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Der USA Bären-Thread


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S&P 500 7.275,16 -1,44% Perf. seit Threadbeginn:   +398,65%
 
Malko07:

Kinder statt Inder

11
27.07.11 09:49
Der USA Bären-Thread 11144517
Durex-Kondome sollen teurer werden, fordert der wichtigste Zulieferer. Doch der Vermarkter lehnt das ab - weshalb ihn die indische Fabrik nun nicht mehr beliefert. Erste Länder spüren, dass die Verhütungsmittel knapp werden. Auch Deutschland ist betroffen - allerdings nur bei Liebhaber-Stücken.
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Anti Lemming:

# 371 - Zweiter Griechen-Haarschnitt

2
27.07.11 10:18
Die Hedgefonds-Meute scheint mal wieder das Pferd wechseln zu wollen. Den Euro haben sie jetzt hoch genug geritten und den Dollar weit genug runter. Nun soll's zur Abwechslung mal wieder mit der Fokussierung auf die Europapleite weitergehen.

Ohne Bewegung ist in den Märkten für die Zockerindustrie nichts zu verdienen, und wenn Spekulantentum auf allen Ebenen (bis hinauf zur Fed) die tragende Säule des Systems sind, ist Vola gleichsam überlebenswichtig.

Das alberne ist eigentlich nur das kakophone Begleitgeheul in den Medien und mancher Politiker, die jeweils abwechselnd die Neue oder die Alte Welt, den Okzident oder den Orient untergehen sehen.

Vielleicht sollte ich mir einen neuen Nick zulegen, ich dachte an Okzident Auspress oder Greek Barber
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musicus1:

neuer NICK, nee

3
27.07.11 10:25
deine  auswahl ist  kein adequater geistiger erguss,  ein neuer nick sollte  jederman gut über die lippen kommen, weiter nachdenk.....
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Anti Lemming:

Musicus - "Gründe"

6
27.07.11 10:26
Es ist müßig, hinter den Bewegungen bei den Währungen nach Fundi-Gründen zu suchen. Die Bewegungen sind reinste Trendfolge-Zockerei, wobei alle paar Wochen der Trend gedreht bzw. die Dorf-Sau gewechselt wird.

In USA ist Zockerei , wie im letzten Posting schon angesprochen, die tragende Säule des Systems. Deshalb braucht es vor allem Bewegung, die Richtung ist nahezu egal. Am liebsten wird freilich gesehen, wenn der Dollar fällt und Aktien steigen, in dem Sinne gibt es einen Konsens über die Vorzugsrichtung (dessen Erwartungen auch stark enttäuscht werden können, wenn Viele etwas glauben, muss es trotzdem nicht eintreten).

Die Wellenbewegung dorthin ist das Eldorado der Zocker. Immer hüsch rauf und runter, bis alle den Verstand verloren haben. Am besten läuft es, wenn alle Marktteilnehmer stets aufs Neue komplett überrascht werden. Das kann man dann mit Charttechnik wunderbar ins Absurde übersteigern, bis alle Vernünftigen kapitulieren. Danach geht es in die umgekehrte Richtung weiter. Ex-Bundespräsident Köhler hat das mal als "Monstermarkt" bezeichnet. Es wird nur noch Poker gespielt, die Börse sind zum Selbstzweck und das Finanzsystem zum Casino verkommen.
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Pichel:

Italien um 11 Uhr, man sieht es

7
27.07.11 10:43
Euro Bonds
          §          2 Year                   5 Year                  10 Year
Italy   4.29 +6.0%   5.24 +4.2%   5.81 +3.2%
Wenn der Staat Pleite macht, dann macht natürlich nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
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ridgeback:

China diversifiziert in Gold und Silber

7
27.07.11 11:03
Die Schuldenproblematik verunsichert die Anleger in
Europa und den USA - die Chinesen suchen unterdessen händeringende nach
Alternativen zu den unsicheren Staatsanleihen aus dem Westen.

