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Es mag eine kühne These sein, dass Hewlett Packard (300.000 Mitarbeiter, 120 Mrd. $ Umsatz) in den nächsten Jahren unter die Räder kommt, aber schauen wir uns den aktuellen Artikel der New York Times doch mal näher an:
(www.nytimes.com/2011/08/19/technology/...ward-business-customers.html)
H.P. Weighs Spinning Off Its PC Unit
SAN FRANCISCO — In a sweeping change for Hewlett-Packard, Leo Apotheker, the technology giant’s chief executive, said Thursday that he was considering spinning off the company’s personal computer business into a separate company and spending $10 billion on Autonomy, a business software maker.(Garion: HP will also seine Computersparte, die klassische PCs, Smartphones und Tablet-PCs herstellt, in eine eigene Tochterfirma auslagern. Das ist erstmal nur eine juristische und buchhalterische Angelegenheit und bringt kein Bargeld. Andererseits will HP aber gleichzeitig stolze 10 Mrd. $ für die Übernahme eines britischen Softwarehauses hinblättern ...)
By acquiring Autonomy, based in Britain, Mr. Apotheker would sharply refocus the company on business services and products (Garion: Man will sich also auf ein Terrain begeben, von dem man bisher nicht besonders viel weiß. Und daran ändert die Tatsache, dass Herr Apotheker vorher Chef von SAP war, meiner Ansicht nach nicht sehr viel. Wer böse ist, könnte nämlich behaupten, Herr Apotheker macht bei HP das Einzige, von dem er glaubt, dass er es kann. Und wenn er statt Chef von HP Chef von VW geworden wäre, hätte er vermutlich die britische Softwarebude trotzdem gekauft, stattdessen aber die Automobilproduktion zur Disposition gestellt.). He has been trying to speed the company’s growth, which has stagnated amid internal missteps, a sour economy and shifting consumer tastes.
Mr. Apotheker’s plan includes killing off the TouchPad tablet, introduced into stores only weeks ago, Pre smartphones and other WebOS products it acquired last year when it bought Palm for $1.2 billion. A spinoff of the PC unit would also reverse H.P.’s $25 billion acquisition of Compaq in 2002. (Garion: Man gibt also zu, dass zumindest die Übernahme von Palm im letzten Jahr ein dicker Managementfehler war, denn wenn man jetzt die komplette PC-Sparte am liebsten weg haben will, heißt das doch, dass sowohl in der Pipelin von HP als auch in der von Palm nix Gescheites mehr drin ist bzw. drin war. Flasche leer. "killing off" heißt im Deutschen übrigens "ausrotten" und ich finde es hart an der Grenze zum Ungeheuerlichen, dass HP für viel Geld einen Tablet-PC namens TouchPad entwickelt, mit großem Tamtam in die Läden stellt und ein paar Wochen später die gesamte Sparte abstoßen möchte. Das erinnert in seiner Ruckartigkeit an die deutsche Atomwende, die bekanntlich aus politischer Not geboren war. Basiert HPs Entscheidung also gar auf wirtschaftlicher Not?)
“It’s Day 1 of the transformation,” Mr. Apotheker said in an interview. He spoke of the “difficult decisions” that had to be made, but said he was seeking better performance from the company. (Garion: Mag sein, dass die Entscheidung richtig ist, aber wie Herr Apotheker selbst zugibt, steht er mit HP ganz am Anfang eines langen Transformationsprozesses und für so eine Herkulesaufgabe möchte ich jedem Firmenchef ehrlich ein deutlich besseres wirtschaftliches Umfeld wünschen, als ich es gegenwärtig gerade in den USA kommen sehe. Aber HP scheint für die wirtschaftliche Großwetterlage in der Welt blind zu sein! Denn wenn ich Chef von HP wäre, würde ich vielleicht auch die PC-Sparte auslagern und so einen Verkauf vorbereiten. Ich würde aber ganz sicher nicht jetzt 10 Mrd. $ Liquidität für eine Firma ausgeben, die in einem Jahr Rezession an der Börse vielleicht nur noch 5 Mrd. $ wert ist. Oder noch weniger. Aber das mag an meiner Bärenbrille liegen ...)
