägypten) war die "Kornkammer Roms". Arbeitssklaven der Römer kamen aus allen Provinzen.

- Die erste echte "Globalisierungswelle" erfolgte nach dem Zeitalter der geografischen Entdeckungen im Zeitalter der Kolonialisierung, in dem die Völker der Kolonien von den Kolonialmächten und deren großen Handelsunternehmen systematisch ausgebeutet wurden.
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wawidu:

Ergänzung zu # 89138

 
17.10.11 13:58
de.wikipedia.org/wiki/Niederländische_Ostindien-Kompanie
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Malko07:

#89138: Römische Schwerter

10
17.10.11 14:10
wurden schon im Raum des heutigen Chiemsees hergestellt, als Gallien (Kelten) noch nicht zum römischen Reich gehörte. Bayern war eben immer schon Spitze ;o)) . Trotzdem konnten sie die Eroberung durch die Römer nicht verhindern.

Die Globalisierung, welche Ende des 19. Jahrhunderts bis in 20. Jahrhundert hinein seinen Höhepunkt hatte, beruhte ja primär auf der Kolonialisierung. Die Märkte waren enger verknüpft als heute - bis es gekracht hat. Der Globalisierung ging auch nicht stark zurück weil es den ersten Weltkrieg gab, das war schon vorher. Eher wird umgekehrt ein Schuh daraus.

Nachhaltige Ungleichgewichte "erzeugen" immer mehr Geld. Die Ungleichgewichte können ja logischerweise nur über eine immer größere Kreditausweitung aufrecht erhalten werden. Und irgendwann löst es sich dann in einer mehr oder weniger großen Rauchwolke auf. In der Praxis bedeutet das meistens, dass die Grenzen sich schließen. Intelligentere Konzernlenker suchen deshalb heute in der globalisierten Welt nicht die "billigsten" Herstellungsstandorte. Sie versuchen sich so aufzustellen, dass ihre regionalen Einheiten auch zukünftig noch überleben können, d.h. die wollen in den verschiedenen Regionen zu einem großen Teil "autark" sein.  Sie glauben nämlich selbst nicht mehr, dass der heutige Zustand noch lange aufrecht zu erhalten sein wird. Das erklärt manche Auslandsinvestitionen von "deutschen" Konzernen sehr gut, welche auf den ersten blick Kopfschütteln hervor rufen würden.
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Pichel:

Buchhaltungseffekts

8
17.10.11 14:16
17.10.11 14:13     dpa-AFX: Citigroup dank Bilanzeffekt mit kräftigem Gewinnzuwachs
   NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Großbank Citigroup   hat
dank eines Buchhaltungseffekts ihren Gewinn im dritten Quartal überraschend
kräftig gesteigert. Der Überschuss legte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um
74 Prozent auf knapp 3,8 Milliarden Dollar zu, wie das Institut am Montag in New
York mitteilte. Allein 1,9 Milliarden Dollar schrieb sich die Bank gut, in dem
sie wie zuvor bereits Konkurrent JPMorgan   und auch die
Schweizer Großbank UBS  ihre alten Schulden besser bewertete.

   Möglich wird dies ausgerechnet, weil die Bank wegen der schlechteren Lage
der Branche für aufgenommenes Geld inzwischen höhere Risikoaufschläge bezahlen
muss als noch vor einigen Monaten. Zum Bilanzstichtag hat Citigroup auch die
schon länger bestehenden Kredite zu den aktuellen Bedingungen bewertet. Den
Vorteil der alten Kreditkonditionen gegenüber den neuen konnte sie sich nun als
Gewinn gutschreiben.