China sitzt auf knapp 3 Billionen US-Dollar Währungsreserven - weit mehr als
die gesamte Staatsschuld der Griechen. Trotzdem oder gerade deswegen macht
man sich Peking zunehmend Sorgen um die Entwicklungen in Europa und den USA.
Wegen dem jüngsten Streit zwischen Präsident Obama und den Republikanern
über die 95. Erhöhung der Schuldendecke überlegt Moody''s mittlerweile ganz
offen, die Bonität der USA herabzustufen und ihnen die Bestnote zu
entziehen. Sicherlich, sowohl in Washington als auch in Athen wird man
mittelfristig eine Lösung finden, die die Ratingagenturen und Investoren
besänftigen kann. Langfristig ist aber jedem klar, dass durch
Stimmulationspakete und Rettungsfonds die strukturellen Probleme nicht
gelöst werden können. In China soll laut dem Spezialreport Gold der Erste
Bank nun ein Investmentfond lanciert werden, der einen Teil der gigantischen
Währungsreserven in Edelmetalle und Energie investieren soll. Auch über die
Erhöhung der offiziellen Goldreserven denke man ganz offen nach. Bisher sind
in China nur 1,5 Prozent der Devisenreserven durch Gold gedeckt; in
Deutschland oder in den USA sind es über 70 Prozent. Der Bericht der Erste
Bank analysiert, dass allein wenn die Zentralbank die aktuelle Deckungsrate
von 1,5 Prozent halten wolle, bei der aktuellen jährlichen Ausweitung der
Währungsreserven, mindestens 200 Tonnen Gold pro Jahr zukauft werden
müssten.
www.finanznachrichten.de/...fiziert-in-gold-und-silber-015.htm
Chartlesen ist eine Wissenschaft, die vergeblich sucht, was Wissen schafft. (André Kostolany)
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Stöffen:

Negative Realzinsen - Der Königsweg?

12
27.07.11 11:09
Negative Realzinsen über mehrere Dekaden hinweg werden zur Entschuldung der Staaten von einigen Protagonisten in der letzten Zeit immer öfters ins Spiel gebracht. Meinungen eurerseits dazu?

Inflationssteuer: "25 Jahre negative Realzinsen"

IV-Chefökonom Christian Helmenstein sieht eine Entschuldung durch Mini-Zinsen und wesentlich höhere Inflationsraten. Die Phase einer solchen „finanziellen Repression“ wäre ein Programm von mindestens 25 Jahren.

diepresse.com/home/wirtschaft/...e/index.do&selChannel=106

In das gleiche Horn stösst aktuell Pimcos Bill Gross:

Investoren sollten deshalb auf einen längeren Zeitraum der ‘finanziellen Repression’ vorbereitet sein, in dem die Zinssätze auf einem außerordentlich niedrigen Niveau verharren werden, so Gross. Den Investoren und Sparern in die Taschen zu greifen, erweise sich historisch gesehen seit langer Zeit als tragbare Maßnahme, um staatliche Haushalte wieder in Ordnung zu bringen. Anstelle der Inflationsrate zuzüglich eines um 1 Prozent höher liegenden Leitzinses – was sich in den letzten 30 Jahren als Normalität erwiesen habe – müssten Investoren sich nun an eine Inflationsrate zuzüglich eines um 1 oder sogar 2 Prozent niedriger liegenden Leitzinses gewöhnen. Diese Situation werde laut Gross über kurz oder lang auch zu einer dramatischen Wende an den Finanzmärkten führen.

www.wirtschaftsfacts.de/?p=12890
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
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Pichel:

4,07 für 10jährige? Ist wenig!

2
27.07.11 11:15
27.07.11 11:14     DJN: *ANLEIHE-AUKTION/Italien 10-jährige Volumen 0,942 (0,5-1) Mrd EUR
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

 July 27, 2011 05:14 ET (09:14 GMT)
Dow Jones & Company, Inc.2011

27.07.11 11:14     DJN: *ANLEIHE-AUKTION/Italien 10-jährige BTPei Rendite 4,07 (2,51)%
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

 July 27, 2011 05:14 ET (09:14 GMT)
Dow Jones & Company, Inc.2011





Wenn der Staat Pleite macht, dann macht natürlich nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
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geldsackfrank.:

stöffen

4
27.07.11 11:38
Sind wir wieder beim Thema:
Das Geld wird wertlos durch erhöhte Inflation.