Splitting off the PC unit would eliminate the drag of a slumping, low-margin business on H.P. Instead, Mr. Apotheker, who joined H.P. last year, is trying to move toward providing corporate customers with more services and cloud computing — a term used to describe delivering products and services online — that he says is more “high value.” (Garion: Ich bin nicht vom Fach, aber meines Wissens nach hat Cloud Computing noch nicht bewiesen, dass es tatsächlich so ein großes, tolles, gewinnträchtiges Ding ist. Das scheint mir eher aus der Technik-Ecke zu kommen, aber nicht alles, was technisch möglich ist, wird auch gebraucht und nachgefragt. Gerade den Datenschutz sehe ich hier als Problem. Eine Bank kann meines Erachtens nie auf Cloud Computing umsteigen und auch als Industriefirma würde ich mich vor dem Hintergrund von Wirtschaftsspionage und Datenklau nie für Software aus der Steckdose entscheiden. Aber das ist nur meine private Meinung, vielleicht wird Cloud Computing tatsächlich ein voller Erfolg ...)
The strategy challenges I.B.M and Oracle, two giants in the market. (Garion: Und die zwei haben sicher grad auf HP als neuen Wettbewerber gewartet! Besonders Oracle mit seinem egozentrischen Ellison dürfte HP ganze Baumstämme zwischen die Beine werfen. Und Microsoft dürfen wir als Konkurrenten hier auch nicht vergessen. Klappen kann das Ganze doch eigentlich nur, wenn HP auch noch SAP kauft. Dann und nur dann(!) kann HP auf Sicht der nächsten Jahre mit IBM, Microsoft und Oracle mithalten. Aber SAP ist teuer: Um die 60 Mrd. $ aktueller Wert ohne Zuschlag. Das dürfte HP nicht finanzieren können und das dürfte auch keine Bank in nächster Zeit finanzieren wollen, denke ich.) By unloading its computer business, H.P.’s would follow in the footsteps of I.B.M., which sold its computer unit to Lenovo, a Chinese company, in 2005.
H.P. said it would take 12 to 18 months to decide what to do with the PC unit. (Garion: Falsch! Es dürfte 12 bis 18 Monate dauern, jemanden zu finden, der diese Sparte halbwegs zum Buchwert kauft. Interessant sein dürfte das eigentlich nur für Chinesen, die ihre US Staatsanleihen loswerden wollen) Meanwhile, it will continue to run the business as usual. (Garion: So ein Unfug! Viele große Unternehmen haben HP als Ausstatter ihre Büroarbeitsplätze, weil HP neben kompletten PCs eben auch Netzwerktechnik, Drucker, kleinere Server und die zugehörige Wartung anbietet und aufgrund seiner Größe einen verlässlichen Lieferanten darstellt. Aber welche Firma wird nun Neukunde von HP, wenn sie nicht weiß, wer ab nächstem Jahr der Servicepartner für die PCs und Bildschirme sein wird? Das sind handfeste Wettbewerbsnachteile. Und vollkommen hausgemacht!) Mr. Apotheker said the company did not intend to dispose of its printer business. (Garion: Auch das kann ein Bumerang sein, denn zum einen ist die PC-Sparte in Kombination mit der Druckersparte bei einem Verkauf vermutlich deutlich mehr wert. Zum anderen führt die Entwicklung von Cloud Computing logisch zu Ende gedacht zum papierlose Büro: Wenn jeder neben seinem PC auch noch einen Tablettrechner hat, auf den man per Drag&Drop Dokumente schieben kann und der mit WLAN direkt mit dem Server verbunden ist, auf dem das Dokument liegt, dürfte weniger gedruckt werden. Vielleicht ist dieser Gedanke naiv, aber ich glaube nicht, dass wir in Zukunft in den Firmen noch mehr drucken werden als bisher. Cloud Computing, andere technologische Neuentwicklungen und die immensen Druckkosten werden eher dafür sorgen, dass Firmenkunden eher weniger drucken. Und genau auf Firmenkunden will sich HP ja konzentrieren ...)
“Enterprise is where the growth is, that’s where the margins are,” said Brian Marshall, an analyst with Gleacher & Company. (Garion: Nur mal so: Die Kunst des Unternehmertums besteht darin, auch in schwierigen Märkten findige Geschäftsmodelle mit erstklassigen Kostenstrukturen aufzubauen und somit letztlich Geld zu verdienen. Wenn von allen Firmen nur Wachstumsmärkte bedient würden, müsste jeder zweite deutsche Supermarkt schließen. Und jede zweite Fluglinie. Und jede zweite Telefongesellschaft.)
Wall Street has been concerned about H.P.’s growth ever since Mr. Apotheker joined the company, and the weakening economy has added to the uncertainty. A series of disappointing quarters and forecasts had sent the company’s shares down nearly 22 percent since the start of the year before Thursday.
Acquiring Autonomy, which makes software that searches and keeps track of corporate and government data, would greatly enhance H.P.’s shift to software and business services. The company has become one of the biggest technology firms in Britain and counts BP, Ford Motor and the United States Defense Department among its customers.