   Für die Citigroup war es der siebte Quartalsgewinn
nacheinander. In den Jahren 2008 und 2009 hatte die Bank noch 29,3 Milliarden
Dollar Verlust gemacht und musste vom US-Staat gerettet werden./enl/wiz



Finanzielle Probleme lassen sich am besten mit anderer Leute Geld regeln. (J. Paul Getty)
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wawidu:

COBA

7
17.10.11 17:23
Was hat dieser Wert noch im DAX zu suchen?
Der USA Bären-Thread 448942
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wawidu:

Hessen mit dicksten Sparkonten

7
17.10.11 18:36
www.welt.de/finanzen/article13665544/...ickste-Sparkonten.html

Rund 33000 EUR pro Kopf (!!!) sind schon sehr bemerkenswert. Sollte dieser hohe Betrag etwa am "Bankenplatz Frankfurt" liegen? Wer den Großraum Frankfurt kennt, weiß was da bzgl. Villen, Ferraris, Lamborghinis, Porsches, dicken SUVs u.a. Sache ist. Es sind nicht "die Hessen", die über eine relativ hohe Kaufkraft verfügen, sondern eine absolute Minderheit verfügt mE in diesem Bundesland über extrem hohe Kaufkraft. Bei der Wohnungssuche für eine unserer Enkelinnen, die in Oberursel eine Ausbildung zur Musicaldarstellerin absolviert, habe ich mich im Internet bzgl. Zimmern und Appartments in Frankfurt und im Taunuskreis eingehend umgesehen und in Lokalblättern auch weitere Suchen geschaltet. Die Preise, die da verlangt wurden, lassen einem die Haare zu Berge stehen. Unsere Enkelin hat schließlich über die Sekretärin ihrer Schule ein Zimmer mit Dusche/WC und Kochecke mit insgesamt 23 Quadratmetern Wohnfläche zum noch relativ günstigen Mietpreis von 350 EUR gefunden. Die Wohnlage ist für sie allerdings sehr günstig, da sie ihre Schule in zwanzig Minuten zu Fuß erreichen kann und die nächste S-Bahnstation nur acht Minuten entfernt liegt.
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Malko07:

#89142: Weil es nicht wenige Werte im

4
17.10.11 18:40
DAX gibt, die eine wesentlich geringere Marktkapitalisierung haben. Immerhin wurde der DAX schon vor etlicher Zeit auf 3 Stellen hinter dem Komma erweitert. Kann man noch weiter treiben. ;o)

Mein nächster Kandidat zum Verlassen des DAX: MAN
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fkuebler:

Das Einhorn sagt: Der Kaiser hat keine Kleider an

6
17.10.11 18:53

Das wurde auch verdammt noch mal langsam Zeit:

"Green Mountain Coffee Roasters Inc. (GMCR), the seller of Keurig single-pack coffee packets, fell as much as 11 percent after hedge-fund manager David Einhorn said the company should improve its disclosure."

Sehr sympathisch, der junge Mann... ;-)

 
Der USA Bären-Thread 448957
Antworten
Kicky:

Europas Banken vor 7Billionen Credit Crunch

4
17.10.11 20:27
Europe’s banks face a $7 trillion lending contraction to bring their balance sheets in line with the US and Japan, threatening to trap the region in a credit crunch and chronic depression for a decade.

The risk is "Japanisation" without the benefits of Japan: without a single government, or a trade super-surplus, or 1pc debt costs, or unique social cohesion.

Even today, the jobless rate for youth is near 10pc in Japan. It is already 46pc in Spain, 43pc in Greece, 32pc in Ireland, and 27pc in Italy. We will discover over time what yet more debt deleveraging will do to these societies.

Stephen Jen from SLJ Macro Partners says the loan to deposit (LTD) ratio of Europe’s lenders is 1.2, much like Japanese banks in the early 1990s at the onset of the country’s Lost Decade (now two decades).

How Europe allowed this to happen will no doubt be the subject of many enquiries. Suffice to say that it was an intellectual failure by everybody: lenders, economists, regulators and the European Central Bank. The ECB misread the implications of the global capital surplus in the middle of the last decade (like the Fed) and gunned the M3 money supply at double-digit rates (like the Fed).

This great error further juiced the fatal flood of lending from North Europe to Club Med. Interestingly, it is what US lending did to Germany in the late 1920s. When the music stopped -- when Wall Street cut off loans, as Germany has now cut off loans to Spain -- trouble ensured within two years. Weimar limped on, but not for long.

The Japanese eventually trimmed their LTD ratio to the current safe level of 0.7pc, the same as US banks. It is a fair bet that new bank rules and market pressure will force Europe to do likewise. Mr Jen said this means slashing the loan book from $19 trillion to nearer $12 trillion, given the dearth of fresh deposits.