Problem was macht Otto der Normalverbraucher, der keine Lohnerhöhung mehr bekommt oder im Niedriglohnsektor schafft. Bleibt doch nur das wenige Ersparte zu wandeln in etwas was Wert erhält oder im Wert noch zulegt.
Also Gold.
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relaxed:

Lasst uns eine Stadt kaufen und dem

8
27.07.11 11:44
Bären-Thread ein Zuhause geben. ;-))

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,776843,00.html

Ich würde es ja auch alleine kaufen ... doch was soll ich dann mit dem Saloon machen ? ;-))))
Dieses Posting enthält keine Zitate aus der NZZ.
Dr. Relaxed Strangelove
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Kicky:

Jefferson Cpounty-der grösste Bankrott einer Stadt

7
27.07.11 11:49
globaleconomicanalysis.blogspot.com/
und das alles wegen Swapgeschäften für den Ausbau der Kläranlage in die Morgan Stanley verwickelt ist
www.bloomberg.com/apps/...&sid=aF_f8gLLNvn0&refer=home
The Largest U.S. Municipal Bankruptcy Looms in Alabama. What caused this mess is an interest rate swap Jefferson County officials entered into when they financed a $3.2 billion sewer cleanup. For weeks county officials claimed they would work things out, but that is increasingly unlikely.
Antworten
Pichel:

witzig

7
27.07.11 11:54
27.07.11 11:53     dpa-AFX: ROUNDUP: Moody's senkt Kreditbewertung für Zypern - Explosions-Katastrophe
   LONDON (dpa-AFX) - Die US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditbewertung
für Zypern auch wegen der Zerstörung des Elektrizitätswerks durch eine
Explosions-Katastrophe um zwei Noten gesenkt. Die Kreditwürdigkeit des
Eurolandes werde von bisher 'A2' auf 'Baa1' reduziert, hieß es in einer am
Mittwoch veröffentlichen Mitteilung. Damit befindet sich das Land noch drei
Noten über dem Ramschniveau. Der Ausblick für die Kreditbewertung sei 'negativ'.
Damit droht Moody's Zypern weitere Abstufungen an.

   Die Lage der Staatsfinanzen habe sie durch die Zerstörung des
Elektrizitätswerks noch verschärft, schreibt Moody's. Zudem sei das politische
Klima angespannt. Es bestehe die Gefahr, dass die Banken des Landes Hilfe durch
den Staat benötigen könnten. Die Banken Zypern sind stark im angeschlagenen
Nachbarland Griechenland engagiert. Auch die Wirtschaft ist stark mit
Griechenland verflochten.

   Die Regierung habe zwar einige strukturelle Maßnahmen ergriffen um die
Haushalte zu konsolidieren. Die positive Wirkung der Maßnahmen würden jedoch
durch die Zerstörung des größten Elektrizitätswerks überkompensiert, hieß es
weiter bei Moody's.

   Eine große Explosion auf einem Marinestützpunkt hatte auch das
Elektrizitätswerk zerstört, das über die Hälfte des Stroms der Insel
produzierte. Angesichts der zuletzt häufigen Stromausfälle habe die
Ratingagentur die Prognose für das Wirtschaftswachstum in Zypern gesenkt.
Moody's erwartet jetzt im laufenden Jahr eine Stagnation der Wirtschaft und im
kommenden Jahr ein Wirtschaftswachstum von lediglich 1,0 Prozent. Die
Ratingagentur würde das Rating jedoch überprüfen, falls die Regierung Reformen
durchführen würde.