Autonomy would be H.P.’s third-largest acquisition ever, after Compaq and Electronic Data Systems. (Garion: Und das waren beides zwei überaus erfolgreiche Übernahmen. Ironie! Und dann auch noch die von Palm. Bisher war zwar keine Katastrophe à la Daimler-Chrysler dabei, dennoch waren die Akquisitionsziele von HP bislang von minderer Qualität. Ob das nun anders ist?) The $10 billion offer for Autonomy would represent a rich 64 percent premium over its market value. (Garion: Und ich verstehe immer noch nicht, dass HP unbedingt jetzt so viel Geld ausgeben muss, wo die Börsenkurse den Rückwärtsgang einlegen. Da kann eigentlich nur Angst im Spiel sein, dass vielleicht ein anderer wie IBM, Microsoft, Oracle oder SAP zugreift und HP am Ende gar keinen Fuß mehr in die Tür bekommt) It produced almost $1 billion in revenue in the 12 months that ended June 30.
Mr. Apotheker said that Autonomy would get access to H.P.’s huge customer base. Its products would be sold across H.P. business, he said.
That also was H.P.’s strategy in buying Compaq. It gave the company the scale to cut costs and secure favorable prices on parts. It was also supposed to give it clout with corporations that were also seeking printers, servers, storage and data management services. (Garion: Meine Reden! Die Firmen wollen einen Komplettanbieter und der ist HP nun nicht mehr. Denn ich glaube nicht, dass wir in den kommenden 10 Jahren keine Büroarbeitsplätze mit klassischer PC-Ausstattung mehr haben werden. Ganz im Gegenteil! Als Konkurrent von HP würde ich jetzt massiv versuchen, die verunsicherten HP-Kunden abzuwerben. Mal sehen, was Lenovo, Fujitsu und Dell tun werden).
As recently as February, Todd Bradley, H.P.’s executive vice president for the company’s computer division, insisted in an interview that the PC was still a valuable part of H.P.’s business. He dismissed speculation that the company would dump the unit. “The PC business has been strategically important to H.P,” he said. “The strategic importance hasn’t changed as the leadership changes.” (Garion: Meiner Erinnerung nach hat es in der Wirtschaftsgeschichte selten Firmen gegeben, denen es gelungen ist, einen zentralen Teil ihrer Angebotspalette kurzfristig durch einen anderen zu ersetzen. Und bei den Firmen, die das grundsätzlich geschafft haben - beispielsweise Siemens, die als Telefonfirma anfingen und mittlerweile mit diesem Markt fast nichts mehr zu tun haben - zog sich der Prozess über Jahrzehnte hin. Und zwar immer so, dass man ERST das neue Feld aufbaute und DANN das alte verkaufte bzw. es Jahr für Jahr schrumpfte. Ich kenne kein Unternehmen, dass in wirtschaftlich schwierigem Umfeld eine solche kurzfristige, radikale Kehrtwende erfolgreich absolviert hätte.)
H.P. has dominated the PC business, but in recent months the industry has gone through a downward turn with the shift from desktops and laptops to tablets. (Garion: Und den Markt haben sie voll verschlafen und konnten auch nicht schnell genug auf das iPad reagieren. HP hat also ausgezeichnete Managementkapazitäten, um in einem fremden Markt etablierte Großkonzerne anzugreifen. Ironie! HP kann nur hoffen, dass Apple nicht auf die Idee kommt, einen iPrinter zu bauen.)
In the third quarter, revenue from H.P.’s personal computer sales fell 3 percent to $9.5 billion. Sales to consumers fell 17 percent although sales to corporate customers rose 9 percent. (Garion: Firmenkunden kauften also bis vor Kurzem noch gerne ihre PCs bei HP. Um so seltsamer, dass man sich diesen gesunden Ast jetzt kurzerhand abhackt, wo man sich doch auf Firmenkunden konzentrieren möchte. Und nur mal so: +9% in einem reifen Markt wie dem für PCs finde ich ganz außerordentlich gut!)
By jettisoning its tablet, along with its mobile phone business, H.P. would be surrendering in a fast-growing market dominated by Apple. But so far, Apple is the only company that is selling a significant number of tablets. It sold more than $6 billion worth of iPads in the most recent quarter.
Mr. Apotheker had bragged about the TouchPad tablet, in particular, calling it a serious challenger in an expanding market. His executives scoffed at critics of the product, calling the effort a marathon, not a sprint.
But in the end, consumers balked at buying the device. H.P. quickly cut the price 20 percent and then decided to put it out of its misery after just two months. Mr. Apotheker said that the tablet had failed to live up to the financial milestones he set.
H.P. said that it was considering licensing its WebOS software to other companies or selling it.