It will be an ice-cold douche for the world. European banks have $3.4 trillion of cross-border loans to emerging markets (BIS data), three-quarters of the total. They account for 46pc in Asia, 63pc in Latin America, and 90pc in Eastern Europe.

Either these banks will cut funding to Eastern Europe, or they will curtail loans at home. Most likely they will do both.
Mr Jen said a lot of nasty "feedback loops" will blight the whole European region for a long time.

The sheer scale of Europe’s bank excesses -- roughly equal to Alan Greenspan’s household bubble in America -- shows what EU leaders are up against as they thrash out their latest "Grand Plan" to save Euroland.

Angela Merkel and Nicolas Sarkozy have bowed to pressure from Washington and the International Monetary Fund for bank recapitalizations, by compulsion if necessary. Lenders must raise core Tier I capital ratios to 9pc or 10pc.

This is a wise precaution given that Germany plans to impose a Greek default on Europe’s banking system. But it is also "pro-cyclical". It tightens credit further. Lenders threaten to shrink their loan books to meet the target rather than dilute their share base by raising money in a hostile market.

If governments are forced to step in, it will not be much prettier. The IMF pitches fresh capital needs at €200bn, but what if Credit Suisse is nearer the mark at €400bn? Such sums would push the public debt of several states over the danger line, intensifying the vicious circle as banks and sovereigns drag each other down.

Indeed, it you look at each component of the Grand Plan, every one creates a secondary chain of consequences that may ultimately prove self-defeating. It is why I fear there may be no plausible solution to Europe’s crisis. The structural damage has already gone too far.

We are told the Franco-German plan will offer Greece debt-relief worth having, perhaps a 50pc haircut for banks. Investors are understandably furious. This unpicks the voluntary accord for 21pc haircuts agreed in July. "A deal is a deal," said Charles Dallara from the Institute of International Finance (IIF). Moreover, 50pc is not enough. It creates a banking panic without actually solving Greece’s problem.

A third of Greece’s €364bn debt is owed to the IMF, EU, and ECB. That is deemed untouchable. Angela Merkel has so far managed to deflect popular anger over bail-out loans by insisting that they have not cost German taxpayers one Pfennig.

Stephane Deo from UBS said Greece might have to "repudiate its debt entirely" with a 100pc haircut for banks to give itself enough oxygen to breathe again. This would be an earthquake.

No sane investor believes this will stop with Greece. Portugal is in much the same trouble, despite the heroic austerity drive of premier Pedro Passos Coelho -- a latter day Marques de Pombal. The country’s total debt will top 360pc of GDP next year, and its current account deficit is stuck near 10pc of GDP. This mix is worse than in Greece. It is untenable.

We all told too that the EU’s €440bn bail-out fund (EFSF) -- at last approved after high drama in Slovakia -- will be ramped up with "leverage". It is assumed that German lawmakers will tamely go along with this, a mere three weeks after finance minister Wolfgang Schäuble seemed to promise that no such that leverage would occur.

The proposal du jour is Allianz’s "Achleitner Plan", letting the EFSF guarantee the first tranche of losses on bonds: 40pc for Greece, Portugal, and Ireland; 25pc for Italy and Spain. This would boost coverage to nearly €3 trillion of debt issuance.

This plan is dangerous. It concentrates risk, like a Lloyds spiral syndicate, or the "CDOs" and other instruments of legerdemain in the US subprime bubble. There is a high chance that this bluff would be called if Europe tips into a double-dip recession.

Credit markets have already begun to issue their verdict. Yield spreads on the EFSF’s 10-year bonds have almost doubled over Bunds since July. French spreads jumped last week to a post-EMU record of 92 points. Remember that France’s banking liabilities are 409pc of GDP (ECB data), compared to 338pc for Spain, 331pc for Germany, 250pc for Italy, 213pc for Greece.

Any such leverage must inevitably cost France its `AAA’ rating, with parallel effects in Austria as it struggles with a wave of fresh woes in Hungary, Ukraine, and the Balkans. This sets off its own treacherous dynamic.