   Zuletzt hatte auch die Notenbank Zyperns gewarnt. Die Wirtschaft in
Zypern befinde sich in einem 'Ausnahmezustand' und es seien 'drakonische
Maßnahmen' notwendig, schrieb Notenbankpräsident Athanasios Orphanides am 18.
Juli an Staatspräsident Demetris Chirsofias. Zypern hatte im Jahr 2008 den Euro
gemeinsam mit Malta einführt./jsl/jkr



Wenn der Staat Pleite macht, dann macht natürlich nicht der Staat pleite, sondern seine Bürger.
Antworten
Anti Lemming:

S&P: "new downgrade" für Griechenland

7
27.07.11 11:57
Was will S&P damit zum Ausdruck bringen? Moody's hat die Griechen ja bereits auf die unterste Stufe über "Default" (zahlungsunfähig) gestuft. Die Ratings von S&P und Fitch (CCC) sind vergleichbar:

Moody's cut Greece's credit rating on Monday by three notches to Ca, just one notch above default, to reflect the expected loss implied by the proposed debt exchanges. Standard & Poor's and Fitch currently rate Greece CCC, broadly in line with Moody's rating.

Das kann mMn nur bedeuten, dass die Ratingagenturen Griechenland doch noch auf die unterste Stufe "Default" (komplett zahlungsunfähig) runterstufen wollen. Das stellt dann aber das ominöse "Kreditereignis" dar, das CDS-Stillhalter (US-Banken) zur Auszahlung der CDS-Summen zwingen würde.

Ich glaube kaum, dass - bei einem echten Default - die Europäer ihren Kopf noch mit Mätzchen wie "freiwilliger Verzicht" aus der Schlinge ziehen können. An diesen Winkelzügen hatten die EU-Juristen ja lange gebastelt.

Bei einem echten Default müssten daher die Nordbanken und Versicherungen hohe Abschreibungen vornehmen. Womöglich würde die laufende Rettung damit nichtig gemacht.

Oder glaubt jemand, dass Griechenland mit "D"-Rating vom EFSF Kredite über 30 Jahre mit 3,5 % Zinsen bekommt?
Antworten
jungchen:

in der tat witzig

5
27.07.11 11:57
als naechstes wird norwegen runtergestuft weil da ein irrer amok gelaufen ist!?
Ich brauche einen Balkon - damit ich zum Volk sprechen kann.
Antworten
relaxed:

#85382 Man muss nur jemanden

6
27.07.11 12:15
finden, der zu negativen Realzinsen Geld verleiht ... doch da gibt es ja noch den doofen deutschen Sparer. ;-))

Nun, der Trick hätte vielleicht vor 40 Jahren geklappt, doch mittlerweile ist das Anlageuniversum zu groß. Das ließe sich natürlich durch entsprechende Gesetzgebung beschränken ... doch dann kann man Freizügigkeit, Recht auf Eigentum und Demokratie gleich mit abschaffen ... nun, soweit wird es wohl eh kommen.
Dieses Posting enthält keine Zitate aus der NZZ.
Dr. Relaxed Strangelove
Antworten
obgicou:

@Pichel

4
27.07.11 12:21
Italiener waren inflation linked
Antworten
permanent:

Die Unmöglichkeit eines Deals mit der TeaParty

4
27.07.11 12:25
If Tea Party Likes a Debt Deal, It Can't Pass: Economist
CNBC.com
| 27 Jul 2011 | 03:40 AM ET

As the high risk-game of chicken over raising the US debt ceiling draws closer to possible economic collision, one economist is warning that any deal that wins approval from the right-wing Tea Party movement will pass neither the Senate nor the president.

 

“As the Tea Partiers are showing no indications of being willing to compromise at all, the only way a deal can be done is for moderate House Republicans—those who appreciate that default would be hugely damaging for the country—to side with Democrats to pass a bill that the Senate and the president can sign,” Ian Shepherdson, chief US economist at High Frequency Economics said in a research note on Wednesday.

As things stand, such a solution looks very unlikely in the coming days. The latest plan from House Speaker John Boehner needs revising following Congressional Budget Office experts warning it would not deliver on the spending cuts it claimed. That plan is likely to be voted on by Congress on Thursday.

 

President Barack Obama’s Chief of Staff, Bill Daley, told CNBC on Tuesday that he is confident that some kind of plan will pass. The head of global sovereign ratings at S&P has told CNBC that the US could prioritize debt payments to avoid default but warned such action would be “deeply disruptive” to the US economy.