Louis Miscioscia, an analyst with Collins Stewart, said that H.P.’s overhaul would take years and that it remained early in the turnaround. The PC business would have inevitably declined, he said, while its tablet effort was too little too late. (Garion: Wie wäre es denn beispielsweise mit der Idee gewesen, einen Tablet-PC speziell für Firmenkunden zu entwickeln? Ohne irgendwelchen App-Schnickschnack, dafür aber mit so umwerfenden Funktionen wie einfaches Verschieben der aktuellen Powerpoint-Folien vom Desktop auf den Tablet und dann Autoconnect zum nächsten Beamer ohne ein Laptop samt Kabelei? Da hätte sich HP die besten Tricks von den anderen Tablets abschauen können, ohne Gefahr laufen zu müssen, dass die Tabletkonkurrenz auch gleich in den Firmenkundenmarkt drängt. Denn im Gegensatz zu Apple, Samsung und Sony hat HP bei den Firmenkunden ja schon beide Füße in der Tür. Und beide Beine. Und den Hintern. Es sieht einmal mehr so aus, als ob der phantasielose Herr Apotheker nur Firmensoftware kann und daher in jeder Firma das gleiche macht wie seinerzeit bei SAP. Da kann man nur den Kopf schütteln.)
“In technology, you can’t be so far behind,” Mr. Miscioscia said. “You get too far behind and it’s really hard to leapfrog back in.”(Garion: Ahja. Und im Geschäft mit Software für Unternehmen ist HP also im Vergleich zu IBM, Oracle, SAP und Microsoft technologisch nicht im Hintertreffen? Alles klar! *lachweg* Und außerdem: Alle 4 Hauptkonkurrenten haben Datenbanken im Angebot: DB2 und Co. von IBM, Oracle von Oracle, der ganze Access- und MySql-Kram von Microsoft und neuerdings Sybase von SAP, die sich bei dieser Übernahme ja sicher auch was gedacht haben. Und was hat HP bei Datenbanken zu bieten? Nix! Meiner Erfahrung nach sind Datenbanken für Unternehmen aber von absolut zentraler Bedeutung, das kann man gar nicht überschätzen. Und jeder der 4 Hauptkonkurrenten von HP ist bestrebt, die Datenbanken mit dem ganzen Business-Intelligence-Kram drumherum zu verkaufen. Und das halte ich auch für sinnvoll, denn egal welchen IT-Bedarf man in Unternehmen hat, er hat immer zu tun mit fehlenden Daten und der Verarbeitung von Daten und die liegen heute nun mal in Datenbanken. Und da soll jetzt ein Kunde sich eine Oracle-Datenbank kaufen und dann Software von HP obendrüber? Das kann doch nur in Anwendungsnischen klappen ...)
In its earnings report on Thursday, H.P. showed that it was continuing to struggle with slow growth. It reported net income in the quarter ended July 31 grew 9 percent to $1.93 billion, or 93 cents a share, versus $1.77 billion, or 75 cents in the year-ago quarter.
The company said revenue inched up nearly 1 percent, to $31.2 billion from $30.7 billion.
The adjusted income of $1.10 a share was slightly above the expectations of Wall Street analysts. They had expected $1.09 a share and revenue of $31.19 billion, according to a survey of analysts by Thomson Reuters.
H.P.’s outlook for the fourth quarter was well below expectations. Revenue is expected to be $32.1 billion to $32.5 billion, short of the forecast from analysts of slightly more than $34 billion. Adjusted income is expected to be $1.12 to $1.16 a share, again below the $1.31 predicted by analysts.
Fazit: Wenn das mal gut geht! Ich glaube nicht daran. HP Kursziel 0 $ auf Sicht der nächsten 5 bis 10 Jahre!
Die Börsen sind schon weit gefallen, die Angst ist groß, Gold sprintet und die Bären können sehr zufrieden sein.
So wie Rom nicht in einem Tag gebaut wurde, so wird die Welt auch nicht so schnell unter gehen.
Depressionen gab es immer wieder, wobei ich dieses noch nicht einmal als solche bezeichnen würde, und die Menschheit lebt immer noch.
Sollte es sich bereits um eine Depression handeln, so muss ich für meinen Teil sagen, fühlt sie sich nicht fürchterlich schlecht an.
Ich setze nach wie vor auf Sicherheit, soll heißen einen kleinen Anteil physiche Edelmetalle (mobilität) und der Rest mehr oder minder in Ackerland, in Zunkunft eventuell auch wieder einige Aktien (die ich bis auf wenige Minenwerte nicht ´mehr habe.
Zum Spaß und Heding einige Derivate, dann sollte es schon weiter laufen.
@fkuebler: Gold shorts könnten in einigen Wochen sicher interessant werden, timing ist alles.