Even if the IMF and the China-led `BRICS’ were to step with in half a trillion or so, this would create a fresh problem. Foreign purchases of EMU bonds would force up the value of the euro. The effect would tighten the trade noose even further on Spain, Italy, and France. Perhaps that is why Brazil’s Guido "currency war" Mantega likes the idea. It is exchange manipulation behind diplomatic cover. ....

Merkozy’s Grand Plan may buy time. It may shift the stress point from one part of the unworkable structure to another. But it cannot conjure away the 30pc gap in competitiveness between Germany and Latin Europe that has built up over fifteen years. It is this intra-EMU currency misalignment that is asphyxiating Club Med and destroying the banks.

The ECB can of course save Euroland, if it is willing to launch stimulus a l’outrance with bond purchases near 20pc of GDP -- like the Bank of England. A reflation policy would undoubtedly lift the South off the reefs, perhaps by targeting M3 growth of 5pc in Italy and Spain for three years. It would allow EMU laggards to claw their way to back to viability.

Any such attempt to correct North-South imbalances from both ends requires an inflationary boom in Germany. That is the price that Germany must pay. But as events have made all too clear over recent months, this runs smack into German ideology and the Teutonic granite of the Bundesbank. ...

www.telegraph.co.uk/finance/comment/...-loan-crunch-looms.html
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wawidu:

kübi # 89146

8
17.10.11 20:32
Ich war der Erste, der im BT auf die Dubiosität dieses Unternehmens hingewiesen und dieses als "Selbstbereicherungsinstrument des Managements" bezeichnet hat. Der Gründer und "Hauptmacher" dieses Unternehmens, Robert Stiller, der u.a. in den Hedgefonds Wellington Management LLP und FMR LLC, den beiden größten Institutional Holders an GMCR, involviert ist, hat am 04.08.2011 seinen gesamten Aktienbestand von über 14.000.000 Stück verkauft, d.h. er hat massiv "Kasse gemacht". Es fragt sich allerdings, wer wohl diese Aktien übernommen hat. Aber auch die übrigen Vorstandsmitglieder haben in den letzten Monaten in erheblichem Maße Kasse gemacht. Es ist geradezu unglaublich, zu welch niedrigen Preisen diese Personen Aktienoptionen ihres Unternehmens erhalten haben.

finance.yahoo.com/q/it?s=GMCR+Insider+Transactions

Hier ein "Schlüsselpost" aus Februar d.J.:

seekingalpha.com/article/...ffee-only-thing-brewing-is-trouble
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 448992
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Kicky:

Billig-Angriff auf die Banker

11
17.10.11 20:42
Von der Bundeskanzlerin bis zum EZB-Chef: Etliche Politiker adeln die Occupy-Bewegung mit ihrer Zuneigung. Das ist peinlich. Denn alle wissen, dass der Protest zu kurz greift und den Feind falsch benennt. Für die aktuelle Krise sind nicht zockende Banken verantwortlich - sondern verantwortungslose Regierende.

Jede Protestbewegung braucht ihre Feindbilder, und häufig gibt es gute Gründe dafür. So muss man mit den Bankern und Spekulanten nicht unbedingt Mitleid haben, die nun an den Pranger geraten sind; sie standen lange genug auf der Sonnenseite des Lebens und fühlten sich als Angehörige einer "systemrelevanten Branche" vor Kritik gefeit

Nun bläst ihnen der Wind ins Gesicht, selbst im protestzögerlichen Deutschland ist "Occupy Wall Street" angekommen. Entgegen der gewaltigen Medienresonanz aber handelt es sich um eine kleine Bewegung, und schon über diese Diskrepanz könnte man einiges anmerken.

Aber es ist gibt so viel Geraune über die Rolle des Finanzsystems, und die Ohnmachtsgefühle wachsen bei immer mehr Bürgern, sodass der Protest ernst genommen werden sollte. Warum auch nicht: Viel zu lange haben sich die Wirtschaft und erst recht die Finanzwelt als Elite der Gesellschaft gesehen mit einem Geschäftsmodell, das der Bürger nicht versteht und nicht zu verstehen brauche - und umgekehrt wurde ihr diese Rolle von der Gesellschaft auch zugebilligt. Das ändert sich nun, da die Dinge aus dem Ruder laufen. Von einer Elite erwartet man geräuschlose Lösungen, nicht sich immer höher auftürmende Probleme.