A problem for the Republican Party could be that the majority of Americans now back a debt ceiling plan that involves both spending cuts and tax hikes. A Reuters/Ipsos poll this week found that 56 percent of American’s favor a plan involving both cuts and tax increases.

“We had hoped by now that House Speaker Boehner would have started to recognize this reality, but press reports suggest that he focused on party solidarity in his conference call with Republican House members,” said Shepherdson.

“Perhaps the light bulb will come on when the inevitable pushback from voters becomes overwhelming. We can only hope that happens before August 2,” Shepherdson said.

Antworten
permanent:

Die Illusionen der Euro-Retter

8
27.07.11 12:38

Die Illusionen der Euro-Retter

Mit umfangreichen Finanzhilfen will die EU die Griechen vor der Pleite bewahren. Doch Finanzwissenschaftler Clemens Fuest hält die Zugeständnisse der privaten Gläubiger für zu gering, um Griechenland zu stabilisieren.

OxfordDas Krisenmanagement in der Euro-Zone hat in den letzten Monaten oft den Eindruck vermittelt, sich weniger mit der Realität als mit Wunschvorstellungen auseinanderzusetzen. Dazu gehörte die Behauptung, Griechenland sei in der Lage, seine Schulden zurückzuzahlen, oder die Diagnose, die Verschuldungskrise im Euro-Raum könne überwunden werden, wenn Ratingagenturen und Spekulanten nur deutlich genug in die Schranken gewiesen werden.

Vor diesem Hintergrund ist es zu begrüßen, dass der EU-Krisengipfel am vergangenen Donnerstag sich ernsthaft mit der Tatsache beschäftigt hat, dass der griechische Staat insolvent ist. Leider ist das Sammelsurium der beschlossenen Maßnahmen erneut von Illusionen geleitet. Die erste besteht darin, zu glauben, eine signifikante Beteiligung der privaten Gläubiger Griechenlands an den Kosten sei ohne Zwang erreichbar. Private Eigentümer von Anleihen, die in den nächsten Jahren fällig werden, sollen freiwillig auf rund 20 Prozent ihrer Forderungen verzichten. Einige Großbanken haben zugesagt, sich zu beteiligen. Viele andere Investoren haben jedoch noch nicht zugestimmt und werden das voraussichtlich auch nicht tun.

 

Damit verbunden ist eine zweite Illusion, die besagt, dass Griechenland seine Wirtschaft stabilisieren und den Staatshaushalt sanieren kann, wenn es niedrigere Zinsen an die staatlichen Gläubiger zahlt und die EU ein öffentliches Investitionsprogramm auflegt. Die aktuelle Misere der griechischen Wirtschaft ist unter anderem dadurch verursacht, dass zu viel Geld in staatliche Investitionsprojekte mit zweifelhafter Effizienz geflossen ist. Nachhaltiges Wirtschaftswachstum wird in Griechenland nur dann entstehen, wenn die Bedingungen für privates Unternehmertum sich durchgreifend verbessern. Das erfordert wettbewerbsfähige Löhne, die Öffnung bislang regulierter Märkte, die Privatisierung von Staatsunternehmen, den Abbau von Bürokratie und nicht zuletzt kalkulierbare Rahmenbedingungen, was Steuern und die öffentlichen Haushalte angeht.

All das zu erreichen wird Zeit kosten. Außerdem wird die Entlastung Griechenlands durch niedrigere Zinsen und den geplanten Forderungsverzicht einiger Banken nicht ausreichen, um zu stabilen Staatsfinanzen zurückzukehren. Solange dies nicht gelingt, sind die Chancen auf eine wirtschaftliche Erholung gering. Es ist deshalb abzusehen, dass Griechenland dauerhaft von Transfers aus der Euro-Zone abhängig bleiben wird. Dem jetzt vereinbarten zweiten Hilfsprogramm werden weitere folgen.

Entscheidungen Griechenlands über die Höhe von Steuern und Staatsausgaben werden immer wieder zu Konflikten mit den Gläubigerstaaten führen und das Verhältnis unter den Mitgliedstaaten der Währungsunion vergiften.