Gruß
Permanent
Ein interessanter Artikel über den aus meiner Sicht größten und windigsten Börsengang seit Blackrock. Wenn der kommt, wird das vermutlich eine Bauchlandung für alle Aktienkäufer. Kommt er nicht, wird es eine Bauchlandung für alle Investoren, die noch Anfang 2011(!) eine knappe Mrd. $ (!) in ein Unternehmen steckten, dass Ende 2008(!) gegründet wurde . Die von mir hervorgehobenen Stellen bedürfen gar keiner weiteren Kommentierung ...
(meedia.de/internet/groupon-zweifel-an-zahlen-und-konzept/2011/08/17.html)
Deutsche Verlage befinden sich nach wie vor im Coupon-Fieber. In dieser Woche hat RheinMainMedia, eine Tochter von FAZ und Frankfurter Neue Presse, angekündigt mit rheinmaindeal.de eine Schnäppchen-Plattform zu starten. Auch andere Verlage haben oder planen Rabatt-Portale im Netz. Großes Vorbild ist Groupon, die am schnellsten wachsende Firma der Welt. Dabei hat Groupon vor dem geplanten Börsengang massive Probleme wegen unseriösen Kennzahlen und es häufen sich Zweifel am Geschäftsmodell.
Ende vergangener Woche hat die US-Börsenaufsicht SEC die Emissionspapiere von Groupon bereits zum zweiten Mal abgelehnt. Zum ersten Mal fiel das Börsen-Prospekt durch, weil die Darstellung des Groupon-Geschäfts der US-Finanzaufsicht deutlich zu positiv dargestellt war. Beim zweiten Mal störte man sich an dem von Groupon verwendeten Begriff Consolidated Segment Operating Income (CSOI). Groupon verwendet den Begriff, um seinen “operativen Gewinn” zu benennen, rechnet dabei aber wesentliche Kostenfaktoren, wie die Kunden-Gewinnung und Marketing, einfach heraus.
So hat Groupon für das erste Quartal 2011 nach seinem eigenen CSOI-Standard einen Gewinn von 81,6 Mio. Dollar erwirtschaftet. Das Wall Street Journal rechnete nach, dass von dem schönen Geld nichts übrig bleibt, wenn man die Bilanz mit üblichen Methoden liest. Im Gegenteil: Rechnet man die (beträchtlichen) Marketingkosten wieder dazu, die Groupon elegant weglässt, schreibt das Unternehmen statt einem Gewinn im ersten Quartal einen dicken Verlust von 98 Mio. Dollar.
In dem Artikel “Groupon: Was das Unternehmen zu verschweigen versucht”, hat Dieter Petereit von T3N weitere Zweifel am Groupon-Zahlenwerk zusammengetragen. So betragen die Kosten für die Gewinnung eines Neukunden bei Groupon 24.08 Dollar. Der durchschnittliche Umsatz pro Kunde beläuft sich aber nur auf 17,55 Dollar. Würden die kurzfristigen Verbindlichkeiten Groupons sofort fällig werden, müsste das Unternehmen sogar Insolvenz anmelden.
Es gibt aber nicht nur massive Zweifel an den Groupon-Zahlen. Von der Columbia Business School wurde die Attraktivität des Geschäftsmodells von Groupon analysiert. Ergebnis: Von 70 möglichen Punkten erzielte Groupon 36. Besonders negativ schlägt zu Buche, dass Groupon-Nutzer keine Anreize haben, dauerhaft der Plattform die Treue zu halten und dass jede Groupon-Transaktion von Nutzerseite jedesmal auf Neue getätigt werden muss (weitere Details zur Groupon-Bewertung und zum angewendeten Verfahren finden Sie hier).
Doch auch am Konzept selbst sind Zweifel angebracht. So werden meist täglich sehr ähnliche Angebote verschickt, die meist eine eher eingeschränkte thematische Bandbreite von XXL-Schnitzeln über Tätowierungen bis zu Wellness-Behandlungen abdecken. Werden Coupons für echte Geräte verschickt, lohnt sich oft ein paralleler Blick in Preissuchmaschinen. Häufig findet man gleichwertige Geräte im Netz bei großen Händlern genauso oder noch stärker reduziert.
Die Zweifel am Börsengang von Groupon und am Geschäftsmodell sind also übergroß und eigentlich nicht zu übersehen. Warum also, nehmen sich zahlreiche Verlage Groupon trotzdem zum Vorbild? Das liegt wahrscheinlich an zwei Zahlen, die immer wieder die Runde machen. Im Februar dieses Jahr wurde gemeldet, dass der Umsatz von Groupon innerhalb eines Jahres um unglaubliche 2.200 Prozent förmlich explodiert sei. Groupon galt und gilt als das am schnellsten wachsende Unternehmen der Welt. Die zweite Zahl ist, dass Groupon-Gründer Andrew Mason angeblich ein Übernahmeangebot in Höhe von sechs Milliarden Dollar von Google abgelehnt haben soll. 2.200 Prozent Wachstum in zwölf Monaten. Sechs Milliarden Dollar Kaufangebot abgelehnt. Diese Zahlen klingen für viele einfach zu verlockend. Auch wenn sie einfach zu schön sind, um wahr zu sein.