Den Protest ernst nehmen heißt allerdings nicht, vor ihm zu kapitulieren. Der Kotau der Politiker, von der Bundeskanzlerin bis zum europäischen Notenbank-Präsidenten, ist peinlich. Sie alle wissen, dass der Protest zu kurz greift, dass der Feind falsch benannt ist, aber sie wagen es nicht zu sagen.

Leicht ironisch könnte man meinen: Bedenkt man die Geschwindigkeit, mit der die Machtpolitikerin Angela Merkel nach Fukushima ihre früheren Positionen zur Kernkraft verraten hat, um im Mainstream zu schwimmen, muss man jetzt womöglich mit der Verstaatlichung aller Banken rechnen; im Zweifel fände das sogar den Beifall der Mehrheiten im Land. Allerdings: In Deutschland gibt es bereits etliche Banken unter politischer Kontrolle. Man nennt sie Landesbanken, und sie stehen in der Krise besonders schlecht da.

Wer Banker und/oder Spekulanten jetzt als Kern des Übels beschreibt, liegt falsch. Beide Berufsgruppen, beide Branchen braucht das Land, und es braucht sie in guter Verfassung. Ohne Banken lässt sich nicht wirtschaften, das ist seit Jahrhunderten bekannt. Bankgeschäfte betreiben, das kann aber nicht mehr nur heißen, bescheiden und überschaubar Kredite an Bürger und Unternehmen zu geben.

Heutzutage müssen Banken mehr als 190 Staaten finanzieren, gigantische Projekte ermöglichen, unvorstellbar viel Geld für die Gestaltung der Zukunft bereitstellen. Ohne Spekulation hätte es das Silicon Valley nicht gegeben, auch nicht andere Modernisierungsschübe der jüngeren Geschichte. Man muss sich nicht mit der Armut abfinden, darf aber doch sagen: Der Kapitalismus hat Wohlstand geschaffen, weltweit, und in Deutschland ganz besonders.

Aber es gibt Fehlentwicklungen, schwarze Schafe, falsche Anreizstrukturen - und neu ist, dass die Aussetzer einiger das ganze System gefährden. Darüber ist zu reden, hier müssen dringend Spielregeln geändert werden. Das aber wären Teilkorrekturen, kein Systemwechsel. Es ist eigenartig genug, dass sich der Zorn der Straße erst jetzt gegen die Banker entlädt und nicht vor drei Jahren - als sie es nämlich verdient hätten. Damals war die Krise geprägt von waghalsigen Konstruktionen, von ungeheurer Geldschöpfung, unverantwortlich riskanten Geschäften, kurz vom "Kasino-Kapitalismus".

Selbst damals war das nicht die ganze Wahrheit. Am Anfang der Kette war eine US-Regierung, die Menschen Hauseigentum zubilligen wollte, die sich das gar nicht leisten konnten. Da gab es Ökonomen, die Laissez-faire an den Finanzmärkten forderten und teilweise bekamen. Und hinter der Profitgier der Banken standen Millionen Anleger, auch aus Deutschland, die sich mit bescheidenen Vermögenszuwächsen nicht mehr begnügen wollten.

Heute ist die Schuld der Banken noch schwerer zu benennen. Die aktuelle Krise ist der Finanzkrise entwachsen, in der die Staaten Banken mit viel Geld retten mussten, das ist wohl wahr. Dahinter aber stehen gewaltige und davon unabhängige Schuldenstände von sehr vielen Staaten.

Die Banken haben diese Kredite gegeben, ja. Aber warum? Weil die Staaten die Rückzahlung garantierten, was immer geklappt hatte. Weil das Gesetz vorschreibt, dass eine Bank im Kreditfall Eigenkapital in Reserve halten muss, nicht aber, wenn sie diesen Kredit an Staaten gibt. Weil Versicherungen nur begrenzt vermeintlich unsichere Aktien kaufen dürfen, sie zum Kauf von Staatsanleihen vom Staat aber regelrecht gedrängt werden. Wie ist das denn, wenn der Bürger sich ein Häuschen kauft, das er sich eigentlich nicht leisten kann? Wenn das Institut Geld gibt und der Schuldner irgendwann pleite ist: Ist dann die Bank schuld - oder nicht doch vor allem der Schuldner?