 

Neben den Beschlüssen für Griechenland hat der Krisengipfel eine Reihe von Maßnahmen gebracht, mit denen die Euro-Zone insgesamt stabilisiert werden soll. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine Ausdehnung der Hilfen für hochverschuldete Mitgliedstaaten. Portugal und Irland werden wie Griechenland niedrigere Zinsen und längere Laufzeiten gewährt. Außerdem kann der Rettungsfonds künftig privaten Investoren Staatsanleihen abkaufen und Staaten, die noch Zugang zu privatem Kapital haben, vorbeugend Kredite geben.

 

Hier geht es wohl um Hilfen für Länder wie Spanien und Italien. Erstaunlicherweise soll all dies möglich sein, ohne dass das Volumen des Rettungsschirms von derzeit 500 Milliarden Euro ausgedehnt wird. Auch das ist Wunschdenken, das spätestens von der Realität eingeholt wird, wenn Spanien oder Italien Hilfen beantragen.

Insgesamt hat dieser Gipfel weder für Griechenland noch für den Rest der Euro-Zone einen Durchbruch bei der Bekämpfung der Verschuldungskrise gebracht. Griechenland wird weiter vergeblich versuchen, bei schrumpfender Wirtschaft seinen Staatshaushalt zu sanieren, und der Rest der Euro-Zone wird hoffen, dass Spanien und Italien tun, was nötig ist, um das Vertrauen der Kapitalmärkte nicht auch noch zu verlieren.
Ernüchternd sind die Resultate des Gipfels vor allem aus der Sicht Deutschlands. Für eine minimale Beteiligung privater Gläubiger hat man einer massiven Ausweitung der Hilfen zugestimmt.

 

Rätselhaft ist die Zusage, die Beteiligung privater Gläubiger auf den Fall Griechenlands zu beschränken. Ist das eine Aufforderung, zu der leichtsinnigen Kreditvergabe zurückzukehren, die uns in diese Krise geführt hat? Da das nicht gemeint sein kann, handelt es sich wohl um eine von vielen Ankündigungen, die private Investoren beruhigen sollen, aber unglaubwürdig sind. Die nächste Vertrauenskrise an den Kapitalmärkten wird bald kommen - gefolgt vom nächsten Krisengipfel.
 

Der Autor lehrt Finanzwissenschaft in Oxford. Sie erreichen ihn unter: gastautor@handelsblatt.com

Antworten
Stöffen:

20 Prozent Inflation ist der historische Maßstab

5
27.07.11 13:01
Bzgl. einer sogenannten "Inflationssteuer" bin ich im Netz nochmals auf die interessante Analyse von Robert Rethfeld aus dem Jahre 2010 gestoßen

Rethfeld fragt:

Ist eine Inflationsrate überhaupt steuerbar?
Was ist dann letztendlich die Definition einer ausreichenden staatliche Entschuldung?
Wie stark ist die staatliche Entschuldung bei Inflationsspikes in Höhe von 20%?
Können die Gläubiger bei einem starken Inflationsschub höhere Zinsen einfordern?

20 Prozent Inflation ist der historische Maßstab

In diesem Zusammenhang ist ein Blick in die Vergangenheit interessant. Wie wurde die Entschuldung früher durchgeführt? Für die USA liegt eine lange Zeitreihe vor.

www.wellenreiter-invest.de/...iterWoche/Wellenreiter100306.htm
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
pfeifenlümmel:

zu Stöffen,

4
27.07.11 13:13
negative Realzinsen haben wir schon eine längere Zeit. Durch den Aufkauf der eigenen Staatsanleihen wurden bislang die Zinsen nach unten künstlich manipuliert. Niedrige Zinsen wurden durch ausufernde Verschuldung erreicht. Sollten die Reps die Neuverschuldung einschränken, wäre es mit dem Aufkauf der eigenen Staatsanleihen wohl vorbei und die Zinsen würden steigen.