Irgendwie wundert einen das nicht wirklich ...
(www.badische-zeitung.de/wirtschaft-3/...egt-milliarden--48714538.html)
ROM (AFP). Das Gastgewerbe in Italien wird einer Studie zufolge in diesem Jahr 13,5 Milliarden Euro Steuern unterschlagen. Diese Summe entgehe dem Staat, weil Bars und Restaurants, Hotels und die Verpächter von Strandliegen 36 Milliarden Euro Einnahmen nicht versteuerten, teilte die Forschungsgruppe Cescat mit. Die größten Steuerhinterzieher seien die Kleinstunternehmen – kleine Pensionen oder familienbetriebene Restaurants. Laut Cescat werden im Süden des Landes mehr Steuern hinterzogen als im Norden. (Garion. Wer hätte das gedacht?
) Offiziellen Schätzungen zufolge wird das Gastgewerbe in diesem Jahr 185 Milliarden Euro Umsatz machen. Das sind etwa zwölf Prozent des italienischen Bruttoinlandsprodukts. Experten schätzen die Summe, die dem italienischen Staat durch Steuerhinterziehung in allen Branchen entgeht, auf acht Prozent des BIP.
Also bräuchte Silvio nur die Steuerhinterziehung zu bekämpfen und müsste keinen Euro kürzen, um Italien zu einem Haushaltsüberschuss zu verhelfen!
Ein lustiger Wer-hat-Angst-vor-Deutschland-Artikel der Daily Mail aus Großbritannien:
Rise of the Fourth Reich, how Germany is using the financial crisis to conquer Europe
(www.dailymail.co.uk/news/article-2026840/...risis-conquer-Europe.html)
Yesterday’s crisis meeting between Angela Merkel and Nicolas Sarkozy was arranged before the participants knew of the disastrous growth figures in the Eurozone that emerged in the morning. The background to the meeting was last week’s tumult in the world financial markets. Shares had gone into freefall after the downgrading of America’s credit rating. Worse than that, however, were the tremors rattling some of Europe’s most important banks, notably in France, caused by further evidence of the utter failure of even the more developed European economies to live anything like within their means.
Chancellor Merkel has managed to use the hard-earned money of German taxpayers to bail out profligate Eurozone countries without suffering any political fall-out. This is unlikely to remain the case and Mrs Merkel knows it. That is why yesterday she played down talk of the European Central Bank — funded by German-backed Eurobonds — paying off the debts of these all-but-bankrupt nations.
Instead, there was forceful talk of Eurozone countries being coerced into balancing their budgets and reducing their debt through what Merkel and Sarkozy called a ‘true European economic government movement’ made up of all the heads of state and led, initially, by the EU President Herman Van Rompuy. Frau Merkel called for a ‘stronger coordination of policy’ and ‘a new quality of cooperation’ within the Eurozone. Although she will not yet admit it, this all suggests the first step has been taken towards a fiscal union that will leave Germany dictating the financial terms for the rest of Europe. (Garion: Dazu hat doch kein deutscher Politiker genug Eier in der Hose.
)
It is the one country that is able to do so. Greece, Ireland and Portugal are economic basket cases. We have heard more and more about the trouble in Spain, where unemployment is over 20 per cent. Italy is tottering — the figures for 2010 show it has debts of 116 per cent of GDP, making the country second only to Greece at around 143 per cent. Meanwhile, the recent addition of France to the list of at-risk economies has caused real shock and panic across the Channel. Its banks hold about an eighth of Greek debt, or $57 billion, its stock market has tumbled and credit rating agencies are talking of removing France’s triple A status. So, after a summer of increasingly shrill panics around the Mediterranean, the contagion is moving north. Individual bail-outs have been tried, but they obstinately refuse to work. Only an idiot would think they would: they treat only the symptoms of Europe’s economic decline, not its causes. If only everybody could be like the Germans, and spend just a mite more than they earn, then all would be well, the markets seem to say. (Garion: Da sollten sich die Märkte aber mal mit den öffentlichen Finanzen Deutschlands beschäftigen ;-) Germany lay in ruins in 1945, but it then invested in manufacturing plant, developed first-class education, innovated, raised its productivity and competed on quality not price. Over the next 60 years it won the peace as comprehensively as it lost the war.