Kritik an Banken ist zulässig, aber die aktuelle Krise ist zu einem großen Teil politisch gemacht - von Regierenden, die sich damit das Wohlwollen ihrer Wähler erkauften. Ein bisschen Selbstkritik täte vor allem den Politikern gut.

www.sueddeutsche.de/geld/...angriff-auf-die-banker-1.1166788-2
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Kostolanya:

Problem Hebel & Boni

11
17.10.11 22:06
Ich denke, dass relativ gesunde, gedeckte 1:1 Geschäfte zwischen Banken und Kreditnehmern egal welcher Art (Staaten, Unternehmen, Privatleute) kaum zu wesentlichen Problemen führen könnten, auch wenn es hier und da immer wieder Ausfälle gibt. Sprich: Kreditvergabe in entsprechender Relation zum Eigenkapital gegen Sicherheiten in Form von entweder Sachwerten, Arbeitskraft, Produktivität, Wirtschaftswachstum, Kreativität etc.

Sobald aber relativ ungesunde, ungedeckte Geschäfte mit x-beliebigen Hebeln ins Spiel kommen, diese unberechenbaren kranken Geschäfte auch noch "versichert" werden, obwohl im Vorfeld schon fast klar ist, dass die Versicherungen im Ernstfall selbst pleite gehen, jedoch trotzdem aufgrund dieser "Scheinsicherheit" auch noch kräftig Boni in irrsinniger Höhe an Bänker ausgezahlt werden, tja, dann "gute Nacht"...

Wenn jemand 10.000,-- Euro "übrig" hat und sich für 10.000,-- Euro Aktien kauft, kann er Glück oder auch Pech haben. Entweder die Aktien steigen oder fallen. Aber selbst, wenn sie bis auf NULL fallen, hat derjenige "nur" seine realen 10.000,-- Euro verspielt.

Mit irgendwelchen Hebel-Spielchen á la Faktor 10 hätte er aber plötzlich entweder 100.000,-- Euro gewonnen oder verloren. Die Gewinner sind wohl eher selten, da die Bank am Ende immer oder zumindest meistens gewinnt... Und ob der spielsüchtige Tropf die 100.000,-- Euro letztendlich an die Bank tatsächlich zurück zahlen kann? Wohl meistens eher nicht. Das übernimmt dann nach dem jetzigen System am Ende die Allgemeinheit - also der Steuerzahler - plus Boni für den Croupier...ähh...Bänker....

Die Frage ist jedoch: Mit welcher Berechtigung und auf welcher Grundlage lassen sich reale Werte einfach so von wem ins x-fache hebeln? Das können sich doch nur die Banken ausgedacht haben...Typische Luftnummer zur Gewinnmaximierung der Banken meistens zu Lasten des Einzelnen und der Allgemeinheit.

Also: Vielleicht sollte man auch mal das Thema "Hebel" mehr thematisieren bzw. direkt eliminieren...

Das gilt neben Bankkunden, Spekulanten etc. natürlich ebenso für die Banken selbst sowie für Staaten und neuerdings auch Rettungsschirme...

Hebel sind einfach gefährlich...

Beste Grüße
Kosto
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fkuebler:

Kicky #146: Ich glaube der gute Ambrosius betreibt

5
17.10.11 22:53

"Europe’s banks face a $7 trillion lending contraction to bring their balance sheets in line with the US and Japan, threatening to trap the region in a credit crunch and chronic depression for a decade.
 ...
Any such attempt to correct North-South imbalances from both ends requires an inflationary boom in Germany. That is the price that Germany must pay. But as events have made all too clear over recent months, this runs smack into German ideology and the Teutonic granite of the Bundesbank.

So perhaps there is no solution for EMU after all. Kultur is the ultimate economic fundamental"

... privat eine Geisterbahn, in der er vor jedem Artikel erstmal einen Tag lang an statistisch ausgewählten Durchschnittsbürgern testen geht, wie man wohl die maximale Wirkung erzielt...  

Und die Kosten für die Geisterbahn kann er als Betriebsausgaben von der Steuer für sein Journalistenhonorar absetzen... ;-)

 
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