Was die Reps nun vorhaben, weiß ich nicht. Sie könnten auch auf den totalen Zusammenbruch spielen. Banken brechen zusammen, Forderungen auch aus der Immobilienkrise lösen sich von allein in Luft auf. Spekulanten mit ihren Derivatenkäufen gehen ebenfalls leer aus, weil die Stillhalter ebenfalls pleite sind.Sparer verlieren ihre Einlagen. Ein gigantisches Schuldenvernichtungsprogramm! Obama wäre im wahrsten Sinne des Wortes das schwarze Schaf.

Nun muss wieder ein REP her, um Amerika zu retten. Nachfolger schon in Sichtweite.
Der USA Bären-Thread 424615
Antworten
wawidu:

Schweizer Franken vs. USD langfristig

3
27.07.11 13:17
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 424614
Antworten
wawidu:

AUD vs. USD langfristig

3
27.07.11 13:23
Das Nachkriegshoch des Aussi-Dollar lag übrigens 1973/74 bei 1,50 USD.
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 424618
Antworten
Anti Lemming:

Das Generalthema "Geld wird wertlos"

5
27.07.11 13:25

nimmt hier im Thread und bei Ariva (inbesondere Gold/Silber-Threads) mal wieder Übergewicht an.

 

Man kann daher kontraindikatorisch mittelfristig mit Folgendem rechnen:  

 

Aktien fallen nach kurzer Zwischen-Rallye wegen US-Schuldenaufstockung (kommt diese Woche oder Anfang nächster Woche). Die aus obiger Generalerwartung abgeleitete These, Aktien seien "vor Inflation schützende Sachwerte", wird sich als Illusion entpuppen. Denn sobald die Gewinne wegbrechen - das ist angesichts der Sparauflagen (bis zu 4 Bio. $), die für die Aufstockung der US-Schuldengrenze zwingend erforderlich sind, nur noch eine Frage der Zeit - , kommen auch US-Aktien bzw. die "Leit-Indizes" unter Druck. (Der DAX kaspert wie üblich hinterher). Dann nährt die Baisse die Baisse. Das kann Monate, wenn nicht Jahr anhalten, vergleiche 1930 ff.

Mit den Sparauflagen werden die bisherigen Möglichkeiten des Deficit Spending (deutlich) beschnitten, d.h. das Staatsgepäppel muss in USA erheblich zurückgefahren werden. Das ist den Reps auch nur lieb und billig. Selbst QE3 würde wenig bringen, wenn Geithner (das US-Schatzamt) nicht "im Tandem" die Neuverschuldung hochfahren kann. Die Gelddruckmaschine läuft nur dann effektiv, wenn Geithner frische Anleihen emittiert und die Fed sie (über Schattenbieter-Banken, die sie kurzfristig "zwischen"-halten) aufkauft bzw. "monetarisiert". Sind Geithner wegen der Sparbeschlüsse die Hände gebunden, könnte die Fed bei QE3 im Wesentlichen nur Bestands-Staatsanleihen vom Markt aufkaufen. Die große Frage dabei ist, ob die Banken diese überhaupt weggeben wollen. Denn länger laufende Staatsanleihen passabler Bonität könnten sich - der hiesigen Konsenmeinung zum Trotz - in Zukunft zu den interessantesten Assets überhaupt entwickeln (Begründung: siehe nächster Absatz). Die US-Zinsrenditen fallen bereits seit einem halben Jahr....

Langläufer steigen. Wenn die US-Wirtschaft und die der Eurozone (auch in den PIIGS bremsen Sparauflagen) kaum wächst und die Regierungen sich mit (leicht) negativen Realzinsen behelfen müssen (siehe Gross, oben), herrscht de facto leichte Stagflation. Die Leitzinsen werden dabei lange nahe Null bleiben. Die Inflation entsteht durch die negativen Realzinsen sowie durch Rohstoff-Inflation infolge der Nullzinsen. Die Reallöhne werden in einem solchen Szenario eher sinken, d.h. die Massenkaufkraft schwindet. Die Grenzen zur Deflation sind dabei fließend. Wenn Cash wegen negativer Realzinsen 2 % pro Jahr an Kaufkraft verliert, sind Langläufer, die (zurzeit noch) mit 4 % rentieren, eine interessante Anlagealternative. Sie bringen dann nämlich real immerhin 2 % Plus.