If the euro is to survive — and with it the European project — the other 16 Eurozone countries will have to be like the Germans. (Garion: Auweia!
) Indeed, they must lose the freedom not to be like the Germans. That means a complete fiscal union in which Germany, as the EU’s most powerful economy and principal paymaster, makes the rules and makes them unbreakable. (Garion: Und wie sollte Deutschland diese Regeln durchsetzen? Mit Blitzkrieg und Panzern?? Lasst uns long gehen in Rheinmetall!!!) George Osborne (Garion: Das ist der brititsche Finanzminister) interrupted his holiday in austerity-free Beverly Hills a fortnight ago to make this point by telephone to the European Commission and the ECB. It is a high-risk strategy on his part, for if such a plan succeeded it would make Europe effectively a German empire, with non-Eurozone countries such as Britain on the sidelines. (Garion: Haben die einen chronischen Minderwertigkeitskomplex oder wie kommen die immer wieder aus sowas?
)
Mr Osborne clearly believes we have no choice. His concern is that if the European economy implodes we would be badly damaged: not so much because of the debt owed by countries such as Greece to British banks, but also because of the loss of export markets in the Eurozone countries and investment by them in Britain. However, the prospects of Germany’s partners in the Eurozone are starker still. If the global financial markets continue to have no confidence in the sticking-plaster rescue packages offered by Eurozone leaders, some nations will go bankrupt — one or two, such as Greece and Ireland, are already more or less trading while insolvent. They may hope their salvation, apart from pulling out of the single currency and devaluing, would be to accept Germany properly bolstering the euro and effectively colonising the Eurozone. This would entail a loss of sovereignty not seen in those countries since many were under the jackboot of the Third Reich 70 years ago. For be in no doubt what fiscal union means: it is one economic policy, one taxation system, one social security system, one debt, one economy, one finance minister. And all of the above would be German. (Garion: Selten so gelacht! So lange ich denken kann, hat noch nie ein Deutscher ein wichtiges europäisches Amt bekleidet!
) That is not merely the price the markets would demand to be confident about the euro’s future, and to be happy to buy debt that could help fund Greece, or Ireland, or Italy. It is also the price that Germans themselves seem to be demanding for their support (Garion: Huh? Das ist bisher aber vollkommen an mir vorüber gegangen. Ich hab immer nur mitbekommen, dass wir bedingungslos Hunderte Milliarden verschenken ...) .
Stern, the German news magazine, conducted a poll last week among Mrs Merkel’s own supporters that showed that 52 per cent were opposed to her bail-out policy, and 62 per cent worried about the course of her party generally. She is only two years from having to fight another election and cannot defy democratic gravity for ever. Germany has already pumped 120 billion euros into the 440 billion bail-out fund. It is the fifth biggest economy in the world, which would mean that imposing its way of doing things on the other 16 nations would carry tremendous clout internationally. It also has another reason for needing to shore up its partners: 42 per cent of its exports go to the Eurozone, with France alone taking 90 billion euros’ worth a year.
However, the latest figures show that demand for German goods is slowing, as is German growth. Shortly before the extent of the French problem with Greece was made public, Commerzbank — one of Germany’s leading banks — announced that it had to use 93 per cent of its second-quarter profits to write down $1.1 billion of Greek debt. If Germany is to continue to prosper, Europe must prosper: but a ruthless solution may have to be imposed in order for that to happen. If the European project is to continue, Germany will not merely have to underwrite it, but control it. (Garion: Das mag ja sogar stimmen, jedoch erkenne ich keinerlei Anzeichen in unserer politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Elite, dass dies angestrebt wird. Eher sehe ich einen wachsenden Trend zum Austritt aus dem Euro à la Macht-euren-Scheiß-doch-alleine! Außerdem würde Frankreich sicherlich eher den Euro, die EU und die fünfte Republik riskieren, als Deutschland in der EU auch nur ein Mü mehr Macht einzuräumen als gegenwärtig.) The recently-agreed European Financial Stability Facility is not the answer. It is just another in a series of sticking-plasters that allows the ECB to buy the bonds of debtor nations to keep them solvent. All these sticking-plasters are designed in the belief that the wound will not become yet more gaping: but it always does. The alternative is the massive surrender of sovereignty to Germany by the rest of the Eurozone that would allow the economic policy of Greece, Ireland and Portugal to be made in Berlin. (Garion: In dem Augenblick würden in Berlin wahrscheinlich die französischen Atomraketen einschlagen
)
That would reassure the markets, but it would also remove any pretence of democracy in those 16 countries: for once you have lost control of your economy, you have lost your sovereignty. (Garion: Mag sein, aber hier wäre auch erwähnenswert, dass der Verlust der Kontrolle über die eigene Wirtschaft nicht das Resultat einer unabwendbaren Naturkastrophe ist, sondern das Ergebnis von 50 Jahren Misswirtschaft, Korruption, Schlendrian und Sorglosigkeit) Every spending department in every government in the Eurozone would have its policy made in the old capital of Prussia. (Garion: Ich tippe eher auf Paris. Wer hält dagegen?