Aktien hingegen werden in einem Stagflations/Deflations-Szenario eher Federn lassen. Die "schönen Dividenden", mit denen Anleger aktuell geködert werden, können - wie wir aus der Vergangenheit wissen - im Handumdrehen auf Null gesetzt werden, falls die Gewinne ausbleiben. Dann bleibt "dem Anleger" nur noch der fallende Kurs. Das ist viel schlimmer als negative Realzinsen bei Festgeld. Denn bei Festgeld ist der Verlust auf real -1 bis -2 % pro Jahr begrenzt, während sich Aktien, insbesondere nach Dividendenkürzungen, auch wieder halbieren könnten - macht -50 % Realrendite auf Aktien.

Der Traum von China/Asien als Ersatzkonjunkturmotor dürfte sich ebenfalls nicht erfüllen, wenn die westl. Industrieländer wegen eigener/innerer Probleme weniger Waren abnehmen. Die Asien-Länder haben viel zu niedrige Löhne, um eine Binnenkonjunktur zu schaffen, die die Nachfrage aus dem darbenden Westen ausgleichen könnte. Außerdem droht China ein Banken-Fiasko, wenn die Immobilien- und Zweckgesellschafts-Kredit-Blasen platzen. Japan leidet noch immer an seinen Altlasten, dem Erdbeben sowie horrender Staatsverschuldung.

Sollte sich ein Szenario wie oben beschrieben entwickeln, dürften wegen zunehmender Risikoaversion und Rückabwicklung der zurzeit massiven Dollar-Carrytrades und sonstigen "Risk Trades"

- der Dollar wieder deutlich stärker werden, während

- Rohstoffe, Öl, Gold, Silber und "Hochzinswährungen" wie der Aussi einbrechen (Szenario ähnlich wie in der 2. Jahreshälfte 2008).

 


 

FAZIT:  Man kann mich nach wie vor zu den "Bond-Deflationisten" im Sinne David Rosenbergs zählen. Rosenberg ist allerdings - im Gegensatz zu mir - Goldbulle. Ich glaube, dass in einer Deflation auch der Goldpreis um mindestens -30 % runterkommt.

Antworten
pfeifenlümmel:

zu #345

3
27.07.11 13:31
SAP läuft hervorragend trotz Witzigsternchen, Netflix ebenfalls.
Antworten
Anti Lemming:

Nachtrag zu # 399

10
27.07.11 13:56
Es gab Phasen in den letzten zwei Jahren, da hab ich einen Bond-Crash in USA für die wahrscheinlichere Variante gehalten. Das entspricht der Dooms-Erwartung der Goldapostel. Auch jetzt kann ich eine solche Entwicklung nicht grundsätzlich ausschließen. Die Longbond-Bullenthese (# 399) hat bei mir zurzeit allerdings höhere Priorität. (Keynes: "Wenn sich die Umstände ändern, ändere ich meine Meinung, und wie halten Sie es, Sir?").

Ein Bond-Crash wäre für die Staaten einfach zu schmerzhaft. Wie das endet, sieht man in Griechenland (wobei die Griechen noch Glück haben, dass sie überhaupt jemand auffangen kann).

Die bei einer Deflation stattfindende Umverteilung von unten nach oben ("Massenverelendung") dürfte den Superreichen in USA besser ins Konzept passen. Sie erfolgt schleichend - siehe Japan - und könnte die laufenden Schieflagen noch Jahrzehnte über die Runden retten. Bei einem Bond-Crash hingegen droht ein Systemzusammenbruch nebst schweren Unruhen, an deren Ende das Schreckgespenst der Enteignung steht. Das ist das Letzte, was die Superreichen wollen. Und da sie es sind, die in USA die Politik bestimmen, wird es nicht geschehen. Überhaupt sind für Bestandsreiche "deflationäre" Verhältnisse günstiger als eine Hyperinflation, in der sie alles verlieren könnten.
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    Daytrading 14.05.2024 ARIVA.DE   14.05.24 00:02

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