) And if the people did not like their governments being left with fewer powers than a county council, that would be tough. The alternative is ruin. Where Hitler failed by military means to conquer Europe, modern Germans are succeeding through trade and financial discipline. Welcome to the Fourth Reich.
Fazit: Der Machtdrang Deutschlands wird maßlos überschätzt. Die Analyse der wirtschaftlichen Probleme in Europa teile ich jedoch weitgehend.
Ja, wie stünde der Franken denn dann?? Lassen wir die (internationale) Presse sprechen:
Pressestimmen aus dem SPON-Artikel:"Den Euro retten? Schmeißt Deutschland raus!"
"Deutschland könnte aufgrund mangelnder Solidarität mit den Ländern der Euro-Zone höflich zum Gehen aufgefordert werden. [...] Ohne das deutsche Veto könnte die EZB umgehend italienische und spanische Anleihen in unbegrenzter Höhe erwerben. [...] Wo Clemenceau und Napoleon versagten, könnte Nicolas Sarkozy jetzt triumphieren. Le jour de gloire est arrivé!"
Dann würde EURCHF wohl bei 2,0 stehen..... und der Schweizer kriegt die Krise. Schöner kann man aber gar nicht sagen, worum es eigentlich geht. Noch ein Fundstück:
"Wenn wir die Euro-Zone ohne Deutschland [...] betrachten und auch Griechenland ausschließen, stellen wir fest, dass die restlichen elf Länder einen Anleihenmarkt im Wert von 3500 Milliarden Euro schaffen könnten, dessen makroökonomische Daten nur unwesentlich schlechter wären als diejenigen der Euro-Zone insgesamt. Aus politischer Sicht könnte bei den deutschen Wählern die Angst, bei der europäischen Integration hintanzustehen, sogar ihre Bedenken übertreffen, zum Zahlmeister Europas zu werden. Wäre dies der Fall, läge die Macht ganz klar in den Händen der anderen Mitgliedstaaten der Euro-Zone - und das sollten sie ausnutzen." (The Financial Times, London, 16. August)
Na klar doch, und der Finne würde "EuroBonds" nur gegen Pfand kaufen *g*
Sogar die deutschen Exporteure beknien die Kanzlerin, dass sie ihre Haltung gegenüber europäischen Schuldscheinen ablegen möge [...]. Die sehnlichst erwartete politische Antwort muss Aufschwung-Politik sein. Geldströme müssen fließen, indem die Banken neues Kapital erhalten, es muss ein neues europäisches Industriemodell gefunden werden, und Europa muss seine Schulden umschichten [...]. Um die Krise zu überwinden, ist der Föderalismus ein guter Weg. Aber ein Wachstumsföderalismus und nicht ein Sparföderalismus. (La Tribune ,Paris, 17. August)Dito. Es mangelt schlicht an gedrucktem Geld. Für ein neues europäisches Industriemodell. (Was für ein Kindergarten.)
www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,781307,00.html
Bin schon mal gespannt wer Deutschland zur Seite stehen wird, wenn die ganzen "Dealer Stuffing" oder einfacher gesagt "stumpf auf Halde produzieren" Projekte auffliegen und daraus folgend die Binnenwirtschaft noch weiter in den Abgrund raucht.
Ohhhh da ist nämlich dann keiner mehr.
Dieses überbezahlte/überbewertete/taubblinde/inkompetente Eurokratenvolk in Brüssel kümmert nämlich meiner Meinung nach der normale Bürger nicht den kleinsten Funken.
Alle "Euro´s" driften ab in eine fette Wirtschaftkrise und die Lösung soll noch mehr des Gleichen sein was diesen Mist erst verursacht hat, nämlich noch mehr Schulden.........Wow, was für Logik!
Man muss sich das einfach mal geben, die lassen Griechenland und Co. einfach absaufen nur weil man zu feige ist den ganzen Bankstern einfach den Stecker zu ziehen.
Die sollten sich mal Gedanken machen was z.B. bei solch absurd hohen Jugendarbeitslosigkeitsquoten geschieht, nämlich der massive Hang zur Gewalt/Kriminalität , was sollte man auch sonst den ganzen Tag so treiben.
Das Ganze ist doch einfach nur noch Surreal!
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